Warum Konsolen PC-Spiele kaputt machen

Konsolen sind nicht schlecht, aber die Industrie passt sich zu sehr an und vernachlässigt den PC!

Wer kennt es nicht: Ein tolles neues Spiel, auf welches man sich schon seit Wochen, Monaten oder gar Jahren gefreut hat, ist endlich erschienen und freudig beginnt man die Installation, um sich kurz darauf ins Geschehen zu werfen und das Game zu genießen. Doch immer öfter kommt es vor, dass der Spaß dann doch erst mal auf der Strecke bleibt, denn plötzlich muss man sich mit einer Steuerung vertraut machen, die komplizierter, unpassender kaum sein könnte. Hinzu kommt eine Benutzeroberfläche aus der Hölle, bei der man auch gerne mal völlig auf eine Unterstützung der Maus verzichten muss und sich mit den Pfeiltasten behelfen soll. Ihr werdet es vermutlich schon herausgefunden haben: Es geht um minderwertige PC-Ports von Konsolen Spielen bzw. um die Tatsache, wie negativ die Entwicklung von Spielen für die Konsolen PC-Games beeinflussen. Doch fangen wir wie immer langsam an.

Negativer Einfluss aufs Interface und die Steuerung

Eines meiner ersten Beispiele, bei welchem ich sehr schmerzlich feststellte, wie sich der große Konsolen-Markt auf meine geliebten PC-Spiele auswirkt, fand ich in der The Elder Scrolls Reihe. Um genau zu sein in Skyrim, welchem man stark anmerkte, dass hier parallel entwickelt wurde. Die Benutzeroberfläche, also die Menüs und das Inventar, waren nicht nur unglaublich hässlich und uninspiriert für ein Rollenspiel, nein es war auch noch unglaublich unpraktisch in der Bedienung, wenn man keinen Controller zur Verfügung hatte. Mal davon abgesehen, dass nicht jeder einen Controller für den PC hat (wobei die meisten dieser Controller nicht mal wirklich gut funktionieren), will ich ein Spiel für den PC verdammt nochmal auch mit dem PC, also mit Maus und Tastatur spielen können. Nun gut, Skyrim war spielbar, aber es war ziemlich entnervend im Inventar nach Zutaten, einer bestimmten Waffe oder einer neuen Rüstung zu forschen. Doch während mir bei Skyrim eher ein fader Beigeschmack der Konsolen Industrie den Gaumen kitzelt, muss ich bei Dark Souls 2 fast brechen. Hier hat man in meinen Augen alles falsch gemacht, was man hätte falsch machen können – Für mich mit Maus und Tastatur kaum spielbar.

Skyrim - Interface ist für Konsolen gedacht

Es fängt schon an, dass ich im Menü, als auch im gesamten Spiel selbst, ständig Einblendungen zum drücken diverse Tasten eines Controllers erhalte. Drücke den A Button oder den Y Button. Danke, aber verdammt nein, ich habe eine Tastatur und eine Maus angeschlossen, keinen Controller. Schaut man sich dann in den Einstellungen um, sind die Tastenbelegungen auch noch so wirr und umständlich, dass man sich selbst mit eigener Variation der Tastenbelegung einige Stunden in bloße Steuerung einarbeiten muss. Und das hat nichts mit dem eigentlichen Gameplay zu tun, welches man auch erst Stunden auf sich wirken lassen muss. Doch während das im Spiel Sinn macht durch Fehler zu lernen, ärgert man sich leider immer wieder darüber, eine falsche Taste im entscheidenden Moment gedrückt zu haben oder wieder Minuten zu benötigen, um eine bestimmte Aktion durchzuführen. Das beste ist: Hat man sich eingespielt und lässt das Spiel dann ein paar Tage ruhen, hat man wieder alles verlernt und macht wieder die gleichen Fehler – Die Steuerung ist einfach miserabel umgesetzt und die Einblendung der Controller Buttons tragen dazu noch ordentlich bei.

