MS Paint – Der vermeintliche Tod des Malprogramms

Microsofts reagiert schnell und verhindert schlimmeres – Paint bleibt!

Da war ja wieder was los; Da kündigte Microsoft mehr oder weniger das offizielle Ende vom Hauseigenen Malprogramm Paint an und das Internet steht teilweise Kopf. Aber fangen wir von vorne an. Im Rahmen des Windows 10 Fall Creators Update (Redstone 3) veröffentlichte Microsoft eine Liste von Funktionen und Programmen, welche mit dem Update entfernt oder in andere Software integriert werden sollen. Auch Microsoft Paint ist auf dieser Liste vertreten und wird als „veraltet“ bezeichnet, wonach nach dem kommenden Update Paint auf Windows-10-Rechnern nicht mehr installiert sein soll. Paint zählt zu einem der ältesten Windows-Programme, die bis heute beständig auf dem Betriebssystemen vorinstalliert waren und auch genutzt wurden. Seit gut 32 Jahren, damals erstmals unter dem Namen Paint auf Windows 95 erschienen, gehört Microsofts Malprogramm zur Grundausstattung von Windows. Nun gilt die Software offiziell als veraltet und Microsoft versäumte es zunächst, auf die Zukunft des Programms einzugehen, man verwies lediglich auf Paint 3D, welche die Funktionen von Paint abdecken würde.

Nach aufkommender Kritik reagiert Microsoft

Dies löste in den folgenden Stunden eine massive Reaktion im Netz hervor, denn tatsächlich scheint Paint vielen Nutzern (inklusive mir) ans Herz gewachsen zu sein und zahlreiche Stimmen forderten die Erhaltung der Software. Microsoft reagierte nun auf den aufkeimenden Shitstorm und besserte nach – Microsoft Paint wird zwar nicht mehr zu den vorinstallierten Programmen von Windows gehören, erhält aber einen Platz im Windows Store und kann dort weiterhin (natürlich kostenlos) als Download bezogen werden. Dies sichert Microsoft in einem offiziellen Blogeintrag zu, welcher auch zeigt, dass bei Microsoft von der Reaktion der Netzgemeinde ziemlich überrascht war. So schreibt Microsofts Managerin Megan Saunders im besagten Blogeintrag:

„Wenn es etwas gibt, was wir gelernt haben, dann dass MS Paint nach 32 Jahren viele Fans hat. Er ist erstaunlich zu sehen, wie viel Liebe unserer treuen, alten App entgegengebracht wird.“

„MS Paint wird bleiben, es wird lediglich ein neues Zuhause erhalten. Im Windows Store wird es weiterhin kostenlos zur Verfügung stehen.“

Nostalgie siegt

Dennoch betont Saunders, dass die Funktionen von Paint vom neuen Paint 3D (welches sich deutlich von Paint unterscheidet) abgedeckt werden. Trotzdem wird Paint weiterhin als separates Programm angeboten. Ich glaube kaum, dass Microsoft das von Anfang an so handhaben wollte, viel mehr war dies eine schnelle Reaktion auf die Rückmeldung der User, die sich erbost über das mögliche Ende von Paint zeigten. Microsoft reagierte so schnell, dass der wirkliche Shitstorm noch abgewandt werden konnte. Natürlich ist Paint, betrachtet man lediglich die Funktionen, heute kein aktuelles Programm mehr. Dennoch ist die Nostalgie und die Bindung der Nutzer an die altgediente Software groß; Ich selbst habe meine erste Erfahrungen am Computer überhaupt mit Paint gemacht und auch heute nutze ich das Programm ab und an, um zum Beispiel schnell und unkompliziert Bildformate zu ändern. Und ja, ich male sogar manchmal noch mit Paint, einfach so, ohne „gestalterischen“ Anspruch. Klar ist aber auch, dass Paint in Sachen Bildbearbeitung keine Relevanz mehr aufweist, auch wenn es durchaus einige Künstler gibt, die mit Paint arbeiten und unter anderem beeindruckende Ergebnisse erzielen.

Ich bin froh, dass MS Paint weiterhin vorhanden sein wird – Auch wenn ich weiß, dass Paint allein aufgrund von Nostalgie (und auch Gewohnheit) einen Platz in unseren Herzen erlangt hat, nicht weil wir es alle täglich nutzen und seine technischen Funktionen schätzen. Es zeigt, wie stark eine emotionale Bindung zu einer Software werden kann und wie viel der Faktor Nostalgie (auch abseits von Videospielen) eigentlich ausmacht.

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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