Cossacks: Back to War

Ein Klassiker, eine Liebeserklärung und ein großartiges Echtzeitstrategie Spiel!

Heute will ich mal wieder auf einen Titel zu sprechen kommen, der zwar schon einige Jahre auf dem Buckel hat, aber dennoch zu meinen absoluten Lieblingsspielen gehört. Die Rede ist von Cossacks, welches eines meiner ersten Games war, die ich bewusst und langfristig gespielt habe. Das Spiel glänzte damals mit toller Grafik, einem grandiosen Gameplay und war dazu noch äußerst fordernd, wenn nicht sogar höllisch schwer. Doch was ist heute vom Charme des Echtzeitstrategie-Veteranen geblieben?

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Die Geschichte

Seinen Anfang nahm Cossacks im Jahre 2000 mit dem Titel Cossacks: European Wars und wurde vom ukrainischen Entwickler GSC Game World erstellt. Ein Jahr später, im Jahre 2001, folgte dann Cossacks: The Art of War und 2002 darauf Cossacks: Back to War. Das Grundkonzept des Spiels veränderte sich in diesem Zeitraum nie, lediglich Fraktionen, Missionen und Kampagnen kamen dazu. Cossacks: Back to War kann daher als „finale“ Version der Reihe bezeichnet werden, welche die Inhalte und Vorteile der älteren Versionen vereint. Daraufhin blieb es eine Weile recht ruhig um die Serie, was sich erst 2005 mit Cossacks 2: Napoleonic Wars änderte. Der Titel war damals groß angekündigt und wurde massiv beworben, enttäuschte aber viele Fans, da es wenig Bezug auf die Erstwerke nahm und mehr Fokus auf die Schlachten legte und die Wirtschaft vernachlässigte. 2006 folgte dann das vorerst letzte Cossacks mit dem Titel Cossacks 2: Battle for Europe.

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Die Wirtschaft

Doch genug von der Geschichte, kommen wir zum grundlegenden; Dem Gameplay. Und dieses ist in Cossacks einfach grandios und komplex. Denn wo wir in anderen Echtzeitstrategie Spielen mit 2-3 Rohstoffen haushalten müssen, haben wir in Cossacks gleich eine ganze Palette. Grundlegend wird Holz und Stein benötigt, welches direkt von Arbeitern gesammelt werden kann. Dafür schicken wir unseren fleißigen Arbeiter in den Wald oder zu Steinfeldern und lassen sie schuften. Mit diesen Rohstoffen können wir dann Gebäude errichten, wie zum Beispiel eine Mühle. Um diese wird ein Feld angelegt, welches dann abgeerntet werden kann und unsere Nation mit Nahrung versorgt (Alternativ kann man im Hafen Fischerbote errichten). Diese ist wichtig, denn ohne Nahrung können wir kaum eine Einheit ausheben und geht unser Nahrungsvorrat gar zu Neige, verhungert unser Volk. Damit dies möglichst nichts passiert, ist es wichtig, die Produktion von Nahrung massiv zu fördern; Dies kann zum einen durch die pure Anzahl von sammelnden Arbeitern, auf der anderen Seite durch zahlreiche Forschungsmöglichkeiten erreicht werden. In der Schmiede, Universität als auch der Mühle selbst kann man die Effektivität der eigenen Agrarwirtschaft ordentlich ankurbeln.

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Haben wir also eine ausgebaute Nahrungsversorgung, müssen wir Minen errichten, welche uns mit Eisen, Kohle und Gold versorgen. Auch diese Rohstoffe dienen nicht nur dem Zwecke der Produktion von Truppen oder dem Bau von Gebäuden, sondern werden auch anderweitig verbraucht. So benötigen Gewehrschützen sowie Kanonen Eisen und Kohle, um ihre Geschosse auf den Feind abfeuern zu können. Fehlt ein Rohstoff, verkommen die tapferen Krieger zu bloßen Spielzeugsoldaten, die dem Feind schutzlos ausgeliefert sind. Gold kann wiederum genutzt werden, um Söldner anzuheuern, die langfristig ihren Lohn erwarten. Geht uns das Gold aus, desertieren sie und richten ihre Waffe gegen jeden, der ihnen zu nahe kommt.

