Mittelerde: Schatten des Krieges – Lootboxen im Vollpreistitel

Vollpreisspiel, Expansion-Pass und Mikrotransaktionen – COOL!

Wow – Das Lootboxen dann doch so schnell an Bedeutung gewinnen, hätte ich vor einem Jahr eigentlich nicht angenommen. Während sich diese Form von Mikrotransaktion eigentlich nur in Free2Play Titeln finden sollte, haben sich die blöden Boxen mittlerweile auch in Vollpreistiteln etabliert und meine Fresse ist das mal wieder ein ekelhaftes Phänomen. Wie weit wollen große Publisher und Entwickler eigentlich noch gehen? Besthesda verhökert Modifikationen und Warner Bros. integriert „Mikrotransaktionen“ (sind ja eigentlich Makrotransaktionen lel) in ein Spiel für 60 Euro mit Expansion Pass für 40 Euro – Wow. Doch wie teuer sind die die Lootboxen eigentlich?

Tja; Lootboxen, fernab von Free2Play Spielen, welche mit Echtgeld erstanden werden müssen (oder wie hier können), haben in meinen Augen KEINE Daseinsberechtigung. Es geht dabei nicht um optional oder nicht – Wenn ich mir ein Vollpreisspiel kaufe, möchte ich Zugang zum ganzen Spiel; Ohne wenn und aber! Warner Bros. versucht hier wohl die Grenzen auszutesten, denn die Preise für fiktive Ingame-Währung sind immens. Hier die Preise im Überblick: 

  • 500 Gold – 4,99 €
  • 1050 Gold – 9,99 €
  • 2200 Gold – 19,99 €
  • 5750 Gold – 49,99 €
  • 12.000 Gold – 99,99 €

Jo; 5 Euro für die kleinste Anzahl, man kann aber auch direkt 100 Euro auf den Kopf hauen. Lustig, wenn man bedenkt, dass der Titel selbst mit dem Expansion Pass sowieso schon stolze 100 Euro kostet. Die Boxen können dabei auch ohne Echtgeld (also mit der Ingame-Währung) erworben werden, was die Sache für mich aber nicht besser macht! Ich meine was ist das für ein Argument: „Ohhh, das Vollpreisspiel mit teurem Expansion Pass kann man auch ohne zusätzliche Kosten für Lootboxen durchspielen.“ – Wie gnädig! Geben wir dem Spiel eine Bestwertung! Ups, das haben diverse große Magazine fast uneingeschränkt gemacht? Toll. Versteht mich nicht falsch; Die Qualität eines Spiels wird nicht allein durch blöde Lootboxen bestimmt und vielleicht ist Schatten des Krieges auch ein gutes Spiel (ich fand es auf der gamescom übrigens enttäuschend), aber dieser Umgang mit den Spielern MUSS doch kritisch beleuchtet werden! Wie kann der Einsatz von Lootboxen in einem solchen Spiel in diesem Umfang nicht kritisch hinterfragt werden und zur Abwertung des Spiels führen? Stattdessen ließt man dann überall: „Ja, solche Boxen sind scheiße, aber hey, man MUSS sie ja nicht kaufen, alles super!“. Ja. Total super. Ist ja nicht so, dass die Spiele letztlich dann so ausgerichtet werden, dass der Kauf solcher Boxen für den Spieler interessanter wird – Langfristig wird eine solche Entwicklung dafür sorgen, dass Spiele im Gameplay so verändert werden, dass man die Boxen kauft oder sich dumm und dämlich spielt, weil man kaum vorankommt. Denn ja, es geht ums Geschäft und sobald die Existenz solcher Boxen erst mal komplett etabliert ist, wird man dazu übergehen, sie dem Spieler aufzudrängen – Das ist keine böse Vermutung – Darauf läuft es hinaus; Genau das ist das Geschäftsmodell. Dann wird nur interessant, wie man das umsetzt – Free2Play-Games und MMORPGs zeigen, wie es laufen wird; Entweder wird man auf kosmetische und tatsächlich optionale Inhalte setzen, oder konsequent auf für das Spiele relevante Inhalte – Und in Schatten des Krieges betrifft es bereits Inhalte, die direkt das Spiel betreffen.

