Mittelerde: Mordors Schatten – Erster Eindruck

Talion ist auf Rache aus und diese will ich ihm verschaffen; In den Schatten Mordors geht es zur Sache und ich bin mitten drin!

Seit geraumer Zeit hatte ich nun schon Mittelerde: Mordors Schatten in meiner Spiele Bibliothek zu liegen und es war langsam aber sicher mal an der Zeit, das gute Stück Software unter die Lupe zu nehmen. Zunächst war ich ziemlich skeptisch, war ich doch durch einige Punkte im Vorfeld verunsichert, ob dieses Herr der Ringe Spiel mir gefallen würde. Der Grund dabei liegt einfach an den bisher eher bitteren Beigeschmack, welche so manche Lizenzgurke dieses Universums bei mir hinterlassen hatte. Da war zuletzt vor allem Der Herr der Ringe: Der Krieg im Osten, welches im Vorfeld in den Himmel gelobt wurde und am Ende für mich eine hagere Enttäuschung war. Und das besonders bei dem schlechten Konsolen-Port, den PC-Spieler über sich ergehen lassen mussten. Ähnlich schlecht (wenn nicht sogar schlechter) war Der Herr der Ringe Die Eroberung, welches gigantische Schlachten versprach und am Ende eine nette Kulisse mit wenige Atmosphäre und kleinen Schlachten abgab. Natürlich hatte ich auch gute Erfahrungen gemacht; Herr der Ringe Online ist für mich heute immer noch ab und an ein Zuhause, wenn ich mit meinem besten Kumpel im Tänzelnden Pony ein Bierchen trinke oder mit ein paar Elben nach Hobbingen reite, um dort angeln zu gehen. Weiterhin mochte ich die beiden Strategie Titel Schlacht um Mittelerde ganz gern, wobei der zweite Teil viel seines Charmes eingebüßt hatte. Trotzdem keine schlechten Spiele und auch der Klassiker Die Rückkehr des Königs war grandios – Daher konnte es auch durchaus gut werden…

Mittelerde Mordors Schatten - Orks in die Mangel nehmen

Ein großer Brocken

Doch kommen wir endlich mal zum Spiel; Meine Güte habe ich hier viel im Vorfeld geschwafelt! Nachdem ich den Titel erstanden hatte, freute ich mich schon aufs Spiel. Wie immer sollte aber etwas gravierendes dazwischen kommen; Dieses mal war es Größe des Spiels! Mittelerde: Mordors Schatten ist nämlich knappe 40 Gigabyte schwer und dementsprechend nicht leicht zu verdauen für mein VDSL-Leitung, welche ein monatliches Surf-Volumen von 40 Gigabyte besitzt. Daher mussten erst einige Tage und sogar Wochen ins Land gehen, bis ich die Gelegenheit hatte, das Spiel bei meiner Freundin herunterzuladen und dann bei mir auf den Rechner zu ziehen. Das klappte dann auch alles ohne Murren und ich konnte endlich los spielen! Wie schon anfangs erwähnt, hatte ich zu Beginn große Angst, der Titel könnte sich als Enttäuschung entpuppen, denn einige Punkte hatten mir schon bei der Ankündigung des Spiels nicht so sehr gefallen. Denn wir übernehmen im Game die Rolle eines gefallenen Waldläufers, welcher als Geist auf Orkjagd geht und Rache für seine getötete Familie will. Dabei wird er von einem uralten Elben Geist unterstützt, welcher eine ähnliche Hintergrundgeschichte besitzt. Während uns also unser neuer Elben-Geister-Freund ins Geist-Sein einweiht und uns erste Tricks zeigt, machen sich die Orks daran, Morder zu übernehmen. Zeitlich spielt die Geschichte nämliche vor den Ereignissen in Herr der Ringe, in welcher Sauron in Mordor heimlich neue Kräfte sammelt.

Mittelerde Mordors Schatten - Klettern wie in Assassins Creed

Geistergeschichten

Wir sind also ein Geist und sehnen uns nach Rache! Unsere kämpferischen Fähigkeiten als Waldläufer sind enorm und werden durch die Tricks und Kniffe des Rachegeistes Wraith (so der Name unseres toten Elbenfreunds) maximiert. Wir sind also eine geisterhafte Ein-Mann-Armee und wollen Rache an Sauron und seinen Schergen nehmen. Die Idee einen Geist zu spielen, fand ich schon vor Release etwas komisch, passte dies doch nicht so recht in das Herr der Ringe Universum. Dort gab es zwar auch Geister, aber sicherlich nicht mal eben so. Hier fehlt für mich eine bessere Hintergrundgeschichte. Klar ist es bitter, wenn die eigene Familie vor den eigenen Augen massakriert wird, doch würde dabei jeder zum Rachegeist, wäre Mittelerde nach dem ersten Überfall einer Orkmeute auf ein Dorf gerettet. Während mich also die Story hinter dem Geist-Sein bis heute nicht überzeugen konnte, wurde ich spielerisch doch sehr einsichtig.

