iZombie

Ein Zombie der Hirne frisst und Kriminalfälle löst? Diese Serie macht aus einer absurden Idee tolle Unterhaltung!

iZombie könnte zunächst der Titel eines Zombie-Games sein, doch dahinter verbirgt sich dann doch etwas durchaus interessanteres. Und wo wir schon beim Titel sind; Dieser beschreibt ganz gut, was uns erwartet. Kein Spiel, sondern eine Serie, in welcher eine junge Doktorandin in einen Untoten Zombie verwandelt wird, der jetzt beständigen Heißhunger auf Hirn verspürt. Da trifft sich die Versetzung vom Krankenhaus in die Abteilung der Gerichtsmedizin ganz gut, wo Olivia „Liv“ Moore (besagte Titelfigur) sich nun am Hirn der Verstorben labt. Nur so kann sie einen „normalen“ Zustand aufrechterhalten, denn bekommt sie länger kein Hirn in die Finger oder gerät in Ausnahmesituationen, werden die Zombie „Instinkte“ stärker und Liv wird zu einem gefährlichen Zeitgenossen mit extremen Kräften.

iZombie - Zombie Mode on

Die Hintergrundgeschichte

Dabei war ihr Leben eigentlich ganz gut geregelt – Der Job im Krankenhaus versprach Aufstiegsmöglichkeiten für die Ehrgeizige Liv, die Verlobung mit ihrem Freund Major stand unter einem guten Stern und Freunde wie auch ihre Familie sorgten für ein eigentlich perfektes Leben. Doch als Liv eines Tages an einer Party auf einem Boot teilnimmt, ändert sich alles. Denn auf dieser Party bricht eine kleine Zombie-Seuche aus, woraufhin auch Liv im wilden durcheinander durch eine Fleischwunde mit der Krankheit infiziert wird. Bewusstlos stürzt sie ins Wasser. Am nächsten Morgen haben Hilfskräfte die Leichen aus dem See gefischt, darunter auch Liv, die jedoch wieder erwacht. Bleiche Haut, bleiches Haar und der unbändige Hunger auf Hirn – Sie ist ein Zombie. Da neben Ihr scheinbar die anderen Opfer des Vorfalls weiterhin „Tod“ bleiben, bekommt keiner etwas vom Ausbruch der Infektion mit – Man vermutet ein Massaker, welches unter Drogeneinfluss der Party-Gänger ausgebrochen ist.

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Alles neu

Doch damit ist es noch lange nicht getan: Nachdem sich Liv von ihrem Verlobten getrennt hat, weil sie Angst hat ihn zu verletzten oder anzustecken, beginnt sie ihren neuen Job in der Gerichtsmedizin. Dort kommt sie recht unproblematisch an Gehirne, doch leider hat der Konsum auch krasse Nebenwirkungen. Denn wenn sie die Gehirne der toten Mordopfer verspeist, nimmt sie Teile der Erinnerungen der Verstorbenen und bestimmte Fähigkeiten und Eigenschaften dieser auf. In Visionen offenbaren sich sich ihr dann, durch zufällige Ereignisse ausgelöst, bestimmte Erinnerungen der Toten. Doch lange kann sie ihre besonderen Essgewohnheiten nicht vor ihrem neuen Chef, dem Arzt Dr. Ravi Chakrabarti, verbergen. Doch statt Angst oder Abscheu zu zeigen, ist der junge Doktor eher an der Krankheit interessiert und will Liv helfen, wieder „gesund“ zu werden und ein Heilmittel für die Zombie-Krankheit zu finden. Froh endlich mit einem Menschen über ihre besondere Situation reden zu können, freunden sich Liv und der Doktor sehr schnell an. Dieser macht ihr auch klar, dass sie ihre „neue Gabe“ Erinnerungen Verstorbener zu „sehen“, für das Gute einsetzen sollte. So tritt sie gegenüber Clive Babineaux, einem Detective des Morddezernats, als „Medium“ auf, um ihm bei der Verbrechensbekämpfung unter die Arme zu greifen. Das ist also Livs’ neues Leben – Sie macht sich frisches Hirn mit Chilisoße und Nudeln (auch ihre Geschmacksnerven sind irgendwie halb tot und nehmen nur noch extreme Schärfe wahr), bekommt Visionen der Verstorbenen, übernimmt Teile ihrer Persönlichkeiten und hilft der Polizei die Mordfälle aufzuklären.

iZombie

Das Konzept geht auf

Das hört sich nicht nur trashig an, genau das bekommen wir mit der Serie auch. Die Idee ist so absurd, dass es schon wieder funktioniert und die Umsetzung so gut, dass es tatsächlich verdammt unterhaltsam wird. Die Idee der Serie entstammt, wie könnte es anders sein, einem Comic, der den gleichen Titel trägt. Bei der Serie handelt es sich um eine freie Adaption der Camicserie. Und uns erwartet eben mal kein Todernstes Apokalypsen-Szenario oder ein flaches Zombie Geschlachte, sondern eine recht smarte Krimi-Serie mit extrem erfrischenden Setting und tollen Charakteren. Alle Hauptrollen sind interessant und auf ihre Art sympathisch, wobei besonders der Chefarzt der Gerichtsmedizin schnell ins Herz geschlossen wird. Die Serie ist unaufdringlich und erzählt neben den eigentlichen Einzelfällen auch eine ganz gut durchdachte Hauptgeschichte, die gut mit den Folgen selbst verwoben ist. Mit der Zeit erfährt man mehr und mehr über Liv und ihr Dasein als Zombie, als auch über die Hintergründe des Ausbruchs der Krankheit. In diesem Zusammenhang halten sich Spannung als auch ein gewisser Humor ganz gut die Wage, wodurch sich das Gesamtkonzept nicht abnutzt. Eher wird man mit jeder Folge mehr in den kleinen Kosmos der Serie hineingezogen – Das schafft nicht jede Serie. Die Serie nimmt sich selbst nicht Todernst, ist zugleich aber auch nicht billig aufgemacht, sonder überzeugt mit guten Schauspielern und einem klasse Drehbuch. Man ist nicht genervt von den Charakteren und das will bei diesem Setting was heißen.

iZombie - Doctor Zombie Cop

Fazit

Wer also auf „trashige“ Serien steht, die gut produziert sind und in sich gut funktionieren, dem kann ich iZombie klar empfehlen. Empfohlen hat mir die Serie natürlich meine Freundin Leo, die mal wieder ihren guten Riecher für tolle Serien & Filme unter Beweis gestellt hat, obwohl ich anfangs natürlich wieder skeptisch war, ob eine Serie mit dem Titel iZombie und dem Plot funktionieren kann. Doch es funktioniert echt gut und mal ehrlich: Ein Zombie der Hirne frisst und Mordfälle löst? Genial! Zu sehen ist iZombie im deutschen Fernsehen momentan nur auf sixx, während die DVD-Version der Serie zuweilen recht teuer zu erstehen ist. Wer aber auf diversen Streaming Seiten schaut, wird die Serie vorfinden. Also viel Spaß beim schauen, ich habe von dem vielen schreiben übers Fressen von Gehirnen ganz schön Appetit bekommen – Haut rein und bis demnächst, ich esse erst mal was. 😉

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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