Stronghold: Warlords – Das Stronghold in Fernost – Erste Infos

Mit Stronghold: Warlords begibt sich Entwickler Firefly Studios nach Fernost und lässt uns erstmals in der Burgenbau-Reihe das feudale Asien erleben. Chinesische Festungsstädte, japanische Burgen und mongolische Horden erwarten uns im kommenden Stronghold. Erstmals wird es uns zudem möglich sein, eigene KI-Warlords zu rekrutieren, die ähnlich wie Helden mit individuellen Vorteilen, Verhaltensweisen und erweiterbaren Fähigkeiten ausgestattet sind. Soweit ich das System verstanden habe, agieren diese wie neutrale KI-Fürsten, welche angeworben und genutzt werden können. Diese haben eigene Hoheitsgebiete und Truppen. Die Eigenschaften der Warlords können wirtschaftliche Aspekte abdecken, mithilfe stärkerer Burgen für einen besseren Grenzschutz sorgen oder uns bei Offensiven unter die Arme greifen. Also wie eine erweiterte, besser zu kontrollierende Form der KI Verbündeten in den Vorgängern. Jedes Gefecht in Stronghold: Warlords, ob nun Scharmützel, Mehrspieler-Gefecht oder Kampagnen-Mission, soll mithilfe der Warlords zu einer einzigartigen Erfahrung werden, da diese durch ihre strategischen Möglichkeiten unterschiedlichste Taktiken erlauben.

Gewohntes Stronghold-Gameplay im neuen Setting

Es geht also nach Asien und zum Glück hat man hier ein breites Spektrum abgegriffen und Chinesen, Mongolen, Vietnamesen und Japaner ins Spiel gepackt. Wie genau das dann alles umgesetzt ist, muss sich noch zeigen. Das grundlegende Stronghold-Konzept soll jedoch erhalten bleiben: Wir ziehen unsere Wirtschaft samt Burg hoch, rekrutieren Krieger und belagern die Festungen unserer Feinde. Der fernöstliche Schauplatz im 3. Jahrhundert vor bis ins 12. Jahrhundert nach Christus bietet zudem zahlreiche interessanter Einheiten und Belagerungswaffen, welche frischen Wind versprechen. Darunter japanische Samurai, vietnamesische Dschungelkämpfer, mongolische Reiterschützen, frühe Schwarzpulver-Waffen oder die bereits erwähnten Warlords mit ihren taktisch einsetzbaren Fähigkeiten. Der Festungsbau soll wieder „volle Freiheit“ bieten und uns Mauern gewohnt frei platzieren lassen, wie Stronghold-Erfinder Simon Bradbury in einem Interview mit der Gamestar bestätigt.

Auch betont Bradbury, dass Befestigungsanlagen im feudalen China durchaus anders gedacht waren, als in Europa. Statt kleiner Festungen, waren hier oft mächtige Verteidigungsanlagen um ganze Städte herum errichtet worden. Daher sollen in Stronghold: Warlords Anreize geschaffen werden, weitläufige Maueranlagen zu errichten, um viele Gebäude innerhalb des Festung zu platzieren. Unter anderem decken Glaubensgebäude nur noch Wohnhäuser in einem bestimmten Radius ab, weshalb eine dichte Bauweise sinnvoll wird. Wirtschaftlich will man sich zudem auch an komplexeren Ketten probieren, dabei das Spiel aber nicht zu stark mit Mechaniken „überladen“ wie in Stronghold 2. Ehrlich gesagt waren mit die Mechaniken in Stronghold 2 nie zu viel, es war einfach zu wenig Platz auf den Karten, um diese auch effektiv nutzen zu können.

Stronghold-Warlords-Belagerungsangriff

In Stronghold: Warlords werden wir wieder Burgen und Festungen mit allerlei Belagerungsgerät stürmen. Darunter mobile Schutzwände, Leitern, Katapulte, Belagerungstürme und erstmals auch Schwarzpulver-Einheiten.

Der E3 Reveal Trailer hinterlässt einen gemischten ersten Eindruck

Betrachtet man nun den ersten Trailer zu Stronghold: Warlords, muss ich aber sagen, dass dieser nicht den besten Eindruck vermittelt. Statt großer Festungsstädte sehen wir hier eher sehr, sehr kleine und wenig komplexe Burgen. Auch sonst hatte mich der Trailer ein wenig… ich will nicht sagen erschreckt, aber der erste Eindruck war schon sehr gemischt. Zunächst finde ich den Stil als solchen nicht schlecht. Die Gebäude wirken stimmig und ich mag die Details, die man bereits sehen konnte (zum Beispiel den Blasebalg-Hüpfer bei der Eisenmine). Auf der anderen Seite erinnert die Grafik insgesamt aber doch an ein Mobile-Game, was besonders bei den Truppen zum tragen kommt. Sehr kantig, wenig detailreich und die Reiter mit hölzernen Animationen. Nicht optimal, auch wenn hier eben „nur“ Pre-Alpha-Inhalte gezeigt werden. Besonders die mit Schwarzpulver beladenen Ochsen, welche als mobile Bomben in die feindlichen Verteidigungsanlagen getrieben werden, hätte man im aktuellen Trailer vielleicht nicht in Aktion zeigen müssen, optisch bislang eine echte Bruchlandung. Da ist also noch ordentlich Luft nach oben, wobei ich schon erwarte, dass besonders bei den Einheiten- und Gebäude-Details noch sehr viel getan wird.

