Call of Duty WW2 wird trotzdem scheiße

Der Zweite Weltkrieg soll es richten und aus Call of Duty wird plötzlich ein gutes Spiel – Ganz sicher…

Es ist diese wunderschöne Zeit im Jahr, in welcher die Werbetrommel für das alljährlich erscheinende Call of Duty gerührt wird und mir gehörig den Magen verdirbt. Dann versuchen wieder alle Gaming Magazine und Websites krampfhaft jedes unnötige Detail oder Gerücht als brandheiße News zu verwursten und verfallen in euphorische Vorfreude auf eine Spiele-Reihe, die seit Jahren eigentlich nur noch Mist raus bringt und alle guten Ansätze mit einer ekelhaften PR und DLC Politik zerstört. Immerhin kann man Call of Duty Innovationsarmut nur noch bedingt vorwerfen, haben sie doch versucht, nach Titanfall, selbst stark auf das Zukunfts-Setting zu setzen, was dann aber doch eher weniger gut geklappt und zumindest mich eher abgestoßen hat. Das lag nicht an dem Setting oder weil ich Call of Duty „haten“ will, sondern einfach an der fehlenden Dynamik innerhalb der Spiele. Besonders die Mehrspieler fühlen sich in Call of Duty seit Jahren einfach nur grauenhaft an und technisch beeindruckt die Reihe eigentlich nur noch mit der Download-Größe der Titel selbst.

Call of Duty WW2 Erstes Bildmaterial

Nostalgie lässt sich gut ausschlachten

Warum man dem Hype um ein Setting wie dem Zweiten Weltkrieg nicht verfallen sollte, zeigt die widerliche PR-Aktivität rund um Infinite Warfare, bei welchem man ein Remastered von CoD 4: MW1 mit in das 80 Euro „Paket“ des Haupt-Spiels packte. Doch jetzt muss man sich erst warm anziehen, denn wer sich versucht sah, tatsächlich so viel Geld in diese kaputte Reihe zu stecken, um ein wenig Nostalgie spielen zu können (kauft Euch das original CoD 4 und ihr habt weit mehr davon), der darf sich auch an einem Map-Pack erfreuen, welches 4 fehlende Karten des Original-Spiels ergänzt, die man einfach entfernt hatte. Tja, und das kostet natürlich auch gute 15 Euro, weil Maps die es schon gibt und eigentlich zum Spiel gehören, machen ganz viel Arbeit und da ist das dann schon in Ordnung. Jetzt mal im ernst; Wer das noch unterstützt, der kann gerne all sein Geld direkt Activision aushändigen. Ehrlich, ich bin immer wieder erstaunt, wie weit große Publisher eigentlich noch gehen können, bevor sich wirklich mal eine breite Masse dagegen ausspricht. Ich meine, da packen sie zu ihrem Hauptspiel ein Remaster eines „Klassikers“, um die Verkäufe zu steigern und fügen dann in diese Zugabe, die man separat nicht kaufen kann, noch DLCs, die nicht etwa Inhalte hinzufügen, sondern lediglich fehlenden Content nachliefern. Achja und ein Ingame-Shop mit Mikrotransaktionen darf natürlich auch nicht fehlen, denn das habe ich bei CoD 4 immer am meisten gemocht. Ich möchte kotzen. Dedizierte Server gibt es auch nicht und endlich laggt das Spiel auch so vernünftig, wie damals bei MW2 – Cool!

Call of Duty Modern Warfare Remastered - Mikrotransaktionen

Und jährlich grüßt das Shootertier

Tatsächlich hat Activision mit dem Remaster alles möglich getan, um den guten Namen des Klassikers für die eigenen Verkäufe des neuestens Ablegers zu missbrauchen und zeitgleich möglichst wenig dafür zu tun, der Community tatsächlich einen nostalgischen Dienst zu erweisen. Und nachdem man gerade erst mehr oder wenige gesehen hat, wie man bei Activision mit der Nostalgie und den Vorlieben der Fans umgeht, nämlich indem man das so gnadenlos und dreist ausschlachtet, wie es nur geht, freuen sich trotzdem alle auf ein Call of Duty im Setting des Zweiten Weltkrieges. Call of Duty WW2 wird jetzt schon gefeiert, obwohl bis auf das Setting selbst nichts, aber auch wirklich nichts bekannt ist. Und es wird wie jedes Jahr ablaufen: Die nächsten Wochen werden schrecklich – Jeder wird wieder über dumme Gerüchte berichten, es wird wieder sinnlos philosophiert, wie viel besser das neue CoD wohl werden wird. Achja, und natürlich können News-Autoren wieder einen ihrer liebsten Floskeln nutzen, denn CoD geht ja wieder „backt to the roots“ und so. Am Ende wird es trotzdem wieder ein uninspirierter Shooter dabei rauskommen, den alle spielen wollen, weil massiv davon berichtet wird. Und ich freue mich schon auf die besten DLCs, Mikrotransaktionen und andere Möglichkeiten Geld aus der Reihe zu pressen, während die Presse als auch Let’s Player ausrasten und das Spiel in Grund und Boden hypen werden.

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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