Battlefield Play4Free

Kostenlos ist nicht immer kostenlos und in diesem Spiel wird das erst richtig deutlich!

Free to Play kann gut sein; Battlefield Play4Free ist es nicht. Ich war damals bei der Beta am Start und hatte eher negative Erinnerungen, jetzt habe ich mich erneut ans Spiel gewagt und es war noch einen Happen schlechter. Doch fangen wir erst mal an.

Battlefield Play4Free Panzer in Karkand

Origin ist Pflicht

Um Battlefield Play4Free zu spielen benötigt Ihr zunächst ein mal Origin. Warum weiß ich nicht genau, denn Origin selbst kommt bei diesem Titel, bis auf die Anmeldung, nicht zum Einsatz. Trotzdem wird eine Konto zwingend benötigt, was die Sache schon am Anfang etwas trübt. Haben wir uns auf der offiziellen Seite des Spiels mit unserem Origin Account registriert, wählen wir auch schon eine Soldaten Klasse. Damit bestimmt man dann Namen und Klasse das „Hauptsoldaten“. Wir können wählen aus einem Sturmsoldaten, Sanitäter, Techniker und Scharfschützen – Wie es sich für ein Battlefield nun mal gehört. Ist der Soldat gewählt beginnt der Download. Im Moment müssen ca. 2,5 GB auf die Festplatte geladen werden. Weiterhin wird ein PlugIn für den Browser geladen. Doch Achtung; Wer Windows 8 verwendet könnte hier schon Probleme bekommen; Der Download benötigt Administrator-Rechte! Um dies zu bewerkstelligen öffnet Ihr den von Euch verwendeten Browser einfach im Administrator und schon kann der Download beginnen.

Battlefield Play4Free Browser

Doppelt hält besser

Ist das Spiel dann auf dem Rechner kann es auch schon fast los gehen. Wir gelangen in ein Interface im Browser und müssen das Spiel starten. Ist das Spiel gestartet geht es aber noch nicht los, stattdessen gelangt man in ein zweites Interface. Doppelt hält besser oder so. Überladen, fisselig und alles andere als Übersichtlich gestaltet sich nun unsere Nutzeroberfläche. Man brauch gewissen Einarbeitungszeit um sich hier überhaupt zurechtzufinden. Doch schon hier merkt man; Der Nutzer soll hier Geld da lassen. Überall prangern Angebote und Anzeigen um Ausrüstung, Dekoration oder anderen Schnickschnack zu erwerben. Hier kommt schon ein erstes mulmiges Gefühl auf; Muss man hier bezahlen um an gute Waffen zu kommen um sich einen Vorteil zu verschaffen? Waffen kann man zwar auch ohne das Einsetzen von echtem Geld nutzen, jedoch mietet man die Waffen dann nur. Hier zahlt man dann mit der im Spiel erworbenen Währung und kann die Waffe für 24 Stunden mieten. Wer die Waffen immer nutzen will, muss zahlen. Wer zahlt profitiert gleich doppelt, so erhält man die Waffe nicht nur für immer, sondern hat auch viel früher Zugriff auf viel stärkere Schießeisen. Das heißt; Will ich gute Waffen haben und kein Geld ausgeben, muss ich mir ordentlich Ingame Geld verdienen und ein hohes Level erreichen.

Battlefield Play4Free Shop

Pay to Win

Wer jetzt denkt: „Naja, ist doch nicht so wild. Ich spiele einfach, egal welche Waffe ich habe.“ wird sich bald mit der Realität anfreunden müssen. Denn sind wir erst mal im Spiel und beginnt der erste Kampf, merken wir, wie schlecht die Anfangswaffen sind. So verballern wir unser gesamtes Magazin auf einen Gegner und müssen nachladen. Während wir also unser Magazin auswerfen, ein neues vorholen und einsetzen, benötigt unser Widersacher gerade mal zwei Treffer um uns in den digitalen Himmel zu befördern. Auch hier hoffte ich am Anfang, das ich vielleicht einfach schlechter getroffen habe und mein Gegner einfach nur geschickter mit seiner Waffe war. Aber auch hier haut einem Battlefield Play4Free erbarmungslos auf die Finger. Gegner mit Sturmgewehren sitzen am anderen Ende der Karte und treffen uns mit ihrer Ziel-Optik ohne Problem. Das eigentlich Problem, selbst auf dieser Entfernung benötigen sie nur 2-4 Treffer um uns zu eliminieren. Wir benötigen weiterhin mehrere Magazine um einen Gegner in Jenseits zu befördern. Diese Ungerechtigkeit zieht sich wie ein roter Pfaden durch das Spiel; Wir sehen den Feind zu erst, wir eröffnen das Feuer und treffen, laden nach, werden erschossen. Das ist keine ärgerliche Ausnahme, sondern Alltag. Ich habe wirklich lange nicht mehr so viel in einem Spiel geflucht wie hier. Nachdem ich als Sturmsoldat von Scharfschützen mit Maschinengewehren über mehrere Runden erniedrigt wurde, entschloss ich mich, meine Klasse zu ändern – Leichter gesagt als getan.