Fazit

Ich meine man muss sich das mal durch den Kopf gehen lassen; Ein Vollpreisspiel im Singleplayer bietet kostenpflichtige, mit Glücksspiel-Elementen verbundene Inhalte, welche dem Spieler ein schnelleres durchspielen des Titels, besseres vorankommen ermöglichen – Man soll also Geld zahlen, um ein Spiel weniger spielen zu müssen. Ich meine da hört es bei mir einfach auf; Ich kann verstehen, wenn man in einem Free2Play-Spiel ein paar Kröten für einen coolen Skin lässt oder seinem Charakter im liebsten MMORPG eine schicke Robe besorgt – Aber hier wird wie gesagt damit geworben, ein 60 Euro (optional 100 Euro) Spiel schneller durchzuspielen. Was sagt das über das Spiel an sich aus?!

Ich hoffe einfach, dass der Frust der Spieler die Entwicklung der Lootboxen bremst bzw. in eine andere Richtung lenkt. Es ist für mich kaum zu fassen, wie dreist man versucht, Spieler auszunehmen, denn ehrlich gesagt sind solche Lootboxen für mich nichts anderes. Da hat selbst das schlechteste DLC eine größere Daseinsberechtigung, denn diese bringen zumindest neue Inhalte ins Spiel – Lootboxen verteilen vorhandene Inhalte einfach zufällig und DAS ist für ein Singleplayer Vollpreisspiel eine absolute Frechheit.

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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  • Der Omnipoet

