Vom Hobby zum gutbezahlten Job – Karriere als E-Sportler kann gelingen

eSports-große-Halle

Vom geliebten Hobby zum neuen Traumberuf? Der eSport steckt schon lange nicht mehr in den Kinderschuhen und füllt riesige Hallen!

Man playing a computer gamesGrundsätzlich gilt das Spielen am Computer oder an der Konsole als beliebtes Hobby bei Alt und Jung, das gerade in den letzten Jahren eine große Entwicklung durchmachte. Grafisch erstrahlen heutige Spiele in einem völlig neuen Licht und auch die Spielemechanik ist mittlerweile vielfältig und hält für nahezu jeden ein passendes Genre bereit. Allerdings ist Spielen heutzutage keineswegs mehr ein bloßer Zeitvertreib, sondern kann durchaus auch professionell und hauptberuflich betrieben werden – die Rede ist hierbei von der sogenannten E-Sport-Szene, in der mitunter sehr attraktive Preisgelder locken.

E-Game Szene wird immer lukrativer

Der unbestrittene Marktführer und attraktivste Turnierbestandteil ist League of Legends, das seit 2009 auf dem Markt ist. Es gilt als DAS E-Sport Spiel schlechthin, wobei die Ausmaße der mit diesem Spiel veranstalteten Turniere für Nicht-Computerspielbegeisterte kaum einschätzbar ist. Bei der dritten Weltmeisterschaft traten immerhin 14 Mannschaften an, die im Endeffekt um zwei Millionen Euro Preisgeld spielte. Als Gewinner gewann das Team SK Telekom T1, das aus fünf Mitgliedern besteht. Immerhin strichen diese eine satte Siegesprämie von einer Million Euro ein.

Solche Beträge sind längst keine Seltenheit mehr, womit es auf der Hand liegt, dass viele Hersteller ebenfalls danach trachten, ihr Spiel zum E-Sport Game Nummer 1 zu machen. Insgesamt erkennen Experten und Spieler ein enormes Wachstumspotential dieses Marktes.

Profispieler werden leicht gemacht

Grundsätzlich gibt es in der Szene zwei Arten von Spielern:

  • Profispieler, die den Lebensunterhalt verdienen
  • Hobbyspieler mit geringeren Einnahmen

mouse & keyboardWährend Erstgenannte zum Beispiel als Teilnehmer der LCS durchaus attraktive Gehälter einstreichen und damit ihr Leben bestreiten, erhält die zweite Gruppe, die zum Beispiel aus ehemaligen EPS Gewinnern besteht, einen Bruchteil der Einnahmen. Hier können die Einnahmen eher als Taschengeld gesehen werden statt als tatsächliche und vollkommene Einkommensquelle.

Fast täglich gibt es kleinere Turniere, die von der ESL, der Electronic Sports League, veranstaltet werden. Hier sind sowohl die Teilnehmerzahlen als auch die Preisgelder nicht besonders hoch. Während oft nur eine Anzahl von Spielern im zweistelligen Bereich mit dabei ist, liegen die Preisgelder zwischen 50 und 300 Euro. Damit sind genau diese Turniere hervorragend für Einsteiger in den E-Sport oder aber für alle diejenigen geeignet, die das Ganze „just for fun“ machen. Die Registrierung für diese Form der Spiele ist meist wenig aufwändig und komplett kostenlos. Damit ist klar, dass die Spieler nur eines verlieren können, nämlich etwas von ihrer Zeit.

Beim Spieler, der das Ganze profimäßig betreibt, können die Gewinne bzw. Verdienste dagegen ganz anders aussehen. Es gibt ein Ranking der bestverdienenden Spieler, die von www.gamestar.de im Jahr 2013 veröffentlicht wurde. Demnach lautet die Reihenfolge so:

  • Johnathan »Fatal1ty« Wendel – 454.544,98 US-Dollar aus 35 Turnieren (First-Person-Shooter, vor allem Painkiller)
  • Lee »Flash« Young Ho – 437.114,53 US-Dollar aus 40 Turnieren (vor allem StarCraft: Brood War)
  • Jung »Mvp« Jong Hyun – 377.116,37 US-Dollar aus 42 Turnieren (vor allem StarCraft 2)

Und auch Zuschauer müssen mittlerweile mitunter tief in die Tasche greifen, wie es jüngst bei der ESL One Cologne 2015 der Fall war. Wer das Event nicht am heimischen Rechner, sondern lieber direkt vor Ort erleben wollte, der musste bereits für ein reguläres Ticket 41 Euro zahlen. Ein Premium-Ticket schlug sogar mit bis zu 217 Euro zu Buche, wie dieser Artikel verrät. Teilweise schauten mehr als 10.000 Gaming-Begeisterte bei dem Spektakel in Köln zu, sodass die ESL One Cologne 2015 in der Lanxess Arena bis dato als eines der größten Events seiner Disziplin gilt.

