Red Orchestra 2: Heroes Of Stalingrad

Der Shooter mit Anspruch – Teamwork, Deckung und Realismus!

Diesen Beitrag wollte ich eigentlich schon vor geraumer Zeit veröffentlichen, bin aber bisher nicht dazu gekommen, doch heute ist es soweit und wir begeben uns an die Ostfront des Zweiten Weltkrieges. Die Rede ist natürlich von Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad. Da der Fokus des Titels klar auf dem Mehrspieler liegt, will auch ich nur über diesen berichten. Eines sei gesagt; Der Einzelspieler ist im Grunde genau wie der Mehrspieler, nur mit Bots statt echten Spielern und damit langweilig. Doch fangen wir mal an.

Red Orchestra 2 Heroes of Stalingrad Im Feuergefecht

Keine dumpfe Ballerei

Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad verspricht realistische Gefechte zwischen Wehrmacht und der Roten Armee. Das mag sich im ersten Moment wenig besonders anhören, ist am Ende aber einer der wichtigsten Unterschiede zur Shooter Konkurrenz. Denn sind wir ehrlich; Call of Duty, Medal of Honor oder Battlefield bieten in keinem Falle realistische Feuergefechte. Da kann man schon mal durch feindliches Feuer sprinten und sich mit einigen Treffern hinter die nächste Deckung werfen. Wer in Red Orchestra 2 den Kopf auch nur ein wenig aus der Deckung streckt, riskiert direkt einen schnellen digitalen Tod. Ein Treffer kann immer das Ende bedeuten und ohne Deckung eine MG-Stellung zu stürmen, endet immer in einem Blutbad auf der angreifenden Seite. Doch auch gut positionierte Scharfschützen können einen das Leben schwer machen; Keine Minikarte zeigt, woher feindlicher Beschuss herrührt und die weitläufigen Karten lassen unzählige Verstecke zu.

Red Orchestra 2 Heroes of Stalingrad Russen auf dem Vormarsch

Ein Kugel, ein toter Soldat

Damit finden kopflos vorstürmende Rambos so schnell den Tod, dass sie entweder das Spiel verlassen oder in Zukunft zurückhaltender spielen. Wer also nur die neuen Call of Duty Teile gewohnt ist, muss sich nun komplett umstellen. Denn wie vorhin schon angesprochen ist Realismus das Stichwort in diesem Shooter und damit verreißen Waffen deutlich stärker (in einem realistischen Maße eben), Granaten können nicht Kilometerweit geworfen werden, gezielt wird nur über Kimme und Korn (kein Fadenkreuz) und ein Treffer wirft uns zu Boden. Hat man Glück und war es nur ein Streifschuss, können wir uns mit Bandagen verbinden, meist bedeutet ein Treffer aber den Tod.

Red Orchestra 2 Heroes of Stalingrad Russisches MG StellungTaktik geht vor

Damit ist taktisches Vorgehen ein Muss um ohne größere Verluste Boden gut zu machen. Heutzutage wird Teamplay durch einen Shooter nur selten gefördert, hier wird er zur Tagesordnung. In Gruppen rückt eine Einheit, bestehend aus Gewehrschützen, MG-Schützen und MP-Schützen vor und gibt sich gegenseitig Deckung. Besonders Straßen- und Häuserschlachten gestalten sich unglaublich atmosphärisch. Insgesamt sind alle Karten wirklich gut und geben viel her; Die Größe ist immer recht beachtlich und lässt und teilweise auf riesigen Schlachtfeldern aufeinander los. Es gibt eine Hand voll Modi, wobei besonders die Kampagne hervorsticht. Hier tritt man in festen Team in mehreren Runden gegeneinander an und versucht Territorien des Gegners zu erobern. Jedes Territorium besteht aus einer Hand auswählbarer Maps, auf welchen dann das Gefecht ausgetragen wird. In den Kämpfen geht es dann immer um die Eroberung beziehungsweise Verteidigung wichtige Schlüsselposition. Damit gestalten sich die Schlachten ähnlich wie der Rush-Modus in Battlefield, bieten aber durch zusammenhängenden Runden mehr taktische Tiefe.

Red Orchestra 2 Heroes of Stalingrad Deutesche auf dem Vormarsch

Nicht jeder kann ans MG

Die anderen Modi sind eher Standardkost und wurden zumindest von mir eher ignoriert; Da haben wir ein einfaches Team Deathmatch als auch Suchen und Zerstören. Wirklichen Spielspaß hat man aber eher in der Kampagne beziehungsweise in den Modi Countdown und Territory (wird in der Kampagne angewandt). Damit die Klassen wie MG-Schütze, Scharfschütze und so weiter auch gerecht verteilt sind, gibt es pro Team eine maximale Anzahl dieser. Damit wird verhindert, dass jeder mit Scharfschützen- oder Maschinengewehr loszieht und „normale“ Schießprügel verweist bleiben. Dadurch ergeben sich immer Gruppen von Spielern, die zusammen vorrücken können, denn der einfache Fußsoldaten mit Gewehr ist auf das Sperrfeuer des MG-Schützen angewiesen, während dieser selbst Hilfe bei der Deckung seiner Flanke benötigt. Dieses Spiel in der Gruppe wird durch das Spiel noch zusätzlich verstärkt, indem Soldaten nicht einzeln, sondern in Gruppen ins Spiel geworfen werden. Durch die Respawns in Wellen kommt tatsächlich das Gefühl auf, es handle sich um Verstärkung.

Red Orchestra 2 Heroes of Stalingrad For Free Steam Soldat

Teamspiel wird belohnt

Wer im Team spielt, wird außerdem belohnt. So gibt es zwar auch auf einfache Kills Punkte, aber auch für das Verteilen von Munition, erobern feindlicher Stellung und schützen des Gruppenführers gibt es Punkte. Diese steigern dann zunächst mal den Ehren-Rang, wichtiger ist jedoch das Rang-System der Klassen selbst. So kann der Scharfschütze oder Sturmsoldat mit der Zeit kleine Vorteile in der Handhabung mit seiner Waffe oder der Ausdauer beim Sprinten erarbeiten, später sogar neue Waffen freischalten. Dies geht aber recht gemächlich vonstatten und dauert seine Zeit. Ich selbst hänge fast mit jeder Klasse noch bei den „Standard-Waffen“, was jedoch nicht schlimm ist, da es in Red Orchestra 2 weniger auf Waffen, als auf das Können des einzelnen Spielers ankommt. Jede Waffe kann töten, nur wer sie richtig bedienen kann und im Team spielt, wird andere damit erledigen können.

Red Orchestra 2 Heroes of Stalingrad Russischer Sniper

Fazit

Damit will ich mich meinem Fazit zuwenden. Red Orchestra 2 ist ein Shooter, welcher uns wirklich realistische Gefechte bietet; Etwas hölzerne Animationen sowie leicht sperriges Gameplay schrecken am Anfang ab, hat man sich aber damit und mit den recht häufigen Sterben arrangiert, erwarten einen taktische, lange und vor allem atmosphärische Gefechte im Setting der Ostfront des Zweiten Weltkrieges. Wer eine schnelle Runde Geballer wie in Call of Dury sucht, wird hier klar enttäuscht, wer im Gegensatz Feuergefechte mit Anspruch will, wird hier glücklich. Ich für meinen Teil spiele den Titel immer wieder gerne und bin oft für 1-2 Stunden gefangen – Toll!

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
Johann von Ti
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