eSport – Balance als Schlüsselelement

Sport muss fair sein, das ist im eSport nicht anders!

Um Videospiele professionell veranstalten zu können, also Turnire austragen zu lassen und Preisgelder zu vergeben, benötigt es neben den Spielern, der Community und Sponsoren noch etwas – Gut balancierte Games. Denn wo keine Balance ist, kann kein eSport existieren, aus ganz logischen Gründen. 

eSport - ProGamer Team

Sport sollte immer fair sein: Das kennen wir mehr oder minder aus dem regulären Sportarten – Es kommt auf das Können und die Fähigkeiten des Sportler an. Dieses soll nicht verfälscht werden, weshalb man Doping verboten hat und versucht dieses zu überprüfen (was dann doch nicht so gut zu funktionieren scheint, aber das ist eine andere Geschichte). Dennoch sollte es so sein: Der Gewinner sollte immer der sein, der die beste sportliche Eigenleistung erbracht hat. Dass das in bestimmten Sportarten ein wenig anders ist, sollte auch klar sein: Natürlich kommt es im Motorsport auch auf die Qualität der Fahrzeuge an, die nur im perfekten Zusammenspiel mit dem Fahrer und seinem Rennteam den Sieg nach Hause fahren können. Aber auch hier ist es am Ende die Fahrleistung, die für den möglichen Gang aufs Siegertreppchen entscheidend ist.

eSport - ESL ONE - GG - Counter Strike Event

Balancing als Basis

Im Gaming muss für den Wettkampf aber zunächst eine Basis geschaffen werden, die die Leistung, das Können der Spieler in der Vordergrund hebt. Das heißt: Es darf im Spiel keine einseitigen Vorteile geben, weil diese faire Spiele verhindern würden. Stellt Euch mal vor, bei Starcraft II würden die Zerg eine besondere Königin erschaffen können, welche von den anderen Rassen nicht besiegt werden könnte – Alle würden die Zerg spielen. Dieses Verhalten würde auch bei minimalen Vorteilen eingehen, weil sie eben die Siegeschancen erhöht würden. Das heißt aber nicht, dass eSport Games nicht Vor- und Nachteile im Gameplay bereit halten dürfen, es muss am Ende nur ausgeglichen sein. Es ist sogar wichtig, dass bestimmte Stärken und Schwächen gut gemischt vorhanden sind, denn sonst wird ein Spiel, besonders im eSport, schnell langweilig. Das muss dann nach einem groben „Stein, Schere und Papier“ System ablaufen, wobei jede Einheit bestimmte Stärken mit sich bringt, also gut gegen spezielle Einheiten vorgehen können, aber auch Schwächen aufweisen, die sie angreifbar machen. Je mehr Variationen in dieses grobe System gebracht werden, desto besser ist am Ende die Basis für den eSport, weil sich dadurch zahlreiche Taktiken und spielerische Möglichkeiten ergeben, die den Reiz im eSport ausmachen. Während die genannten Beispiele sich besonders auf Strategie-Titel im eSport beziehen, sind auch Shooter Fähig, genannte Punkte zu erfüllen. Counter Strike hat eben keine Rassen, sondern mit Terroristen und Anti-Terror-Einheiten 2 Fraktionen, die sich im Gameplay und dem Missionsziel unterscheiden. Der Vorteil: Das Spiel bietet im Grunde zwei stark differenzierte Spielweisen, die wiederum enorm durch das Vorgehen der Spieler selbst beeinflusst werden. Dadurch, dass nach der Hälfte der Runden die Seiten getaucht werden, erhält das ganze einen bekannten Charakter, dem man mit dem Seitenwechsel im Fußball vergleichen kann, nur dass hier sich eben auch die Rolle im Spiel ändert.

Starcraft 2 - Balance im eSport

Updates und faire Bedingungen

Wir merken also: Balance und vielschichtiges Gameplay mit hoher Komplexität sind die Grundsteine, damit eSport funktionieren kann. Dadurch haben eSport Titel auch einen klaren Vorteil – Sie dürfen ganz klar keinen Pay to Win Charakter aufweisen – Nichts darf das Gameplay verfälschen. Die Art und Weise wie die Spiele diese Ausleben entscheidet über Sieg und Niederlage, und das macht es spannend. Damit ein Spiel aber die nötige Balance bieten kann, muss es beständig angepasst werden, denn je länger Spieler ein Titel konsumieren, desto mehr Kniffe werden gefunden, die ein zunächst recht gutes Balancing zugrunde richten können. Blizzard aber auch Valve machen in ihren eSport Titeln alles richtig – Beständig werden Updates veröffentlicht, das Spiel angepasst, damit immer alles so fair wie möglich zugeht. Das nächste Problem für den eSport ist der Kampf gegen Hacker. Denn um ein Spiel in den eSport einzuführen, ist es enorm wichtig, Ranglisten anzubieten, um den Spielern einen geeigneten Rahmen für das eigene Gameplay zu schaffen. Niemanden würde es bei eSport Titeln nützen, gegen viel stärkere oder eben schlechtere Gegenspieler anzutreten, denn dadurch schwindet entweder die Motivation oder eben die Lernkurve. Denn tatsächlich ist eSport nur dann spannend, wenn gleichstarke Kontrahenten aufeinandertreffen – Und das wenn wir Turniere verfolgen oder privat spielen. Denn der Vorteil im Gaming – Diesen „Sport“ kann eben jeder selbst recht unkompliziert praktizieren.

eSports Grow Blizzard Big winning

Betrug im eSport

Letztlich sind die Spieler der letzte Punkt, der beim eSport eine Balance aufweisen muss. Das heißt jetzt aber weniger, das Zwanghaft gleichstarke Teams aufeinander treffen müssen, das heißt aber, dass jeder nach seinen Möglichkeiten spielt. Am Ende sollen eben die Besten der Besten aufeinander treffen und das wird dann auch so gut wie immer spannend. Doch leider hält auch im eSport die Manipulation schon seit jeher Einzug – Spieler und Teams manipulieren immer wieder Spiele, sprechen sich ab und verlieren absichtlich Spiele, um durch Wetten satte Gewinne einzustreichen. Das ist zwar nicht die Regel, kommt aber immer wieder vor. Sogar „Doping“ in Form von Hacks (sogar bei offiziellen Turnieren) sind schon vorgekommen, was mich besonders „beeindruckt“ hat. Am Ende ist der eSport schon heute den regulären Sportarten so ähnlich, dass man beide auf eine Ebene stellen kann.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
Johann von Ti
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