Browsergames und MMOs

Leicht zugänglich, reich an Genres und meist kostenlos.

Ich weiß noch, es ist mittlerweile doch schon einige Jahre her, da war ich einem ganz besonderem Fieber verfallen; Dem wunderbaren Fieber der Browsergames. Was haben ich und meine Klassenkameraden nicht alles für Stämme, Clans und Gilden gegründet, um dann mit tausenden anderen Spielern auf aller Welt um Ressourcen, Burgen und Siegespunkten zu kämpfen. Es war eine ganz besondere Zeit und Browsergames eine ganz wunderbare Sache. Und nachdem ich mich ein paar Jahre fast komplett von jeglichen Browsergames entfernt hatte, wurde ich doch immer mal wieder Rückfällig und warf mich in das eine oder andere Spiel. Dabei wird deutlich, wie umfassend das Angebot für Browsergames mittlerweile ist, aber auch wie die allgemeine Qualität solcher Spiele anstieg.

Zahlreiche Genres

Heute kann man auch bei Browsergames so gut wie jedes klassische Videospiel-Genre entdecken; Vom Strategiespiel über Wirtschaftssimulationen bis hin zu Rollenspielen ist alles vertreten. Dabei sind die meisten Browsergames auch als MMOs, also Massively Multiplayer Online Games, aufgebaut. Das bedeutet, dass wir gleichzeitig mit tausenden anderen Spielern zusammen spielen. Hier können wir also mit anderen Spielern gemeinsam Siedlungen bauen und erobern, uns in gefährliche Dungeons wagen oder aber mit Panzern aufeinander losgehen. Der Charme dieser Spiele ist dabei immer, dass wir auf Spieler auf der ganzen Welt treffen und sich so ganz tolle Momente ergeben können. Ich weiß noch, wie wir in Stronghold Kingdoms damals ewige Verhandlungen mit einem der größten Fraktionen der Welt hatten und diese letztlich daran scheiterten, dass es einen Übersetzungsfehler gab, was letztlich einen vernichtenden Krieg über uns brachte. Der Faktor der menschlichen Mitspieler sorgt fast schon automatisch für Emotionen, wenn man sich auf das Spiel einlässt.

Stronghold Kingdoms - World Map

Browsergames gibt es in zahlreichen Genres; Ich habe mich fast immer an PVP-lastigen Strategie-Spielen versucht. Hier sieht man die Weltkarte eines Stronghold-Kingdoms-Spiels, wobei jede Farbe grob das Hoheitsgebiet einer Fraktion widerspiegelt.

Leichter Zugang

Das macht Browsergames auch heute noch so interessant für mich: Ich habe in meiner Laufbahn als begeisterter Videospieler selten Spiele erlebt, welche mich zum Teil so sehr in Beschlag genommen haben. Browsergames können einen schnell in ihre Welten entführen, denn der Zugang zu ihnen ist denkbar leicht. Meist (nicht immer) können die Spiele kostenlos gespielt werden und benötigen nur eine Anmeldung (selbst das nicht immer). Wir können also meist ohne großen Aufwand in eines dieser Spiele einsteigen und uns einen Eindruck verschaffen. Besonders als Kind habe ich das an Browsergames und Minispiele im Netz geliebt; Man sah sich die verschiedene Titel an, wählte einen aus und verbrachte ein paar Tage in den Winterferien damit, zu schauen, ob es einem gefiel. Fand man es blöd, meldete man sich eben nicht wieder an und schaute ins nächste Spiel.

Die Staemme Mein Dorf

Eines meiner ersten Browsergames überhaupt; Die Stämme begeistert mich seit vielen Jahren, auch wenn ich wohl nie einer dieser Spieler sein werde, die mehr als 1000 Dörfer besitzen und das Endgame bestreiten.

