WARTILE – Erster Eindruck (Presse-Version)

Tabletop trifft auf Eichzeitstrategie im Wikinger Setting – Eine coole Idee mit guter Umsetzung!

Ich habe schon vor einiger Zeit Zugang zu einer Presse-Version von WARTILE erhalten und will nun endlich darüber berichten, also fangen wir mal an!

Mal was anderes

Bei WARTILE handelt es sich mal wieder um ein waschechtes Indie-Game, welches ein bisher relativ unverbrauchtes Setting, zumindest auf elektronischen Geräten, auffährt – Strategie im Tabletop Stil auf wunderschön gestalteten Dioramen. Dabei steuern wir Miniaturen in Gestalt blutrünstiger Wikinger-Krieger verschiedener Klassen und müssen uns auf verschiedenen Maps gegen englische Ritter zur Wehr setzen, während wir ihr Gold stehlen oder Gefangene befreien. Damit ist das Setting von WARTILE auch direkt gelüftet: Die große Zeit der Wikinger, als sie von Skandinavien englische Küsten plünderten und für endlosen Schrecken bei der Bevölkerung sorgten. Umgesetzt ist das ganze als Tabletop Verschnitt, bei dem man Echtzeitstrategie eingeflochten hat, was ganz gut funktioniert. Das System funktioniert grob gesagt so: Mit „drag & drop“ bewegen wir unsere Figuren über die Hexa-Felder der Maps.

WARTILE - Bewegung der Einheiten

Interessantes Gameplay

Dabei muss jede Figur einzeln bewegt werden. Jede Figur hat einen gewissen „cool down“ was die Bewegung angeht, haben wir eine Einheit also bewegt, müssen wir ein wenig warten, bevor wir sie wieder in Bewegung setzten können. Die Kämpfe finden dann wieder ganz klassische in Echtzeit ab, wobei die Kampfwerte der verschiedenen Figuren über den Ausgang des Gefecht entscheiden. Neben diesem einfachen System, werden die Kämpfe mit „Karten“ aufgewertet, die wir im Kampf einsetzen können, um bestimmte „Buffs“ auszulösen, also unsere Einheiten zu stärken, oder Gegnern Mali zuzufügen, sie zu schwächen. So stärken wir mit einem Rufhorn die Kampfmoral unserer Truppen oder lassen ein heilendes Licht auf unsere verletzen Krieger niedergehen. Das ist ganz ist locker und intuitiv zu gebrauchen. Dieses Feature wurde auch mit dem Gameplay selbst verschmolzen, denn um die Karten zu nutzen, müssen wir bestimmte „Battle Points“, also erlangte Punkte ausgeben. Diese erhalten wir unter anderem, indem wir bestimmte Missionsziele erreichen, Zeichen der christlichen Religion oder Insignien der englischen Krieger vernichten oder durch das Besiegen der Feinde selbst. Das funktioniert in der Presse-Version wie gesagt schon sehr gut.

WARTILE - Alle gegen einen Ritter

Ein gutes Konzept

Bisher konnte ich nur 2 Maps und das Tutorial spielen, in der fertigen Version soll dann eine ganze Kampagne enthalten sein. Weiterhin lockt ein Mehrspieler mit packenden Gefechten, die ich mit tatsächlich großartig vorstelle, besonders wenn mehr Einheiten-Typen bzw. Fraktionen zur Verfügung stehen würden. Bisher gibt es nur 3 spielbare Krieger-Klassen: Krieger mit Axt und Schild, Speerträger und den Berserker. Die Engländer als Gegner warten dann noch mit Bogenschützen und schwer gerüsteten Rittern auf. Alles schön in Szene gesetzt und nett anzusehen. Mit der Zeit soll man im fertigen Spiel dann eine ganzes Arsenal an Figuren sammeln, und diese dann individuell für die Missionen auswählen. Die Idee ist gut, kommt es dem taktischen Spiel sehr entgegen. Weiterhin kann man seine Einheiten mithilfe von gefundenen Gegenständen aufwerten und ihnen zum Beispiel einen besseren Helm oder eine neue Axt verschaffen. Alles nette Ideen, die für die Langzeitmotivation keine schlechten Möglichkeiten darstellen.

WARTILE - Mitten im Gefecht

Probleme bei der Finanzierung

Zu einem möglichen Release kann man im Moment jedoch nicht viel sagen, denn die Finanzierungskampagne auf Kickstarter, für die ich an dieser Stelle eigentlich ein wenig werben wollte, wurde abgebrochen. Man gab an, weiter an der Umsetzung des Projekts zu arbeiten. Ich denke, dass man ein wenig entmutigt von der Resonanz der Community war, die zwar durchweg positiv ausfiel, aber vermutlich nicht umfassend genug war. Zu wenige hatten sich für das Projekt interessiert, zu gering das mediale Echo. So meine Vermutung. Dass dieses aber nicht so groß war, wie vielleicht erhofft, liegt vermutlich am Spiel-Konzept, welches zwar super spannend und in gewisser Weise auch innovativ ist, auf der anderen Seite aber auch auf eine kleine Zielgruppe zugeschnitten ist. Immerhin ist ein Tabletop – Spiel als Videospielumsetzung tatsächlich nur für Leute etwas, die so was sowieso mögen und interessant finden. Die großen Hypes greift man damit nicht ab, was aber auch nicht schlimm ist. WARTILE ist eine coole Idee und die erste für mich spielbare Version fühlt sich gut an. Ich hoffe, dass wir bald wieder was von WARTILE hören, ich halte Euch auf dem laufenden.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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