Pen & Paper – Einfach den Schritt wagen und neue Spielwelten entdecken

Dungeons and Dragons Erste Pen-and-Paper-Runde

Du spielst schon länger mit dem Gedanken ein Pen&Paper-Rollenspiel zu begehen, aber bist noch unsicher, ob Du Dich an diese Form des Spielens heranwagen solltest? Vielleicht denkst Du, dass die Regeln zu schwer, der Einstieg zu krampfig oder die ganze Sache zu zeitintensiv wäre, aber ich möchte Dich zunächst ganz klar ermutigen, dieser Idee weiter nachzugehen! Denn Pen&Paper bietet eine wirklich wundervolle Spielerfahrung, die enormes Potenzial entfalten kann. Aber kommen wir mal zum Einstieg und möglichen Bedenken!

Ihr habt also Lust auf ein wenig Pen&Paper und würdet gerne loslegen? Dann ist das schon mal das wichtigste, denn Pen&Paper lebt, wie jedes Spiel, von der Motivation der Spieler. Wer also Lust auf diese Form des Spielens hat, bringt schon die wichtigste Voraussetzung mit. Natürlich sind auch Mitspieler nicht ganz unerheblich und ein paar, ebenfalls motivierte oder zumindest interessierte Freunde, sind wünschenswert. Ich würde sagen, dass man mindestens vier bis sechs Leute zusammenbekommen sollte, die Lust haben, sich an Pen&Paper heranzuwagen. Bedenkt dabei, dass einer in der Gruppe dann der Spielleiter oder Dungeon Master ist, welcher die Handlung erzählt, die Spielwelt beschreibt und die Nichtspieler-Charaktere steuert. Seid Ihr also vier Leute (wie in meiner Gruppe), gibt es „nur“ drei Spieler.

Sollte Euer Freundeskreis dem ganzen nicht so aufgeschlossen sein, scheut Euch nicht, in Eurer Umgebung nach bereits existierenden Gruppen zu suchen und Euch entsprechend umzuhören. Ich kann sagen, dass die meisten Pen&Paper-Spieler sehr aufgeschlossen und neuen Spielern gegenüber offen eingestellt sind. Hier können schnell neue Freundschaften geknüpft werden und viele Gruppen freuen sich, einen neuen Mitspieler begrüßen zu dürfen.

Spielsystem

Die Wahl des Systems, also was für ein Pen&Paper Ihr spielen wollt, liegt völlig bei Euch. Es gibt zahlreiche Genres und universelle Systeme, welche jegliches Szenario und Setting zulassen (Fantasy, Moderne, Science-Fiction, Mystery, Horror, Superhelden oder gar Satire). Für Einsteiger eignen sich dabei natürlich zunächst besonders bekannte Systeme, weil diese gut dokumentiert und die Regeln bzw. Hilfen schnell auffindbar sind. Am Ende ist es dabei auch nicht so wichtig, welches System Ihr wählt, denn natürlich kann man in jedem Pen&Paper-Rollenspiel ganz eigene Welten und Hausregeln kreieren, so wie es Euch beliebt. Vergesst nie: Pen&Paper lässt Euch jede Freiheit, nur Eure Fantasie bildet den Rahmen. Ich habe mich damals gezielt für Dungeons & Dragons entschieden, weil ich das Universum, mir zunächst vor allem aus Videospielen bekannt, extrem interessant und spannend fand.

Spielleiter oder Dungeon Master

Habt Ihr genug Freunde auf Eure tolle Pen&Paper-Idee einschwören können und Euch für ein System entschieden, kann es schon fast losgehen. Jetzt muss entschieden werden, wer zunächst den Spielleiter macht. Wer soll Abenteuer erzählen, wer das Spiel gestalten? Wenn Du diesen Artikel ließt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du diese Person sein könntest. Ich als Spielleiter kann sagen, dass diese Rolle besonders spannend und reizvoll ist und ich mittlerweile ungern das Ruder aus der Hand geben würde. Aber nur weil Du vielleicht die ersten Runden leitest, heißt das nicht, dass Ihr Euch nicht in der Gruppe abwechseln könnt. Aber einer muss den Anfang machen und als Spielleiter hat man zunächst die Aufgabe, sich mit dem Spielsystem auseinanderzusetzen und die Grundlagen zu kennen, damit man das Spiel dann auch entspannt leiten kann.

Regeln und Trockenübungen

Natürlich kommt es immer auf das Spielsystem an, aber im Grunde sind Pen&Paper-Rollenspiele gar nicht so kompliziert, wie man zunächst annehmen würde. Es gehört zwar zunächst einige Einarbeitungszeit dazu, besonders wenn man sich als blutiger Anfänger an diese Materie heranwagt, jedoch nichts, was einen verzweifeln lassen sollte. Ich empfehle dabei, wenn das System es anbietet, auf Einsteiger-Sets zurückzugreifen. In Dungeons & Dragons gibt es so ein Set, welches die grundlegenden Regeln, ein paar vorgefertigte Charaktere, ein umfangreiches Abenteuer und einen Satz Würfel enthält. Der Vorteil ist der gegebene Rahmen, welcher Anfängern (wie mir) hilft, in das System einzusteigen. Aber auch hier kann man natürlich selbst entscheiden, wie man damit umgeht. Nur weil zum Beispiel schon Beispiel-Charaktere vorliegen, heißt das natürlich nicht, dass man keinen eigenen erstellen darf und so weiter. Aber für den Anfang sind Vorgaben gut, wenn man noch dabei ist, die Regeln und die Mechaniken zu lernen.

