PC Gaming – Wie finde ich den richtigen CPU für mich?

Gezeigt wird ein AMD Ryzen 5 3600 Prozessor in einer Nahaufnahme von oben.

Wer sich mit neuer Hardware eindecken oder gleich einen neuen Gaming-PC zusammenstellen will, muss sich früher oder später mit den jeweiligen Komponenten auseinandersetzen. Neben der Grafikkarte und dem Mainboard ist vor allem der Prozessor entscheidend für die Funktionalität Deines PCs. Beim Kauf sollte auf diesen Bestandteil unbedingt höchste Sorgfalt gelegt werden. Nichts ist ärgerlicher, als eine super Grafikkarte, schnelle Festplattenspeicher und tolle Lüfter verbaut zu haben, nur um durch einen zu schwachen Prozessor ausgebremst zu werden. Immerhin ist der Prozessor so etwas wie das Herz oder vielleicht sogar besser das Gehirn eines PCs, über welchen alle Rechenoperationen laufen – hier will man also besser nicht sparen.

Das Zentrum Deines PCs

Prozessoren werden oft auch einfach CPU (Central Processing Unit) genannt und steuern, wie schon gesagt, eigentlich alle Vorgänge in einem PC. Es geht also darum, wie die verschiedenen Komponenten zusammenarbeiten, welche Programme ausgeführt und was wie im System dargestellt werden soll. Je mehr Befehle ein Prozessor pro Sekunde ausführen kann, desto besser ist er grundsätzlich. Natürlich spielen dabei noch zahlreiche weitere Faktoren eine wichtige Rolle – unlängst sind CPUs extrem leistungsstark und werden beständig weiterentwickelt. Moderne Gaming-Prozessoren haben schnellere Taktgeschwindigkeiten, größere Speicher für den Cache und höhere Thread-Zahlen.

Gar nicht so leicht zu überblicken, auf was man nun eigentlich zu achten hat. Zunächst ist es entscheidend, genau zu wissen, für was Du Deinen Prozessor eigentlich brauchst. Das ist insofern wichtig, als dass viele Prozessoren für bestimmte Schwerpunkte optimiert sind – ergo lässt sich nicht jeder Prozessor in einem beliebigen System optimal einsetzen.

Für was soll mein CPU genutzt werden?

Die erste Frage sollte wohl sein: möchtest Du ein mobiles System oder einen klassischen Desktop-PC? Sei dabei möglichst ehrlich zu Dir selbst, denn die Wahl zwischen Gaming-Laptop und Desktop-PC hat massive Auswirkungen auf Deine Auswahl und die Preise. Die Mobilität eines Laptops kostet Geld und Rechenpower – Prozessoren in Laptops sind zum Beispiel darauf ausgelegt, möglichst wenig Energie zu beanspruchen, damit der Akku des Geräts nicht zu stark belastet wird. Das drückt natürlich die Leistung. Zudem müssen eigentlich alle Komponenten kleiner sein, damit sie in das deutlich kleinere Gehäuse passen, was ebenfalls die Leistung abschwächt oder den Preis für gleiche Leistung in die Höhe treibt. Zudem können Laptops nicht so gut gekühlt, gereinigt und modifiziert werden. Dadurch sinkt auch die Lebenspanne eines Gaming-Laptops deutlich. Dafür lässt sich ein Laptop bequem mitnehmen und kann überall zum arbeiten oder zocken genutzt werden – hier muss jeder selbst abwägen, wie wichtig einem die Mobilität des Geräts ist.

Danach solltest Du für Dich abklären, für was Du Dein System genau nutzen willst. Wer lediglich auf Office-Anwendungen und Surfen aus ist, muss natürlich in einen weniger potenten Prozessor investieren – logisch. Für Gaming sind dann die besonders leistungsstarken Prozessoren notwendig. Doch willst Du nur zocken oder möchtest Du vielleicht auch Streamen oder Videos bearbeiten? Wenn ja, solltest Du diese Faktoren auf jeden Fall auch bei der Auswahl Deiner Hardware berücksichtigen.

Wie funktioniert ein Prozessor? Worauf sollte ich achten?

Nachdem Du nun also grob weißt, wofür Du Deinen neuen Prozessor nutzen willst, solltest Du mehr über die Funktionsweise herausfinden. Nur wenn Du in groben Zügen verstehst, was die technischen Angaben eines Prozessors eigentlich für Dich und Deine Bedürfnisse bedeuten, kannst Du das Angebot beurteilen. Das gilt natürlich auch für alle anderen Hardwarekomponenten!

Dabei ist es ratsam, sich zunächst mit den wichtigsten Aspekten wie Anzahl der Kerne oder der Taktgeschwindigkeit zu befassen (später dazu mehr). Das hilft auch dabei, wenn Du Dir Hilfe suchst. Besonders für Anfänger und Laien ist die Beurteilung von Hardwarekomponenten schwer zu überschauen. Daher würde ich immer empfehlen, einen Freund, der sich damit auskennt, zu Rate zu ziehen oder in Experten-Foren nach Hilfe zu fragen. Je mehr Du selbst bereits über die Materie und Deine Bedürfnisse Bescheid weißt, desto leichter kann man Dir helfen! Besonders wenn Du planst einen kompletten Gaming-PC zusammenzustellen, sollte Dir jemand über die Schulter schauen, damit am Ende ein optimales Paket für Dich geschnürt werden kann.

