Pans Labyrinth

Eine düstere Geschichte voller fantastischer Wesen und einer erschreckenden Realität – Ein wahres Meisterwerk!

Wenn ich mal einen wirklich beeindruckenden Film gesehen habe, scheue ich keine Sekunde davor, über das neu entdecke filmische Meisterwerk zu berichten (Donnie Darko, District 9 oder auch Children Of Men). Gestern hat meine Freundin den Film Pans Labyrinth von dem spanischen Reggiseur Guillermo del Toro (Bekannt unter anderem für die Hellboy Filme) „angeschleppt“ und gemeint: „Der ist bestimmt was für Dich, lass uns den mal anschauen“. Kurz den Trailer auf YouTube betrachtet und schon war ich begeistert – Das sieht echt interessant aus und schon war der Filmabend gesichert – Das was verbirgt sich hinter dem mystischen Titel und ist der Film zu empfehlen?

Pans Labyrinth - Auf dem Weg zu Pans Labyrinth

Die Story

Pans Labyrinth präsentiert sich als recht schweres Fantasy-Drama und verbindet elegant Realität mit einer fiktiven, fantastischen aber durchaus düsteren Fantasy Welt, eingebettet in einem historischen Kontext gepaart mit dem tragischen Schicksal eines kleinen Mädchens. Die Handlung setzt im Jahre 1944 im Faschistischen Spanien unter Franco ein. Der Spanische Bürgerkrieg ist seit gut 5 Jahren vorbei und dennoch kämpfen versprengte Partisanen-Verbände gegen die faschistischen Machthaber im Land. Zu dieser Zeit lässt der fanatische Hauptmann Vidal, der in den Bergen Nordspaniens mit seiner Truppe stationiert ist, seine hochschwangere Frau Carmen zu sich holen. Die beiden haben erst vor kurzem geheiratet und aus erster Ehe bringt Carmen noch ihre zehnjährige Tochter Ofelia mit. Schon auf dem Weg zum Hauptmann trifft Ofelia bei einem ungeplanten Stopp mitten im Wald auf ein Wesen (Stabschrecke), welches aus einer verwitterten Steinstatue krabbelt und sich ungewöhnlich verhält.

Pans Labyrinth - Vidal

Doch schnell wird der Stopp unterbrochen und Mutter und Tochter kommen bei Hauptmann Vidal, Ofelias neuem Stiefvater an. Dieser zeichnet sich besonders durch brutalstes Vorgehen gegen die in den Bergen kämpfenden Partisanen aus. Der Sadist mit kaltem Herzen sieht Ofelia schnell als Störfaktor, was sich schon früh zeigt. Sein Interesse gilt am ehesten seinem ungeborenen Kind, welches er von Carmen erwartet. Seine Gedanken sind getrieben von dem Gedanken einen Sohn zu haben, der sich seiner erinnert und die Familienlinie als Stammhalter fortsetzt. In dieser Zukunft hat Ofelia keinen wirklichen Platz und das merkt das junge Mädchen schnell. Neben dem Sitz des Hauptmanns, einer alten Mühle, befindet sich ein steinernes Labyrinth, welches Ofelia schon kurz nach Ankunft entdeckt – Dieses Labyrinth soll schon seit frühsten Zeiten an dieser Stelle stehen. Schon in der ersten Nacht im neuen Heim taucht die Stabschrecke erneut auf und führt das Mädchen in die Mitte des Labyrinths, wo sie den Pan trifft – Ein mystisches Wesen, welches seinen realen Bezug aus der griechischen Mythologie zieht. Ein Pan ist ein Mischwesen aus Mensch und Widder und ist der Gott des Wlades und der Natur. Bei diesem ersten Treffen berichtet der Pan von der Vergangenheit Ofelias, die als Tochter eines Königs in einer anderen Welt lebte und verloren ging. Nun wäre sie zurückgekehrt und könnte die Reise in ihr Reich antreten, um diese Welt vor dem langsamen Verfall zu bewahren. Doch müsse sie drei Prüfungen bestehen, damit klar würde, dass der Einfluss der Menschen sie noch nicht zu stark beeinflusst hat und sie bereit ist, in ihre Welt zurückzukehren.

Pans Labyrinth - Pan und Ofelia

Es geht erst richtig los

Im Folgenden erlebt das Mädchen grauenhafte Abenteuer, in welchen sie die Prüfungen mehr überlebt als besteht. Zeitgleich tobt der Kampf gegen die Partisanen, welche auf einen Sieg gegen Francos Truppen hoffen. Folter und Erschießungen werden alltäglich und die Welt des Pans erscheint in diesem Kontrast nicht mehr düster, sondern als bessere Alternative. Im Laufe des Film kommt Ofelia zum Kinderfresser, der in meinen Augen neben dem Pan selbst grandios gespielt wurde und einer der coolsten Horror-Wesen überhaupt darstellt – Hier hat man sich nicht allein auf Spezial-Effekte verlassen, sondern auch mit Kostümen sowie der schauspielerischen Leistung gearbeitet – Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Doug Jones (Coldmirror Fans aufgepasst) spielt sowohl den Pan als auch den Kinderfresser und macht seinen Job ausgesprochen gut. Doch auch die anderen Schauspieler leisten einiges, Fiesling Vidal schafft es schon nach kürzesten Sequenzen allen Hass auf sich zu ziehen.

Pans Labyrinth - Der Menschenfresser

Fazit

Um nicht zu spoilern will ich an dieser Stelle auch nicht mehr viel verraten – Eines sei jedoch gesagt: Der Film macht seine Sache gut und meistert den Spagat zwischen Fiktion und Realität, lässt dabei genug Spielraum für eigenen Auslegungen, die nach dem Schauen einen guten Nährboden für intensive Diskussionen schaffen. Ich und meine Freundin haben lange überlegt, wie genau jetzt verstanden werden kann, sind aber zu dem Schluss gekommen, dass das wohl jeder selbst entscheiden kann und muss – Ein Film der das schafft, muss gut sein. Ich will Euch dieses Meisterwerk des spanischen Regisseurs Guillermo del Toro ans Herz legen und richte meinen Appell an alle Fans von Fantasy Filmen aus. Die historischen Bezüge sind gut gewählt, politische Aussagen können gefunden werden und letztlich ist die fantastische Welt grandios düster und verdammt stark in Szene gesetzt. Ein Meisterwerk, welches einen festen Platz in meiner Liste von exzellenten Filmen eingenommen hat!

 

 

 

 

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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