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Das Militär

Damit ist klar; In Cossacks muss man verdammt aufpassen, nicht den Überblick über seine Ressourcen zu verlieren und deren Produktion zu optimieren. Denn steht eine grundlegende Versorgung, müssen Truppen ausgehoben werden. Diese unterteilen sich zunächst in Infanterie, Kavallerie und Artillerie sowie Schiffe, welche allesamt in unterschiedlichen Gebäuden erstellt werden. Eine weitere Unterteilung findet sich in der Infanterie wie Kavallerie, wo man Fern- und Nah-Kämpfer ausbilden kann. Diese können wiederum in Formationen organisiert werden, was Vorteile in den Kampfwerten mit sich bringt. Wie die Wirtschaft stehen auch im Militär viele Upgrades zur Verfügung, die die Produktion sowie die Eigenschaften der Einheiten verbessern. Ein Schusstraining lässt da Beispielweise den Musketier besser austeilen oder ein verbesserter Harnisch einen Pikenier mehr einstecken. Es zeigt sich wieder; Forschung ist in Cossacks unglaublich wichtig und kann über Sieg und Niederlage entscheiden.

Cossacks Russische Armee

Entscheidend ist also, die richtige Koordination von Wirtschaft sowie Militär und genau das macht den Spielspaß aus. Man legt sich umfangreiche Baureihenfolgen zurecht, um anfangs möglichst schnell eine starke Wirtschaft zu errichten, muss dabei aber auch darauf achten, nicht zu wenig Einheiten bereit zu halten, um nicht schon am Anfang vom Feind überrannt zu werden. Im folgendem Spielverlauf muss dann fleißig geforscht werden, während man seine wirtschaftliche wie militärische Macht kontinuierlich ausbaut. Fast allen Nationen steht dann noch der Schritt vom siebzehnten zum achtzehnten Jahrhundert offen, welcher zahlreiche neue Einheiten mit sich bringt. Diese sind in der Regel stärker als die alten und verleihen den Schlachten mehr Geschwindigkeit wie Truppenstärke (wir haben also stärkere Truppen, die schneller produziert werden).

Cossacks Große Schlacht

Die Nationen

Ein Trumpf von Cossacks ist ganz klar die pure Anzahl von Nationen, welcher ein Spieler wählen kann. Egal ob Bayern, Preußen, Frankreich, Venedig die Ukraine oder Algerien und noch viel mehr, jeder Nation unterscheidet sich optisch grundlegend von anderen. So bleibt zwar die Funktion eines Bauwerks immer gleich, doch heben wir einigen andere Truppen aus, welche besondere Spielweise erfordern. Auch die Kosten von Gebäuden sowie die Produktionszeiten von Einheiten können stark variieren. Damit ist kaum ein Spiel gleich, weil sich jede Nation ein wenig anders spielt – Großartig!

Cossacks Türkischer Außenposten

Fazit

Ich könnte jetzt noch ewig über das komplexe Spielprinzip schreiben, doch will ich nun zu einem Ende kommen. Cossacks ist auch heute noch ein großartiges Echtzeitstrategiespiel, welches einen Spieler ziemlich fordert. Im Einzelspieler wird man mit tollen Kampagnen und schweren Einzelmissionen gefordert und kann auch auf auf zufällig generierten oder selbst erstellen Karten gegen die KI antreten. Der andere Fokus des Titels ist jedoch der Mehrspieler, welcher heute jedoch nur mit ein wenig Aufwand genutzt werden kann. Hier eine Anleitung um Cossacks wieder online spielen zu können. Mit Cossacks bekommt man auch heute noch gewaltige und hübsche Schlachten auf den Bildschirm gezaubert, weshalb sich ein Kauf auch heute noch lohnt. Besonders in einer geselligen Runde ist der LAN-Modus extrem spaßig – Ich liebe diesen tollen ukrainischen Klassiker und spiele ihn auch heute gerne!

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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