Mittelerde Mordors Schatten - Geisterkumpel

Übermacht ist angebracht

Denn während ich vor Release einen normalen Waldläufer bevorzugt hätte, welcher Fallen, Hinterhalte und Raffinesse nutzt um einen Guerilla-Krieg zu führen, bin ich heute recht Angetan vom Super-Krieger. Denn wie sollte ein Mensch ernsthaft gegen ganz Mordor ins Feld ziehen, wenn er nicht ein Geist ist? Gar nicht ist die Antwort und das habe ich dann auch eingesehen. Das Spiel ist voll darauf ausgelegt, dass man als Geist eine menge drauf hat! Wir klettern scheinbar unbesteigbare Bauwerke hinauf, reiten auf wilden Bestien durch die Steppe oder nutzen Geisterpfeile, um Feuerstellen zum explodieren zu bringen. Dass sind nur einige Möglichkeiten, Verwirrung und Angst unter den Orks zu stiften. Diese entpuppen sich jedoch teilweise als nicht mal so einfaches Kanonenfutter. So kann ein Ork uns nicht das Wasser reichen, braucht aber seine 2-3 Schwerthiebe, bevor wie ihn massakrieren können. Und diese 2-3 Schläge sind immer dann kritisch, wenn wir es mit einer ganzen Horde dieser Unholde zu tun haben. In Gruppen sind die Kerle nämlich recht gefährlich und können bei Unachtsamkeit eines unsere Geisterleben kosten. Besonders gefährlich wird es in den Festungen und Lagern der Orks; Erregen wir zu viel Aufmerksamkeit, werden die Leuchtfeuer entzündet und halb Morder macht sich auf, uns ans Leder zu gehen. Hier ist vor allem in der Anfangsphase Flucht die einzige Rettung.

Mittelerde Mordors Schatten Kampf gegen Orks

Eine lebendige Welt

Sind wir dem Feinde dann doch erlegen, ist das Spiel nicht beendet, sondern wir erwachen auf einem der Geister-Türme, welche wir im Spiel aktivieren und ab da als Schnellreisepunkte wählen können. Schnellreisen sind auch bitter nötig, ist die Welt von Mordors Schatten doch recht groß! Und überall ist was los; In Lagern essen die Orks Fisch und trinken Grog, in den Steinigen Schluchten müssen menschliche Sklaven Zwangsarbeit verrichten und in den Graslanden suchen orkische Jagdtrupps nach neuen Bestien für Saurons Armee. All dieses Kleinigkeiten sind gut umgesetzt und erschaffen tatsächlich Atmosphäre! Orks patrouillieren, misshandeln Sklaven oder raufen untereinander – Großartig! Und wo wir schon bei raufendes Orks sind; Ziel des Spiels ist es, die Führer von Saurons Armee zu stellen. Das ist jedoch einfach gesagt als getan, versperren Bosse und Häuptlinge unseren Weg zur wahren Führung. Stück für Stück müssen wir uns daher die Karriereleiter hinauf meucheln und verhelfen einem uns wohl gesinnten Ork zum Aufstieg in der Hierarchie. Wie es diesbezüglich weiter geht, weiß ich aber noch nicht, so habe ich das Spiel ja zunächst nur angespielt und bisher erst 7 Stunden in dieser Welt verbracht.

Mittelerde Mordors Schatten - Im Busch versteckt

Spielspaß garantiert

Trotzdem kann ich jetzt schon sagen; Mittelerde: Mordors Schatten macht enormen Spaß! Das liegt zum einen an der fast Fehlerlosen technischen Umsetzungen und auf der anderen Seite an der grandiosen Atmosphäre, welche durch die glaubhafte Welt und die tolle spielerische Umsetzung daher kommt. Die Kämpfe gegen die Häuptlinge und Anführer der Orks sind zum Teil kein Zuckerschlecken und können ziemlich frustrieren! Werden wir von einem Diner Saurons umgehauen, können wir uns auf darauf gefasst machen, bei einem späteren Zusammentreffen damit aufgezogen zu werden. Weiterhin können wir bereits besiegte Gegner wiedertreffen, welche deutliche Narben aus Kämpfen mit uns davongetragen haben. Das ist toll und motiviert ungemein. Auch ist das Sterben anders angesetzt, als wir es gewohnt sind. Denn hier geht es nicht um eine bestimmte Anzahl von Leben, sondern einen bestimmten Grad ein Einfluss in Saurons Armee. Sterben wir, vergeht Zeit im Lande Mordor und die Orks fechten Machtkämpfe untereinander aus, wobei wir gewonnen Einfluss verlieren können, weil zum Beispiel schon besiegte Anführer durch neue ersetzt werden oder einer unsere „Jungs“ von seinem Posten verdrängt wird. Das ist ein völlig neuer, spielerischer Ansatz, den ich in dieser Form noch nie gesehen habe. Dabei funktioniert das ganze auch noch wirklich gut und macht, wie schon erwähnt, einen höllischen Spaß!

Mittelerde Mordors Schatten - Es rollen Köpfe

Fazit

Ich will nun versuchen ein Fazit zu ziehen, auch wenn dieser Beitrag noch sehr unvollständig ist. Ich habe Mittelerde: Mordors Schatten nun 7 Stunden angespielt und bin sehr begeistert! Ich bin gespannt, was mich noch erwartet und wie die Entwickler den späteren Spielverlauf umgesetzt haben. Auch sind die Story-Stränge rund um Gollum und die mächtigen Zauberringe fantastisch und schön erzählt! Ich für meinen Teil war lange von keinem Spiel so sehr beeindruckt und vor allem spielerisch befriedigt. Hier schaut man nicht 1-2 Stunden rein und ist dann gelangweilt, sondern will die Kniffe des Games erlernen und Spaß in der Welt haben. Weiterhin lockt die Handlung und auch die Charaktere wissen zu überzeugen. Mir fällt es schwer hier überhaupt etwas negatives zu finden und will es zunächst auch nicht tun, vielleicht kann ich ja in meinem zweiten Bericht zum Spiel, nach durchspielen desselben, etwas kritisieren, aber im Moment will ich einfach nur Orks jagen!

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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