The Culling – Erster Eindruck

The-Culling-Die-Arena-im-Blick

In einer Arena ums nackte Überleben kämpfen, während eine Giftgaswolke die Kontrahenten immer weiter zusammenrücken lässt? Klingt spaßig, auf geht’s!

Schon als ich von The Culling erfahren hatte, zuckte es in meiner Maushand, dieses Survival Erlebnis anzutesten und legte mir die Early Access Version des Spiels zu. Mit rund 4 GB ist der Download selbst für langsame Leitungen machbar, was schon im Vorfeld positiv zu erwähnen ist. Doch was erwartet uns in diesem Arena-Survival Titel ala Battle Royal?

The Culling - Startmenü

Es kann gleich losgehen

Vor der ersten Runde und nach dem freiwilligen Abschluss eines Tutorials wählen wir zunächst ein Perk aus, welches uns im Spiel bestimmte Vorteile bietet. Hier will ich nicht zu weit ins Detail gehen, als hervorzuheben, dass alle Spieler die selben Perks auswählen können – Damit haben alle die selben Startbedingungen, was die Basis für ein solches Spiel darstellt. Weiterhin spielt man mit der Zeit Kleidung, Frisuren und bestimmte andere Deko Artikel für unseren Charakter frei – Ganz nett und vor allem sieht hier im Moment nichts nach einer Umsetzung von Mikrotransaktionen aus. Wollen wir dann ein Spiel starten, haben wir die Wahl zwischen einem „Free for all“ und dem „Team Match“. Bei Free to all spielen alle 16 Teilnehmer einer Runde gegeneinander, bis nur noch ein letzter Überlebender übrig bleibt. Bei den Team Runden, treten immer Teams in der Größe von 2 Spielern an. Dies erscheint auf den ersten Blick vielleicht Mager, ist aber grandios, denn mit der Möglichkeit im Team zu spielen, kann The Culling als ultimatives Koop Game auftreten. Testen konnte ich diesen Modus aber noch nicht, daher bezieht sich dieser erste Eindruck nur auf den All VS All Modus.

The Culling - Die Spielmodi

Frisch in der Welt

Nach kurzer Wartezeit (im Durchschnitt 2 Minuten im Moment) landen wir in einer Kiste irgendwo auf der Map, welche einen tropischen anmutenden Wald darstellt, der von Bergen und Flüssen durchzogen auch einige verlassende Gebäude zu bieten hat. Die Map ist vor allem für Anfänger nur sehr schwer zu überblicken, was jedoch der Atmosphäre zugute kommt. In der Welt finden wir einfache Rohstoffe zum craften von Fallen und Waffen, oder finden welche in Kisten. Zusätzlich kann man Airdrops herbeirufen, was jedoch mit einem gewissen Kostenfaktor verbunden ist. Wer jetzt aufgeschreckt ist, kann sich wieder entspannt zurücklegen, denn Echtgeld muss hier keiner aufbringen. Alles Aktionen im Spiel, die mit der Beschaffung bzw. dem Erschaffung von Gegenständen zusammenhängen, kosten Ingame-Geld. Dieses verdient man mit Looten von Knochenresten auf der Map, dem Töten von Gegenspielern oder dem Recyceln von Ausrüstung an bestimmten Automaten. Diese Währung bestimmt so einen großen Teil des Gameplays, denn ohne Cash, können wir uns zum Beispiel keinen Bogen craften oder Pfeile herstellen.

The Culling - Die große Map

Crafting als zentrales Element

Haben wir genug Geld in den Taschen, können wir aber problemlos loslegen, wobei das Crafting sehr gut funktioniert. Mit der Kombination von verschiedenen Gegenständen, bauen wir ganz unterschiedliche Ausrüstung, wie Speere, Äxte oder ein Blasrohr. Das Crafting basiert grob auf Steinen und Holzstöcken, die wir in der Welt finden. Haben wir zum Beispiel einen Stein aufgenommen und finden eine zweiten, können wir mit F (also der Aktionstaste, kann geändert werden, bei mir ist es E) ein einfaches Messer daraus bauen. Das kostet neben 2 Einheiten der Ingame-Währung nur ein wenig Zeit. Kombinieren wir das Messer nun mit einem Stock, wird ein Speer daraus, aus dem Speer wird dann mit einem zweiten Stock ein Bogen. Das ist ziemlich einfach gehalten, funktioniert aber optimal und passt einfach ins schnelle Gameplay. Mit etwas Glück kann man auf den Maps auch Kisten finden, in welchen die richtigen Waffen gelagert sind, die wir nicht einfach craften können – Macheten, Kompositbögen, Kampfmesser oder sogar Schießprügel wie ein großes Gewehr oder einen dicken Revolver. Doch in meinen ersten Runden, und ich hatte nun schon eine ganze Menge, waren Schusswaffen eher selten anzutreffen. Meistens wird man wohl Nahkampfwaffen als auch Bögen antreffen. Neben Waffen können wir Fallen bauen oder zum Beispiel hilfreiche Ausrüstung wie Rüstungsteile oder Bandagen basteln.

