Johann sabbelt – Von Zombies, Banditen und Freunden

Wie habe ich die Zombie-Apokalypse überstanden? Ein wenig Gesabbel zum großen Kampf ums Überleben in DayZ!

Hallo und aufs neue herzlichst bekommen bei einer neuen Ausgabe von „Johann sabbelt“, der Rubrik, in der ich mich völlig frei über ein Thema auslassen kann. Heute habe ich mir den Zombie-Spaß DayZ gewählt, warum? Nun, eigentlich weil es eines der Spiele war, die mich am meisten gefesselt haben und eines, bei dem man emotional am meisten gepackt wird. Aber lassen wir das Vorgeplänkel und lagen gleich mal los, Gesabbel vom feinsten! dayz-logo

Die Zombie-Apokalypse ist wahr geworden, die Menschheit ist zum größten Teil der umher greifenden Seuche zum Opfer gefallen und ist entweder Tod oder wandelt als hungriger Zombie durch die verlassenen Städte und Siedlungen. Das ist die Ausgangs-Situation, in die uns das Spiel wirft. Die „normale“ Welt Chernarus ist 225 Quadratkilometer groß und bietet rund 50 Städte und Siedlungen, damit hat man in DayZ eine wirklich beachtliche Welt. So ist vor allem zu beginn die Verwirrung groß und man weiß eigentlich nie, wo man sich befindet. Das ändert sich nach den ersten Spielstunden jedoch beträchtlich. Markante Gebäude, Berge und Wegpunkte prägen sich ein, später folgen die wichtigsten Städtenamen. Da man zu beginn fast immer an der Küste startet, und dort auch die beiden größten Städte liegen, ist man zumeist an der Küste unterwegs, ins Landesinnere geht es da schon seltener, das ist auch der Grund, warum man sich dort direkt viel schlechter auskennt.

Landschaft

In DayZ startet man ohne große Ausrüstung, während man zum Beginn der Mod noch eine Waffe und etwas Munition hatte, startet man heute Waffenlos (es sei denn, man besucht einen der zahlreichen Fun-Server) und hat meist nur ein mal Verbandszeug und Schmerzmittel bei sich. Damit ist man völlig wehrlos, das einzige was einem vor den Zombies schützt sind die eigenen Beine und eine gesunde Vorsicht beim durchstreifen der Gegend. Zu beginn schlecht man also geduckt durch die verlassenen Anlagen und hofft zunächst schnell an eine Waffe mit Munition zu kommen um sich überhaupt verteidigen zu können. Doch was nach einer Weile auffällt, Hunger und Durst sind ernst zu nehmen Faktoren und dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Man sucht also neben Waffen auch krampfhaft nach Dosen mit Bohnen, Würsten, Sardinen und Cola. Neben Hunger und Durst können auch Zombie-Bisse unglückliche Folgen haben, während man einfache Verletzungen noch mit einem einfach Verband stillen kann, wird es bei einer Infektion kritisch, hier muss Antibiotika gefunden und eingenommen werden, sonst geht man auf kurz oder lang ein, der Verfall beginnt mit einem langsamen, aber beständigen Blutverlust, schließlich häufen sich plötzliche Ohnmachtsanfälle und auch das Sehen fällt immer schwerer, schließlich bricht man kraftlos zusammen und stirbt.

