ESO – Morrowind – Warum ich mich nicht drauf freue

Ich liebe Morrowind und würde mir einen erneuten Ausflug in dieses Setting mehr als wünschen… aber nicht als MMORPG.

Als ich vor einigen Wochen dem Twitter-Account von The Elder Scrolls Online entfolgen wollte, begann gerade die Promo zur neuen Erweiterung: The Elder Scrolls Online – Morrowind. Einige werden vielleicht wissen, dass ich ein großer Fan vom dritten Teil der The Elder Scrolls Reihe bin und Morrowind zu einem meiner absoluten Favoriten in Sachen RPG zählt. Dennoch hat mich die Meldung, dass nun gerade The Elder Scrolls Online eine Erweiterung mit dem Setting Morrowind bereithält, eher weniger angesprochen, weshalb ich bisher auch nichts darüber verfasst habe. Das Problem ist dabei vielseitig und ich möchte es Euch ein wenig aufzeigen, bevor ich ein paar Worte zur Erweiterung selbst verlieren.

The Elder Scrolls Online - Morrowind - Alte Städte im neuen Gewand

Online Rollenspiele sind eben keine Singleplayer RPGs

The Elder Scrolls Online hatte mich im Jahr 2012 bei der ersten Ankündigung schon enorm angesprochen. Ich liebte das The Elder Scrolls Universum als solches und erste Trailer suggerierten, dass es sich hier tatsächlich um ein interessantes MMORPG handeln würde, welches große PVP Schlachten liefern könnte. Als dann aber klar wurde, dass man ein Abo-Modell für das MMORPG nutzen würde, erstarb mein Interesse, denn tatsächlich bin ich nicht bereit, monatlich für ein Spiel zu zahlen. Irgendwann haben das Bethesda Softworks dann aber auch eingesehen und das ganze auf ein reines Pay to Play umgestellt. Damit zahlte man für das Spiel und konnte dann ganz normal spielen – Ein besserer Weg. Natürlich war auch ein Ingame-Store mit von der Partie, bei dem zusätzliche Euronen für besondere Reittiere, Kleidungstücke und anderen Schnickschnack auf den Kopf hauen konnte als auch DLCs, die neue Questreihen und Missionen boten – Aber alles legitim, so was darf ein MMORPG gerne machen. Leider war das Spiel als solches dann einfach nicht das, was ich erwartet hatte. Vielleicht habe ich da auch einfach zu viel erwartet. The Elder Scrolls Online ist in meinen Augen ein passables MMORPG, welches durchaus Spaß macht. Leider schafft es eben nicht ein klassisches The Elder Scrolls zu sein, welches Singleplayer als auch MMO Elemente gut kombiniert zum tragen bringt. Die Handlung, die Gebiete – Das alles hat schon Charme, nur leider bleibt es eben doch Oberflächlich, immerhin ist und bleibt es ein MMORPG. Natürlich war auch Skyrim ein ziemlich oberflächliches Rollenspiel, welches kaum wirklichen Tiefgang bot, aber Oblivion und besonders Morrowind konnten das so grundlegend besser. In The Elder Scrolls Online war es am Ende irgendwie typisches MMORPG Gameplay, vielleicht ein wenig stärker in einigen Details, insgesamt gesehen aber doch eben nichts weltbewegendes. Das ist für sich genommen nicht schlimm, ein solides MMORPG bleibt ein solides MMORPG – Aber ich wollte eben etwas anderes.

