Kingdom – König in einem neuen Land

Kingdom-Ein-Feldlager

Aufbauen, sterben, lernen, erneut alles aufbauen um wieder unterzugehen – Indie Strategie in künstlerischen Pixel-Stil!

Vor ein paar Tagen entschloss ich mich für einen totalen Spontankauf: Kingdom. Hinter diesem unscheinbaren Pixel 2D Sidescroller verbirgt sich ein wunderschönes Strategie / Management Game, welches mit einer modernen Pixeloptik und einem schönen Stil überzeugen kann. Eigentlich könnte man mir durchaus nachsagen, dass ich den Pixellook seit Minecraft kaum mehr sehen kann und ich geben offen zu, dass mich Spiele in 2D selten fesseln können. Ganz anders bei Kingdom – Kaum installiert habe ich mich, in dieser mit der Zeit immer größer werdenden Welt, verloren. Doch fangen wir mal langsam an!

Kingdom - Ein neuer König ist im Lande

Wie, wo und wer

Was ist Kingdom überhaupt? Wie schon gesagt handelt es sich um ein Indie Projekt, welches auf eine sehr sinnliche Pixeloptik setzt und uns in die Rolle eines neuen Königs schlüpfen lässt. Als dieser König nennen wir ein tapferes Ross unser eigen und tragen eine goldene Krone als Insignie unseres Machtanspruchs. Mit einem kleinen Kapital an Goldmünzen starten wir in einer zunächst völlig fremden Welt – Ein kleines, erloschenes Lagerfeuer auf einer Lichtung lädt uns ein, erstes Gold zu investieren. Während wir uns also mit den Pfeiltasten nach links und recht bewegen, mit doppelten Klick geht unser Pixelpferd in leichten Galopp über, können wir an der richtigen Stelle mit der Pfeiltaste nach unten unsere Goldmünzen investieren. Wir entzünden die Lagerstätte und schon werden zwei einfache Hütten errichtet – Ein Werkzeugmacher und ein Bogner. Weiterhin heuern wir zwei traurige Gestalten an, die in der Nähe des Feuers kampierten. Geben wir ihnen eine Goldmünze, folgen sie uns und versorgen wir sie darauf mit Werkzeugen oder Pfeil und Bogen, rüsten sie dies aus und agieren nun als unsere Baumeister oder Krieger/Jäger. Die Baumeister übernehmen dann den weiteren Ausbau unseres neuen Königreichs und errichten Anfangs einfache Palisadenwälle und Türme, später kleine Farmen und mächtige Verteidigungsanlagen. Die Krieger/Jäger verteidigen bei Gefahr das Lager und sorgen ansonsten für die erste Versorgung mit neuen Goldmünzen. So schießen die Kerle Hasen und Rehe und erhalten dafür Gold. Reiten wir an den Kerlen vorbei, geben sie uns bereitwillig das wertvolle Edelmetall und gehen ihrem weiteren Tagesablauf nach.

Kingdom - Wilde Menschen im Wald

Fiese Monster

Dies ist das zunächst sehr simple Grundprinzip von Kingdom, auf welchem das gesamte Spiel aufbaut und was nach einigen Spielminuten wunderbar aufgeht. Ganz nach dem Motto „Learning by doing“ müssen wir uns Schritt für Schritt an das Spiel und seine weitere Mechanik herantasten – Wie funktioniert eine Mühle, wann sollte ich wo Wälle bauen, was bringt es Bäume zu fällen und so weiter. Dabei machen wir immer wieder Fehler, die uns teuer zu stehen bekommen, denn Nachts greifen fiese Ghule unser kleines Reich an und drohen unsere ganze Arbeit zunichte zu machen. Anfangs nur in geringer Anzahl, stürmen die Kerle nach einigen Ingametagen selbst stärkste Festungen und versuchen zu stehlen, was nicht Niet und Nagelfest ist. Gold, Werkzeuge und sogar unsere Krone. Verlieren wir diese, ist das Spiel verloren und ein neue König muss erneut von neuem einen Wiederaufbau des Reichs wagen – Suchtgefahr in höchstem Maße, weil man immer wieder von neuem angestachelt wird, eine bessere Runde zu spielen. Dabei lernt man fast jeden Neustart etwas neues – Die Lernkurve im Spiel ist recht steil, bricht aber nicht mal so schnell ab. Grade wenn man denkt, man hat alles vom Spiel gesehen, findet man ein neues Detail im Spiel, welches manchmal völlig neue Spielweise zulässt.

Kingdom - Im Kampf gegen dunkle Ghule

Mehr als man vermuten mag

Sinn des Spiels ist es, sein Reich so weit wie möglich wieder aufzurichten und die Welt immer weiter zu erkunden und neue Dinge kennenzulernen. Aus einem kleinen Lagerplatz erwächst mit der Zeit ein herrschaftlicher Sitz, umgeben von mächtigen Wellen und großen Farmen. Wer geschickt agiert kann sogar mächtige Ritter in den Kampf schicken, doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Die Monster werden jede Nacht stärker und nur wer genau weiß, wann er welche Gebäude errichtet und wann er wo mit dem Ausbau des Lagers beginnt, kann auf lange Sicht überleben. Das macht nicht nur Spaß, sondern funktioniert auch noch fantastisch. Ich habe lange kein Spiel mehr gehabt, welches mich mit so einfachen Mitteln so beeindrucken konnte. Es zeigt sich mal wieder, dass enorme Grafikpracht am Ende wenig mit der Qualität eines Spiels zu tun hat. Und obwohl man bei Kingdom recht schnell denkt, man hat die Grenzen des Spiels ausgeschöpft, wird man eines besseren Belehrt.

Kingdom - Ein Herrenhaus

Fazit

Damit ist Kingdom ein wunderschönes Indie Spiel, welches mit wenigen Mitteln etwas großartiges Erschafft. Man fühlt förmlich, wie man mit der Zeit immer besser mit der Welt von Kingdom umzugehen versteht und dadurch auch immer länger überlebt. Weiterhin ist man motiviert es immer besser zu machen, ganz ohne großartige „künstliche“ Motivation in Form von Level Ups oder freischaltbaren Inhalten. Ich für meine Teil sehe in Kingdom das erste Spiel in Pixeloptik seit Jahren, welches mich wirklich enorm fesseln konnte und mir außergewöhnlich gut gefällt. Wer auf eine knackige Mischung aus Strategie/Management und Survival steht und sich von dem fast schon künstlerischen Stil der Macher verzaubern lassen will, kann hier beherzt zugreifen und wird dabei nichts falsch machen, Auch außerhalb des Sales ist Kingdom „nur“ 10 Euro schwer und dieser Preis ist mehr als gerechtfertigt. Hier erhält man eine qualitatives Game mit toller Optik, einem funktionierenden Gameplay Konzept und einem grandiosen Soundtrack, der die Atmosphäre im Spiel noch mal deutlich untermauert! Klare Kaufempfehlung für Freunde solcher Spiele!

Kingdom - Verteidigung des Lagers mit schwerem Gerät

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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