Was ist ein VPN und was kann ich damit machen?

Eine grafische Darstellung der Welt mit miteinander verbundenen Knotenpunkten. Darüber ein großes Schild mit der Aufschrift VPN.

Die Zensur von Internetseiten nimmt immer weiter zu. Besonders in Asien, dem Nahen Osten und Nordafrika wird das Internet in erschreckender Geschwindigkeit unfreier. Zugleich nimmt das weltweite Sammeln und Verarbeiten von Nutzerdaten immer mehr zu. Wer heute eine Website besucht oder eine Suche in einer der großen Suchmaschinen lostritt, kann sicher sein, dass diese Daten erfasst und dem eigenen Datenpool zugeordnet werden. Im besten Falle erhalten wir dann „nur“ perfekt auf uns abgestimmte Werbung – gefährlicher wird es, wenn diese gesammelten Daten in falsche Hände geraten oder von den Unternehmen anderweitig gebraucht bzw. missbraucht werden. Letztlich sorgen zunehmende geografische Einschränkungen (so genanntes Geoblocking) dafür, dass die Angebote zum Beispiel diverser Streaming-Anbieter wie Netflix oder Amazon-Video je nach Land stark eingeschränkt sind.

Da ist es nicht verwunderlich, dass der Wunsch vieler User nach anonymen und freien Surfen mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Eine entscheidende Rolle für die Anonymität im Internet spielen so genannte VPNs – doch was ist eigentlich so ein VPN und was kann man damit anstellen?

Um das herauszufinden, habe ich mich mit dem Thema VPN beschäftigt und den Dienst selbst getestet – der VPN-Anbieter Surfshark hat mir dafür ein kostenfreies Probe-Abo zur Verfügung gestellt.

Was ist ein VPN?

VPN steht zunächst einmal ganz einfach für „Virtuelles Privates Netzwerk“ (englisch: Virtual Private Network). Damit ist eine Netzwerkverbindung gemeint, welche von Unbeteiligten nicht einfach eingesehen werden kann. Dadurch schaffen VPNs mehr Sicherheit, Privatsphäre und Freiheit, wenn wir im Internet surfen.

Was kann ein VPN?

Ein VPN schafft eine sichere Verbindung zwischen unserem Gerät (Computer, Tablet oder Smartphone) und dem Internet. Der Datenverkehr wird dabei über eine verschlüsselte und sichere Verbindung an einen externen Server gesendet (den VPN-Server) und erst danach an die Zieladresse im Web weitergeleitet.

Dadurch werden drei wichtige Aspekte erreicht:

  1. Die echte IP-Adresse des Users wird verschleiert.

  2. User-Daten werden durch die verschlüsselte Verbindung geschützt.

  3. Bestimmte Geo-Blocks können umgangen und das Internet so freier genutzt werden.

Wie funktioniert ein VPN?

Um die Vorteile eines VPN zu nutzen, muss zunächst ein vertrauenswürdiger VPN-Anbieter gefunden werden. Haben wir einen entsprechenden Anbieter gewählt, müssen wir dessen Software herunterladen und installieren. Je nach Anbieter können wir nun noch bestimmte Einstellungen oder Zusatzdienste wählen und richten anschließend unsere sichere Verbindung zum VPN-Server ein.

Das ist in der Regel mit wenigen Klicks getan und sobald die Verbindung steht, können wir ganz normal surfen und werden kaum einen Unterschied bemerken.

Hier eine kurze Übersicht, was mit unseren Daten passiert, sobald wir unseren VPN-Dienst eingerichtet haben:

  1. Die Software des VPN-Anbieters verschlüsselt unseren Datenverkehr und nutzt eine sichere Verbindung, um den VPN-Server zu erreichen.

  2. Unsere Daten werden dann vom VPN-Server entschlüsselt.

  3. Erst jetzt werden die Daten vom VPN-Server ins Internet an die entsprechende Zieladresse geleitet. Wir surfen also über einen „Stellvertreter“ (den VPN-Server) und bleiben selbst anonym.

  4. Die Antwort der Zielseite wird wieder an den VPN-Server zurückgeschickt. Der VPN-Server verschlüsselt diese Antwort und schickt den Datenverkehr zurück an uns.

