Horror-Games – Problematik des Gruselns

Five-Nights-at-Freddys-Mord-und-süße-Roboter

Horror ist profitabel – Doch wo liegen die Probleme des Genres?

Horror-Games haben ja seit geraumer Zeit wieder Hochkonjunktur; Was damals mit den kostenfreien Indie Horror Games wie SCP-087-B und Slender (was ein dummes Spiel eigentlich) begann, wird heute von Indie Projekten wie Amnesia und AAA Titel wie The Evil Within fortgeführt. Und das nicht ohne Grunde; Horror verkauft sich gut und das auch, weil „super duper Lets Player“ ala Gronkh und PewDiePie ordentlich kreischen, wenn sie die „echt gruseligen“ Games zocken – Doch ist da was dran, sind die Horror-Games wirklich gruselig?

Outlast - Fratze in der Kamera

Horror muss sich entfalten

Zunächst einmal muss man dem gesamten Horror Genre, ob Film oder Spiel zugestehen; Wenn man sich nicht versucht auf den Horror einzulassen, wird es einem leicht fallen, sich nicht zu gruseln. Vielleicht kennt Ihr das ja, wenn Ihr einen echt gruseligen Film mit Freunden schaut, und Ihr plötzlich bei jeder Szene lachen müsst, weil der Film mal wieder alle Klischees bedient. Der Horror kann sich nicht entfalten und so wird es auch nicht gruselig. Und während man bei Filmen lediglich einer Handlung folgt und dabei zuschauen kann, wie die Protagonisten von fiesen Teufeleien heimgesucht werden, schlüpfen wir in Horror Games in eben jene Rolle dieser Unglücklichen – Wir stecken also mitten in der Handlung – Was den Horror in der Theorie verstärkt, doch wie sieht es wirklich aus?

Clock Tower 3 - Erwischt

Spielmechanik und Horror

Abseits von schreienden (und vermutlich dafür gut bezahlten) Lets Playern müssen wir uns eingestehen; Die meisten Horror-Games sind nicht wirklich gruselig. Denn leider haben die meisten Spiele ein klares Problem: Die Elemente des Horrors mit denen eines Spiels zu kombinieren. Videospiele bieten immer bestimmte Mechaniken, mit welchen das Spiel funktioniert. Wir schießen Gegner mit Waffen nieder, müssen mithilfe von Sprüngen und Klettereien flüchten oder verstecken uns. Bisher endete fast jedes Horror-Spiel für mich darin, dass ich die Mechanik durchschaute und dann jegliche Grusel verloren ging. Warum sollte ich mich auch gruseln? Ich weiß, dass ich, wenn ich richtig versteckt bin, nicht entdeckt werden kann, ich mit genug Munition im Magazin jeder Gefahr aufhalten kann und ich mit etwas Geschicklichkeit beim laufen jeden Gegner abhängen kann.

Among the Sleep - Ein einladender Gang

In Outlast muss man sich zum Beispiel immer wieder weglaufen und sich verstecken – Das Problem dabei ist, dass sich dieses Spielkonzept schnell abnutzt und ich mich langweilte und ärgerte. Ich hatte keine Angst, dass mich einer der komischen Schläger erwischt und umhaut, ich hatte nur keine Lust, dass ich nach ewiger Schleicherei wieder entdeckt werde und ich den langweiligen Part nochmal spielen muss. Denn es läuft immer gleich ab und es bleibt immer vorhersehbar was passiert oder wie man es grob anstellen soll. In dunklen Ecken verstecken, warten bis der Gegner weg ist, weitergehen… entdeckt werden und weglaufen, durch einen Spalt entkommen… Man weiß wie der Hase läuft. Und auch andere Horror-Games schaffen es nicht, Ihre Spielmechaniken so umzusetzen, dass sie auf Dauer nicht dem Horror schaden – Munitionsmangel ist ein guter Ansatz, doch dennoch habe ich für eine Notsituation eine Waffe mit der ich mich verteidigen kann oder mir zumindest wertvolle Zeit verschaffe. Dennoch gibt es durchaus Games, die diesen Ansatz gut umsetzen, so hatte ich in Dead Space tatsächlich ganz gut Panik, besonders am Anfang des Spiels. Ausführlicher zur Thematik Horror Games und deren Spielmechaniken habe ich mich in einem anderen Beitrag schon geäußert, daher will ich hier noch mal alles wiederholen. Man kann abschließend sagen: Die Spielkonzepte von Horror-Games stehe dem Horror oft im Weg., doch kann man es überhaupt besser machen?

Dead Space - Auf die Fresse

Eine gute Zukunft

Das Problem ist sicher die Distanz, die man bei Horror-Games immer noch hat: Man hat am Ende des Tages nämlich nur die Hände auf der Tastatur & Maus und schaut auf einen Monitor. Eine gute Möglichkeit den Horror zu steigern und so Atmosphäre zu schaffen ist es, wenn man in einem völlig verdunkelten Raum (am besten Nachts) und mit Kopfhören spielt und sich voll aufs Geschehen einlässt. Ich muss gestehen; Dann kann man sich gruseln. Zukunft für Grusel-Games sehe ich auch in der virtuellen Realität. Mit einer „Brille“ auf dem Kopf, die mir die digitale Welt direkt auf die Netzhaut „brennt“, nimmt deutlich Distanz zum Geschehen. Optimal wäre eine Kombination mit Motion Capturing. Bei welchem unsere Gesten ins Spiel übertragen werden würden. Dann könnte man den Horror tatsächlich erleben. Wir werden sehen, was sich daraus in den nächsten Jahren entwickelt. 😉

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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