Total War: WARHAMMER – Wie steht es um die DLC-Politik?

Nach anfänglicher Skepsis und einiger Aufregung bin ich nun positiv überrascht.

Zum Release von Total War: Warhammer war ich recht kritisch, was die zu erwartende DLC-Politik der Reihe betraf. Meine Hauptsorge; Man würde uns mit einer Flut an DLCs überschütten und das Spiel (bzw. die Spiele, die Total War: Warhammer-Reihe ist ja als Trilogie konzipiert) so zerstückeln, um möglichst viel Profit daraus zu schlagen. Nun, es sind gut zwei Jahre ins Land gezogen, Total War: Warhammer 2 erschien und nebenher auch eine ganze Flut an DLCs… also behielt ich recht?

Überraschend gut

Das ist tatsächlich kein leichtes Thema, denn ein Teil meiner Befürchtungen haben sich klar bewahrheitet; DLCs gibt es eine ganze Menge und wie gedacht, werden unter anderem einzelne Völker in dieser Form angeboten. Nun muss ich aber gestehen, dass dieses Vorgehen nicht völlig zu verurteilen ist (wie ich es anfangs tat), denn tatsächlich gehört zu einem neuen Volk aus dem Warhammer Fantasy Universum eine Menge Inhalt, der nur mit entsprechender Arbeit geschaffen werden kann. Dass man diese also via DLC nachreicht, ist völlig in Ordnung. Das hatte ich bei meiner Kritik damals durchaus unterschätzt. Und tatsächlich halte ich fast alle DLCs zunächst einmal für qualitativ hochwertig. Die Modells sehen toll aus, die Völker spielen sich allesamt recht interessant und letztlich wird das Spiel durch die neuen Inhalte eindeutig bereichert.

Positive und negative Ausnahmen

Es gibt natürlich die unverschämten Ausnahmen, über die man nicht groß debattieren muss. Dazu zählt das „Blood for the Blood God“-DLC, welches in meinen Augen als kostenloser Inhalte zur Verfügung gestellt gehört. Ansonsten muss aber auch betont werden, dass es neben den kostenpflichtigen Inhalten eben auch die kostenlosen DLCs gibt, welche zwar nicht so zahlreich, aber dennoch vorhanden und letztlich recht solide sind. Diese bieten zwar meist nur einzelne Kommandanten, Karten oder Einheiten, aber sie bereichern das Spiel ebenso (wobei es durchaus auch positive Ausnahmen wie die Bretonen gab, die kostenlos als spielbares Volk integriert wurden).

Inhalte gut, Preise zu hoch

Es scheint also, dass ich ein Freund der DLCs geworden bin und ich muss gestehen, dass ich Ausnahmslos alle dieser optionalen Inhalte in der Bibliothek habe, inklusive dem im November erscheinenden „Curse of the Vampire Coast“. Und insgesamt bin ich überrascht, wie zufrieden ich generell mit der angewandten DLC-Politik bin. Mein einziges Problem ist das schwankende Preis-Leistungs-Verhältnis der jeweiligen Inhalte. Denn obwohl ich eigentlich alle DLCs für sich genommen toll finde (neuen Fraktionen, Einheiten, Mechaniken und so weiter), sind die Preise in der Regel doch zu hoch angesetzt, zumindest in meinen Augen. 16 bis 20 Euro nehmen neue Völker preislich meist ein – Zu happig, selbst wenn damit neue Kampagnen-Mechaniken integriert werden. Würde man das ganze um gut 5 bis 8 Euro herunterschrauben, sähe die Geschichte für mich schon deutlich interessanter aus, weshalb ich jedem empfehle, die DLCs nur im Sale zu erstehen. Nicht weil sie schlecht wären, sondern einfach um die hohen Preise nicht zu unterstützen.

Total War - Warhammer 2 - DLCs im Überblick

Die DLCs unterteilen sich in verschiedene Preis-Klassen; Curse of the Vampire Coast und Rise of the Tomb Kings sind neue Völker, welche preislich entsprechend hoch angesetzt sind. Bei The Queen & The Crone handelt es sich um ein Kommandanten-Paket, welches Legendäre Kommandanten, aber auch einige neue Einheiten bietet. Alith Anar bietet zunächst „nur“ einen neuen Kommandanten, der jedoch mit eigenen Mechaniken und Startposition in der Kampagne durchaus etwas bietet – Und das ganz kostenlos.

