So findet Ihr die richtige Gamer Maus für Euch

Für jeden gibt es eine perfekte Maus fürs Gaming, aber diese muss man erst mal finden!

Als PC Spieler, besonders als Gamer, ist die Wahl der richtigem Maus eine Entscheidung, die mit Bedacht getroffen werden sollte. Denn tatsächlich kann eine Maus maßgeblich über den Spielkomfort entscheiden und bei diversen Games sogar den entschiedenen Faktor liefern, der über Sieg und Niederlage entscheidet. Doch wie kann man als Gamer die perfekte Maus finden?

Zunächst muss, wie schon beim Gaming Monitor, klar sein: Es gibt nicht DIE eine Maus. Das liegt schon allein daran, dass jeder User ganz bestimmte Vorlieben in Sachen Form, Gewicht und Struktur hat, was wiederum auf die eigentliche Nutzung der Maus zurückzuführen ist. Ein passionierter Echtzeitstrategie Crack wird einen ganz anderen Anspruch an seine Maus haben, als ein Shooter-Spieler oder ein Allrounder. Darum muss jeder ganz individuell die perfekte Maus für sich selbst finden. Doch um die für Euch ideale Maus zu finden, müsst Ihr wissen, worauf bei der Suche nach einer guten Gaming Maus ankommt. Ich will an dieser Stelle eine Grundlage schaffen, damit Ihr selber Eure perfekte Maus zum zocken finden könnt!

Die Form 

Das erste, was Euch bei einer jeden Maus in Auge springt, ist die Optik. Neben Farbe und Spielereien im Design ist es aber besonders die Form einer Maus, die für den Bärenanteil der optischen Erscheinung sorgt. Und mit der Form sollte die Suche nach Eurer Maus beginnen. Denn egal was die Werbung Euch über bestimmte, speziell optimierte Formen sagt: Am Ende müsst Ihr entscheiden, welche Form Euch zu 100% zusagt. Haltet dabei immer die Tatsache im Kopf, dass Ihr die Maus langfristig nutzen wollt und bei längeren Gaming Sessions auch entsprechend ausdauernd darauf „zugange“ seid.

Macht Euch dabei bewusst, wie Ihr Eure Hand auf der Maus platziert, denn tatsächlich gibt es grob gesagt nur zwei grundlegende Designs, in welche sich fast alle für Gaming geeignete Mäuse unterteilen lassen. Mäuse mit einer „ergonomischen“ Form, bei welcher die gesamte Hand, also auch der Handballen, Platz auf der Maus findet (Palm Grip, Claw Grip), als auch „klassische“ Mäuse, die dafür gedacht sind, sie lediglich vorne mit den Fingerspitzen als auch seitlich mit dem Daumen zu fixieren (Fingertip-Grip). Vermutlich habt Ihr Euch (so wie ich vor einiger Zeit) noch nie so wirklich Gedanken darüber gemacht und wüsstet auf die schnelle nicht, welche Form Euch am ehesten ansprechen würde. Doch tatsächlich könnt Ihr das recht schnell austesten, indem Ihr selbst an ein paar Mäusen testet und „Hand auflegt“. Geht dafür einfach in einen Elektro-Großhandel und schaut Euch in der Abteilung für Gaming Zubehör um. Dort werden in der Regel eine Reihe von Mäusen ausgestellt, die Ihr direkt „befingern“ könnt. Nehmt Euch ein wenig Zeit und findet dort heraus, welche Form Euch anspricht. Kaufen könnt Ihr später auch noch online, sollte Euch die Auswahl im Geschäft ansonsten nicht befriedigen. Auf die grobe Form kommt es an, die Ihr später bei der Wahl berücksichtigen solltet.

Die Grifftechniken

Eine weitere Möglichkeit, sich über die ideale Form der „perfekten“ Maus bewusst zu werden, ist es, sich mit den Grifftechniken von Mäusen auseinander zu setzen (die weiter oben schon benannt wurden). Denn tatsächlich gibt es 3 Grifftechniken, mit welchen man ein Maus nutzen kann. Ich will das ganze hier ein wenig aufschlüsseln, denn zu wissen, wie man eine Maus nutzt, ist einer der Schlüssel, um die richtige Maus zu finden:

