Elex – Ein neues Stalker?

Dichte Wälder, Jetpacks, Schwerter, Mutierte Monster und vieles mehr – Science-Fantasy eben!

Die Piranha Bytes haben mit Gothic 1 und 2 zwei der wohl besten Rollenspiele aller Zeiten geschaffen und auch Gothic 3 ist Dank der Community Patches auch heute noch eine verdammt schönes Rollenspiel. Mit Risen etablierten die Fische dann eine neue Serie, bei welcher mich besonders der erste Teil begeisterte, wobei Risen 3 als solches auch ein tolles Spiel ist. Lediglich mit Risen 2 wurde ich nicht wirklich warm, aber insgesamt kann man sagen: Piranha Bytes machen gute Spiele, wenn wir genau sein wollen – Sie machen gute Rollenspiele. Als Elex angekündigt und die ersten Screenshots veröffentlicht wurden, war ich ziemlich hellhörig geworden – Natürlich war es kein neues Gothic – Aber eine Mischung aus Postapokalypse und Fantasy hört man nicht alle Tage. Am ehesten kam mir eine Art Stalker oder Fallout im Gothic Stil in den Sinn – Und scheinbar hat es sich genau in diese Richtung entwickelt.

Elex - Mit Jetpack nd Schwert

Die Welt

Das neue Rollenspiel der Piranha Bytes entlässt uns auf den fiktiven Planeten Magalan, welcher einst unserer Welt nicht unähnlich war. Technologie und Zivilisation waren Allgegenwärtig, bis ein Meteor die Welt wie sie war aus den Fugen riss und alles anders wurde. Neben Tod und Zerstörung brachte der Einschlag auch eine neue Substanz mit sich, die von nun an das Schicksal von Magalan und seiner Bewohner entscheiden soll. Die wenigen Überlebenden der Katastrophe sind in Lager gespalten und ringen um diese Substanz die sich Elex nennt. Dieser neue und vor allem begrenzte Rohstoff hat ganz besondere Eigenschaften – So kann er als ultimativer Energieträger zum Antrieb von Maschinen genutzt werden, kann die Tore zur Sagenumwobenen Magie öffnen oder Lebensformen beeinflussen und verändern. Letztere Eigenschaft hat auch die Lebewesen des Planeten verändert, sodass mutierte und zuweilen gefährliche Monster die postapokalyptische Welt unsicher machen.

Elex - Neuen Monster in einer neuen Welt

Die Fraktionen

Die Berserker in Edan

Die Berserker nutzen Elex in ganz besonderer Weise – Sie haben es geschafft, den neuen Rohstoff in pures Mana umzuwandeln, sodass sie die Energie nutzen können, um der zerstörten Natur neue Kraft zu verleihen und schaffen üppige neue Wälder, die Basis für ein besseres Leben geben könnten. Statt Technologie setzen die Berserker auf Magie, sind wohl die Alternative für die Bewohner von Magalan, wenn es um die Zukunft des Planeten geht.

Die Albs in Yacor

Die Albs sehen in dem Meteor-Einschlag ein Zeichen für die Menschheit, die genutzt werden muss. Für sie ist Elex das Mittel, um die Welt in ihrem Sinne zu verändern, weshalb sie die Kräfte von Elex auch direkt nutzen. Der Konsum von purem Elex kann Menschen stärker machen, „befreit“ sie aber auch von jeglichen Emotionen, was die Albs zu skrupellosen Zeitgenossen macht, die ihre Ziele mit allen Mitteln durchsetzen wollen. Ihr Ziel ist der Eroberung und Kontrolle des gesamten Planeten, wobei das wichtigste Mittel Elex darstellt. Die dauerhafte Versorgung mit der Substanz hat höchste Priorität und wer den Albs und ihren Herrschaftsansprüchen im Weg steht, soll vernichtet werden.

Die Outlaws in Tavar

Tavar ist ein Resultat des Meteor-Einschlags, welcher weite Teile der Welt in wüstes Ödland verwandelte. In diesen Gebieten leben die Gesetzlosen, die Outlaws, welche die Ruinen der alten Welt nach Waffen und Ausrüstung durchsuchen und sich keiner Fraktion und keinem Gott verpflichten. Hier ist jeder für sich selbst verantwortlich und nur der Stärkste überlebt das Ende des Tages. Ohne Zwänge leben die Gauner und Freidenker in einer alternativen Gesellschaft, in der es jeder an die Spitze schaffen kann, solange er stark genug ist. Sicher nicht einfach, dafür frei.

Die Kleriker in Ignadon

Letztlich gibt es da noch die Kleriker, eine Gruppe religiöser Fanatiker, die dem Gott Calaan huldigen und im Konsum von Elex eine Sünde sehen. Dennoch nutzen sie die Substanz, um ihre mächtigen Maschinen und Wächter anzutreiben und neue Waffentechniken zu nutzen. So verfügen die Kleriker über Plasmawaffen und wollen Magalan zu neuer Größer verhelfen, indem sie den Fortschritt in neue Sphären tragen.

Elex - Mächtige Wächter

Die Handlung

Wir selbst verbrachten unsere Jugend als Alb, wurden mit Elex versorgt um unsere Kräfte zu verstärken und von jeglichen „störenden“ Emotionen befreit zu sein. Wir lebten in einer Welt der kalten Logik und militärischen Drill, in der unsere Rollen besiegelt zu sein schien. Als mächtiger Krieger sollten wir Tod über unsere Feinde bringen und den Albs den Weg zur Herrschaft ebnen. Doch alles ändert sich, als wir im feindlichen Gebiet abstürzen und abgeschnitten von jeder Versorgung mit Elex beginnen Gefühle zu „erleben“. Wir sind Gestrandet in einer fremden Welt, von Feinden umgeben und unserem eigenen Volk verstoßen, müssen wir von nun an unseren Weg selbst bestimmen und so das Schicksal der Welt verändern.