The Culling - Crafting Plan

Das Kämpfen

Sind wir ein wenig ausgerüstet, kann das Kämpfen losgehen, denn ohne Waffe ist man eingetlich Freiwild in der Arena. Also schleichen wir umher und craften was das Zeug hält und hoffen, auf niemanden zu treffen. Das kann auch durchaus glücken, denn ich als vorsichtiger Spieler treffe eher selten auf Kontrahenten, weil ich diesen aktiv aus den Weg gehe. Meine Devise: Kräfte sparen und langfristig denken. Jeder Kampf schwächt uns Potenziell, denn außer der Ausrüstung des Gegner und etwas Ingame-Geld, erhalten wir nicht viel von einem Kampf, der uns unser Leben kosten kann. Das Kampfsystem basiert auf aktiven Nahkampf mit Blocksystem, sowie Buffs, die wir uns geben können (in Form von Spritzen, die wir finden können) oder Mali, die wir unserem Gegner zufügen. Mit vergifteten Pfeilen in einem Blasrohr, können wir den Gegner schon aus der ferne schwächen. Ein vergifteter Feind wird Kotzen und in diesem Zustand ein leichtes Opfer für uns. Meine Taktik ist eine Mischung auf dem vergifteten von Gegner, gefolgt mit einem Beschuss mit Pfeilen aus der Ferne (was bei Treffern neben dem Schaden selbst noch Blutungen verursacht), bis ich es auf einen Nahkampf ankommen lasse. Der Nahkampf selbst bietet Schläge und die Möglichkeit zu blocken. Das ganze erinnert ein wenig an Mount & Blade, spielt sich aber schneller, aber auch etwas „schwammiger“. Das heißt, man kann nicht immer ganz nachvollziehen, wann ein Block gelingt und wann nicht. Dennoch funktioniert auch dieses System und scheinbar kann man sich auch darauf einfuchsen, denn meine Gegner schienen immer ganz gut Blocken zu können.

The Culling - Hör mal wer da hämmert

Die Runden

Die Matches dauern Maximal um die 25 Minuten, weil nach und nach Giftgas die Map immer kleiner macht. In drei Phasen wird das tödliche Gas aus den auf der Map verteilten Behältern entlassen, was die Spieler dazu zwingt, zur Mitte der Karte vorzudringen, und dort zwangsweise aufeinander zu treffen. Auf diese Weise hat Campen auf lange Sicht keinen Effekt und die Runden dauern nicht ewig. Gegen Ende einer Runde bleibt nur noch ein winziger Bereich in der Mitte der Arena übrig, in dem sich die letzten 2-3 Spieler gegenseitig das Leben schwer machen, bis nur noch einer steht. Ich muss sagen: Die ersten Runden sind echt hart, dafür ist die Lernkurve steil. Mein defensiver und vorsichtiger Spielstil hat mich schon oft bis an das Ende einer Runde gebracht, nur der Sieg war mir bisher nicht vergönnt. Wurde man getötet, ist die Runde für einen selbst vorbei und man kann entweder den verbliebenen Überlebenden beim kämpfen zusehen, oder sich in eine neue Runde stürzen. The Culling - Endkmapf in der Arena


Fazit

Alles in allem konnte mich The Culling bereits in der Early Access Version überzeugen, die mit 15 Euro Anschaffungskosten auf Steam ein sehr gutes Preis / Leistung Verhältnis bietet. Das Gameplay ist schnell und stimmig und macht einiges her. Lediglich der Nahkampf könnte noch einen ordentlichen Feinschliff vertragen, was aber bestimmt noch umgesetzt wird. Damit steht die Basis von The Culling schon komplett und kann nun immer weiter ausgebaut werden. Ich stelle mir da mehr Maps, ein paar Mehr Waffen und die Möglichkeit nur mit Freunden zu Spielen vor. Das Gameplay von The Culling funktioniert schon jetzt so gut, dass ich mir diesen Titel auf einer LAN-Party perfekt vorstellen kann. Weiterhin ist die Option sSport bei diesem Titel nicht weit hergeholt, denn das ganze Konzept passt einfach dazu. Ich kann eigentlich nichts negatives an diesem Indie Titel finden, denn alles in allem machen die Entwickler hier alles richtig. Bleibt das Spiel ohne Mikrotransaktionen und werden ein wenig mehr Inhalte hinzugefügt, sowie ein paar Mechaniken im Nahkampf angepasst, haben wir es hier mit einem tollen Battle Royal Survival Game zu tun, was wohl die Richtung eines ganzen Genres bestimmen könnte. Ich bin begeistert und werde mich direkt in die nächste Runde werfen.

The Culling - Die Liste der Überlebenden

Meine einzige Sorge ist die Tatsache, dass The Culling aufgrund des Perma Death System und der groben Last Surviver Mechanik immer auf genügend aktive Spieler setzen muss. Ohne diese muss man sich auf lange Wartezeiten gefasst machen, was extrem schade wäre. Schon jetzt sind 2 Minuten zwar völlig in Ordnung, aber dennoch auf Dauer ein wenig nervend, besonders wenn man zu Beginn einer Runde ins digitale Gras beißt. Also hoffen wir, dass The Culling sich macht und auch in Zukunft genügend begeisterte Spieler findet, denn Gameplay und Konzept stimmen hier!

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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