  5. Die VPN-Software auf unserem Endgerät kann die empfangenen Daten nun entschlüsseln, sodass wir sie nutzen können.

Das hört sich zwar recht umständlich an, hat für den User aber kaum spürbare Auswirkungen. Der VPN-Dienst läuft im Hintergrund unseres Computers oder Smartphones. Mittlerweile sind viele VPN-Anbieter sehr schnell, sodass wir beim surfen im Internet kaum eine Beeinträchtigung bemerken. Dennoch ist das Surfen über einen VPN meist langsamer als unsere reguläre Verbindung, weil der Umweg über den VPN-Server natürlich Zeit kostet. Das macht sich vor allem beim Streamen oder im Download bemerkbar.

In der Regel gilt: Je entfernter der von uns gewählte VPN-Server ist, desto langsamer ist die Verbindung. Wählen wir also einen Server in den USA, wird die Leistung schwächer sein, als wenn wir einen europäischen Server wählen. VPN-Anbieter haben zahlreiche Server in vielen Ländern, sodass wir bei Bedarf schnell den Server wechseln können. Doch wie schon gesagt, sind VPN-Anbieter heute so schnell, dass wir dennoch entspannt streamen oder Downloads tätigen können.

Warum ist ein VPN sinnvoll?

Wenn wir ohne VPN das Internet nutzen, geben wir zahlreiche Informationen preis. Über die IP-Adresse (Internet-Protokoll) lässt sich unser Standort, all unsere besuchten Websites und sogar unsere Identität aufschlüsseln – also letztlich alles, was wir online tun. Das liegt daran, dass unsere IP-Adresse einzigartig ist – sie gleicht unserer Wohn-Adresse, nur dass die IP-Adresse für das Internet gilt.

Jedes unserer internetfähigen Geräte besitzt solch eine IP-Adresse – diese dient als Kennung für den Computer oder das Smartphone, sodass Internetseiten genau wissen, wohin die angefragten Daten geschickt werden sollen. Diese unverschlüsselten Daten können von jedem ausgelesen werden, der über den entsprechenden Netzwerkzugriff verfügt. Daher sind besonders ungesicherte, öffentliche WiFi-Netzwerke potenziell gefährlich, weil wir nie genau wissen, wer alles Zugriff zum Netzwerk besitzt oder wer das Netzwerk eigentlich eingerichtet hat.

Eine grafische Darstellung der Schutzwirkung eines VPN. Über eine geschützte Verbindung kann im Internet gesurft werden, ohne dass Firmen, Regierungen oder Kriminelle einfach auf die Informationen des Nutzer zugreifen können.

Ein VPN verschlüsselt unsere Daten und lässt uns so anonym und sicherer im Internet surfen. Informationen die normalerweise leicht zugänglich sind, können bei der Nutzung eines VPN nicht einfach abgefragt oder eingesehen werden – unsere Online-Aktivitäten bleiben so anonym.

Mithilfe eines VPN können Hacker, Cyberkriminelle und selbst unser Internetanbieter oder eine Regierung nicht mehr auf diese Daten zugreifen bzw. sie entschlüsseln. Dadurch schützt uns ein VPN in drei wichtigen Aspekten:

  1. Anonymität: Durch einen VPN surfen wir anonym im Netz – unsere Kennung, die IP-Adresse, wird durch die Adresse des VPN-Servers ersetzt. Wir selbst bleiben also anonym im Netz und es lassen sich keine Rückschlüsse auf unsere Online-Aktivitäten ziehen (außer wir sind aktiv bei Diensten wie Google oder YouTube angemeldet).

  2. Sicherheit: Bei der Nutzung eines VPN werden unsere Daten durch einen verschlüsselten „Tunnel“ geleitet. Diese Verschlüsselung macht es fast unmöglich, dass ein Außenstehender die Daten einsehen und missbrauchen kann. Das ist besonders wichtig, wenn wir entweder hochsensible Daten über das Internet versenden oder in einem ungesicherten, öffentlichen WiFi-Netzwerk unterwegs sind.

  3. Freiheit: Durch die Möglichkeit VPN-Server auf der ganzen Welt zu nutzen, können wir lokale Sperren und Einschränkungen im Internet leicht umgehen. Ist eine Website in unserem Land nicht abrufbar oder ein Angebot (wie zum Beispiel bei Netflix) stark eingeschränkt, können wir diese Sperren aushebeln. Auch passen einige Websites ihre Buchungspreise für zum Beispiel Flüge und Hotels je nach Standort und Gerät an (Apple-Geräten werden zum Beispiel gerne höhere Preise angezeigt) – auch diese Tricks kann man mit einem VPN umgehen und unter Umständen sogar sparen.

Wie richte ich ein VPN ein?

