Sinn von Skins – Ich verstehe es nicht

Wenn man für ein bisschen Dekoration über 1000 Euro ausgibt…

In diversen Spielen haben Mikrotransaktionen einen enormen Stellenwert angenommen, die zuweilen Millionen-Umsätze generieren. Damit das Ganze nicht in die (zurecht) harsch kritisierte Pay To Win Kerbe schlägt, werden unter anderem reine Deko Artikel, vor allem Skins für Waffen oder Charaktere angeboten. Dadurch kann das Aussehen bestimmte Gegenstände bzw. Spielfiguren ganz „individuell“ gestaltet werden. Bei League of Legends oder auch Counter-Strike: Global Offensive boomt der Markt und täglich werden hunderte Euro für ganz besondere Skins ausgegeben. Die Preise reichen von kleinen Cent Beträgen bis zu über hundert Euro. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: So manche Waffe mit besonderen Skin wird im Community Markt auf Steam für horrende Summen angeboten und das skurrile für mich: Diese Angebote finden Ihre Käufer. Es gibt also tatsächlich einen lebendigen Markt für diesen Schnatter, der auch noch bereit ist, mehr für solche Dekoration auszugeben, als für das eigentliche Hauptspiel. Bei LoL wird es dann für mich ganz abenteuerlich – Hier können Helden bestimmte Skins erhalten, um Ihr Äußeres zu ändern, alle anderen Werte bleiben „bestehen“. Damit ist ein Skin spielerisch völlig uninteressant und ist lediglich ein mögliche Dekoration für gewillte Käufer. Dabei ist die Skin Politik raffiniert – Skins werden zuweilen in limitierte Auflage in kurzen Zeiträumen vertrieben – Dadurch steigen die Preise zuweilen extrem an. Auf Drittanbieterseiten werden zum Beispiel für bestimmte League of Legends Accounts mit seltenen Skins für knapp 1400 Euro angeboten – Da fragt man sich nur noch, wie das alles funktionieren kann.

LoL - Skins für über Tausend Euro

Bei einem MMORPG wir Herr der Ringe Online kann ich den Kauf von bestimmten Kleidungstücken, die lediglich dem Rollenspiel in Mittelerde selbst dienen, in gewisser Weise nachvollziehen. Mein bester Kumpel Uli hatte sich damals zum Beispiel ein edles Zwergengewand besorgt, damit wir im Tänzelnden Pony ein stattliches Bild abgeben würden und tatsächlich machten wir in gewisser Weise Eindruck. Doch warum sollte es mich interessieren wie mein Held in LoL aussieht bzw. warum sollte ich bereit sein Geld für das Aussehen meiner Waffe auszugeben? Ob meine M4 nun normal schwarz oder mit Feuermustern ummantelt ist, juckt mich eigentlich wenig. Viel mehr empfinde ich authentische Waffen ohne komischen Schnickschnack beim Spielen angenehmer, weil hier mehr Atmosphäre aufkommt. Doch auch bei den Helden von LoL macht es für mich wenig Sinn, Skins zu sammeln oder Geld für diese berappen zu wollen. Versteht mich nicht falsch: Klar ist es schön, wenn man seinen Helden ein wenig „cooler“ gestalten kann… aber ich kann einfach nicht mehr damit anfangen, als es nett zu finden und die Existenz dieser Skins hinzunehmen. Ich weiß, dass ein Free to Play Game wie LoL davon lebt, dass User sich unter anderem solche Skins zulegen – Doch ich verstehe nicht, wieso darauf so viele User anspringen. Die Figuren sieht man im Kampf nicht detailliert genug, als dass ein besonderer Skin wirklich auffallen würde. Man sieht zwar ganz deutlich den Unterschied, aber ganz ehrlich: Darauf geachtet habe ich trotzdem nicht. Wenn Skins wenigstens eine Spielerische Funktion hätten – Bestimmte „Tarn“ Skins in Shootern hätten für mich einen Sinn – Wenn man zum Beispiel auf einer Schnee-Karte eine weiße Tarnkleidung trägt und so vom Feind schlechter ausgemacht werden könnte – Doch sobald Mikrotransaktionen ins aktive Gameplay „eingreifen“, handelt es sich mehr oder minder um Pay to Win und das wollen die meisten etablierten Entwickler in diesem Sektor natürlich nicht (was ja auch gut ist). Doch warum dann überhaupt Skins?

Counter Strike - Global Offensive - Skins für mehr als 300 Euro

Ich komme bei dieser Frage einfach nicht weiter – Vielleicht habt Ihr ja eine befriedigende Antwort auf die Frage nach dem Sinn für Skins bzw. warum Leute teilweise so viel Geld für so was ausgeben. :/

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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