Stranded Deep – Early Access

Krabben, Kokosnüsse und Haie…

Ich muss gestehen; Stranded Deep liegt schon eine ganze Weile in meiner Steam Bibliothek und wurde auch schon fleißig von mir gespielt, jedoch habe ich bis jetzt einfach nicht nicht geschafft, einen Beitrag zum Spiel von EA zu verfassen. Doch das ändert sich ja heute, schauen wir also in das Survival Game auf dem Meer.

Stranded Deep - Am Strand.jpg

Der Absturz

Der Anfang des Spiels erinnert doch sehr stark an ein anderes bekanntes Survival Game; Wir sitzen in einem kleinen Flugzeug, es gibt Turbulenzen und letztlich müssen wir voller Panik dem Absturz unseres Luftfahrzeugs beiwohnen. Nach der Bruchlandung finden wir uns nun jedoch nicht in einem von Wilden Mutanten versuchten Wald, sondern einem salzigen Meer voller Haie wieder – Oha. In einem kleinen Rettungsboot paddeln wir zu einem nahe gelegenen Eiland, welches neben ein Paar Palmen und Steinen vor allem einige Krabben beherbergt. Nun beginnt also unser Kampf ums Überleben, wobei Hunger und Durst unsere größten Kontrahenten darstellen. Wie bei einem echten Schiffbruch haben wir nämlich keinerlei Vorräte bei uns und daher sollten wir uns etwas einfallen lassen.

Stranded Deep - Nach dem Absturz.jpg

Wege zu Überleben

Stranded Deep bietet zum Überleben einige Möglichkeiten, die für eine Early Access Version schon recht ausgereift sind. Am einfachsten lassen sich am Anfang die langsamen Krabben jagen, welche über dem Feuer zu einen bekömmlichen Mahlzeit zubereitet werden können. Der Durst lässt sich mit Kokosnüssen stillen, welche auf den Palmen zuhauf wachsen, jedoch müssen diese zuvor geknackt werden. Ist man geschickt genug, kann man auch Fische mit einem Speer fangen, besser gelingt die Jagd jedoch mit einer selbst gebauten Reuse – Die Möglichkeiten sind recht umfangreich. Doch schon nach einigen Tagen auf der Insel wird klar; Hier können wir nicht bleiben! Schnell sind alle Ressourcen aufgebraucht und wir müssen uns nach einer neuen Insel umschauen.

Stranded Deep - Insel in Sicht.jpg

Noch mehr Inseln

Glücklicherweise sind wir in einem Gewässer voller Inseln gelandet und können am Horizont schon das nächste kleine Eiland erblicken. Zusammen mit der wichtigsten Ausrüstung in Form von selbst gebauten Werkzeugen machen wir uns mit dem kleine Rettungsboot wieder auf die Reise. Fiese Haie umkreisen uns bei der Überfahrt und wir wagen besser keinen Tauchgang. Beim erreichen der neuen Insel macht sich schnell Ernüchterung breit; Dieses Stück Land ist wie schon die erste Insel verdammt klein, auch hier werden wir nicht auf ewig bleiben können. Wieder richten wir uns ein, bauen vielleicht sogar eine Hütte, errichten eine Feuerstelle und beginnen, Nahrung zu sammeln. Während wir am Strand nach Krabben suchen, fällt unser Blick auf ein altes Schiffswrack, dessen Skelett auf dem Meeresboden zu sehen ist. Auf einem Tauchgang erkunden wir das Wrack und finden im inneren allerlei Kram, den wir gut gebrauchen können. Es geht also weiter – Irgendwie.