Dark Souls II - Schlechter Konsolen Port

Spielen ohne Spielfluss

Doch nicht nur die Steuerung ist von dieser parallelen Entwicklung von PC und Konsolen-Versionen betroffen, auch das Gameplay wird dadurch verfälscht, genormt und angepasst. Leider angepasst auf den starken Konsolen-Markt und dadurch oft vereinfacht und langsamer gemacht. Aktuelles Paradebeispiel ist das neue DOOM, welches mit dem großen Namen für eine Menge Wirbel gesorgt hat. Immerhin haben die ersten DOOM Teile die Shooter Szene geprägt, die Grundsteine gelegt. Doch was man heute vom neuen DOOM zu sehen bekommt, bereitet eingefleischten Fans Bauschmerzen. Das Gameplay ist für solche Shooter enorm langsam und wenig frei. Was heißt das? Das heißt zum Beispiel, dass man ständig Killing-Moves durchführt und dadurch das eigentliche Gameplay gestoppt wird. Das Problem: Im Zusammenhang mit der großen „Gewalt-Werbung“ um das neue DOOM, sind die Animationen zentrales Spiel-Element geworden. Wir werden immer wieder angehalten, diese durchzuführen, ein Kopfschuss zum Beispiel tötet einen Gegner dann erst mal nicht, sondern lässt ihn taumeln, sodass wir Gelegenheit bekommen, unsere Animation anzusetzen. Doch warum das ganze? Nun, während solche Animationen in der richtigen Anwendung in einem Konsolen-Spiel durchaus funktionieren, immerhin ist die Steuerung bei weiten nicht so genau wie bei dem PC, wird man als PC-Spieler an dieser Stelle massiv im freien Gameplay beschränkt. Statt wie früher Gegner um Gegner aus dem Weg zu räumen und bestimmte Waffen in schneller Folge zu wechseln, laufen wir nun von Animation zu Animation. Besonders schwach: Jede Tötung mit der Kettensäge wird mit einer Animation abgehandelt/abgefertigt. Das sieht dann zwar ein bis zwei mal nett aus, wird irgendwann aber zu einer enormen Bremse im Spielfluss, der immer wieder unterbrochen wird.

DOOM - Jetpack Höllenbrut - Im MP ein Fluch

Fazit

Und genau diese Folge spüren wir in vielen PC/Konsolen Games, denn eine Konsole bietet eben eine ganz andere Spielerfahrung als ein PC, wird dann aber so entwickelt, dass alle Titel konform auf allen Plattformen funktionieren, haben wir PC Spieler meist das Nachsehen. Das muss nicht so sein, denn natürlich gibt es eigentlich die Möglichkeit jedes Spiel für beide Geräteschaften, PC als auch Konsole zu optimieren, doch ist das natürlich teurer, da versucht man lieber zu sparen und dabei kommen dann eben Abzüge in der Grafik, der Tastenbelegung und dem Gameplay zustande. Denn Konsolen sind technisch schlechter, kommen also an die Möglichkeiten eines aktuellen Gaming PCs bei weitem nicht heran, bieten mit ihrer Controller Steuerung meist eine viel ungenauere Steuerung, die dann mit langsameren Gameplay ausgewogen wird und beeinflussen auf diese Weise diverse Games soweit, dass sie auf dem PC keinen oder kaum noch Spaß machen. Eine schlechte Entwicklung, die sich aber verändern wird, denn ich denke, dass die großen Zeiten der Konsolen vorbei sind. Moderne und komprimierte PC-Systeme werden die Konsolen auf lange Sicht ersetzen, ihre Existenz ausgleichen. Denn heute wollen Konsolen auch immer mehr ein PC sein, All in One lässt grüßen. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt, denn in den nächsten Jahren wird wohl noch so manches Game durch den Konsolen-Mark auf dem PC unspielbar sein.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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