H1Z1 – Just Survive wird komplett eingestellt

Wieder ein Beispiel für die Abgründe der Videospiel-Branche; In den Hauptrollen H1Z1 und Daybreak.

Eines der Top Negativbeispiele für Early Access ist schon seit Jahren H1Z1. Kaum ein anderes Spiel repräsentiert das Schlechte in der Videospiel-Branche so gut, wie diese Early-Access-Totgeburt. Also, warum ist der Internet-Mann schon wieder so am pöbeln, was ist da los?

Entwickler Daybreak Game Company hat sich meine Missgunst in den letzten Jahren hart erarbeitet. Aber sie geben sich auch wirklich Mühe, dass ich sie weiterhin abstoßender kaum finden könnte. So gab der Entwickler bekannt, dass man Just Survive (ehemals H1Z1: Just Survive) endgültig einstampft. Die Spielerzahlen sind zu gering, daher würde sich die weitere Entwicklung nicht mehr lohnen. Das Early-Access-Spiel wurde bereits aus dem Steam-Store entfernt, wer den Titel vor kurzem gekauft hat, soll eine Rückerstattung bei Steam beantragen (wtf). Der Battle-Royale-Ableger H1Z1 (ehemals H1Z1: King of the Kill) läuft besser und wird entsprechend weitergeführt (wirft eben noch gut Euronen ab, toll!). Damit ist das eigentliche Grundspiel, welches vor ein paar Jahren mal als Early-Access auf den Markt geworfen wurde, plötzlich eingestellt und verließ entsprechend nie die Early-Access-Phase. Für sich genommen nicht überraschend und wenn ein Spiel zu wenig Spieler hat, ist eine solche Entscheidung eigentlich nachvollziehbar. Warum bin ich also so sauer?

Free-to-Play als 20 Euro Early-Access mit Pay-to-Win-Mikrotransaktionen

Fangen wir von vorne an; H1Z1 sollte 2014 ganz oben auf der von DayZ ausgelösten Zombie-Survival-Welle mitschwimmen. Angesetzt als Free-to-Play-MMO saß das Sony Online Entertainment an dem Survival-Titel. Man versprach damals, wie immer wenn das große Werbe-Geschwafel auf uns einprasselt, das blaue vom Himmel; Große Open-World, viele Zombies und ein klarer Verzicht auf Pay-to-Win. Nun, zum Release der Early-Access, die in der günstigsten Variante übrigens 20 Euro kostete, gab es dann Mikrotransaktionen, bei welchem Spieler sich Waffen und andere Ausrüstung via Airdrop beschaffen konnten – Pay-to-Win also. Dass man ein Free-to-Play im Early-Access für 20 Euro anbietet, lasse ich an dieser Stelle mal unkommentiert. Gelockt haben die Entwickler damals damit, dass man so in die Realisierung des Free-to-Play-Spiels investieren würde. Hat ja gut geklappt.

Aufteilung einer Early-Access in zwei separate Titel

Das Entwicklerstudio wurde zudem 2015 von Sony verkauft und in Daybreak Game Company umbenannt, die bis heute für den Misthaufen von H1Z1 verantwortlich sind. Nachdem die Early Access einige Monate auf Steam angeboten wurde, entschied man sich, H1Z1 zu zerhacken und in zwei separate Titel aufzuteilen. Man wollte gleich doppelt abkassieren und auf die langsam aufkeimende Battle-Royal-Welle aufspringen. Plötzlich war das Free-to-Play-Konzept gänzlich vergessen und es gab H1Z1: King of the Kill und H1Z1: Just Survive, welche JEWEILS für 20 Euro verscherbelt wurden. Es ist schon eine Leistung, ein Early Access-Spiel, welches sich in keinster Weise einem Release auch nur annähert und als Free-to-Play konzipiert war, in zwei Titel zu teilen und diese auch noch für jeweils 20 Euro anzubieten. Aber was auch immer. Mikrotransaktionen gab es natürlich weiterhin, auch wenn der Pay-to-Win-Aspekt (glaube ich zumindest) verkleinert wurde.

Just Survive wird einfach eingestampft

Und jetzt geht man noch einen Schritt weiter und spuckt den verbleibenden Spielern und letztlich allen Käufern von Just Survive mitten ins Gesicht. Am 24. Oktober wird man die Server nämlich abschalten, sodass der Titel unspielbar wird. Gleiches gilt natürlich für alle Ingame-Gegenstände, die man bis vor kurzem noch munter kaufen konnte. Sehr, sehr gut gemacht. Da freuen sich die Spieler, die bis heute an die Early-Access geglaubt haben. Die Kirsche auf dem gigantischen Misthaufen ist die Tatsache, dass sich Käufer selbst um Rückerstattung kümmern sollen. Daybreak ist dabei so dreist und verlinkt einfach auf den Steam-Support, um dort Rückerstattungen zu beantragen. Was zur Hölle? Aber ein mieser Entwickler bleibt eben ein mieser Entwickler, warum bin ich überhaupt noch überrascht…

Fazit

Ich habe diesen Haufen von Early-Access in den letzten Jahren weitestgehend ignoriert, zu tief saß mein Ärger über die Entscheidungen, die die Entwickler trafen. Auf Hypes aufspringen, Spieler melken und letztlich verarschen. Dass es überhaupt Spieler für H1Z1: King of the Kill (heute nur noch H1Z1) gab und heute noch gibt, ist für mich unbegreiflich. Auch zeigt es, wie man letztlich mit den Spielern umgeht; Seit Jahren wird das geteilte H1Z1 gemolken, bis es eben nicht mehr geht. Jetzt ist der Survival-Teil endgültig gestorben, genauso wird es dem Battle-Royale-Ableger ergehen, wenn diese Welle auch langsam abebbt. Letztlich hat H1Z1 keine wirklich Substanz, sondern versucht nur Hypes zu nutzen, um Geld zu generieren – Nichts anderes. Aber noch finden sich genug (blöde?) Spieler, sodass H1Z1 als Battle-Royale weiterexistiert. Ich könnte mich ewig aufregen, aber meinem Blutdruck zuliebe werde ich den Mist nun wieder gekonnt ignorieren, bis ich hoffentlich demnächst auch über das endgültige Ende von H1Z1 berichten kann. Also, wo ist mein Tee?!

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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