FaceRig – digitalisierte Mimik im Jahr 2016

FaceRig-Katze-mit-meiner-Mimik

Wie gut ist die Digitalisierung der Mimik im Jahr 2016?

FaceRig habe ich bereits im Jahr 2013 erstmals unter die Lupe genommen, seit dem ist viel Zeit ins Land gegangen und es fragt sich, was aus dem ambitionierten Projekt geworden ist. FaceRig soll die Mimik von Nutzern via Webcam erfassen und deren Mimik sofort analysieren und digitalisieren. Die aufgenommenen Bewegungen werden dann direkt auf einen digitalen Avatar übertragen – Damit sollen Gespräche der Videotelefonie oder Live Streams aufgepeppt, kleine einfache Filmchen erstellt und Gesichtsanimation für Spiele oder andere Medien aufgenommen werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind also breit gefächert, wobei das Grundkonzept das gleiche bleibt. Schon in der Finanzierungskampagne von FaceRig auf Indiegogo wurden süße Tiere und knallharte Videospielhelden sowie Monster und Anime Gestalten in den Vordergrund gerückt. Heute ist es nach wie vor dabei geblieben, wobei man die Auswahl massiv erweitert hat. Neben ernsthafteren digitalen Gesichtern, werden auch kuriose Avatare geboten – Ein Cheesburger oder der Weihnachtsmann. Neben der Grundausstattung von Avataren werden via DLC auch zusätzliche geboten. Erfreulich dabei: Neben einigen Paketen für ca. 5 Euro, gibt es auch genügend kostenfreie Erweiterungen, welche eine deutlich bessere Auswahl an Charakteren und Wesen ermöglichen.

FaceRig - sexy babe

Hier hat sich also etwas getan, wobei auch technisch eine Menge verbessert werden konnte. Besonders die Erfassung der Mimik funktioniert nun fast immer reibungslos. Selbst mit einer weniger guten Cam und schlechten Lichtverhältnissen werden Mimik und einfache Gesten mit der Hand gut wiedergegeben und verwertet. Die Software scheint gut optimiert zu sein, Bugs oder Abstürze sind eher selten der Fall. Neben der recht preiswerten Basisversion, welche für 15 Euro auf Steam zu haben ist, kann man sich auch ein ProUpgrade leisten. Dieses kostet dann noch mal 60 Euro, gesamt also 75 Euro – Ein stolzer Preis, doch was ist an der Pro Version anders?

Zunächst mal klare Entwarnung: Die FaceRigPro-Version ist keine Abzocke oder Masche der Entwickler, um das vollwertige Produkt separat und teuer verkaufen zu können. Käufer kaufen bei der Pro-Version nämlich lediglich eine angepasste Lizenz, um FaceRig kommerziell besser nutzen zu können. Hier der Unterschied der Versionen:

  • Mit FaceRig Classic dürfen Nutzer Videos und Aufnahmen erstellen, und diese auf YouTube oder Twitch veröffentlichen und die Videos monetarisieren – Also durch Werbeeinblendungen Geld oder freiwillige Spenden verdienen. Erst bei einer Gewinn-Summe von über 500 US-Dollar im Monat, greift die Classic Lizenz nicht mehr und theoretisch müsstet Ihr auf die Pro-Version umsatteln. Es dürfte den Entwicklern schwer fallen, das Einkommen der Nutzer wirklich zu kontrollieren, daher wird den Usern hier viel Vertrauen entgegen gebracht.
  • Mit der FaceRig Pro-Version entfällt die Obergrenze der Einnahmen und erstellte Inhalte dürfen unter eigener Lizenz zur Verfügung gestellt werden (solange Inhalte nicht direkt verkauft werden dürfen), wobei mit der Classic Version erstellte Inhalte automatisch unter der Creative Commons-Lizenz publiziert werden.

FaceRig - DLC und ProUpgrade

Letztlich stellen die Entwickler eine nicht öffentliche und nur auf Anfrage erhältliche FaceRig Studio-Lizenz zur Verfügung, deren Preis mir nicht bekannt ist. Mit dieser darf FaceRig dann vollständig und vollkommen uneingeschränkt kommerziell genutzt werden.

FaceRig - Komisches Vieh mit Zähnen und Diamanten

Fazit

Damit zeigt sich für mich vor allem eines: Die Entwickler sind hier sehr im Sinne der Nutzer selbst unterwegs und bieten sogar Classic Nutzern die kommerzielle Verwendung – Eine tolle Sache und nicht selbstverständlich. Auch der Preis der Software, die DLC Politik und letztlich die Qualität des Produkts stimmen und so kann man FaceRig (Seite der Entwickler) für Interessierte in jedem Falle empfehlen!

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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