Baldur’s Gate 3 – Die Gedankenschinder aus dem Trailer

Gedankenschinder Wizards-of-the-Coast-Artwork

Da hatte ich nicht schlecht geguckt, als zunächst Gerüchte aufkochten, dass ein Baldur’s Gate 3 in der Entwicklung sein könnte und dann auch schon die offizielle Ankündigung samt Ankündigungstrailer folgten. Und tatsächlich: Das Entwicklerstudio Larian Studios, besonders bekannt durch Rollenspiel-Reihe Divinity, arbeitet offiziell am dritten Teil der Baldur’s Gate-Reihe. Für mich als angehender Dungeons & Dragons Spieler als auch Fan von Baldur’s Gate eine mehr als interessante Sache! Und mit den Larian Studios als Entwickler bin ich sogar optimistisch, dass dabei etwas Gutes erwachsen kann. Natürlich ist aktuell noch so gut wie nichts zum Spiel als solches bekannt, lediglich, dass es wohl gut 100 Jahre nach den Ereignissen in Baldur’s Gate 2 spielt. Im Announcement-Trailer werden wir direkt mit mächtigen Wesen des Dungeons & Dragons Universums konfrontiert: Den Illithiden bzw. Gedankenschindern. Doch was gibt es zu den Tentakel-Wesen zu berichten?

Meister der Manipulation

Gedankenschinder sind fester Bestandteil der Dungeons & Dragons Lore und entsprechend keine Unbekannten. Die humanoid-ähnlichen Tentakel-Gesichter (vier Tentakel sitzen am tintenfischartigen Kopf) sind mit mächtigen, psionischen Fähigkeiten ausgestattet, welche es ihnen unter anderem erlauben, die Gedanken anderer Kreaturen zu beherrschen. Der Gesinnung nach „rechtschaffen böse“ errichteten diese Meister der Manipulation große Imperien und versklavten ganze Völker. Diese Reiche umspannten wiederum ganze Welten, da die Gedankenschinder interdimensionale Reisende sind. Doch ihre Großreiche zerbrachen, wobei nicht klar ist, wie genau es zu diesem Niedergang kam. Heute sind die meisten Gedankenschinder in Kollektiven auf der Materiellen Ebene im Unterreich anzutreffen, wo sie danach trachten, wieder zu alter Stärke und Macht zu kommen.

Baldurs-Gate-3-Gedankenschinder

Gedankenschinder sind rechtschaffen böse Kreaturen, die als Geißel aller denkenden Kreaturen bezeichnet werden. Sie ernähren sich von Gehirnen intelligenter Wesen, während sie weniger Intelligente Völker versklaven und unterjochen.

Schwarmverstand und Ältestengehirne

Die meisten Illithiden wird man in Gemeinschaften antreffen, da sie in Kolonien als Schwarmverstand auftreten. Diese Kolonien werden von Verwandten Gedankenschindern gebildet, in deren Zentrum ein Ältestengehirn in einem salzigen Tümpel lebt. Dieses Ältestengehirn, ein gewaltiges, gehirnartiges Wesen, ist allen Gedankenschindern der Kolonie übergeordnet und bestimmt telepathisch deren Verstand. So wie die Gedankenschinder also andere Völker unterjochen und geistig versklaven, so sind sie selbst dem Ältestengehirn unterworfen. Einzelne Gedankenschinder gibt es auch, dabei handelt es sich dann aber zumeist um Abtrünnige oder Ausgestoßene.

Gehirne intelligenter Wesen als Nahrung

Illithiden ernähren sich von Gehirnen Humanoider und sind auf diese Nahrung angewiesen. Beim verschlingen eines Gehirns empfinden Gedankenschinder Euphorie, während sie zugleich die Erinnerungen und die Persönlichkeit des Opfers aufnehmen. Manchmal werden Gehirne auch nicht verschlungen und stattdessen für fremdartige Experimente missbraucht, um unter anderem Intellektverschlinger zu schaffen. Bei Intellektverschlingern handelt es sich um Gehirne, welche mit tierähnlichen Beinen samt Klauen bestückt sind und als Jäger im Unterreich auftreten. Sie ernähren sich von Intelligenz und übernehmen meist die Kontrolle über ihre Opfer, um dann weitere Kreaturen in die Domänen ihrer Meister (den Gedankenschindern) zu locken.

Trifft man auf Gedankenschinder, kann man sich darauf einstellen, dass diese von versklavten Kreaturen umgeben sind, welche ihre Meister bis in den Tod verteidigen. Bei diesen Sklaven handelt es sich meist um wenig intelligente Wesen wie Oger oder Troglodyten, da diese als Nahrung nicht wirklich interessant für die Gedankenschinder sind.

Langwieriger und schwerer Fortpflanzungsprozess

Die Fortpflanzung der Gedankenschinder ist ein langer und schwerer Prozess. Die geschlechtslosen Gedankenschinder legen ein bis zwei mal im Jahr tausende Eier in den Tümpel des Ältestengehirn. In diesem Tümpel, in welchem unter anderem die Überreste toter Gedankenschinder die Nährmasse für das Ältestengehirn und den Nachwuchs bilden, verbringen die geschlüpften, fischartigen Nachkommen gut die ersten 10 Jahre ihres Lebens. In dieser Zeit verändern sie sich kaum, aber da das Nahrungsangebot stark begrenzt ist, heißt es schnell fressen und gefressen werden. Nur die wenigstens Illithiden überstehen diese erste Phase ihres Lebens und werden stattdessen von ihren Geschwistern oder gar dem Ältestengehirn verschlungen.

Baldurs-Gate-3-Ceremorphose-in-einen-Gedankenschinder

Im ersten Trailer zu Baldur’s Gate 3 verwandelt sich ein Mitglied der „Flaming Fist“ im Verlauf einer Ceremorphose in einen Gedankenschinder. Ein brutaler Prozess, bei welchem von der menschlichen Hülle nichts übrig bleibt.

Die Illithiden-Jungen, welche diese Phase überstehen, wie schon gesagt nur eine kleine Minderheit, erhalten das Priveleg der Transformation in einen vollwertigen Gedankenschinder. Dieser Prozess, die Ceremorphose, ist im aktuellen Announcement-Trailer zu Baldur’s Gate 3 zu sehen. Dabei wird ein Illithiden-Junges in das Hirn eines intelligenten, humanoiden Opfers gepflanzt, wo es innerhalb einer Woche das Gehirn des Opfers frisst und letztlich mit eigenem Gewebe ersetzt. Dabei werden alle Gedanken und Erinnerungen des Opfers ausgelöscht, während der Parasit mit dem Wirt mehr und mehr verschmilzt. Am Ende dieses Prozesses dringt der Illithiden nach außen und verwandelt sich endgültig in einen vollwertigen Gedankenschinder. Das Opfer, zuvor nur noch eine marionettenhafte Hülle, wird dabei gänzlich zerstört. Nichts erinnert nach der Transformation an das frühere Wesen, stattdessen ist ein neuer Gedankenschinder entstanden. Und genau das bekommen wir im Ankündigungstrailer zu sehen, was mich tatsächlich überrascht hat.

Titelbild: ©Wizards of the Coast LLC.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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