Casinos und die Adaption in Videospielen

Von New Vegas über Sonic the Hedgehog 2 bis zu aktuellen Poker-Adaptionen.

In den letzten Jahren habe ich vermehrt darauf geachtet, wie Videospiele Casino-Bezüge einsetzen. Da haben wir zum einen neue Formen der Finanzierung, an dieser Stelle sei das Stichwort „Lootboxen“ genannt, aber natürlich wird auch das Thema ganz allgemein behandelt und adaptiert. Dabei finden sich Bezüge, die man durchaus erwarten würde, aber auch Titel, bei welchen ich eher überrascht war.

Das Glücksspiel und die Casino-Thematik wurden besonders über das Medium Film in unserem populär-gesellschaftlichen Gesamtbild etabliert. Das heißt vereinfacht; Die meisten Menschen können etwas mit Casino-Bezügen anfangen, ohne selbst jemals einen Fuß in eine Spielhalle gesetzt zu haben. Es ist also wenig verwunderlich, wenn in diesem Zusammenhang Glücksspiel und Casino in Videospielen adaptiert und dargestellt werden, einfach weil es bekannte Themen sind. Diese Bezüge unterscheiden sich aber deutlich von „echten“ Online-Casino-Anbietern, welche wirkliches Glücksspiel gegen Echtgeld anbieten. Diese adaptieren nicht ein populär-gesellschaftliches Thema, sondern tatsächliches Glücksspiel und das meist mit einem großen Angebot. Wer hier den Überblick behalten will, kann auf Guides wie https://www.online-casino-test.at/spielautomaten/ zurückgreifen. In diesem Beitrag geht es jedoch nicht um „echtes Glücksspiel“, sondern um Videospiel-Bezüge in thematischer Hinsicht.

Die üblichen Verdächtigen

Zunächst also zu den Spielen, in welchen wir Casino-Bezüge erwarten würden; GTA: San Andreas, Fallout: New Vegas und Red Dead Redemption sollten die populärsten Beispiele sein.

GTA: San Andreas

Kaum ein anderes Spiel hat die Welt des Glücksspiels so umfangreich in die eigene Spielwelt integriert. Während man in Las Santos auf Pferde Wetten kann, bietet sich mit Las Venturas eine eigene Glücksspielstadt, in der zahlreiche Casinos Spielautomaten, Blackjack, Roulette, Poker und Spielautomaten anbieten. Das ganze ist dabei nicht nur Kulisse, sondern tatsächlich kann man als Spieler überall Geld setzten und gewinnen, aber auch verlieren. Hat man zu viele Schulden angehäuft, muss man sich mit schwer bewaffneten Geldeintreibern der Casinos auseinandersetzen.

Fallout: New Vegas

Auch in der postapokalyptischen Zukunft gibt es Casinos; Zumindest in New Vegas bieten diverse Lokalitäten Blackjack, Roulette und Automaten-Spiele an und wollen ihre Besucher um einige Kronkorken erleichtern. Neben den „klassischen“-Casino-Spielen bietet New Vegas aber auch ein eigenes Kartenspiel, welches in den Casinos verpönt, bei fahrenden Händlern äußerst beliebt ist. Da man sein Deck bei „Karawane“ frei zusammenstellen kann, gibt es diverse Möglichkeiten, sich Vorteile zu verschaffen, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass man es in den Casinos nicht vorfindet.

Fallout New Vegas - Der Strip

Auf dem Strip von New Vegas haben sich einige Casinos etabliert und bieten zahlungskräftiger Kundschaft eine Erfahrung, die an die Zeit vor der Apokalypse erinnern mag. Besonders wohlhabende Händler des Ödlands als auch Soldaten der RNK trifft man hier an.

Red Dead Redemption

Am wenigstens mit Glücksspiel am Hut hat wohl Red Dead Redemption, wo man zwar in diversen Poker und Blackjack-Matches um ein paar Dollar spielen kann, aber weitere Bezüge, letztlich natürlich auch dem Setting „geschuldet“, ausbleiben. Auch hier würde ich klar die Prägung durch das Medium Film anführen, wo das Bild der zwielichtigen Ganoven, die beim Poker-Spiel eine große Saloon-Schießerei auslösen, stark geprägt wurde.

Adaption als Mittel

Hier wird auch deutlich, was ich mit „Adaption populär-gesellschaftliche Themen“ meinte. Die Glücksspiel-Adaptionen sind hier nur Mittel, um die Authentizität der dargestellten Spielwelt zu stärken. Natürlich macht es in einem GTA Sinn, welches primär das Leben von Gangstern porträtiert, Spielhallen und Casinos darzustellen. In diesen kann man dann spielen, sich aber ebenso an einem Raub beteiligen. Gleiches gilt für Red Dead Redemption, wo es zur Atmosphäre beiträgt, wenn in einem rauchigen Saloon einige Haudegen ein wenig pokern. In Fallout: New Vegas steckt der Bezug praktisch schon im Namen, denn bei „New Vegas“ handelt es sich natürlich um das postapokalyptische Pardon zur Stadt des Glücksspiels schlechthin „Las Vegas“. Auch nach dem Nuklearkrieg haben sich einige der Glücksspiel-Tempel erhalten und locken nun verlorene Wanderer des Ödlandes, aber eben auch Soldaten der RNK an, die hier ihr Geld bzw. Kronkorken lassen.