Auf der Suche

Doch genug davon, beginnen wir mit einem Auszug, aus meinen direkten Spiel-Erfahrungen. Zunächst, am meisten macht DayZ Spaß, wenn man mit einem Kumpel zockt, dadurch wird erstens das viele Laufen nicht langweilig, weiterhin kann man sich zu zweit sehr viel besser durch die gefährliche Welt kämpfen. Die erste Hürde ist dabei einen Server zu finden, den auch Beide Spieler finden, wir haben 10 Minuten benötigt. Ist man zusammen auf einem Server, beginnt das Suchen erst richtig. Wie vorhin schon erwähnt, landet man in DayZ irgendwo an der Küste, da die Küste jedoch sehr lang ist, kann man gut und gerne viele Kilometer von einander entfernt starten. Nun beginnt Phase eins, das gegenseitige Suchen. Dabei hat sich eine Methode hervorgetan, orientiert man sich an den Schienen, kann man sich entgegen laufen. Dafür muss man jedoch grobe Ortskenntnisse mitbringen. Beide Spieler suchen die Schienen, diese verlaufen an der gesamten Küste. Nun stellen sie sich auf die Schienen und schauen Richtung Meer, jetzt kann der eine rechts, der andere links laufen. Dadurch laufen beiden Spieler aufeinander zu und müssen sich, auf kurz oder lang, treffen. Weiterhin können markante Merkmale der Welt helfen, ein besonders großer Berg, ein hoher Leuchtturm oder die Kräne einer Hafenstadt.

Überlebender an See

Nach einiger Zeit hatten wir uns dann auch endlich gefunden, nun kommt Phase 2, das eigentliche Spielen. Wir brauchten Nahrung und Waffen. Beides findet man in den großen Städten am ehesten, jedoch sind diese auch am gefährlichsten. Denn neben den Zombies treiben sich weitaus gefährlichere Gegner in den verlassenen Straßen umher, doch dazu später mehr. In den Städten fanden wir auch schnell, was wir suchten. Vorsichtig klapperten wir die verschiedenen Häuser ab und konnten uns gut Ausrüsten. Während ich mit einer schallgedämpften Pistole bewaffnet war, konnte mein Kumpel mit einer Axt für Ruhe unter den Hirnfressern sorgen. Der Vorteil beider Waffen? Sie sind leise, fast schon lautlos. Dazu muss allen DayZ unerfahrenen Lesern gesagt werden, Schüsse und laute Geräusche locken die Zombies nur so an, schießt man einen Zombie mit dem Jagdgewehr nieder, kann man sich sicher sein, dass zahlreiche seiner Freunde nun auf dem Weg sind, um an frisches Fleisch zu kommen. Auch könnten andere Spieler die Schüsse hören, vorhin Sprach ich von einer Gefahr neben den Zombies, das sind in DayZ die anderen Mitspieler – Banditen. Die Banditen sind Spieler, die entweder früh an gute Ausrüstung kommen wollen und daher andere Spieler überfallen, töten uns ausnehmen, oder Spieler, denen langweilig geworden ist und regelrecht Jagd auf andere Spieler machen, zu einem gewissen Teil tragen diese Spieler zur Atmosphäre in DayZ bei, jedoch muss gesagt werden, es gibt zu viele von ihnen, auf einen freundlichen Spieler kommen oft 5 Banditen, dann macht die Apokalypse schon keinen rechten Spaß mehr.

