Battlefield: Bad Company 2 – Das letzte gute Battlefield?

Battlefield-Bad-Company-2-Niederlage-im-Schnee

Battlefield 3 war mies, Battlefield 4 das selbe in grau und Hardline die Spitze des Eisberges – Doch es gab auch noch ein gutes Battlefield!

Das Jahr 2014 stand auch im Licht von Call of Duty, wo ich besonders auf den Niedergang der Reihe einging und erklärte, warum Call of Duty 4: Modern Warfare für mich noch eines der besten Call of Dutys aller Zeiten ist, während neuere Titel für mich immer uninteressanter wurden. Doch auch die Battlefield Reihe hat viel vom alten Glanz verloren. Nicht nur, dass mit dem gewählten Setting der Moderne bzw. der Gegenwart schon viel zu lange Schindluder getrieben wird (trauriger Höhepunkt Hardline), auch alt geliebte Settings werden seit Jahren sträflich vernachlässigt (wo bleibt mein Battlefield 2143 oder mein Battlefield 1943 für PC?!). DLC-Politik, Origin-Zwang mit Server Browser im Internet-Browser – EA zeigt wie immer, wie wenig man von den Kunden eigentlich hält, bzw. wie sehr man auf deren Interessen eingeht. Die großartige Battlefield Reihe ist für mich vielleicht nicht gestorben, aber sie verendet langsam aber sicher. Mit Battlefield 3 begann für mich der schmerzliche Niedergang, der mit Hardline einen momentanen Höhepunkt erreicht hat. Doch vor Battlefield 3 gab es ein Battlefield, welches noch auf den richtigen Spuren wandelte: Battlefield: Bad Company 2!

Battlefield Bad Company 2 - Mitten im Gefecht

Rundes Gameplay und tolle Grafik

Im März 2010 erschien das wohl letzte Glanzstück der Battlefield Reihe, welches ich heute noch gerne spiele und das sich in meinen Augen am ehesten dem Erbe der ersten Teile wie Battlefield 1942 / Vietnam und Battlefield 2 gerecht wird. Ausgestattet mir einer ganz passablen Einzelspieler Kampagne, überzeugt auf ganzer Linie der Mehrspieler-Part, der einfach perfekt ist und rieisigen Spaß macht, noch mehr, wenn man davor ein paar Runden Battlefield 3 gespielt hat. Der Grund ist simpel: Hier wurde noch das klassische und ungeschlagene Gameplay der ersten Teile mit aktueller Optik kombiniert – Mit grandiosen Ergebnissen. Große, abwechslungsreiche Maps, die mit zahllosen Gebäuden, aber auch Wäldern und Feldern nicht nur fantastische Schlachtfelder liefern, die damals angewendeten Techniken bieten auch fast komplett zerstörbare Umgebungen, und das weit besser als heutige Titel der Reihe – Eigentlich verdammt traurig. Hier ein kleines Beispiel: In Battlefield 3 kann ich mit einem Panzer gewisse Gebäude überhaupt nicht zerstören, das höchste der Gefühle sind Wände, die ich „Rahmenförmig“ „zerschießen“ kann. Ganz anders ist es, wenn wir in Battlefield: Bad Company 2 in einem Haus versteckt lauern, dieses kann nämlich ganz einfach komplett einstürzen – Mit tollen Effekten und einer gewaltigen Soundkulisse. Das ganze funktioniert dynamisch mit fast allem in der Welt: Zäune zerschlagen wir mit dem Kampfmesser, um uns neue Wege zu bahnen, während wir Bäume und Schutzwände mit dem Granatwerfer in Schutt und Asche legen. Dadurch entstehen ganz neue Situationen, wenn zum Beispiel ein Squad (ja, hier sind Squads noch verdammt wichtig) einen völlig neuen Weg in ein Haus schlägt, indem sie eine Wand sprengen und so den wachsamen Augen und vor allem tödlichen Kugeln des generischen Snipers entgehen. Auch können Panzer und Helikopter Siedlungen und generische Stellung vor der Erstürmung Sturmreif schießen, wodurch dem eigenen Team der Häuserkampf deutlich erleichtert wird.

Battlefield Bad Company 2 - Ein Haus fällt in sich zusammen 2

Taktik statt Ballern

Auch allgemein ist hier einfach mehr Taktik im Shooter, als in Battlefield 3 und Nachfolgern. In der Battlefield Reihe war es eigentlich immer wichtig, im Team den Sieg nachhause zu tragen. Wer allein loszog, wurde in Battlefield 1942 schnell Opfer eines Snipers oder wurde von einer gegnerische Offensive in Form von Panzern oder schweren Fahrzeugen überrollt. In Battlefield 3 kann man wie in einem Call of Duty umher rennen und dabei auch noch die meisten Kills machen. Natürlich ist dies auch in Battlefield: Bad Company 2 möglich, aber bei weitem nicht so einfach. Allein das Konzept des Gameplays steht dem entgegen. Mit dem Squad System kann man einfach bei den verbleibenden Spielern des Teams in Spiel einsteigen, was ein gut organisiertes Squad zu einer höchst effektiven Einheit macht. Mit einem Sanitäter, Sturmsoldat, Sniper und Ingenieur kann die Truppe jeder Situation bezwingen, wobei jede Klasse auch wichtige Funktionen übernimmt. Der Sniper hält sich meist im Hintergrund auf, gibt Rückendeckung und behält feindliche Bewegungen im Auge. Werden Feinde gesichtet, können diese extra markiert werden, wodurch diese auch fürs Squad gesondert dargestellt werden. Der Sturmsoldat sorgt als Frontschwein für die Vorstöße und kann mithilfe von Granatwerfern ordentlich Schaden austeilen. Mit Munitionskisten versorgt er das Team mit Nachschub, welcher bei längeren Feuergefechten durchaus nötig wird. Der Sanitäter heilt seine Kameraden und belebt sie sogar wieder, was richtig eingesetzt, ganze Spielverläufe drehen kann. Letztlich sorgt der Ingenieur für den Schutz vor Panzern und Helikoptern und repariert zeitgleich die Fuhrwerke des Teams. Es zeigt sich: Jedes Teammitglied hat eine wichtige Rolle, welche nicht nur theoretisch auf der Rückseite des DVD-Hülle angepreisen wird, sondern mit diversen Gameplay Elementen verwoben ist.