Ein VPN einzurichten, ist heutzutage sehr einfach geworden. Das schwierigste ist wohl die Wahl des richtigen Anbieters. Ihr könnt dabei meist auf Testmonate oder Geld-zurück-Garantien zurückgreifen, um einen Anbieter zunächst zu testen und danach eine längerfristige Entscheidung zu treffen. Welcher Anbieter für Euch der beste ist, müsst Ihr ganz individuell für Euch selbst klären. Grundlegend unterscheiden sich die großen Anbieter aber nur in kleineren Details. Beachtet im Vorfeld unbedingt, welche Geräte und Betriebssysteme unterstützt werden und wie viele Geräte Ihr über das Abonnement absichern könnt. Auch ist es sinnvoll zu klären, wo der VPN-Anbieter seinen Sitz hat und wie vertrauenswürdig dieser ist.

Habt Ihr Euren VPN-Anbieter gefunden, richtet Ihr dort Euren Account ein. Nachdem der Account steht, wählt Ihr Euer Abonnement. Danach bietet Euch der VPN-Anbieter die entsprechende Software für alle unterstützten Geräte, Betriebssysteme und Browser zum Download an. Ladet die entsprechende Software immer nur über die offizielle Seite des Anbieters herunter! Andere Quellen könnten von Betrügern manipuliert sein, um Schadsoftware auf Euer System zu bringen. Über die heruntergeladene Software können wir nun unsere Einstellungen wählen – je nach Anbieter können hier mehr oder weniger Feineinstellungen vorgenommen werden. Eine der wichtigsten Möglichkeiten ist wohl aber die Wahl des VPN-Servers, mit welchem wir uns verbinden wollen. Diesen Server können wir bei Bedarf auch wieder wechseln. Insgesamt braucht es nur wenige Klicks und wir können über den VPN surfen.

Sobald wir den VPN nutzen, sind wir anonym und sicherer im Internet unterwegs. Zugleich können wir Geoblocks umgehen und so das Internet freier nutzen.

Wie sinnvoll ist ein VPN für mich?

Je mehr ich mich mit dem Thema VPN beschäftigte, desto sinnvoller erschien mir doch die Nutzung eines solchen Dienstes. Wer besonderen Wert auf Datensicherheit legt oder aber bestimmte Restriktionen im Internet umgehen will, um Anbieter wie Netflix voll auskosten zu können, sollte sich durchaus mit diesem Thema auseinandersetzen.

Anfangs war ich noch etwas skeptisch, ob die Nutzung eines VPN im Alltag nicht zu kompliziert bzw. störend sein könnte – diese Skepsis legte sich aber recht schnell, nachdem ich einige Wochen mit Surfshark unterwegs war. Zunächst ist die Einrichtung tatsächlich kinderleicht und schnell hat man alles für seine diversen Geräte eingerichtet (bei mir ein Computer und zwei Android-Smartphones). Nach der Einrichtung muss nicht mehr viel getan werden – man surft wie gewohnt und genießt die entsprechenden Vorteile. Die Geschwindigkeitseinbußen sind kaum spürbar, sodass ich in meiner normalen Internetnutzung nicht weiter eingeschränkt war.

Für mich ist beim VPN vor allem das Thema Freiheit interessant – bestimmtes Geoblocking zu umgehen, ist durchaus praktisch und wohl der wichtigste Aspekt für mich persönlich, wenn es um die VPN-Nutzung geht. Doch auch der Sicherheitsaspekt ist nicht zu unterschätzen: Websites können nun nicht mehr aggressiv Daten sammeln, was schon ein gutes Gefühl ist. Bei der Anonymität wiederum behindere ich mich wohl ein wenig selbst – denn auch wenn nun nicht mehr jede Website weiß, wer ich bin oder woher ich komme, habe ich meine Google-Dienste weiterhin aktiv, sodass zumindest dieser Konzern noch ganz gut über meine Online-Aktivitäten Bescheid weiß.

Was hat Surfshark zu bieten?