Ich bin mir dabei sicher, dass in allen DLCs viel Arbeit steckt, das sieht man immer wieder an den tollen Details, welche Einheiten besitzen. Es macht großen Spaß, in Echtzeitschlachten nahe an die aufmarschierenden Einheiten zu zoomen und diese zu bewundern. Eins meiner liebsten Details sind die Giftfrösche, welche die Chameleon-Skinks um ihre Beine gebunden haben, um ihre Pfeile zu vergiften. Es ist toll, wie nahe man an den Miniaturen des Tabletops arbeitet. Dennoch muss auch bedacht werden, dass die Hauptspiele ohne Sale jeweils 60 Euro kosten. Da sich die Trilogie ergänzt, kann man also schwer auf einen der Teile verzichten, sodass man, sobald der dritte veröffentlicht ist, allein für diese schon mal 180 Euro auf den Tisch legen könnte, wenn man nicht auf einen Sale wartet. Betrachtet man diese Summe, halte ich DLCs für jeweils 20 Euro einfach für zu hoch angesetzt, wenn diese „nur“ ein neues Volk stellen. Zufrieden wäre ich, wenn man die Preise hier massiv stutzt oder bei gleichem Preis mehrere Völker oder stark differenzierte Unterfraktionen bündelt. Dann würde ich diese DLC-Politik als zukunftsweisend und spielerfreundlich bennnen.

DLCs und Mods koexistieren

Dennoch muss ich eine weitere Lanze für die Politik der Total War: Warhammer-Reihe brechen; Denn der Mod-Support ist gegeben und wird mit der Integration vom Steam Workshop massiv gestärkt. Seit jeher bastelt eine große Community an diversen Projekten, die das Spiel ebenfalls massivst bereichern. Ich selbst nutzte zahlreiche Mods, welche die Kampagnen-Schwierigkeit erhöhen, die KI verbessern und die Diplomatie erweitern (und vor allem Lore-freundlicher gestalten). Aber auch abseits davon findet man zu fast jedem Problem eine Modifikation, welche Verbesserungen anbietet. Das einzige Manko ist meist die Tatsache, dass es schwer ist, Projekte aktuell zu halten, da diese immer auch an die neuen DLCs und Versionen der Hauptspiele angepasst werden müssen. Aber abseits davon ist es wunderschön zu sehen, dass DLCs und Mods auch problemlos nebeneinander existieren können. Daran sollten sich so viele Entwickler und Publisher ein Beispiel nehmen – Nutzer generierte Inhalte sorgen dafür, dass ein Spiel auch Jahre nach Release beständig neuen Content erhält und sich eine beständige Community bildet.

Fazit

Also, was ist denn nun; Was halte ich von der Entwicklung der Total War: Warhammer-DLCs? Ich denke, dass im vorangegangenen Beitrag deutlich wurde, dass ich insgesamt überraschend zufrieden mit der DLC-Politik bin. Tatsächlich war ich im Vorfeld sehr viel skeptischer, doch letztlich und auf lange Sicht bin ich zufrieden. Nur die preisliche Gestaltung ist ein Dorn in meinen Augen, der trotz meiner allgemeinen Lobhudelei nicht unterschätzt werden sollte. Denn hier ist ein wirklicher Kritikpunkt, der auch nicht durch die kostenfreien Inhalte ausgeglichen werden kann. Wobei ich es zu schätzen weiß, dass DLCs wie Curse of the Vampire Coast auch Nichtkäufern zugänglich sind, indem die Fraktion zwar nicht spielbar ist, aber in der Kampagne dennoch als KI-Gegner auftaucht.

Letztlich halte ich aber die Tatsache, dass man Modifikationen nicht bekämpfte, sondern diese sogar aktiv mit dem Steam Workshop bestärkt hat, für besonders relevant. In der Vergangenheit bedeuteten DLCs und Mikrotransaktionen oft, dass man nutzergenerierte Inhalte ausschloss, um selbst Kohle zu scheffeln. Wir erinnern uns an Reihen wie Call of Duty oder Battlefield, welche damit begannen, Waffen und Kartenpacks anzubieten, während Custom-Maps und -Waffen von neueren Titeln ausgeschlossen wurden. Bei Total War: Warhammer gibt es aber sowohl die DLCs, als auch die Modifikationen und genau so sollte es eigentlich sein. So kann ich die ollen DLCs tolerieren, sie sogar schätzen (wenn auch die Preise immer noch deutlich zu hoch sind).

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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