Doch kommen wir zu den beiden wichtigsten Aspekten eines Prozessors:

  • CPU-Taktfrequenz: Die Taktfrequenz eines Prozessors vermittelt uns grob, wie viele Anweisungen die CPU pro Sekunde verarbeiten kann. Gemessen wird diese Frequenz in Gigahertz (GHz). Im Grunde gilt, wie Eingangs schon erwähnt: je höher die Taktfrequenz, desto besser.
    Zum Verständnis ein Beispiel: Ein Prozessor mit einer Taktfrequenz von 3 GHz kann also Pro Sekunde 3 Milliarden „Takte“ ausführen. Ein Prozessor mit 6 GHz entsprechend 6 Milliarden „Takte“ pro Sekunde.

    Jedoch darf man die Taktfrequenz nicht alleinstehend betrachten! Besonders die Anzahl von Kernen ist heute dafür entscheidend, wie effektiv ein Prozessor tatsächlich arbeiten kann.

  • CPU-Kerne: Aktuelle Prozessoren arbeiten mit immer mehr Kernen. Diese Kerne funktionieren grob gesehen wie kleine Prozessoren, die es der CPU ermöglichen, mehrere Anweisungen gleichzeitig ausführen und zu verarbeiten. Besonders im Gaming sind zahlreiche Kerne notwendig, um die aufwändigen Spiele berechnen zu können. Eine noch größere Bedeutung erlangen die Kerne, wenn es um zusätzliche Berechnungen geht. Diese entstehen zum Beispiel, wenn wir während des Spielens noch Streamen oder aufwändige Videoprojekte bearbeiten wollen – bei diesen zusätzlichen Prozessen können die Kerne voll ausgelastet werden und haben einen Mehrwert.

Natürlich gibt es noch einige weitere Faktoren, die bei Prozessoren eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel kann man durch Übertaktung noch mehr Leistung aus bestimmten (und dazu fähigen) Prozessoren kitzeln – jedoch müssen alle anderen Hardwarekomponenten für solche Spielereien ausgelegt sein, damit es zu keinen Problemen kommt. Darum gilt auch hier: zieht unbedingt fachkundige Freunde zurate oder sucht online nach Expertenmeinungen!

Wie viel Power benötigt mein Prozessor eigentlich?

Der letzte Schritt ist nun die Auswahl. Der Markt bietet zahlreiche Prozessoren für verschiedenste Bedürfnisse und Geldbörsen. Du solltest alle Deine Hardwarekomponenten im Zusammenspiel betrachten und so entsprechend Deine Wahl treffen. Wenn Du unsicher bist, wie viel Leistung Du eigentlich benötigst, können Dir die Mindestanforderungen von Videospielen helfen. Such Dir zum Beispiel drei Games, die Du auf Deinem neuen PC unbedingt spielen willst und betrachte anschließend die minimalen und optimalen Anforderungen. Beachte dabei: oft sind die minimalen Anforderungen kaum ausreichend, um ein Spiel zufriedenstellend oder störungsfrei spielen zu können – peile also eher etwas mehr Power an. Willst Du das Game dann noch parallel streamen? Plane noch mehr Leistung ein!

Zu sehen ist eine Übersicht für die Mindestanforderungen des Spiels Metro Exodus für PC.

Viele Entwickler und Publisher geben umfassenden Informationen zu den Hardware-Anforderungen ihrer Spiele. Dabei werden oft sogar spezifische Anforderungen für unterschiedliche Grafik-Einstellungen gegeben. Aber Achtung: wenn Spiele auf lange Zeit Updates erhalten, können sich diese Angaben langfristig auch wieder ändern – achtet also auf möglichste Aktualität solcher Angaben und verlasst Euch nie blind auf diese Angaben. Dennoch sind sie eine große Hilfe, um abzuschätzen, welche Power Du in Deinem System benötigst. [Bildquelle: Koch Media/Deep Silver]

Hilfreich können auch Benchmarks für die richtige Auswahl des Prozessors sein. Benchmarks bieten einen schnellen und einfachen Vergleich zwischen unterschiedlichen CPUs (oder auch Grafikkarten). Dabei wird deren Leistung in standardisierten Tests verglichen. Seiten wie Toms Hardware bieten zahlreiche solcher Benchmarks an.

Fazit – ein Artikel allein reicht nicht aus

Natürlich kann ein einzelner Artikel Dir nicht klar beantworten, wie Du den perfekten Prozessor für Dich findest. Wer die Aspekte des Beitrags jedoch beachtet, sollte den Grundstein für seine weitere Recherche gelegt haben. Wenn Euch die Thematik interessiert, befasst Euch unbedingt tiefgehend mit der Materie, nutzt weitere Informations- und Vergleichsseiten und fragt in entsprechenden Foren und Communitys nach Beratung. Nur wer bereit ist, sich tiefgehend mit der Materie zu befassen, kann am Ende eine gute Entscheidung treffen.

Wer im Gegenzug einfach nur Zocken möchte, ohne sich ewig den Kopf über ideale Komponenten zu zerbrechen, sollte im Freundeskreis oder dem Internet nach fachkundiger Unterstützung suchen. Wenn Ihr wisst, was die Hardware alles können soll, kann man Euch sicher helfen. Seit aber bei Shops und Kommerziellen-Anbietern immer ein wenig skeptisch, wenn diese Euch etwas besonders tolles empfehlen – vergleicht die Angebote dann unbedingt im Internet oder holt Euch weitere Angebote ein, damit Ihr am Ende auch wirklich das beste für Euer Geld bekommt.

Aktuell ist die Hardware-Landschaft sowieso von saftigen Preisen geprägt – mangelnde Mikrochips sorgen vor allem bei Grafikarten für hohe Preise. Wer aktuell also noch auf ein neues System warten kann, sollte sich unter Umständen in Geduld üben, bis die Preise wieder ein wenig gesunken sind.

Johann von Ti
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