Die klassischen Belagerungsgeräte sehen da schon besser aus, auch wenn ich mir zum Beispiel für die Belagerungstürme ebenfalls eine Besatzung gewünscht hätte. So oder so zeigt der Trailer nur extrem wenig vom eigentlichen Spiel, was auf das frühe Stadium der Entwicklung schließen lässt. Stattdessen erklärt uns Bradbury recht ausführlich das Warlord-System. Das war auch gut, konnte ich mir zunächst wenig darunter vorstellen bzw. dachte an Helden-Einheiten, die wir befehligen könnten. Stattdessen scheinen wir über Diplomatie-Punkte Einfluss auf diese Lords zu nehmen, welche uns dann, mehr oder weniger indirekt unter die Arme greifen und wie eigenständige, kleinere KI-Fürsten agieren. So zumindest mein Eindruck. Und ehrlich gesagt hat diese Mechanik dann doch mein Interesse geweckt. Ich mochte es immer, wenn ich in Stronghold Crusader mit einem KI Kollegen gegen feindliche Lords kämpfte. Wenn ich nun noch gezielter Einfluss auf diese KI-Lords ausüben kann, welche dann noch mal unterschiedliche Fähigkeiten oder Stärken besitzen, finde ich das eigentlich ziemlich nett.

Skepsis und Hoffnung

Ein wenig skeptisch bin ich dann wiederum bei der Größe der Karten. Das Warlord-System erinnerte mich dabei an das System in Stronghold 2 mit seinen Provinzen, die ebenfalls gekauft werden mussten. Meine Sorge ist, dass die jeweiligen Gebiete, also in welchen wir, der Gegner und die Warlords untergebracht sind, zu klein sein könnten, um anständige Burgen zu errichten. Hier kann man nur hoffen, dass sich das als Trugschluss entpuppt und die im E3-Trailer gezeigten Festungen lediglich „Appetitanreger“ darstellen. Aber warten wir es ab, bis zum Release 2020 ist noch eine Menge Zeit.

Auch finde ich es ein wenig schade, dass man scheinbar nicht viel aus den unterschiedlichen Kulturen herausholt. So stehen zwar chinesische, japanische, vietnamesische und mongolische Einheiten zur Verfügung, diese scheinen jedoch in ihrer Gesamtheit unsere Truppen zu bilden. Wir werden also nicht vier verschiedene Kulturen spielen können, sondern eben diesen Einheiten-Mix befehligen. Aber auch hier will ich zunächst warten, bis ich mehr vom eigentlichen Gameplay sehe, bevor ich mich zu sehr auf eine Meinung festlege.

Stronghold-Warlords-Warlord-Map

Diese Übersicht zeigt uns in rot unsere Gebiete und in blau die des Gegners. Die Banner auf der Karten stehen für die Warlords, drei „Pferde“, eine „Schildkröte“ und ein „Schwein“. Die KI hat Kontrolle über das Schwein erlangt, wir über die Schildkröte. Die andere Warlords sind aktuell noch neutral.

Meine Meinung

Zunächst möchte ich sagen, dass ich das fernöstliche Setting begrüße. Asien bietet im feudalen Kontext eine gewaltige Bandbreite an Möglichkeiten für ein Stronghold, also her damit. Was die Optik angeht, muss in meinen Augen noch eine Menge geschraubt werden, um den soliden Stil auch die richtige Wirkung zu verschaffen (auch wenn ich insgeheim auf ein 2D-Stronghold gehofft hatte). Aber auch hier sehe nicht schwarz, auch wenn zunächst die Skepsis die Überhand hatte. Das Warlord-System klingt klasse und ich bin gespannt, wie komplex die Möglichkeiten dieser am Ende wirklich daherkommen. Alles in allem wirkt Stronghold: Warlords als mutiger Schritt der Firefly Studios in eine neue Richtung.

Tatsächlich waren die letzten Stronghold-Teile von schlecht bis durchwachsen nur ein Schatten der beiden ersten Titel, weshalb eine neue Orientierung wichtig ist. Ob man aber an Stronghold 1 und Stronghold Crusader anknüpfen kann, lässt sich aktuell eigentlich noch nicht abschätzen. Der erste Eindruck ist so oder so gemischt, zu wenig gab es zu sehen, zu viele Dinge waren noch unstimmig. Mein Interesse ist da, aber wenn da nicht noch eine Menge passiert, wird auch Stronghold: Warlords den Zauber vergangener Tage nicht einfangen können.

Stronghold: Warlords soll 2020 erscheinen. Der Preis ist bei 35 Euro angesetzt. Eine Seite zu Stronghold: Warlords wurde bereits auf Steam aufgesetzt.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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