Gewisse Voraussetzungen sind gefragt

Die Ansprüche an professionelle „Progamer“ sind unterschiedlich, wobei vor allem bei Einzelspielen eine gute Hand-Augen-Koordination und eine schnelle Reaktionsfähigkeit gefragt sind. Für Teamspieler gibt es gleich mehrere Ansprüche, die sie zusammen mit ihren Teammitgliedern erfüllen sollten. Dazu gehören unter anderem

  • weitreichendes Spielverständnis
  • Motivation für das eigene Weiterkommen
  • Ehrgeiz
  • Geschicklichkeit in der Bedienung
  • Reaktionsfähigkeit
  • gute Englischkenntnisse

Jeder, der in den Profibereich des E-Sports einsteigen möchte, sollte sich bewusst machen, dass es – wie überall im Sport – nicht ohne regelmäßiges Training geht. Killerfish’s Kapitän „GunElite“ fasst es in die richtigen Worte: „Übung macht den Meister“. Es gilt in der Szene als offenes Geheimnis, dass Progamer bis zu zwei oder drei Stunden täglich trainieren. Wer das Ganze eher als tatsächlichen Spaß und Möglichkeit zum Nebenverdienst betrachtet, kommt auch mit weniger aus. Zudem ist klar, dass eine Profikarriere meist eher kurz ist, wer mit Ende 20 noch ganz vorne mit dabei ist, gilt als Ausnahme. Denn es ist eine biologische Tatsache des Menschen, dass die Reaktionsfähigkeit mit dem Alter abnimmt, und genau auf die kommt es vornehmlich an.

Maßnahmen zum Erfolg

Eight businessmen planning a strategy in business advancement

Wer in die Welt der Profispieler eintauchen möchte, sollte seine Fertigkeiten als Computerspieler natürlich auf entsprechendes Niveau heben, um mithalten zu können und vom Topf der lukrativen Gewinnsummen auch etwas zu haben. Damit ist das angesprochene Training unabdingbar, doch es gibt weitere Tipps und Empfehlung renommierter Spieler, wie man seine Karriere im E-Sport voran- treiben kann. Zusätzlich hält auch die offizielle Website von League of Legends einen passenden Beitrag zum Thema bereit.

  1. Zum einen schwören Profis darauf, sich nach jedem Spiel, das sie gespielt haben, das Replay im Schnelldurchlauf noch einmal anzusehen. Dabei sollten die Fehler, die gemacht wurden, im Focus stehen. So banal das auf den ersten Blick erscheinen mag, doch Anschauen und Beobachten der selbst gemachten Fehler führt automatisch dazu, genau diese in der Zukunft nicht mehr zu machen.
  1. Ein weiterer Tipp von Profis ist, sich Streams anderer E-Sportler aus dem Profibereich anzusehen. Denn diese können Dinge und Spielzüge aufdecken, auf die man selbst nie gekommen wäre. Dies können neue Strategien oder aber auch ganz einfache mechanische Dinge sein. Grundsätzlich wird einfach das Spielverständnis erweitert. Dies gilt vor allem für alle diejenigen, die die sogenannten MOBA Spiele, also Multiplayer Online Battle Arena Games oder aber RTS Spiele, das sind Echtzeitstrategiespiele, spielen.
  1. Der dritte Tipp von Profispielern klingt komplett unspektakulär, denn es geht darum sich Auszeiten vom Spielen zu nehmen. Wer immer wieder das gleiche Spiel spielt, verliert über kurz oder lang die Motivation und Begeisterung. Damit ist meist eine Verschlechterung des Levels Programm, womit klar ist, dass man das Gegenteil von dem erreicht hat, was man ursprünglich beabsichtigte.

Unterschiedliche Disziplinen im E-Sport

Grundsätzlich kann jedes Spiel zum E-Sport werden, Hauptsache, man kann sich dabei mit anderen Spielern messen. In der Szene am häufigsten vertreten sind allerdings:

  • Ego-Shooter
  • Echtzeitstrategiespieler
  • Sportsimulatoren

Die Spiele, der derzeit am meisten Popularität aufzuweisen haben, sind:

Auch wenn sie in der Beliebtheitsskala unterschiedlich gelistet sind, haben sie doch eines gemeinsam. Sie verfügen über eine stark wachsende Community, zwischen denen es durchaus auch zu Konkurrenzdruck kommen kann.

 

Quellen

Bild 1: 73249583 – Man playing a computer games © Iryna Tiumentseva

Bild 2: 73602988 – mouse & keyboard © Serjik Ahkhundov

Bild 3: 95015104 – Eight businessmen planning a strategy in business advancement © Gajus

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, FIlme und blöde Ideen zu haben. Demnächst nebenher auch noch Student und Jünger von Hopfen und Malz.
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