Der Fingertip Grip

Bei dieser Grifftechnik berührt Euer Handballen nicht die Maus, sondern ruht auf dem Mauspad. Eure Fingerspitzen liegen vorn an der Maus, während Ihr mit Daumen, Kleinen-Finger und dem Ring-Finger die Seiten der Maus fixiert. Die Bewegung der Maus kommt dabei aus den Fingern selbst, was für eine sehr direkte, schnelle und dabei dennoch genaue Steuerung des Mauszeigers sorgt. Die Besonderheit bei dieser Grifftechnik ist vor allem, dass die motorische Steuerung der Finger in der Regel präziser und schneller ist, als würde man über das Handgelenk oder dem Unterarm „steuern“. Eher geeignet sind für den Fingertip kleinere und nicht zu breite Mäuse, die auch nicht schwer sein sollten, damit die Finger bei längerer Nutzung nicht ermüden. Heutige Mäuse erfüllen in der Regel aber diese Anforderung, auch wenn sie nicht besonders klein ausgelegt sind. Die Fingertip Grifftechnik eignet sich für Spiele, bei denen schnelle und hochpräzise Aktionen durchgeführt werden müssen, wie in etwa bei RTS Games wie Starcraft 2. Aber auch in der normalen Web-Nutzung macht diese Grifftechnik Sinn, da sie in der Regel Zeit spart und man schneller durch verschieden Tabs wandern kann.

Der Palm Grip

Im Grunde das Gegenstück zum Fingertip Grip, wobei die Maus komplett von der Hand umschlossen wird und die Bewegung aus dem Handgelenk erfolgt. Die Feinmotorik der Finger kommt hier weniger zum Einsatz, da sie mit dem Rest der Hand auf der Maus aufliegen. In der Regel ist man hier ein wenig ungenauer unterwegs, genießt aber besonders bei längeren Runden eines Spiels mehr Komfort in der Hand-Haltung. Die Maushand ermüdet langsamer bzw. gar nicht. Geeignet sind hier tatsächlich etwas größere und asymmetrische Maus-Modelle, damit Eure Hand auch entspannt auf der Maus aufliegen kann. Für Fans von MMORPGs macht diese Grifftechnik wohl am ehesten Sinn, da hier eine schnelle Bewegung der Maus weniger Bedeutsam ist und gleichzeitig recht lang gespielt wird (zumindest bei einem ordentlichen Raid).

Der Claw Grip

Der „Krallen“ Griff ist an den Palm Grip angelehnt, wobei die Finger bei der Nutzung nicht aufliegen, sondern angewinkelt sind (und so die Namensgebende Kralle formen). Durch die angewinkelten Finger kann man die Feinmotorik der Finger nutzen, um die Maus zu bewegen, was im Grunde eine Symbiose zwischen dem Palm Grip und dem Fingertip Grip darstellt. Ich für meinen Teil mag den Claw Grip weniger, weil die stark angewinkelten Finger bei mir nach einer Weile für Unbehagen sorgen. Um dem entgegen zu wirken, sollte man, wie beim Palm Grip, eher auf größere und asymmetrische Modelle zurückgreifen.

Welche Grifftechnik man nutzt, ist im Grunde in einen reinen Gewöhnungsprozess eingebunden, wobei jeder nach eigenen Vorlieben mit der Zeit die eigene Technik entwickelt (ohne dies Bewusst wahrzunehmen). Daher solltet Ihr eigentlich nicht versuchen, aktiv eine Grifftechnik zu „erlernen“, sondern achtet einfach mal, wie Eure Hand auf der Maus liegt. Solltet Ihr seit Jahren keine Maus mehr in der Hand gehalten haben, wird es schwieriger, aber im Grunde ist das kein großes Problem. Tatsächlich kann man mit einer breiten Masse heutiger Gaming-Mäuse alle Grifftechniken ausführen, ohne wirkliche Abstriche in Kauf zu nehmen. Ich nutze (unter anderem) zum Beispiel den Fingertip Grip mit einer ergonomischen Maus (Modell G500 von Logitech).