Wer nach einem guten VPN sucht, sollte auf jeden Fall einige VPN-Anbieter vergleichen, um den richtigen Service für sich zu finden. Folgende Aspekte sind mir bei Surfshark besonders aufgefallen:

Abo-Modelle und Preise:

Surfshark ist preislich gut aufgestellt und bietet drei grundlegende Tarife:

  • Das Ein-Monats-Abo kostet 10,68 Euro

  • Das Sechs-Monats-Abo kostet 5,35 Euro

  • Das Zwei-Jahres-Abo kostet 2,05 Euro

Leider gibt es keinen kostenfreien Test-Zeitraum, jedoch wird eine 30-Tage Geld-Zurück-Garantie gewährt. (Stand: 17.05.2021)

Nutzerfreundlichkeit und Support:

Als VPN-Neuling kann ich nur bestätigen, dass Surfshark für Einsteiger sehr nutzerfreundlich und schnell einzurichten ist. Die Benutzeroberfläche ist aufgeräumt und die meisten Funktionen sind leicht verständlich. Ich gehe aber davon aus, dass viele andere Anbieter hier ähnliches zu bieten haben.

Positiv aufgefallen ist der Support: dieser ist nicht mit Bots, sondern echten Menschen besetzt und reagierte bei mir recht fix.

Unterstützte Geräte, Geschwindigkeit und Server:

Was jedoch besonders positiv hervorsticht: im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern, ist die Anzahl der über ein Abonnement unterstützten Geräte unbegrenzt. Dadurch können wir mit einem Abo entspannt jedes unserer Geräte (Computer, Tablets, Smartphones) mit dem VPN ausstatten.

Dabei unterstützt Surfshark die wichtigsten Betriebssysteme (also Windows, macOS, Android und iOS). Auch Linux wird unterstützt, wobei es hier noch zu Problemen kommen soll. Auch soll nur ein Bruchteil der VPN-Server für Linux verfügbar sein. Ganz cool fand ich, dass auch Smart-TVs unterstützt werden (Fire TV und Android TV).

Ein Screenshot der Nutzeroberfläche von Surfshark. Zu sehen sind die unterstützten Betriebssysteme, Smart-TVs und Browser.

Nachdem man bei dem VPN-Anbieter seiner Wahl einen Account eingerichtet und ein Abo abgeschlossen hat, stellt der Anbieter Apps bereit, um unterstützte Geräte und Browser mit dem VPN auszustatten.

Die Internet-Geschwindigkeit ist bei meinen Tests sehr solide gewesen. In der Regel sind die Einbußen so gering, dass noch ohne Probleme gestreamt werden konnte. Die Geschwindigkeiten schwanken je nach VPN-Server zum Teil jedoch spürbar.

Aktuell werden mehr als 3200 Server in 65 Ländern angeboten. Das ist eine gute Grundlage, wobei es VPN-Anbieter mit einem größeren Portfolio gibt.

Sicherheit:

Surfshark bietet unterschiedliche Verschlüsselungsprotokolle, aus welchen wir wählen können (IKEv2, OpenVPN, WireGuard, Shadowsocks). Das ist in meinen Augen eine solide und für mich klar ausreichende Auswahl.

Zudem können wir recht einfach einen „Kill Switch“ einstellen – ist dieser Service aktiviert, wird unsere Verbindung zum Internet direkt getrennt, sobald der VPN mal ausfallen sollte.

Surfshark gibt letztlich an, keinerlei Logs zu speichern – unsere Online-Aktivitäten werden also nicht überwacht oder protokolliert.

Fazit – Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich zum Thema VPN sagen: Wer einen guten VPN nutzt, genießt tatsächlich höhere Anonymität, Datensicherheit und Freiheit im Internet. Viele Anbieter gewährleisten hohe Verschlüsselungsstandards und bieten zugleich gute Internetgeschwindigkeiten. Die Einrichtung eines VPNs ist in der Regel sehr leicht und selbsterklärend – oft genügt der Download der Software und die weitere Einrichtung ist in wenigen Klicks abgeschlossen. Die meisten Anbieter haben kostenfreie Test-Angebote oder eine Geld-zurück-Garantie – nutzt das aus, um den besten Anbieter für Euch zu finden.

Achtung: Beachtet aber unbedingt auch, dass ein VPN nicht generell vor Viren, Phishing oder Trojanern schützt! Hier kommt es immer noch auf Eure eigene Vorsicht an, welche Informationen auf welchen Websites angegeben und welche Inhalte heruntergeladen werden. Seid im Internet immer achtsam und gebt niemals sensible Informationen preis, wenn nicht vollkommen klar ist, dass es sich um eine seriöse Seite handelt!

Was haltet Ihr vom Thema VPN? Nutzt Ihr schon einen Dienst und habt Erfahrungen gesammelt, oder seid Ihr noch skeptisch? Teilt Eure Meinung in den Kommentaren, ich bin gespannt!

Johann von Ti
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