Sonic the Hedgehog 2 & Pokémon

Die Möglichkeit, dass der Spieler an diesen Spielen teilnehmen kann, lockert dann das reguläre Gameplay auf und stärkt zudem die Atmosphäre. Doch während solche Bezüge in diesen Spielen zu erwarten sind, ja sogar sinnvoll zum Gesamteindruck beitragen, haben wir auch Videospiele, in welchen man Casino-Bezüge weniger erwarten würde. Da hätten wir zum Beispiel Sonic the Hedgehog 2, in welchem ein Level ganz im Casino-Stil gehalten ist; In der „Casino Night Zone“ finden sich Slotmaschinen, Flipper-Automaten und allgemein die ganze Aufmachung einer Spielhalle, wie man es sich in Las Vegas vorstellen würde. Noch populärer sollten die Pokémon-Spiele für den Gameboy sein, in welchen Spieler früher oder später auf eine Spielhalle treffen. Schon in der Edition Rot und Blau gab es diese Spielhallen, in welchen man unter anderem an „Einarmigen Banditen“ spielen konnte. Hier passen die Casino-Bezüge eigentlich eher weniger in die dargestellten Welten bzw. zur Zielgruppe, zu der (unter anderem) Kinder zählen. Hier hat man allein den populär-gesellschaftlichen Aspekt bedient und das Thema adaptiert. In Sonic the Hedgehog 2 ist es eben die Möglichkeit, ein Level mit einem eigenen Design zu versehen. Das Casino-Thema steht also, vergleichend ausgedrückt, auf einer Stufe mit einem Unterwasser-Level.

Sonic the Hedgehog 2 - Casino Night Zone

Mit bunten Lichter, Flippern und Slot-Automaten sammelt der blaue Igel in der Casino Night Zone fleißig Münzen.

Poker-Adaoptionen auf PC und Konsole

Ein ganz anderer Form der Adaption sind Titel, in welchen man Spiele wie Poker in den Fokus rückt und darum ein eigenes Videospiel aufzieht. Besonders auf Konsolen, aber mittlerweile auch auf dem PC, gibt es solche Poker-Spiele, die mehr als einfache, digitalisierte Poker-Varianten darstellen, wie wir sie bereits seit etlichen Jahren kennen. Ein Beispiel wäre hier Prominence Poker, welches in der fiktiven Gangster-Stadt „Prominence“ spielt und uns gegen die vier Gangs der Stadt spielen lässt, bis wir uns zum Bürgermeister „hochgespielt“ haben. Also eine Einzelspieler-Erfahrung für ein Poker-Spiel. Neben diesem Part ist aber auch ein Mehrspieler integriert, in welchem man dann nicht gegen die KI, sondern echte Spieler antritt. Das Game ist dabei als Free-to-Play ausgelegt und finanziert sich über optionale Mikrotransaktionen. Auch hier wird nicht um echtes Geld gespielt, sondern um eine Ingamewährung, mit welcher man sich im Spiel unter anderem neue Kostüme für seine Spielfigur kaufen kann.

Fazit

Ich finde es dabei interessant, wie vielfältig man eine Thematik eigentlich nutzen kann; Um nur die Atmosphäre einer Spielwelt zu stützen, eine individuelle Optik eines Levels zu schaffen oder um auf Basis eines bekannten Spielsystems ein eigenes Spiel darum herum zu entwickeln, scheint alles dabei zu sein. Wichtig bei all diesen Punkten ist aber klar die populär-gesellschaftliche (ja, das Wort habe ich vermutlich ein wenig zu oft genutzt) Stellung dieser Thematik. Denn letztlich stehen nicht die Spielkonzepte selbst im Fokus, sondern eher die Tatsache, dass diese Bekannt sind und im Spiel erkannt werden (Prominence Poker bildet hier in gewisser Weise eine Ausnahme). Ich finde solche Bezüge zunächst nicht schlecht, wenn sie dazu genutzt werden, eine virtuelle Wirklichkeit zu untermauern. Wird es lediglich als populärer-Bezug genutzt, wie bei Sonic the Hedgehog 2, stehe ich dem ganzen etwas skeptischer gegenüber, da ich hier auch die junge Zielgruppe im Blick habe. Auf der anderen Seite sind die Bezüge selbst wohl eher harmlos, besonders wenn man sie mit etablierten Systemen auf Basis von Mikrotransaktionen vergleicht.

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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