Abtastrate – dpi

Bei der Suche nach einer Maus werdet Ihr besonders online schnell auf die dpi (dots per inch) Werte hingewiesen. Dabei handelt es sich um eine Angabe, die Euch darüber informiert, wie genau der Sensor Eurer Maus den Untergrund abtastet, um die Bewegung auf Euren Mauszeiger zu übertragen. Man kann also grob sagen: Je höher der Wert, umso besser. Wobei hohe Werte nur bis zu einem bestimmten Grad wirklich Sinn haben, da sie nur bis zu bestimmten Auflösungen im Spiel einen Effekt haben. Spiele ich also Titel mit geringer Auflösung, brauche ich keine großen dpi Werte, spiele ich sehr hoch aufgelöste Games, machen höhere dpi Werte auch Sinn. In der Regel kann man aber sagen, dass sich auch im Jahr 2016 Werte über 2000-3000 dpi nur bedingt bemerkbar machen. Praktisch ist es, wenn die Maus auch über On-The-Fly-Sensitivity verfügt (was ich unsagbar praktisch finde). Bei dieser technischen Ergänzung kann man die Abtastrate der Maus mit zwei kleinen Tasten oder einem extra Mausrad anpassen. Das macht Sinn, wenn man ein breites Feld an Spielen bedienen will und schnell auf jede Situation angepasst sein möchte. Wenn ich zum Beispiel Starcraft 2 oder Arena Shooter spiele, stelle ich meine Sensitivität der Maus nach oben, während ich bei Rollenspielen oder Point & Click Adventures den mittleren Wert bevorzuge. Bei der Wahl Eurer Maus solltet Ihr also darauf achten, dass mindestens ein dpi Wert von 2000 angeben ist, wobei mehr nicht schlecht ist, aber eben auch nicht notwendig. Hier gilt also eher: Alles unter 2000 dpi fällt raus. Mäuse mit deutlich höheren dpi Werten, also in Richtung 8000 – 12000 dpi, haben die Werte auch nur, damit es im Marketing nach etwas aussieht. Wirklich nützlich sind solch hohe Werte für Gamer kaum und sollten Euch daher auch nicht beeindrucken oder ausschlaggebend für Eure Kaufentscheidung sein.

Sensor – Optisch oder Laser

Heute sind sowohl optische als auch Laser-Sensoren in diversen Gaming-Mäusen im Einsatz. Tatsächlich kann man aber hier nicht wirklich sagen, welcher Sensor grundlegend besser ist, denn beide Techniken können gleich gute Ergebnisse liefern. Hier ein interessantes Interview mit einem Techniker eines Mausherstellers zu der Thematik, ob Optische oder Laser-Sensoren besser sind. Laser-Mäuse können in der Regel auf mehr Oberflächen genutzt werden, wobei ich generell dazu rate, Mouspads zu verwenden. Der Grund dabei: Ohne Mousepad nutzt sich die Maus Unterseite recht schnell ab, was langfristig deutliche Abnutzungserscheinungen hervorruft (bei der Maus als auch der Unterlage). Weiterhin muss ich sagen, dass ein Mousepad generell für ein höheren Komfort bei der Nutzung der Maus sorgt, da die spezielle Oberfläche das genaue navigieren erleichtert. Wer mal mit einem guten Mousepad gezockt oder auch gearbeitet hat, wird es nicht missen wollen.

Mousepads

Ein gutes Mouse-Pad sollte Euch durchaus etwas wert sein, denn meist lässt die Qualität der günstigen Exemplare zu wünschen übrig. Ab 20 Euro findet man Erfahrungsgemäß gute Pads, wobei man darauf achten sollte, dass diese Rutschfest sind und gleichzeitig eine feine Oberfläche bieten. Achtet vor dem Kauf auch darauf, wie groß das Pad ausfällt. Größe Mousepads sind in der Regel praktischer, weil sie mehr Raum für die Mausbewegung bieten, nehmen auf Eurem Schreibtisch aber auch entsprechend Platz weg.

Beachtet dabei: Wer noch nie ein gutes Mousepad hatte, wird es kaum vermissen. Aber wer einmal in den Genuss gekommen ist, will nie mehr ohne!