Mehr Möglichkeiten

Heute werden Browsergames nicht mehr allein im Browser gespielt (fast schon ein wenig absurd, oder?), sondern haben oft auch noch eine ganze Menge Daten, die man herunterladen muss. Das hat jedoch den Vorteil, dass heutige Browsergames bzw. MMOs deutlich mehr zu bieten haben, als die klassischen Vertreter, die nur im Browser gespielt wurden. Das macht die Spiele zum Teil sogar so gut, dass sie sich kaum von normalen Vollpreisspielen unterschieden lassen und auch in Sachen Gameplay überzeugen können. Ich spiele aktuell, soweit es mir meine Zeit erlaubt, sogar eines solcher MMOs; Dabei handelt es sich um World of Tanks, welches ich lange Zeit ignorierte und den Hype darum belächelte. Zu unrecht, wie ich vor ein paar Tagen feststellen sollte, denn tatsächlich verbirgt sich hinter dem Titel ein recht solides Videospiel, bei welchem Panzer in Teams aufeinander losgehen – Überraschend taktisch und spielerisch überzeugend.

Free-to-Play-Konzept

Doch ich will auch nicht blind loben; Denn so toll viele meiner Erfahrungen mit Browsergames und kostenlosen MMOs auch sein mögen; Es ist leider nicht alles Gold, was zunächst glänzen mag. Dass die meisten dieser Spiele zunächst kostenlos sind, also dem Free-to-Play-Konzept folgen, birgt einige Gefahren. Zunächst entsteht bei Free-to-Play immer die Frage, ob es nicht auch Pay-to-Win gibt. Bedeutet also; Können Spieler mit Geld so viel Einfluss auf das Spiel nehmen, um klare Vorteile gegenüber nicht zahlenden Spielern zu erhalten? Und ja, fast jedes Browsergame mit einem PVP-Aspekt, also wo gegen andere Spieler gespielt wird, hat solche Probleme. Diese sind manchmal verschmerzbar, manchmal zerstören sie jedoch das gesamte Spiel. Es ist einfach frustrierend, wenn man keine Chance hat, nur weil ein anderer Spieler einen Batzen Geld in das Spiel gesteckt hat. Zumindest halten sich die meisten Spiele, welche massivst Pay-to-Win betreiben, nicht lange auf dem Markt.

Ein weiteres Problem des Free-to-Play-Konzepts ist die Form der Finanzierung an sich. Kostenloses spielen klingt toll, aber wenn wir ehrlich sind, ist nichts wirklich kostenlos. Wo wir auf Facebook mit unseren Daten zahlen, sollen wir in Browsergames und MMOs meist auch mit ein paar Euronen blechen. Hier ist wieder die Frage, wie im einzelnen damit umgegangen wird. In Der Herr der Ringe Online werden zum Beispiel fast nur kosmetische Inhalte geboten (und einige Buffs, um schneller Erfahrung zu sammeln etc.), aber letztlich kann jeder Spieler selbst entscheiden, ob er Geld ausgeben möchte und tut er es nicht, hat er keine wirklichen Nachteile. Genau das finde ich auch vertretbar, alles andere wird aber schwierig, weshalb man bei kostenlosen Spielen immer schon im Vorfeld darauf achten sollte, was aktive oder ehemalige Spieler zu berichten haben. Foren, Blogs und Fachseiten sind hier gute Anlaufstellen, um nicht unnötig Zeit und vielleicht sogar Geld in ein blödes Spiel zu stecken.

Stronghold Kingdoms - Karten ala Pay to Win

Obwohl Stronghold Kingdoms auch ohne Geld eine Menge Spaß macht, kann man sich doch ziemlich viele Vorteile in Form von Karten und Tokens erkaufen.

Fazit

Dennoch darf man Browsergames und kostenfreie MMOs nicht generell verteufeln, wie schon gesagt, viele Vertreter sind durchaus gut und einigen verfalle ich immer wieder. Alle paar Jahre habe ich diesen Drang, mich erneut in Die Stämme zu werfen oder in Herr der Ringe Online das schöne Mittelerde zu durchstreifen. Dabei mag ich es, dass diese Spiele mich zunächst überhaupt nichts kosten, nur eben meine Zeit. Und hätte ich mehr von jener Zeit, würde ich wohl auch mehr Browsergames spielen. Browsergames sind also etwas tolles und bieten jedem die Möglichkeit, ohne großen Aufwand in den Genuss verschiedenster Spiele-Genres zu kommen. Wer sich also mit Bedacht auf solche Spiele einlässt, kann eine ganz wunderbare Zeit mit ihnen haben! Tja, und ich schaue mal, ob ich mich zum Start von Welt 152 noch mal bei Die Stämme sehen lasse – Haut rein!

 

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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