Battlefield Play4Free Krieg bleibt immer gleich

Waffen die keinen Spaß machen

Denn Ingame geht auch hier nichts. Die Klasse eines gefallenen Gegners lässt sich nicht aufnehmen und Klassen kann man im Spiel nicht wechseln. Um das zu machen müssen wir das Spiel zunächst verlassen und uns in das erste Interface begeben (das im Browser). Hier müssen wir uns einen zweiten Soldaten erstellen. Aufwändiger ging es kaum. Im zweiten Interface müssen wir diesen Soldaten dann auswählen und schon kann es los gehen. Nun war ich selbst ein Sniper und ich wollte Rache. Doch wieder gibt’s auf die Finger; Ich treffe aber töte nicht! Und das mit einem verdammten Scharfschützengewehr! Ich brauche ca. 3 Körpertreffer, um jemanden zu eliminieren, und selbst ein Treffer auf den Kopf scheint nicht zu genügen. Das frustet noch viel mehr, besonders, wenn man gegen andere Sniper ins Feld zieht. Ein Beispiel; Ich sehe den Feind und eröffne das Feuer und treffe, der Feind schaut sich um, ich schieße erneut und treffe, nun hat man mich entdeckt und zack, ich wurde erschossen. Spätestens hier beginnt man seine Gegenspieler, seine Waffe aber vor allem das Spiel selbst zu verfluchen. Bessere Waffen sind akkurater und tödlicher und wer Geld ausgibt klar im Vorteil. Besonders als Anfänger ist man zunächst verloren und muss sich auf zahllose Gefechte einstellen, die einfach keinen Spaß machen. Doch wie sieht das Spiel eigentlich aus?

Battlefield Play4Free Jet in Action

Die Optik

Optisch sieht Battlefield Play4Free ordentlich aus – Nicht! Ich weiß nicht, aber mir kommt das ganze schlechter und oller vor als Battlefield 2, von welchem sich das Spiele vieler Maps bedient. Man denkt sich permanent; „Das habe ich aber hübscher in Erinnerung“. Die Karten wirken sehr steril und lieblos – Und das obwohl die Originale super waren. Wie man das bewerkstelligt hat, ist mir nicht ganz klar, aber es hat super funktioniert. Besonders störend sind die Begrenzungen der Karten. Verlassen wir das Schlachtfeld, verlieren wir unser Leben innerhalb weniger Sekunden. Das ist als solches ja kein Problem, was eigentlich stört sind die Positionen dieser Grenzen. Oft wird man in seiner Bewegung massiv eingeschränkt und kann das Gelände nicht mehr richtig nutzen. Das ist zwar nicht auf jeder Map so, aber besonders auf den kleineren fällt es deutlich auf. Was etwas positiv ins Gewicht fällt sind die Anzahl der Karten, welche sich im Laufe der Zeit langsam erhöht hat. Doch wenn schon die Waffen unausgeglichen und die Maps oll sind, muss das Gameplay an sich doch gut sein, oder?

Battlefield Play4Free Neue Maps

Weniger ist nicht immer mehr

Wieder weit gefehlt; Was in Battlefield 2 cool war, hat man beim Free to Play Ableger rausgeworfen. So gibt es keine Spuads und keinen Commander, dadurch verliert das Spiel an taktischer Tiefe. Statt geordnet und organisiert vorzugehen, stürmen die Spieler wie im Mittelalter aufeinander zu und hauen sich die Köpfe ein. Koordinierte Angriffe auf bestimmte Positionen sind so gut wie unmöglich. Damit verliert das Spie eigentlich alles, was einen Team-Shooter ausmacht. Zumindest ist das Gameplay nicht mehr ganz so steif wie im Original Battlefield 2, dafür fehlt auch hier jede technische Neuerung; Zerstörbare Umgebung gibt es nicht. Da bleibt man gerne mal mit dem Panzer am Holzzaun hängen. Dafür ist das Fahrzeugarsenal erhalten geblieben; Panzer, Hubschrauber und Jets bieten in der Theorie klasse Möglichkeit sich auszutoben. Praktisch mangelt es an erfahrenen Piloten mit Durchhaltevermögen. Da wird mit einem voll besetzten Helikopter nur zu einem bestimmten Punkt geflogen, damit der Pilot ohne Vorwarnung raus springen und seine Kollegen den Tod bringen kann. Man merkt halt; Hier spielt die breite Masse.

Battlefield Play4Free Russen im Einsatz

Fazit

Doch kommen wir mal zu einem Fazit; Battlefield Play4Free ist eine schlechte Version von Battlefield 2. Mangel herrscht an allen Ecken und vor allem die fehlende Funktion Squads zu bilden schlägt aufs Gemüt. Die Ungerechtigkeit der Waffen erinnert uns in jeder Spielminute daran, dass das Spiel als solches nichts kostet. Pay to Win ist hier das Motto, so deutlich habe ich das bei einem Titel noch nie zu spüren bekommen. Wer nicht permanent von überlegenden Waffen niedergeschossen werden will, muss Geld investieren. Da kann man dann auch das deutlich bessere Original Battlefield 2 kaufen oder Battlefield Bad Company 2, welches ich als besten Teil der Serie erachte. Lasst die Finger vom Spiel und holt Euch was anderes, hier werdet ihr entweder eine Menge Frust oder mit der Zeit einen geleerten Geldbeutel erleben. Sehr schade, hätte man doch hier so viel mehr erreichen können.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
Johann von Ti
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