The Elder Scrolls Online - Morrowind - Eine Zwergen-Festung

Verlust von Tiefgang in der gesamten The Elder Scrolls Reihe

Die andere Geschichte ist diese – Bisher hat man es bei Bethesda nach Morrowind nicht mehr geschafft, das einstige Feeling dieser Welt wieder gut einzufangen. Besonders das Skyrim DLC Dragonborn, welches uns erneut nach Solstheim führte, war in meinen Augen eine wirklich schwache Leistung. Nach Morrowind wurde die Reihe immer oberflächlicher und mit der Zeit hat man nun noch Missionen aneinandergereiht, damit Spieler sie alle abschließen können. Diese Mentalität des Gesamtpakets, bei dem der Spieler alles kann und alles schafft. Schwere Entscheidungen müssen nicht getroffen werden und gibt es wirklich mal eine Entscheidungsmöglichkeit, hat diese kaum Konsequenzen. Während das bei Obilvion ein eher untergeordnetes Problem darstellte, leiden Skyrim aber auch Fallout 4 so enorm darunter, dass sie sich selbst jede Spieltiefe nehmen. Ich nutze hier so gut wie immer den Vergleich mit einer einer Kulisse, in welcher wir als Spielfigur den Helden spielen dürfen, ohne innerhalb der Welt wirklich etwas zu bewegen. Aber bevor ich jetzt noch weiter aushole – The Elder Scrolls Online funktioniert als MMORG, wie schon gesagt, gut. Ich feiere das ganze nicht, bin jetzt aber auch nicht der größte Fan solcher Spiele im allgemeinen. Das nun aber Morrowind ausgerechnet in The Elder Scrolls Online im großen Stil aufgegriffen wird, ist für mich extrem schade. Ich liebe das Setting und als ich die ersten Trailer sah, in welchem die nostalgische Spielmusik genutzt wurde, war wieder einer dieser „Gänsehaut“-Momente. Aber wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich leider eines genau: Diese Erweiterung wird kein Morrowind. Man wird das Setting nutzen und neue Schauplätze schaffen, aber eben alles im Gewand eines Online Rollenspiels. Für mich ist das nicht interessant, denn ich viel tiefgehendes Gameplay, bei dem ich eine Welt langsam entdecken, sie kennenlernen muss. Bei einem MMORPG hechtet man am Ende doch nur von einer recht belanglosen Quest zur nächsten und der eigentliche Spaß liegt viel mehr in den größeren Aktionen in einer Gruppe, wobei hier das PVP bzw. PVE Gameplay im Fokus liegt, eben nicht das Erleben einer Welt und ihrer Eigenheiten. The Elder Scrolls – Morrowind interessiert mich eben nicht, wobei das Setting mich eigentlich genau im tiefsten Gamer Herzen trifft und mich anschreit, es zu beachten. Leider habe ich weder bei dieser Erweiterung noch bei einem zukünftigen Titel der regulären The Elder Scrolls Reihe die Hoffnung, dass sie wieder mehr Tiefgang in ihre Welten bringen. Die Verkäufe und Beliebtheit von Skyrim und Fallout 4 sprechen für sich, wobei ich diese Entwicklung als äußerst Fatal einschätze. Immer oberflächlichere Spiele, die einer breiten Masse an potenziellen Spieler zugänglich sein sollen, zerstören letztendlich jede Spiele-Serie, nur das die breite Masse viel zu lange jubelt, bevor sie bemerkt, dass Spiele immer schlechter werden oder sich eben nicht mehr weiterentwickeln, was man im Genre des Shooters so wunderbar an Call of Duty sehen kann. Doch jetzt genug, meine Güte – Das Thema braucht wohl demnächst einen eigenen Artikel, ich schreibe mich ja hier in Rage. Kommen wir der Vollständigkeit zuliebe noch mal zur Morrowind Erweiterung als solche.

The Elder Scrolls Online - Morrowind - Zwergenfestung am Lavastrom

Zur Erweiterung selbst

Im offiziellen Blog zu ESO wurde ein wenig darüber philosophiert, wie besonders das eigene Spiel doch sei und dass die Morrowind Erweiterung eigentlich gar keine Erweiterung sei, sondern ein „Kapitel“. Ein Kapitel also, mit eigener Story, einem neuen Gebiet, neuen Missionen und Gegnern. Die Besonderheit liegt darin, dass Spiele unabhängig des Levels dieses Kapitel spielen können, da es auf alle Level zugeschnitten wurde. Das liest sich zwar alles ganz nett, aber wenn man ehrlich ist, nimmt das dem Gebiet doch etwas die Würze. Es ist dann eben zusätzlicher Content, der sich an der Stufe des Spielers orientiert und entsprechend passend starke Feinde liefert. Das war schon in Skyrim komplett dämlich, da im gesamten Spiel die Stärke der Gegner ans eigene Level angeglichen wurde, was je nach Schwierigkeitsgrad zu beständig zu leichten oder zu harten Gegnern führte. Ich verstehe den Gedanken hinter dem Konzept, besonders bei ESO, aber das nun als große Besonderheit anzupreisen… Aber gut. Mit dem Kapitel Morrowind wird entsprechend ein neuer Update Zyklus für das MMORPG eingesetzt – Demnach soll das Spiel einmal jährlich ein neues Kapitel erhalten.
 

 

Fazit

In der Morrowind Erweiterung, ach Moment, in dem Morrowind Kapitel wird Morrowind von einer daedrischen Bedrohung heimgesucht, die wir als Held natürlich aufhalten müssen. Dabei werden wir einem geschwächten Halbgott unter die Arme greifen, um einen drohenden Meteoreinschlag aufzuhalten, dürfen uns mit den Assassinen verbrüdern, welche uns durch eine politische Intrige innerhalb der Gilde führen werden und kämpfen in kompetitiven Arenen in 4v4v4 PVP Schlachten. Nebenher wird mit dem Hüter eine neue Klasse ins Spiel integriert, welch smit den magischen Kräften der Natur aufwartet und einen dicken Kampfbären in die Schlacht führen kann. Der entsprechende Trailer sieht zum Teil im übrigen großartig aus. Warum hätte das nicht einfach das nächste The Elder Scrolls sein können? Preislich wird das Kapitel für ESO mit ca. 40 Euro aufschlagen, verspricht aber entsprechend auch ordentlich Content. Für Morrowind Fans, welche ESO seit Release spielen und lieben, ist diese Erweiterung wohl ein wahres Geschenk, ich bin, wie im Vorfeld aufgeführt, kaum begeistert.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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