Videospiele als Filme und Bücher – Wie Spiele neuen Formaten angepasst werden

 Unterhaltungsmedien beeinflussen sich gegenseitig – Auch Videospiele werden im großen Stil adaptiert.

Es ist kein neues Phänomen; Unterhaltungsmedien beeinflussen sich gegenseitig und bringen gegenseitige Adaptionen hervor. Ob nun Videospiele, Bücher, Filme oder Comics – Immer wieder werde bekannte Marken in unterschiedlichsten Medien präsentiert, um so eine möglichst breite Zielgruppe erreichen zu können.

Bekannte Charaktere auf neuen Wegen entdecken

Videospiele, die auf der Grundlage von Filmen gemacht werden, gibt es schon seit den 1980er-Jahren. Allerdings geht der Trend immer öfter auch in die andere Richtung und Videospiele erhalten eigenen Adaptionen in anderen Unterhaltungsmedien: Dem „Horror“-Game Five Nights at Freddy’s wurde zum Beispiel eine eigene Buchreihe spendiert, in der die Fans noch mehr über die Hintergrundgeschichte des Spiels erfahren können. Auf der anderen Seite ist die Resident Evil-Filmreihe so berühmt wie berüchtigt (auch wenn ein deutlicher Negativ-Trend von Teil zu Teil verbucht werden muss). Auch immer bekannter: Online Casino Spiele mit Adaptionen von großen Marken wie Game of Thrones und Tomb Raider. In Ersterem muss man die Wappen der verschiedenen Königshäuser kombinieren, während es bei Tomb Raider die Aufgabe des Spielers ist, mit Lara Croft gemeinsam Schätze zu „jagen“ – ähnlich wie in den klassischen Spielen, wo Lara sich ebenfalls auf gefährliche Schatzsuche begibt.

Game of Thrones - Bücher und Games

‚Game of Thrones‘ – Global Panorama via Flickr (CC BY SA 2.0

Natürlich gibt es noch weitere Beispiele: Das oben erwähnte Game of Thrones ist eine Adaption der TV-Serie, welche wiederum auf der beliebten Buchreihe von George R. R. Martin basiert. Aktuell existieren drei offizielle Videospiel-Umsetzungen des Fantasy-Epos sowie zahlreiche Modifikationen (besagte Titel sind A Game of Thrones – Genesis, Game of Thrones und Game of Thrones – A Telltale Games Series). So werden bekannte Universen, Charaktere und Geschichten immer wieder für neue Medien angepasst und im Idealfall mit Mehrwert neu aufgesetzt. Angefangen haben diese Adaptionen bereits in den ersten Stunden der Heimkonsolen: E.T. für Atari ist das wahrscheinlich bekannteste frühe Beispiel für ein Spiel, das auf einem Hollywood Film basierte (und aufgrund fehlender Zeit in der Entwicklung als schlechtestes Videospiel der Geschichte gilt). Capcom brachte auf dem Nintendo Entertainment System Versionen von Chip & Chap sowie Ducktales heraus, damals beides berühmte Disney-Fernsehserien, und feierte damit große Erfolge. Heute dienen wiederum Videospiele (auch wenn Comics hier aktuell wohl die absolute Spitze bilden) oft als Vorbilder großer Hollywood-Produktionen und wurden in den letzten Jahren vermehrt angekündigt. So erhält Tomb Raider, nach der Verfilmung aus dem Jahr 2001 (Lara Croft: Tomb Raider), 2018 eine weitere Verfilmung mit dem einfachen Titel „Tomb Raider“. Es wäre an dieser Stell einfach, zahlreiche weitere solcher Adaptionen aufzuzählen; Klar ist – Alles, was in der heutigen Unterhaltungsbranche eine gewisse Beliebtheit und Popularität erreicht, hat enorm gute Chancen schnell in allen erdenklichen Medien-Formen adaptiert zu werden. Dass das nicht immer gut geht, haben die vielen Lizenz-Gurken der letzten Jahre und Jahrzehnte bestätigt, dennoch kann man solche Prozesse allgemein nicht verteufeln, können sie durchaus grandiose Ergebnisse mit Mehrwert erzielen und unsere Unterhaltungslandschaft bereichern.

Lara Croft - Games und Filme

‚Rise of the Tomb Raider / Hands Up‘ – Stefans02 via Flickr (CC BY 2.0)

Die Mischung aus Neuem und Bekanntem

Was aber macht den Reiz solcher Adaptionen aus? Wieso lesen wir ein Buch über unsere liebste Videospielreihe oder zocken bevorzugt diverse Spiele mit bekannten Universen? Zum einen ist es das gute Gefühl, tiefer in eine uns mitreißende Welt eintauchen zu können. Jeder kennt das Gefühl, wenn man nach dem Abspann eines wirklich guten Spiels einfach nicht genug haben kann. Klar, man kann immer neue Runden Anno spielen oder ein storylastiges Game erneut durchspielen, aber andere Medien geben dem Konsumenten auch die Möglichkeit, seine Charaktere und Welten auf andere Arten zu entdecken. So ist man beim Lesen stets passiver Rezipient, bei Videospielen greift man aktiv ins Geschehen ein und Filme können uns als visuelles Medium zeigen, wie Figuren und Umgebungen aussehen könnte. Dann ist da natürlich noch der Reiz des Neuen: Oft trauen wir uns nicht, neuen Erfahrungen eine Chance zu geben. Wenn aber eine Reihe als Videospiel umgesetzt wird, dann kauft vielleicht jemand, der sonst nicht mit Gaming in Berührung kommt, das PC-Spiel. So eröffnen uns die genannten Adaptionen die Möglichkeit, uns in noch unbekannten Medien zurecht zu finden und erste Erfahrungen zu sammeln.

Im Grunde kann mal also grob sagen; Es ist die Mischung aus Neuem und uns bereits Bekanntem, die uns Videospiele als Bücher, Serien oder Casino-Games erleben lässt. Den Fans gefällt es, immerhin stellen diese Adaptionen eine Möglichkeit dar, sich anders als gewohnt mit dem eigenen Hobby zu befassen und dabei ganz neue Erfahrungen zu machen. Zwar sind diese Ergebnisse nicht zwingend gut, denn allein eine Lizenz eines großen Namens kann für kein gutes Produkt stehen, aber wenn die Adaption glückt, wird dem User eine großartige Möglichkeit geschenkt!

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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  • Kartodis

    Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, habe ich kein Problem mit Adaptionen. Egal ob ein Spiel zum Film oder ein Film zum Spiel wird, man hat immer die Möglichkeit, tiefer einzudringen. Auch die Qualität ist mir da nicht ganz so wichtig. Klar, es sollte nicht zu schlecht sein, aber wenn ich so ein starker Fan eines Franchise bin, dann verzeihe ich auch gerne mal den einen oder anderen Fehler, so lange ich tiefer in die von mir geliebte Welt eintauchen kann.

    • Ich verstehe genau, was Du meinst. Leider bin ich bei einem Universum, welches es mir besonders angetan hat, auch besonders pingelig und erwarte dann eher noch mehr von der Umsetzung.