Battlefield Bad Company 2 - Mit dem Fallschirm in den Kampf

Fazit

Und genau dieser Umstand macht das Spiel auch heute noch so wunderbar und hebt es so gesondert hervor – Ein Battlefield 3 bietet kaum etwas von dem Zauber dieses Titels, weshalb ich auch heute noch Battlefield: Bad Company 2 den neuen Titeln der so genannten Battlefield Reihe vorziehe. Warum DICE und EA die Reihe immer weiter in den Keller reiten, ist mir unklar. Naja, Geldgier ist natürlich das Argument, aber man könnte sicher auch Geld mit guten Spielen verdienen, aber lassen wir das mal. Ich kann nur sagen, dass ich immer noch gerne alle Titel der Battlefield Reihe bis zu Bad Company 2 spiele, alles was danach kam, war leider eine Enttäuschung für mich. 🙁

Battlefield Bad Company 2 - In einem Wäldchen

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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  • Also ich hatte mit BF:BC2 auch meinen Spaß, aber ich hatte an BF3 deutlich länger Spaß und mir hat es in jeder Hinsicht besser gefallen. Ich kann nicht sagen, wie es im eSport aussieht, aber Public war BF3 imo auch nicht simpler als BC2 (komplex waren sie beide nicht). BF4 hat mich auch etwas enttäuscht und BF2142 bleibt mein Favorit, aber die häufige Schwärmerei für das alte BC2 werde ich wohl nie verstehen. PS: beziehe mich ausschließlich auf die PC-Versionen^^

    • Das Problem bei Battlefield 3 war für mich der Verlust der Seele. Das ist natürlich ein sehr persönlicher Standpunkt, aber in BF3 hatte ich einfach das Gefühl, dass das Gameplay verkorkst wurde. Gefechte in der Metro laufen zum Beispiel immer gleich ab: Es gibt an den Rolltreppen und diesem einen Engen Gang ewige Gefechte, wobei beide Seiten in den Tod laufen und endlos Granaten und Granatwerfer eingesetzt werden.

      Die großen Maps machen das schon besser, jedoch habe ich BF3 nie das Gefühl, wirklich im Team zu spielen – Jeder rennt auf gut Glück los und das funktioniert dabei noch ganz gut. Aber hier ist natürlich auch die Frage, mit wem man spielt. Weiterhin ist die Zerstörung der Map im Vergleich zu BF:BC2 stark beschränkt, was ich erstaunlich und traurig finde. BF3 war für mich ein großer Blender, weil die Werbung im Vorfeld etwas so viel besseres versprochen haben. Aber auch hier sei gesagt: Ich bin da sehr auf meine Vorlieben bezogen. 😉

      Aber verloren hat Battlefield 3 mich vor allem bei der DLC Politik, Origin und diesem grauenhaften Server Browser im Browser, kombiniert mit der Origin Anmeldung.

      PS: BF2142 war auch genial, schade, dass sie das Setting nicht entstauben. Aber da dürfen wir auch nicht mehr viel erwarten in den nächsten Jahren: Mit Battlefront haben sie ja ein Future Setting mit fetter Lizenz. 🙁

      • Diese Stellungskriege mag ich auch nicht besonders.

        Was mich an der fast komplett zerstörbaren Umgebung in BC2 gestört hat, war die Tatsache, dass es dadurch zwar oft taktische Möglichkeiten ermöglichte, aber auch genau so oft dafür sorgte, dass einiges an Taktik flöten geht. Einfach alles dem Erdboden gleich machen und die meisten Probleme sind gelöst. Ganz besonders fiel das auf, wenn z.B. die MCOMs dadurch zerstört wurden, dass einfach das Gebäude aus der Ferne mit Artillerieschlägen oder Drohnen zerstört wurde. Da brauchte man sich als Angreifer nicht groß Gedanken machen, wie man die Verteidigung umgeht oder durchbricht.

        • Der Einwand ist nicht unbegründet – Tatsächlich konnte man durch das zerstören von Gebäuden manche Funkstationen zerstören, was natürlich für die Verteidiger ärgerlich ist. Dennoch können nur einige Funkstationen auf diese Weise zerstört werden, und wenn das Verteidiger Team gut spielt, können Tanks als auch Helis schnell ausgeschaltet werden. Einfach alles niederschießen funktioniert demnach zwar immer mal wieder, aber nicht durchgängig. Weiterhin fördert das auch die Initiative der Verteidiger, die Panzer gezielt aufs Korn zu nehmen.

          Aber Du hast schon recht, dass ein Panzer allein durch Beschuss eine Missionsziel ausschalten kann, ist ungut gelöst, tritt aber zum Glück nicht immer auf (externe Funkstationen, also die, die nicht in Häusern liegen).