League of Legends – Woher kommt der Erfolg?

Was steckt nur hinter dieser enormen Popularität über Jahre?

Die Gaming Landschaft wird nur von recht wenigen Titeln über Jahre lang dominiert, doch League of Legends hält sich seit 2009 ganz gut an der Spitze und kann täglich ca. 27 Millionen (die Zahl möge man sich auf der Zunge zergehen lassen) begeistern. Das Free-to-play-MOBA (Multiplayer Online Battle Arena) finanziert sich vor allem durch Mikrotransaktionen, bei dem Spieler Runen und Skins sowie neue Helden für Geld erstehen können. Doch woher kommt dies unheimliche Popularität des Spiels und ist LoL wirklich so verdammt gut? Ich muss gestehen; Wirklich gut in LoL war ich wohl nie und daher spielte ich es auch nur knapp 2 Monate und da vor ca. 3 Jahren. Doch seitdem ist das Spiel und die Community drumherum nur noch gewachsen. LoL dominiert den E-Sport und füllt sogar in Europa riesige Hallen, einige Spiele werden im TV-Übertragen und auch sonst scheint fast jeder von uns Gamern League of Legends zu kennen oder es selbst zu spielen. Doch was steckt eigentlich hinter dem Spiel-Hit der letzten Jahre?

League of Legends - Der Kampf der Helden

Von DotA zu LoL

Die Geschichte um das vermutlich erfolgreichste MOBA aller Zeiten beläuft sich auf eine Modifikation für Warcraft 3, alte Hasen werden sich erinnern: Defense of the Ancients (DotA). Während man heute DotA 2 auf Steam spielen kann, war das Original als wohl erstes MOBA überhaupt als Mod für Blizzards Strategie Hit Warcraft 3 veröffentlicht wurden (die Wurzeln liegen sogar noch tiefer und lassen sich bei Starcraft finden) und erfreute sich schon damals größter Beliebtheit. Nachdem 2003 alles seinen Anfang machte (und so dem ganzen MOBA Genre den Auftakt gab), wusste keiner, wie erfolgreich dieses Projekt werden sollte – Ein Neues Genre wurde geboren. Bis heute wird DotA professionell entwickelt, seit 2005 von Entwickler Icefrog. Dieser ist es auch, der seit 2009 mit Valve zusammenarbeitet und DotA 2 geschaffen hat. Und während DotA immer bekannt wurde, fanden sich schnell Projekte, die sich stark an dem Spielkonzept orientierten und einen eigenen Weg gehen wollten – Der wohl erfolgreichste dieser Nachfolger ist League of Legends. Während 2009 bekannt wurde, dass der DotA Entwickler zusammen mit Valve arbeiten würde, erschien schon ein Spiel, welches das Bot, was später DotA 2 bieten sollte – Ein verbessertes DotA. LoL zeichnet sich im direkten Vergleich zum damaligen DotA vor allem durch Verfügbarkeit von Statistiken und der Aufzeichnung von Spielergebnissen auf lange Zeit. Dadurch konnten sich Weltbeste Spieler finden lassen und schnell konnte eine E-Sports Tauglichkeit gewinnen lassen. Auch der Fakt, dass LoL kostenlos ist und einfach über einen Client aktuell gehalten wird, war ein deutlicher Fortschritt zum unorganisierten DotA. Hier war man als Warcraft 3 Modifikation einfach ein die Grenzen des möglichen gekommen; Die Mod musste manuell aktualisiert werden, es existierten zahlreiche Versionen, die oft zeitgleich in Umlauf waren und die Organisation von Spielen konnte nur über die Server von Warcraft 3 realisiert werden.

DotA 1 - So fing alles an

Nur ein Klon oder doch mehr?

Doch warum wurde LoL so erfolgreich? Während man sich bei Riot Games (Entwickler von LoL) bei der Realisierung des Gamesplays fast schon auf die Kopie von DotA berief, änderten sie einiges an der letztendlichen Umsetzung. Wie schon erwähnt, setzte man auf zentrale Server, auf denen die Fortschritte der Spieler gespeichert wurden und Hacker schnell erkannt und entsprechend gebannt werden können (noch ein Problem der Warcraft 3 Mod – Hacker hatten oft leichtes Spiels). Die Aktualisierungs-Politik wurde ordentlich aufgedreht und bis heute beibehalten – Alle zwei Wochen erscheint ein Update für das Spiel, welches neue Inhalte für die Spieler bereit hält – So viele Updates über einen so langen Zeitraum – das ist beeindruckend. Doch scheinbar treffen die Entwickler damit genau den Nerv der Fans, denn diese bleiben in hoher Zahl bei LoL hängen und spielen über Jahre das MOBA. Die Vielfalt des Spiels scheint also durchaus zu überzeugen – Neue Helden und Skins sorgen in Kombination mit geschickten Probespielen (neue Helden sind für eine bestimmte Zeit kostenfrei spielbar) für klingelnde Kassen bei den Entwicklern – das eigentlich kostenfreie MOBA brachte allein im Jahr 2013 um die 624 Millionen US-Dollar ein. Die Spieler zocken also nicht nur, sondern lassen auch viel Geld bei LoL liegen, für welches sie zunächst Riot Points erhalten (diese kann man unter anderem bei Guthaben.de erstehen), und die dann für bestimmte Helden, Skins und Runen ausgegeben können.

League of Legends - Der Turm muss fallen

Was steckt noch dahinter?

Doch sind allein die Kontinuität der Aktualisierungen sowie der Client als Basis des Spielens mit allerlei Vorzügen die Gründe, warum der Erfolg von LoL so enorm ist? Ich denke nicht, hier spielt noch eine Menge anderer Faktoren eine wichtige Rolle. Zunächst ist der Zeitraum der Veröffentlichung sicherlich ein Faktor, der durchaus beachtet werden sollte. LoL erschien als erstes eigenständiges MOBA auf dem Markt und konnte sich damit direkt eine Spitzenposition sichern und eine riesige Community aus dem Boden stampfen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gab es auf dem Markt (abgesehen von Oldie DotA) keinerlei Konkurrenz. Zusätzlich stimmte schon von Anfang an die Qualität des Games und die Spielerschaft war zufrieden. Auch die Tatsache, dass die Mikrotransaktionen dem recht ausgewogenen Spielen nicht schaden und damit keine Pay to Win Situation provoziert wird, trägt wohl seit Jahre für den Erfolg des Titels bei. Letztlich ist es wohl auch die Aufmerksamkeit, welche League of Legends auf sich zieht. Im E-Sport ist das Game schon lange nicht mehr wegzudenken und weltweit spielen Spieler in großen Turnieren um riesige Summen und füllen ganze Hallen und Stadien mit begeisterten Zuschauern. Um LoL hat sich eine ganze Fan-Kultur entwickelt, die weite Kreise zieht. Tausende Info-Seiten, Blogs, Foren und andere Websites beschäftigen sich allein mit dem Thema LoL und verbreiten das Spiel selbst immer weiter.

League of Legends - Helden in der Basis

Fazit

Es scheint also eine ganz Reihe von Faktoren zu sein, die League of Legends zu seinem Erfolg verhelfen und bis heute zu einem der populärsten Spieler überhaupt machen. Ich selbst bin dem Zauber jedoch nicht verfallen und scheue das Spiel eher. Dennoch habe ich League of Legends damals gerne gespielt – Lediglich die Tatsache, dass man recht viel Zeit ins Spiel investieren muss, um wirklich gut zu sein, hat mich auf lange Sicht deutlich abgeschreckt.

 

Auch auf:

Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
Johann von Ti
Auch auf: