GOG – Künftig ist die Rückgabe von gespielten Games 30 Tage lang möglich

GOG stärkt Nutzerrechte bei der Rückgabe digitaler Inhalte: Die Distributionsplattform GOG bemüht sich seit Jahren darum, besonders Kundenfreundlich aufzutreten. Nun ist man in Sachen Rückgaberecht einen beachtlichen Schritt auf die User zugegangen und erlaubt jetzt eine Rückgabe von PC-Spielen innerhalb von 30 Tagen – und das ohne unmittelbare Einschränkungen. Das bedeutet, dass die Spiele auch dann zurückgegeben werden können, wenn diese bereits heruntergeladen, gestartet und sogar (durch)gespielt wurden. Erstattet wird in Form einer Gutschrift für die Plattform GOG oder innerhalb einiger Werktage in Form des ursprünglichen Zahlungsmittels (sofern dies technisch möglich ist).

In der offiziellen freiwilligen Richtlinie bittet man seine Kunden darum, das neue Rückgaberecht nicht auszunutzen:

Außerdem bitten wir dich darum, unser Vertrauen nicht auszunutzen und ungebührlich oft Rückerstattungen für Spiele anzufragen. Mach das nicht. Niemand mag solche Leute.

Die vorgestellte Änderung des Rückgaberechts gegenüber den Kunden ist für GOG ein großer Schritt. Bislang konnten Spiele nur dann erstattet werden, wenn diese noch nicht heruntergeladen wurden oder technische Probleme vorlagen. Die jetzige Richtlinie übertrifft die Ansätze auf Steam oder dem EPIC Store in Sachen Kundenfreundlichkeit. Beide Konkurrenten bieten lediglich im Zeitraum von 14 Tagen ein Rückgaberecht und auch nur dann, wenn die Titel nicht länger als zwei Stunden gespielt wurden. Damit kann GOG nicht nur damit punkten, dass die dort vertriebenen Spiele ohne DRM auskommen, sondern auch mit einem deutlich gestärkten Rückgaberecht für Nutzer.

Natürlich behält man sich das Recht vor, die Rückerstattungen bei Missbrauch zu verweigern. Man möchte in den kommenden Monaten zudem beobachten, wie sich die Anfragen für Erstattungen verändern. Im kurzen Interview mit der GameStar betonte Christoph Pardey von GOG aber auch noch mal, dass Raubkopierer weiterhin raubkopieren werden, egal „ob wir ehrlichen Kunden nun noch Steine in den Weg legen oder nicht“. Auf diese „Steine“ wolle man gegenüber ehrlichen Kunden verzichten, so Pardey. Man hoffe, dass die Kunden das kulante System nicht unfair ausnutzen.

Meine Meinung

Tatsächlich ist der Wert dieser freiwilligen Richtlinie seitens GOG nicht zu unterschätzen. Hiermit untermauert man weiter die Rechte der Nutzer in Bezug auf digitale Güter. Damit schafft es GOG im Handstreich das wohl für Nutzer freundlichste Rückgaberecht für digitale Videospiele aufzustellen. In Kombination mit dem Verzicht auf störende Kopierschutzmaßnahmen kann GOG in meinen Augen massiv punkten und bleibt damit die einzige Steam-Alternative, die einen wirklichen Mehrwert für die Nutzer bereithält.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Kulanz gegenüber den Kunden nicht von ebenjenen ausgenutzt wird. Letztlich ist die Richtlinie freiwillig, sodass GOG in Einzelfällen und bei Verdacht auf missbrauch jegliche Rückerstattung verweigern kann.

So oder so ist GOG aber ein Vorreiter, was die Kundenfreundlichkeit auf dem digitalisierten Spiele-Markt betrifft. Ich hoffe, dass dies auch die Konkurrenz langfristig dazu veranlasst, die eigenen Richtlinien kundenfreundlicher zu gestalten und die Rechte der Nutzer auch im digitalisierten Zeitalter weiter zu stärken, als immer weiter zu beschneiden, wie in den letzten Jahren.

 

Johann von Ti
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