Stranded Deep - Auf einem Eiland.jpg

Technischer Fortschritt

Mit den gefundenen Dingen bauen wir uns eine Harpune und können uns mit dieser nun auch endlich gegen die fiesen Haie zur Wehr setzen, jetzt sind wir an der Spitze der Nahrungskette. Haben wir dank Fischreusen und gesammelter Kokosnüsse keine Probleme mit unserer Nahrungsversorgung, wird es jedoch langweilig. Wir warten auf Rettung und hoffen, bald von jemanden gefunden zu werden. Nach einigen Tagen wird das Gefühl der Ruhelosigkeit unerträglich, daher beschließen wir Vorräte zu sammeln und dem Wahnsinn zu entkommen – Mit dem Rettungsboot wollen wir nur noch weg, das Festland finden…

Stranded Deep - Crafting System.jpg

Die Probleme

Und genau da hört das Spiel auf, bzw. bietet nichts weiter als zu warten oder Inseln zu erkunden. Das Problem dabei ist, dass die Inseln allesamt klein sind und mit der Zeit ungemein langweilig werden. Da die Insel zufällig generiert werden, gleichen sich alle in ihren Grundzügen. Gleiches gilt für die Wracks sowie alles andere. Mir fehlen große Inseln, auf denen ich etwas erkunden kann oder Gefahren die über den Hunger hinaus gehen. Schnell langweilt man sich nämlich, da einen nichts wirklich gefährdet. Da Haie eher selten an Land gehen, sind wir auf den Inseln verdammt sicher und müssen nur ein wenig Essen beschaffen, was keine Schwierigkeit darstellt. Damit gibt es einfach ein Problem, die Langzeitmotivation aufrecht zu erhalten. Wir können einfach zu wenig machen und nichts weiter tun, als vor uns hin zu überleben. Unser Schicksal scheint besiegelt und dabei fällt es einfach zu leicht, dieses aufrecht zu erhalten. Weiterhin gibt es nichts zu entdecken; Die Folge ist eine drückende Langeweile, die bei mir schon nach rund 60 Minuten einsetzte. Das ist einfach zu wenig, um für lange Zeit zu motivieren – Da müssen mehr Inhalte her.

Stranded Deep - Unter Wasser.jpg

Weiterhin stört mich das Crafting Sytem ein wenig, wirkt es für mich einfach ein wenig zu umständlich. So müssen wir alle Dinge zum zusammensetzen auf einen Haufen werfen, erst dann können wir das passenden bauen. Der Grund liegt in unserem beschränkten Inventar, welches uns nur wenige Dinge mitschleppen lässt. Daher tragen wir unseren Kram aus allen Ecken der Insel zusammen und werden Ihn auf einen Haufen und bauen dann Werkzeuge und mehr. Die Idee ist gut, die Umsetzung ist ein wenig unglücklich. Mir fehlt dabei die Übersicht und die einfache Handhabung – Dieser Umstand ist jedoch kein Beinbruch.

Stranded Deep - Baum fällen.jpg

Fazit

Insgesamt haben wir mit Stranded Deep ein nettes Survival Game mit einem interessanten Ansatz, jedoch einer mangelnden Umsetzung. Mechanisch ist das Spiel bereits stimmig und macht durchaus Spaß, doch fehlt es an Materie. Mehr Variationen sowie größere Inseln, mehr Gefahren für das Überleben und vielleicht eine Möglichkeit, sich zu retten. Mit diesen Punkten würde ich durchaus noch mal einen Blick ins Spiel wagen, doch mit dem jetzigen Stand des Spiels habe ich im Moment genug gesehen. Da wird es mir nach einigen Anläufen einfach zu langweilig, was ich durchaus als Kritikpunkt verstehe. Baut das Gerüst weiter aus und macht ein rundes Spiel aus der Early Access Version und wir haben ein solides Robinson Crusoe Spiel. Andere Sruvival Games bieten da aber einfach mehr, nur wer das Setting mag, sollte im Moment zugreifen. Kommen mit zukünftigen Updates mehr Inhalte ins Spiel, schaue ich mir den Titel natürlich erneut an!

Auch auf:

Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
Johann von Ti
Auch auf: