TSIOQUE – Review

Das große Abenteuer einer kleinen Heldin; Ein Point-and-Click-Adventure für Groß und Klein!

Als die gute Königen ausziehen muss, um im Kampfe ihr Königreich zu verteidigen, ergreift ein finsterer Magier die Macht im Schloss und beschwört eine Armee fieser Kreaturen. Prinzessin TSIOQUE, die Tochter der Königin, wird in den Kerker geworfen. Natürlich lässt das trotzige Königskind diese Situation nicht auf sich sitzen und versucht der Gefangenschaft zu entkommen, um dem Zauberer Paroli bieten zu können und das Reich vor dessen finsteren Machenschaften zu retten.

Eine starke Protagonistin

Und damit beginnt das Abenteuer für unsere Protagonisten TSIOQUE, einem kleinen Mädchen, welches es aber faustdick hinter den Ohren hat. Ich war vor allem im Vorfeld etwas skeptisch, ob ich denn mit der Figur warm werden würde, doch schon in den ersten Spielminuten hat mich die finster dreinblickende Prinzessin völlig für sich gewinnen können. Zwar ohne Stimme, aber mit starker Mimik und Gestik haben wir hier einen authentischen Hauptcharakter, welchen man gerne auf seiner Reise begleitet – Wunderbar.

TSIOQUE - Start im Kerker

Unsere Heldin beginnt das Abenteuer im Kerker und muss zunächst ihrem Gefängnis entkommen, bevor sie dem finsteren Zauberer entgegentreten kann.

Ein verspieltes Point-and-Click-Adventure

Spielerisch präsentiert sich TSIOQUE als recht klassisches Point-and-Click-Adventure in einem, ich will mal sagen, kinderfreundlichen Rahmen. Die Rätsel sind schön durchdacht und angenehm mit der Spielwelt verwoben, zugleich aber nicht zu schwer oder komplex gestaltet. Aufgelockert wird das Gameplay mit einigen Quick-Time-Events, die jedoch nie nerven und ebenfalls gut in die Spielwelt integriert wurden. „Sterben“ ist ebenfalls möglich, jedoch sind die Speicherpunkte immer so gesetzt, dass wir kurz vor unserem Fehler wieder ins Spielgeschehen geworfen werden. Der Fokus liegt aber klar auf der Geschichte unserer Prinzessin, nicht auf den Rätseln selbst. Wer also primär Spaß an schwierigen Rätseln hat, wird hier eher enttäuscht werden.

TSIOQUE - Flucht samt Quick-Time-Event

Quick-Time-Events werden an einigen Stellen im Spiel eingesetzt und sorgen für etwas Abwechslung im Spielablauf. Dennoch sind die Events immer gut mit der Spielwelt verknüpft und wirken dadurch weder aufgesetzt noch nervig.

Grandiose Optik

Alles andere als enttäuschend, ist die wunderschöne Optik von TSIOQUE. Das gesamte Spiel ist handgezeichnet, was sich in jeder Szene stark bemerkbar macht und mir ausgesprochen gut gefallen hat. Der gesamte Stil von TSIOQUE ist somit frisch, unverbraucht und zugleich sehr stimmig. Hier hatte ich durchgehend Spaß daran, die neuen Räume zu erkunden und mich zunächst an den Details satt zu sehen. Untermalt werden die schönen Szenerien zudem von einem tollen Soundtrack, der zwar nicht hervorsticht, aber das Gameplay dynamisch begleitet und so dem Gesamteindruck zuträglich ist. Auch die fiesen Diener des Zauberers, sowie die freundlichen Bewohner des Schlosses, sind charmant ulkig und gaben mir vermehrten Anlass zum schmunzeln. Optisch für mich einer der Hingucker in diesem Jahr!

TSIOQUE - Die fiesen Torwächter

Die fiesen Diener des Zauberers haben ein tolles Design und brachten mich mehrmals mithilfe von gut eingesetztem Slapstick zum schmunzeln.

Kurze Spielzeit

Ganz ohne Schelte kann ich TSIOQUE dann aber doch nicht entlassen (so sehr ich es dem Spiel auch gönne); Größtes Manko ist ganz klar die Spielzeit. Nach drei bis vier Stunden sehen erfahrene Point-and-Click-Spieler schon den Abspann, was mir wirklich zu kurz ist (ich war bereits nach knapp drei Stunden durch). Bis auf die Achievement-Jagd bleiben zudem kaum Anreize für einen weiteren Durchlauf, da wir keinerlei Entscheidungen treffen können, die den Spielverlauf beeinflussen. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist die Tatsache, dass wir Aktionen nicht abbrechen und Animationen nicht überspringen können. Das stört zwar nur minimal, macht sich aber dennoch bemerkbar.

TSIOQUE - Die kleine grimmige Heldin

Es spricht durchaus für ein Spiel, wenn der größte Kritikpunk die kurze Spielzeit ist. Gerne hätte ich noch etwas mehr Zeit mit TSIOQUE verbracht. Wer mit 3-4 Stunden Gameplay leben kann, wird mit einer wunderschönen Geschichte belohnt.

Fazit

Trotzdem vermögen es die Kritikpunkte nicht, den Gesamteindruck von TSIOQUE zu schmälern. Wenn ich am Ende eines Spiels mit einem freudigen Grinsen auf den Bildschirm starre und das Erlebte während des Abspanns auf mich wirken lasse, wurde etwas verdammt richtig gemacht. TSIOQUE erzählt auf charmante und zugleich intelligente Weise eine wunderbar humorvolle Geschichte, der ich gerne gefolgt bin und am liebsten direkt einen Nachfolger spielen wollen würde. TSIOQUE schafft den Spagat und spricht Kinder, aber auch Erwachsene gleichermaßen an und bietet ein wunderschönes Point-and-Click-Adventure, welches man auch ohne Probleme mit dem Nachwuchs oder jüngeren Geschwistern gemeinsam spielen kann und am Ende eine schöne Zeit zusammen hatte.

Für mich eine der schönsten Videospiel-Erfahrungen 2018, auch wenn die Spielzeit wirklich länger sein könnte. Für seine 12 Euro auf Steam kann ich TSIOQUE dennoch uneingeschränkt empfehlen, da am Ende eine zwar kurze, aber dennoch schöne Geschichte erzählt wurde, die mich vollständig abgeholt hat.

Ich kann nur dazu raten, sich einen Abend Zeit zu nehmen, und TSIOQUE auf ihrem wundersamen Abenteuer zu begleiten. Für mich hat sich dieses Abenteuer definitiv gelohnt und ich hoffe, dass ich zukünftig vielleicht Gelegenheit erhalte, die Prinzessin auf weitere Abenteuer zu begleiten.

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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