    Gudee Moje,
    Ja was soll man dazu noch sagen, ich bin ja auch ziemlich kritisch dieser Entwicklung gegenüber eingestellt.
    Lootboxen machen Sinn in einem Free2Play-Titel, wenn dadurch nicht Pay2Win gefördert wird. Dann sag ich dagegen absolut nichts.
    Ach mich regte diese Scheiße schon in Battlefield 4 auf. „Battlepacks“ und auch dort alle so: „Ja man muss die ja nicht kaufen… Man hat für Battlefield 4 mit Premium (Season Pass) 120€ damals zu Release bezahlt. Das war schon eine unglaublich unverfrorene Frechheit. Ich wollte mir das Spiel deshalb eig. niemals kaufen. Aber meine bescheuerten Freunde, die zunächst auf meiner Seite waren, kauften sich dann doch nach und nach BF4… ich ließ mich dann auch überreden, letzten endes war es genau das, was ich erwartet hatte, ein etwas besseres BF3 (wobei das auf die Hit-boxen nicht zutrifft.) Ich sag’s mal so, ich hab kein Battlefield so wenig gespielt wie BF4, dieser schiere Wasserfall an Lootdreck, Skins, Mods und neuen Waffen war mir schlichtweg viel zu übertrieben.
    In Battlefield 1 war mir das dann egal, ich meine sorry, aber endlich 1 Weltkrieg, endlich ein nicht komplett ausgelutschtes Szenario/Thema, endlich Doppeldecker fliegen. Mir war wirklich egal was fürn Müll EA sich diesmal einfallen lässt um die Leute abzuzocken. Aber ‚SURPRISE‘ außer einem überteuerten Premium Angebot, stellten die Battlepacks tatsächlich nur Kosmetik zur Verfügung und seltene Nahkampfwaffen, zwar nervte mich alleine die Tatsache das man diese Battlepacks mit Echtgeld bezahlen kann, aber man verdient auch als Ottonormal-Zocker soviel Schrott (Die Ingamewährung für Battlepacks in BF1) das man das absolut nicht nötig hat. Wichtig war mir, das die Battlepacks keine Einfluss auf den Progress haben, was in BF1 definitiv nicht der Fall ist, zum Glück! Hier würde ich sogar sagen, das es das beste Lootsystem von allen Battlefield hat, da man durch Leveln sogenannte Kriegsanleihen bekommt, womit man sich anschließend frei entscheiden kann, welches Gadet, welches Fahrzeug oder welche Waffe ich mir als nächste Freischalte. Dann gibt es Klassenquests, Wochen Quests und Event-Missionen die es zu erfüllen gilt, für tolles Zeug oder massig EP, clever gelöst wie ich finde.
    Anders sieht das in dem bald erscheinenden Battlefront 2 aus…
    Ich hab die Open Beta gespielt und konnte kaum fassen was ich dort sah.
    Jajajaja… zuerst labert EA alle voll „Wir verzichten diesmal auf de Season Pass!“ Alle so: „YEAH!“. Kaum startet man die Open Beta alle so: „………………………………. WTF!?“
    Warum ? Nun, die Spaßvögel von EA haben auch hier wieder Lootboxen (Lootcrates) eingefügt. Soweit so schlimm, diesmal aber droppen diese Lootboxen neben Spacecards für geiles Moves und Fähigkeiten(Total Useless) der einzelnen Charaktere auch eine Ingamewährung namens „Craftingmaterial“… Nun ist es so das man auch Waffen bisher nur aus den Lootboxex bekommt, sprich man schaltet neue Waffen nur durch Lootboxes frei, nicht durch das Leveln, nicht durch sammeln von EP, nicht durch „Credits“ (eine andere Ingamewährung) nicht durch Quests oder Aufgaben wie in BF1… nein nur durch Lootboxes und jetzt kommt die Härte. Hat man das glück und bekommt ne neue Waffe gedroppt, könnte man diese auch verbessern, doch dafür braucht es Craftingmaterial -> Craftingmaterial bekommt man nicht wie in BF1 am ende einer jeden Runde als Belohnung, oder durch das verschrotten von Skins, sondern ONLY aus Lootboxes und zwar RANDOM!!! Also man bekommt nicht aus jeder Lootbox Craftingmaterial sondern nur Random, wenn man das Glück hat und bekommt den Dreck, sind es irgendwas zwischen 10-20 Stück! Um eine Waffe zu verbessern, braucht es einmalig !!!600!!! Craftingmaterial und pro Verbesserung jeweils !!!100!!! Craftingmaterial, DAS SIND SAGE UND SCHREIBE 900 CRAFTINGMATERIAL!!! Als ich das gesehen hab hätte ich am liebsten das EA-Studio angezündet. AngryJoe hat sich darüber genau so aufgeregt wie ich und sogar noch mehr, er hat ausgerechnet wieviel Stunden man spielen müsste um eine Waffe komplett Freizuschalten, dass kann man sich hier anschauen: https://youtu.be/ne4CnyNW9O4

    Durch die Tatsache das man also mit Lootcrates -> Progress macht, hat Battlefront ein Pay2Win Modell !!! Achso und viele werden sich jetzt fragen: „Aber du hast du eben noch die Credits erwähnt, was machen die denn ?“ … nun meine Freunde, damit könnt ihr außer Lootboxes nicht weiter kaufen… yep.
    Das ganze ist wirklich richtig abgefuckt und eig. wollte ich mir Battlefront 2 vorbestellen, aber in Hinblick darauf wievielt Ziet ich investieren müsste, um in diesem Spiel (ohne Geld in die Lootcrates zu schütten) einigermaßen guten Progress zu machen, werde ich dies jetzt nicht mehr tun und abwarten ob dieser Scheißdreck bis zum Final Release noch immer Teil des Spiels ist. Falls ja, wird es für mich kein Battlefront 2 geben.
    Nun schreibst du… das es diesen Mist schon in einem max. 100€ teuren Singeplayer Action-RPG’s gibt… und dann auch noch Progressabhängig. Junge, ich Kotz im Strahl.
    Da bleibt nur zu hoffen das die Leute diesen Blödsinn entschieden eine starke Kante zeigen.
    Bis dahin zock ich weiter Starbound.