Ubisoft entfernt Spiele von Key-Verkäufern auf Uplay

Erst waren es die Raubkopierer, dann die Wiederverkäufer und heute die Sparer…

Momenten sorgt eine Meldung in den Foren von Ubisoft für Unruhe; Demnach soll der Publisher Spiele auf Uplay entfernen, welche von Key-Händlern erworben wurden. Betroffenen Nutzer erhielten von Ubisoft die Nachricht, den jeweiligen Verkäufer des betroffenen und nachträglich gelöschten Keys zu kontaktieren. Eine offizielle Stellungsnahme zum Vorgehen liegt nicht vor, jedoch ist solches Vorgehen nicht neu und wird von diversen Spiele-Plattformen sporadisch eingesetzt (Steam, Origin als auch Uplay).

Doch warum dieses aggressive Vorgehen? Die Antwort der Publisher bzw. großen Plattform-Betreiber ist dabei immer gleich; Man gehe gegen Drittanbieter vor, welche keine Lizenz für den digitalen Vertrieb der Spiele hätten. Doch ist dieses Argument nicht immer Aussagekräftig, geben zahlreiche der Key-Händler an, die Keys von Retail-Spielen zu erlangen, bei welchen die Codes lediglich eingescannt wurden. 

G2A Website - Uplay sperrt Games vom Key Händler

Aktuell sollen besonders Keys von G2A gesperrt worden sein, jedoch beklagen auch Kunden anderer Drittanbieter oder von Ebay den Verlust Ihrer Spiele. Doch ist die Sperrung dieser Titel wirklich gerecht? Ich denke, dass ein solches Vorgehen doch sehr grenzwertig zu betrachten ist. Spieler werden bestraft, weil sie nicht mehr bereit sind halbfertige Spiele zu völlig überteuerten Preisen zu kaufen, nur um in den darauf folgenden Monaten mit DLCs überschüttet zu werden. Natürlich gibt es unter den Key-Händlern schwarze Schafe, die Keys aus Ländern wie Russland oder China billig einkaufen und auf dem europäischen Markt verkaufen, doch beziehen viele der Anbieter Ihre Keys von großen Sale Aktionen oder anderen seriösen Quellen. Ein Key, der sich online aktivieren lässt, kann kein „falscher“ Key sein und eine nachträgliche Löschung grenzt in meinen Augen an Betrug. Hier geht man mal wieder gegen den Kunden vor, wie es viele Publisher schon immer gemacht haben.

Uplay Account erstellen

Die Geschichte beweist dies ganz gut; Früher waren Raubkopierer die Wurzel allen Übels, weil sie Spiele kostenlos zur Verfügung stellten. Später waren es dann die Spieler, welche Ihre Spiele über den Gebrauchthandel weiterverkauften und heute sind es alle Spieler, die sparen und sich nicht ausbeuten lassen wollen. Soll dieses Spirale der Einschränkung weitergehen? Und warum geht es immer gegen den Kunden, der doch eigentlich König sein sollte? An fehlenden Gewinnen der Publisher kann es kaum liegen, diese machen (zumindest die Großen) beträchtliche Gewinne und das trotz jährlicher Verminderung der Qualität ihrer Produkte (Call of Duty lässt Grüßen).

Alles in allem Verurteile ich Uplay für Ihr Vorgehen, will aber auch Steam und andere Betreiber nicht außen vor lassen. Wenn man gegen den Verkauf von Keys durch Drittanbieter ist, sollte man den Handel mit Keys selsbt einschränken bzw. eine eigene Plattform oder Möglichkeit dafür schaffen; Alles andere geht direkt gegen die eigenen Kunden, welche man in den letzten Jahren sowieso mehr und mehr malträtiert.

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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