Elex - Mit Schwertern und Autos

Das Gerüst

Damit ist die Basis für Elex gegeben, ein Rollenspiel zwischen Fantasy und Science Fiction. Interessant war für mich zu hören, dass die Welt größer sein wird, als die Spielwelten von Risen 1 und 3 zusammen, das Elex soll größer werden als Gothic 3. Das es nicht immer große Welten sein müssen, haben Gothic 1 und 2 als auch Risen 1 gezeigt, die zwar recht „kleine“ Welten boten, aber den Spieler enorm in ihren Bann zogen und lange beschäftigten. Anders sah es da mit Gothic 3 aus, welches zu Release zwar schon eine sehr große Spielwelt bot, aber ansonsten mit enorm vielen Fehlern und Bugs zu kämpfen hatte.

Elex - Reste der alten Welt

Schwerter, Magie, Schrotflinten und Plasmagewehre

Doch das heißt natürlich nicht,dass Elex die gleichen Probleme haben wird. Tatsächlich hatte die Risen Reihe vergleichsweise wenig Probleme und die neue Zusammenarbeit mit Publisher Nordic Games scheint vielversprechend. Doch kann Fantasy und Science Fiction funktionieren – Können Schwerter, Magie, Schrotflinten und Plasmagewehre nebeneinander Platz finden, oder wird das ganze eher eine gruselige Mischung? Tatsächlich ist das Konzept durchaus mutig, erinnert aber an klassische postapokalyptische Ideen, nach denen alte als auch neue Waffentechniken aufleben und sich ähnliche Fraktionen bilden. Dass das ganze funktioniert, zeigt im Grunde Fallout seit jeher, wo genauso Schwertschwingende Krieger gegen Plasmawaffen tragende Supermutanten kämpfen. So eine Apokalypse ruft eben allerlei Kräfte herbei, ordnet eine bestehende Welt neu. Soweit, so normal erscheint das Setting von Elex auf einmal. Besonders ist da schon eher die Aufmachung als solche, denn statt ewigem Ödland und zerstörten Städten, zeigt Elex auch satte Wälder und grüne Wiesen. Europäischer Charme in Kombination mit sehr starken, mittelalterlichen Präferenzen. Denn die Berserker verzichten nicht nur zum großen Teil auf bekannte Technologie, in ihrer Aufmachung und Bewaffnung könnten sie tatsächlich einem Gothic oder anderem Fantasy Rollenspiel entsprungen sein – Ein doch neues Bild, welches sich einem Gamer da bietet.

Elex - Die Welt hat sich verändert

Postapokalypse mal anders

Zumindest hat man seit den Stalker Games wenig Postapokalypse fernab bekannter amerikanischer Vorbilder zu Gesicht bekommen, sodass man hier voll auf seine Kosten kommen sollte. Was mir natürlich auch gefällt, sind die Fraktionen, die sich deutlich unterscheiden und eigene Ideale und Ziele verfolgen. Haben sie es geschafft, dass ich das im Spiel dann auch bemerke, auch fernab von eigentlichen Missionen, würde das eine sehr dichte Atmosphäre schaffen, was einem solchen Spiel natürlich nur gut tun kann. Insgesamt habe ich natürlich auch ein wenig Angst, denn immerhin ist Elex das erste Spiel für die Piranha Bytes, bei welchem sie sich in ein futuristisches Setting wagen. Wie werden sie moderne Waffensystem umsetzen, welche doch wenig zu dem bisher bekannten aus dieser Spieleschmiede passen. Musketen haben wir schon in Risen 2 und 3 nutzen dürfen, dennoch spielten diese natürliche völlig anders als moderne Sturmgewehre. Auch stelle ich es mir schwer vor, eine gesunde Balance zwischen den alten und neuen Waffen herzustellen und in die Welt zu integrieren.

Elex - Die Beserker könnten auch aus Gothic sein

Fazit

Doch was mir schon im Vorfeld gefallen hat, ist die Garantie, dass jedes der 5 Gebiete im Spiel zu jeder Zeit zugänglich sein sollen und lediglich starke Gegner die Wege erschweren werden. Genau so muss eine Open World aufgestellt sein. Weiterhin sollen die Spieler durch keine Ladezeiten im Spiel unterbrochen werden – Gebiete und Gebäude können wir ein einem „Rutsch“ betreten, ganz anders als in der The Elder Scrolls Reihe oder eben Fallout. Doch jetzt Butter bei die Fische – Wird Elex eine Art Stalker mit Gothic Elementen? Ein The Witcher mit Fallout Gewand? In gewisser Weise schon: Immerhin ist die Welt in dieser Aufmachung und Größenordnung etwas neues und erinnert mich am ehesten an die Stalker Teile. Auch sonst scheint die Verschmelzung von Science Fiction und Fantasy ganz gut geglückt zu sein, so kann sich das Konzept der Welt sehen lassen und auch die ersten Screenshots sehen höchst interessant aus. Ich bin gespannt, was uns am Ende wirklich erwartet – So oder so werden wir ein interessantes neues Rollenspiel erhalten.

 

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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