Ihr müsst auch nicht alle Regeln auswendig können (das geht auch kaum, besonders anfangs). Jedoch solltet Ihr grob wissen, wie und wo Ihr die Regeln und Aktionen schnell nachschlagen könnt. Mir hat es im Vorfeld ENORM geholfen, mich mit den anderen Spielern zu treffen und erste, kleinere Trockenübungen zu machen. Dabei lässt man die Spieler Aktionen durchführen oder Kämpfe bestreiten und guckt gemeinsam auf die Regeln. Hier bietet es sich auch an, die Charaktere der Spieler zu erstellen oder auszuwählen, sodass sich jeder vor der ersten Spielsitzung ein wenig auf seine Rolle im Spiel einstimmen kann. Besonders am Anfang erscheint vieles noch unklar, aber durch das Proben kamen wir in Dungeons & Dragons dann doch recht schnell hinter die Mechaniken. Und hat man das Grundsystem erst mal verstanden, ist man bereits gut für die erste Sitzung gewappnet.

Ansonsten würde ich empfehlen, Euch einen etwas größeren Satz an Würfeln zu kaufen. Diese gibt es zum Teil recht preiswert im Internet. Ich habe mir einfach ein Set mit 42 Würfeln gekauft (also sechs mal sieben Würfel, in unterschiedlichen Farben). Dadurch erhält jeder Spieler seine eigenen Würfel und ihr müsste, sollten mal mehrere Würfel der selben Sorte geworfen werden, nicht mehrmals den selben Würfel nutzen. Ins unserer Gruppe war das auf jeden Fall eine sinnvolle Investition, bevor es zur ersten Spielsitzung kam.

Die erste Spielsitzung

Nehmt Euch für die erste Spielsitzung (und generell für Pen&Paper-Runden) ordentlich Zeit mit. Ein ganzer Tag sollte schon mehr oder weniger angesetzt werden, sodass man das ganze als richtiges Event zelebrieren kann. Wenn wir uns zum Beispiel treffen, gibt es Essen, nette Getränke, atmosphärische Musik im Hintergrund und eben die Gewissheit, ausreichend Zeit zu haben. Aber obwohl Pen&Paper pro Spielsitzung eine Menge Zeit verschlingt, lässt sich das in der Regel dennoch ganz gut stemmen. Der Vorteil: Ihr könnt eine Runde jederzeit beenden und zu einem beliebigen Zeitpunkt fortsetzen. Wichtig ist nur, dass Ihr Euch ausreichend Notizen macht, sodass man selbst nach längerer Pause direkt wieder einsteigen kann.

Der Einstieg in ein Pen&Paper-Spiel ist für Anfänger oft ein wenig holprig. Wie beginnen? Wie versetzt man sich in diese Welt hinein? Wie interagiere ich mit den anderen Spielern? Der Spielleiter sollte zur Not ein wenig Starthilfe geben und die Spieler ermutigen, sich zu unterhalten. In der ersten Sitzung lernen sich ja auch die Charaktere der Spieler erstmals kennen, weshalb es Sinn macht, dass ganze mit einem kleinen Szenario zu verknüpfen. Lasst zum Beispiel einen NPC die Charakter mit der Gruppe sprechen, sodass diese direkt in ein Gespräch verwickelt werden. Und sind die ersten Sätze erst mal gesprochen, kommt meist von ganz alleine eine gewisse Dynamik ins Geschehen. Schon unsere erste Sitzung verlief ziemlich gut! Sollte es mal nicht richtig vorangehen oder die Spieler zu lange auf der Stelle treten, obliegt es dem Spielleiter Entscheidungen zu treffen, um die Abenteurer wieder auf Kurs zu bringen. Beginnt die Gruppe zum Beispiel ein langes Streitgespräch über das weitere Vorgehen in einem Dungeon, kann es schon mal passieren, dass ein paar Wächter die Gruppe hören und Alarm schlagen. Dadurch bleibt die Dynamik einer lebendigen Welt erhalten.

Fazit

Es lässt sich also abschließend festhalten: Pen&Paper erfordert zwar etwas Aufwand und Mühe, aber sind die erste Schritte erst mal gemacht, steht einem endloses Spielpotenzial offen, welches dann nur noch vom Faktor Zeit abhängig ist. Wenn Ihr wirklich Lust auf Pen&Paper habt, dann wagt einfach den Schritt! Ich habe einige Jahre mit dem Gedanken gespielt und bin froh, endlich eine Gruppe aufgebaut zu haben. Es ist einfach eine wundervolle Erfahrung und selbst die Freunde, die zunächst etwas skeptischer waren, sind nun vollauf begeistert! Für mich ist Pen&Paper eine der Spielerfahrungen, die mich seit vielen Jahren wieder sehr intensiv erfassen und begeistern konnten.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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