Zusätzliche Tasten

Viele Gaming-Mäuse werben mit einer ganzen Reihen von zusätzlichen Tasten, die man frei programmieren kann, um so bestimmte Aktionen zusätzlich auf die Maus zu legen. Das kann praktisch sein, jedoch nur in bestimmten Anwendungsbereichen. Generell sollten neben Mausrad und der rechten und linken Maustaste auch zwei Seitentasten vorhanden sein. Mit diesen kann man dann im Browser entspannt Seiten vor- oder zurückspringen. Weiterhin lege ich in Shootern sehr gerne Nahkampf-Angriffe auf diese Seitentasten. Viele Anbieter haben zum Teil Modelle mit deutlich mehr Seitentasten im Angebot. Das macht aber nur dann Sinn, wenn Ihr diese auch tatsächlich nutzen wollt bzw. könnt. Spieler von MMORPGs, MOBAs und allgemein MMOs haben oft zahlreiche Aktionen, die unzähliger Hotkeys auf der Tastatur belegen. Hier würden diese zusätzlichen Tasten durchaus Sinn machen. Ansonsten kann man gut und gerne darauf verzichten, wenn man eben keine direkte Verwendung für diese zusätzlichen Tasten hat. Entscheidet man sich für Mäuse mit entsprechenden Seitentasten, solltet Ihr darauf achten, dass für Euch leicht zu bedienen sind (zu kleine Tasten kann man nur schwer gezielt drücken) und gleichzeitig bei einer regulären Mausnutzung (zum Beispiel im Browser) nicht stören oder im Weg sind.

Kabelgebunden oder Wireless

Hier kann ich tatsächlich mal eine klare Empfehlung abgeben: Auch wenn Wireless Mäuse heute meist ähnlich schnell wie die Kabelgebundenen Mäuse funktionieren, sich in der Benutzung also keine nennenswerten Unterschiede finden lassen, hat die Kabelgebundene Maus klare Vorteile. Wireless Mäuse benötigen einen Akku, der für zusätzliches Gewicht sorgt und auf der anderen Seite auch mal leer sein kann. Das ist dann besonders ärgerlich, wenn die Maus mitten in einer wichtigen Runde den Geist aufgibt. Ich würde immer zu einer klassischen, kabelgebunden Maus raten.

Das Gewicht

Und da wir im Zusammenhang mit den Akkus der Wireless Mäuse auf den Punkt des Gewichts gestoßen sind, möchte ich noch kurz aufzeigen, welches Gewicht Eure perfkte Maus grob haben sollte. Hier kann gesagt werden, dass leichte Mäuse besser sind, da diese sich einfacher bewegen lassen. Grundsätzlich liegt das optimale Gewicht bei 70 – 90 g, deutlich schwerer Mäuse sind eher unpraktisch. Zusätzliche Gewichte für Eure Mäuse, die oft beworben werden, machen nur dann Sinn, wenn die Maus auch sehr leicht ist. Sie machen also erst dann Sinn, wenn die Maus weniger als 90 g wiegt, alles andere ist wieder mehr eine PR Masche, als ein gutes Feature.

Der Preis

Nachdem wir nun also vor allem technische Aspekte betrachtet haben, will ich eine preisliche Orientierung liefern, denn eine gute Gamer-Maus kostet durchaus ein wenig Geld, muss auf der anderen Seite aber auch keine utopischen Summen verschlingen. Erste gute Mäuse bekommt man erfahrungsgemäß ab 30 Euro (nach oben geht es bis ca. 200 Euro), wobei man auch mehr zahlen kann, je nachdem, was der Geldbeutel hergibt und welche Ansprüche man hat.

Fazit

Damit solltet Ihr nun mit dem wichtigsten Handwerkszeug gewappnet sein, um Eure perfekte Gaming-Maus zu suchen und auszuwählen! Lasst Euch dabei nicht von Werbe-Gedöns wie extrem hohen dpi Zahlen oder zusätzlichen Gewichten blenden, sondern konzentriert Euch auf Eure Wünsche in der tatsächlichen Nutzung! Weiterhin ist es hilfreich, sich durch die Masse an Kunden-Rezensionen auf diversen Online-Portalen zu kämpfen. Als zusätzliche Hilfe könnt Ihr im Netz forschen. Besser als Test-Seiten und Technik-Blogs sind tatsächlich Technik-Foren, in welchen User User beraten. Der Vorteil: Man versucht Euch an dieser Stelle nicht, eine Maus aufzuschwatzen, sondern erhält Zugang zur Meinung anderer, meist erfahrener User. Seit Ihr Euch also, trotz meiner Tipps unsicher, welche Maus Euch zusagt, macht eine Auswahl von maximal 3 Mäusen und fragt in einem Forum wie computerbase oder buffed nach, welche der Mäuse für Eure Anwendungsbereiche am ehesten geeignet sind.

 

Johann von Ti
Auch auf:

Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
Johann von Ti
Auch auf:

Letzte Artikel von Johann von Ti (Alle anzeigen)