Free to Play & Online Casinos

Eigentlich völlig unterschiedliche Welten, aber ähnliche Methoden!

Erst kürzlich habe ich mich damit auseinandergesetzt, wie Einsteiger-Boni in Online Casinos zu verstehen sind und auf was dabei zu achten ist. Ich kam dabei zum dem Schluss, dass besonders die Bonus-Beträge für „Neukunden“ mit zahlreichen Bedingungen verbunden sind, sodass man diese meist nicht zu „Geld machen“ kann – Solche Boni sollte man in der Regel als Reihe von Freispielen betrachten, bei welchen man die Spiele eines Anbieters testen kann. Vergleichsseiten können helfen, die besten Anbieter für einen Online Casino Bonus zu finden, während man selbst auch immer noch die Seriosität des Anbieters kontrollieren muss: Lizenz, Kundenservice und Sicherheit sind hier die entscheidenden Stichwörter. Doch heute wollen wir nicht Online Casinos betrachten, sondern Free to Play Games, denn tatsächlich wird dort mit ganz ähnlichen Ansätzen gearbeitet.

Clash of Clans Mikrotransaktionen

So gut wie jedes Free to Play Spiel setzt auf fiktive Ingame-Währungen, um Ausgaben der User zu „verschleiern“, da diese im Spiel beständig die wahren Kosten umrechnen müssten.

Free to Play ist ein Geschäftsmodell

Zunächst werfen wir noch mal ganz obligatorisch einen Blick auf die Begrifflichkeit: „Free to Play“. Was kostenlosen Spielspaß suggeriert, ist zunächst tatsächlich komplett kostenfrei. Dennoch handelt es sich natürlich um ein Geschäftsmodell und auch F2P-Games wollen Gewinne einfahren. Die Idee dabei ist es, dass das Basis-Spiel kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, während man mit kostenpflichtigen Zusatzinhalten Umsatz generiert. Dieses Finanzierungs- bzw. Geschäftsmodell kann recht unterschiedlich umgesetzt sein, wobei die Grundbedingungen immer ähnlich sind. Seriöse Entwickler im Free to Play Sektor bieten als kostenpflichtige Zusatzinhalte Individualisierungen oder auch Werbefreiheit an, also Inhalte, welche keinen spielerischen Vorteil gegenüber nicht zahlenden Spielern geben. Bei einigen F2P-Games, welche im Mehrspieler gespielt werden, gibt es jedoch auch kostenpflichtige Inhalte, welche zahlenden Spielern massive Vorteile verschaffen, sodass ein faires und auf „Können“ basierendes Spielen nicht mehr möglich ist – Zahlende Spieler sind dann nicht zahlenden Spielern enorm überlegen, es kommt zum „Pay to Win“.

Warface - Pay to Win

Warface ist sicherlich kein Paradebeispiel für PayToWin, dennoch sind einige Waffen und Ausrüstungsgegenstände für nicht zahlende User schwer zu erspielen.

Mikrotransaktionen und fiktive Währungen

Doch egal wie genau der Anbieter eines Free to Play Games nun vorgeht, letztlich will er natürlich Gewinne erzielen. Dafür müssen Spieler also dazu gebracht werden, bei einem eigentlichen kostenlosen Spiel Geld zu investieren. MMORPGs wie Herr der Ringe Online bieten Kostüme für den Helden und kostenpflichtige Content Erweiterungen, während Shooter wie Warface bestimmte Waffen und Skins bieten oder Games fürs Smartphone Werbefreiheit anbieten. In Free to Play Games wird in der Regel immer mit Ingame-Währungen gearbeitet, welche tatsächliche Kosten und langfristige Kalkulationen verschleiern. Oft übersteigen die Ausgaben, welche Spieler eines Free to Play Spiels tätigen, die Kosten eines Vollpreistitels. Hier wird massiv mit Mikrotransaktionen gearbeitet, also mit „kleinen“ Kosten, welche im Spiel anfallen können. Dennoch haben alle großen und guten Free to Play Games eine Gemeinsamkeit: Auch wer keinen Cent ins Spiel steckt, kann Spaß am Spiel haben und „erfolgreich“ sein. Tatsächlich steckt nur ein recht geringer Anteil von Spielern regelmäßig Geld in solche Games.

Herr der Ringe Games - Herr der Ringe Online - Im Tänzelnden Pony

Seit ewigen Zeiten mein liebstes F2P-MMORPG, Herr der Ringe online bietet eine großartige Spielwelt samt toller Community und kostet zunächst überhaupt nichts. Für Kostüme oder neue Spiel-Welten kann man dann Geld ausgeben, wobei hier der Kosten/Nutzen-Faktor stimmt.

Ähnliche Methoden der Kundenwerbung

Und genau deswegen sollen Anreize geschaffen werden, Spieler dazu zu bewegen, Mikrotransaktionen zu nutzen. Dies beginnt meist schon mit den Tutorials, wo Spieler gezeigt bekommen, wie sie die kostenpflichtige Ingame-Währung nutzen können und welche Vorteile diese bringen. Zudem gibt es immer wieder Angebote, welche mit Rabatten oder besonderen Boni werben. Und tatsächlich arbeiten Free to Play Games im Vergleich zu klassische Online Casinos auf dieser Ebene sehr ähnlich, denn während man im Free to Play Spiele „Coins“ oder „Diamanten“ kaufen kann, zahlt man bei Online Casino eben direkt Geld ein. Der maßgebliche Unterschied ist am Ende die Ingame-Währung, welche F2P-Games verwenden und die Inhalte, die bei den Mikrotransaktionen erkauft werden. Natürlich sind auch die Spiele selbst recht unterschiedlich, denn Casinos Games haben immer etwas mit Glück zu tun, während F2P-Games eher klassische Gameplay-Mechaniken bedienen, diese aber an ihre Finanzierungs-Modelle anpassen. Dennoch wird bei beiden Modellen darauf gesetzt, dass Spieler Geld im Verlauf des Spielens investieren, mit dem Unterschied, dass man bei Casino Spielen aktiv mit seinem Geld spielt, während man bei F2P-Games Geld einsetzt, um das Angebot umfassend wahrnehmen zu können. Letztlich können sowohl F2P-Games als auch Casino Spiele auch ohne Geldeinsatz gespielt werden. Gute Spiele sollte nämlich generell Spaß machen, auch ohne Individualisierung des Charakters, besseren Waffen oder dem Nervenkitzel, einen möglichen Gewinn einstreichen zu können.

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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