Überlebende

So waren ich und besagter Kumpel gerade unterwegs, als es einen Server Neustart gab, als wir uns wieder neue eingeloggt haben, wurden wir direkt erschossen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon volle Ausrüstung. Nun waren wir tot, in unseren Augen völlig zu unrecht, so hatten wir keine Möglichkeit unseren Tod zu beeinflussen. Egal. Wir waren wild entschlossen, das Beste aus der Situation zu machen und versuchten so schnell wie möglich unsere eigenen Leichen zu finden um zumindest einen Teil der Ausrüstung zu bergen. Wir beide hatten das Glück, nahe dem Tatort ins Spiel zu starten, so dauerte e keine fünf Minuten und wir waren am Ort des Geschehens. Währen wir die Leichen untersuchten und die Ausrüstung nahmen, hörten wir erneute Schüsse – man schoss auf uns. Und während wir noch panisch versuchten weg zu laufen waren wir beide auch schon erschossen. Dies ist die dunkle Seite von DayZ, etwas später konnte ich die Übeltäter sogar sehen, drei oder vier Banditen hatten uns aufs Korn genommen, sie waren gut Ausgerüstet und hatten neben Scharfschützengewehren auch schwere Maschinengewehre – keine Chance. Als die Gruppe mich sah, ich hatte keinerlei Ausrüstung bei mir, begannen sie mich zu jagen, ich versuchte durch die Straßen der Stadt zu flüchten, Kugeln schlugen um mich herum ein uns sausten an meinen virtuellen Ohren vorbei, von aufgeschreckten Zombies verfolgt rannte ich auf eine Mauer zu, in der war einen kleines Loch, durch dieses wollte ich kriechen und den Verfolgern entkommen. Während ich durch das Loch kroch, trafen mich einige Schüsse, eine der Kugeln brach eines meiner Beine, ich blutete stark und konnte nur mit letzter Kraft entkommen. Doch was macht man in einer Welt voller Zombies und Banditen, mit einem gebrochen Bein? Richtig, entweder man findet schnell eine gute Seele die einen versorgt oder man stirbt. Ich starb in den nächsten 10 Minuten, damit war DayZ für diesen Abend vorbei für mich, doch schon heute, nachdem ich diesen Text geschrieben haben, will ich es erneut wagen und mich in diese gefährliche Welt begeben.

dayz-auf-der-pirsch

Die letzten Zeilen will ich noch mal für eine letzte Portion Meinung nutzen, DayZ ist genial und schafft eine Welt, die man als begeisterter Zombie-Film Fan schon immer einmal betreten wollte, anders als in Left 4 Dead ist diese nämlich offen und dazu auch noch extrem realistisch. Hier kommt man in eine knallharte Umgebung die einen keine Zeit zum großen Überlegen lässt, geht man nicht auf Nahrungssuche, verhungert man, ist man nicht vorsichtig, wird man von Zombies gejagt und hat man Pech, wird man von Banditen überfallen. Ein tolles Spiel, welches einem sehr schöne Momente erleben lässt, emotional ist man nach einer langen Runde DayZ fasst immer angespannt. Ist das Spiel also perfekt? Nein, auch an dieser Stelle will ich deutliche Worte los werden, man darf nicht vergessen, DayZ ist eine Modifikation, das fällt vor allem bei den Zombies auf, die laufen sehr starr und hölzern durch die Gegend und laufen oft sehr unlogische Umwege. Auch gibt es ab und an Probleme beim Aufheben von Gegenständen, jedoch kann man all diese Punkte im Vergleich zum gesamten Spiel verkraften. Ich bin jedoch sehr auf die Standalone Version des Spiels gespannt, hier erwarte ich eine Behebung aller Fehler und das Einbringen neuer Inhalte. Im Moment kann man in DayZ noch nicht sehr viel machen, neben Fahrzeugen und Zelten (in denen abgelegte Ausrüstung einfach verschwinden kann) gibt es keine Möglichkeit, Ausrüstung zu sammeln, auch fehlt mir die Möglichkeit, eine Art Behausung zu errichten, so kann man zwar Stacheldraht und Panzersperren aufbauen, eine Holzhütte jedoch nicht. Hier kann man den Blick auf andere Modifikationen werfen, DayZ Origins und andere ermöglichen viele der Wünsche, die ich bei DayZ noch habe, die Standalone Version muss es einfach bringen. Konkurrenten wie Infestation: Survivor Stories (ehemals The War Z) lassen mich hingegen bisher eher kalt, so verkauft man bei genannten Titel eine halbfertige Version als Vollpreis-Spiel.

dayz-der-lange-weg

Ok, das war es dann auch erst mal, ich hoffe Ihr konntet Euch erfolgreich durch das Gesabbel kämpfen und konntet einiges mitnehmen. Eine Fortsetzung zum DayZ Gesabbel wird es auf jeden Fall geben, aber nun verabschiede ich mich und begebe mich nach Chernarus, man sieht sich ja vielleicht. 😉

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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