Browsergames – Zeit-Fresser und Snacks

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Games im Browser lassen sich nicht von Genre und Titel unterscheiden, auch die fürs Spielen benötigte Zeit ist ein wichtiger Faktor!

Browsergames sind schwer im Kommen, selbst große Marken wie Stronghold, Die Siedler oder Anno haben einen Online Ableger, welche kostenlos und nur im Browser zu haben sind. Aber der Markt ist breit gefächert und tausende Browsergames stehen im Beinharten Konkurrenzkampf. Doch es gibt einen großen Unterschied, welcher alle Browsergames, egal welches Genre sie Gameplay-Technisch bedienen, in zwei Gruppen spaltet – Zeit. Wie viele Stunden muss ich am Tag in das Spiel investieren, um neben Spaß auch Erfolg im Spiel zu haben und auch voran zu kommen. Dabei gibt es eben genau zwei große Gruppen: Die Zeit-Intensiven mit Fokus auf PvP und die Spiele für Zwischendurch mit entspanntem Aufbau.

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In die Stämme siegt meist der, der die meiste Zeit hat – Nur mit viel Zeit, einem organisierten Clan und harter Arbeit kann man hier gewinnen.

Die Zeit-Fresser sind Titel, welche an sich schon zeitlich begrenzt sind, also die von Anfang an ein Ende in Aussicht stellen – In die Stämme wird die Welt nach einigen Monaten geschlossen oder, wenn ein Stamm die Macht an sich reißen konnte, in Supremacy 1914 ist es ein klare Zeit, der Gewinner wird mit Punkten ermittelt. Bei diesen Titeln geht es darum, sich gegen andere Spieler durchzusetzen und sie im Laufe des Spiels zu vernichten, gleichzeitig muss man natürlich selbst zusehen, wie man sich schützt. Das Problem dabei ist, dass immer der im Vorteil ist, der mehr Zeit vor dem Rechner verbringt, um Aktionen durchzuführen und Angriffe zu koordinieren. Wer also mehr Zeit ins Spiel wirft, wird dafür belohnt – Dieser Umstand zwingt Spieler im Grunde, viel Zeit mit dem Spiel zu verbringen, um nicht schon früh vernichtet zu werden. Das gleichzeitig doofe dabei – Egal wie viele Stunden man am Ende in das Spiel investiert hat, am Ende ist alles im Spiel erreichte verloren, denn irgendwann schließt die Welt und dann ist alles weg. Das ist in gewisser Weise schon demotivierend und lässt einen schnell aussteigen. Weiterhin ist die Tatsache, dass die Spieler mit der meisten Zeit auch gewinnen, als Schüler oder Arbeitnehmer hat man keine Chance, einen Arbeitslosen etwas entgegen zu setzen. Das ist nicht nur ungerecht, sondern nervt auch.

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In Siedler Online gibt es zwar auch beinharte Kämpfe, aber der Fokus liegt im Aufbau einer mächtigen Metropole mit Wusel-Faktor.

Die Browser-Games für „Zwischendurch“ setzen den Fokus nicht auf den Wettkampf der Spieler, sondern auf den Aufbau einer Siedlung samt Wirtschaft und den Austausch oder Spieler untereinander. Mein Beispiel hierbei ist Anno Online, der Titel lässt uns Inseln besiedeln und Handel treiben, wer auf große Seeschlachten und das Plündern von Handelsschiffen anderer Spieler hofft, wird enttäuscht. Wer aber jeden Tag einige Minuten mit seiner kleinen Stadt verbringen will und zusieht, wie sie stetig wächst und gedeiht, wird seine Freude mit Anna Online haben. Ich selbst habe über die Jahre unzählige Browsergames gespielt, im Moment sehe ich Anno dabei ganz weit vorne. Ich muss nicht ewig auf den Bau eines Gebäudes oder die nötigen Rohstoffe warten, stattdessen komme ich einmal am Tag für rund 10 Minuten Online, baue was das Zeug hält und kann mich für die restlichen Tag mit anderem beschäftigen. Ich muss nicht wie bei anderen Titeln jede Stunde schauen, wie die Lage ist oder mir Wecker stellen, wann das nächste Gebäude erweitert werden kann. Natürlich könnte ich auch öfter online kommen, es würde fast immer etwas zu tun geben, doch ich kann darauf auch verzichten und werde dadurch nicht benachteiligt – so soll es sein. Ich fühle mich nicht genötigt, meine wertvolle Zeit in das Spiel zu investieren, sondern kann frei entscheiden.

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In Supermacy 1914 gewinnt, wer neben Zeit auch das nötige Gefühl für Politik und Taktik mitbringt.

Am Ende liegt es am Spieler, welche der beiden Gruppen er bevorzugt, aber ich empfinde die etwas ruhigeren Titel, die mich einfach bauen und Spaß haben lassen, als weitaus angenehmer. Ein Browserspiel ist für wie ein Snack, etwas für zwischendurch. Ich will keine Stunden auf diese Art von Spielen investieren, dafür habe ich dann Rollenspiele.

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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