Was mich an Skyrim nervt

Fehlende Atmosphäre durch arge Schnitzer im Spiel – Diese Punkte zerstören die Illusion einer lebendigen Fantasy-Welt!

Obwohl Skyrim schon eine ganze Weile auf meiner Festplatte verstaut ist, spiele ich es doch immer mal wieder ganz gerne, was vor allem den DLCs zu verschulden ist. Aber dennoch gibt es da so Punkte, die mir den Spielspaß immer wieder vermiesen. Besonders die Atmosphäre in Himmelsrand und Umgebung wird immer stark getrübt, ich will Euch zeigen, was mich genau stört.

Skyrim Screenshot 018

Die Welt in Skyrim ist groß ist groß und sieht meistens auch echt hübsch aus. Matschige und sich oft wiederholende Texturen sowie Fehler bei der Darstellung von Wasserläufen kann man mit Texture-Mods beheben, doch einige Punkte lassen sich nicht so einfach beheben. So stört mich besonders, dass wir in der Welt Schnellreisen können. Warum hat man es uns so einfach gemacht von A nach B zu kommen? Habe ich einen Ort erst mal entdeckt, muss ich den Weg dorthin nie wieder gehen, ich sehe die Welt im Grunde nicht mehr und Erscheine eben dort, wo die nächste Mission ansteht. Natürlich kann es bei einer größeren Welt auf Dauer nervig sein, immer wieder weiter Wege auf sich nehmen zu müssen, aber hätte man das ganze nicht atmosphärischer Umsetzen können? Ich erinnere dabei vor allem an Morrowind, hier konnte man nur mit einem Schlickschreiter oder einem Fährmann zu bestimmten Städten und Häfen reisen, dafür musste man dann aber auch Geld zahlen. Damit ersparte man sich sehr große Laufwege, musste die Welt aber immer noch selbst bereisen. Der Ansatz ist in Skyrim ja gegeben, Kutscher verbinden die großen Städte in Himmelsrand miteinander und für ein paar glänzende Münzen nehmen sie einen gerne mit. Doch warum sollte man dieses Mittel nutzen, wenn man auch einfach über die Karte reisen kann? Und dann kann man auch noch an verdammt noch mal jeden Ort reisen…

Skyrim Screenshot 013

Jetzt kann man natürlich sagen: „Du musste ja die Schnellreise-Funktion im Spiel nicht nutzen“. Und ja, das versuche ich auch, aber leider ist Spiel einfach darauf ausgelegt, dass man die Schnellreisen nutzt. Auf den Wegen trifft man kaum interessante Personen oder Gruppen (selten wandern Wachen an einem Vorbei oder man trifft man Banditen, das war es dann aber auch). Weiterhin ist schade, dass man weder essen, trinken noch schlafen muss. Würde mein Held nach gewisser Zeit essen müssen, müsste ich mir im Folgeschluss Gedanken um genügend Vorräte machen. Da komme wir zum nächsten Punkt; Das Inventar. Skyrim geht einen Mittelweg der Inventar-Verwaltung, die mir überhaupt nicht gefällt. Zunächst ist das für Konsolen ausgelegte System unglaublich unübersichtlich und einfach hässlich, weiterhin missfällt es mir, dass wir unrealistische viel tragen können, auf der anderen Seite aber auch nicht endlos viel Ausrüstung auf unseren digitalen Schultern werfen können. Damit fühle ich mich einfach nicht wohl; Entweder möchte ich alles aufnehmen können, wie zum Beispiel in Gothic und meiner Sammelleidenschaft frönen, oder auf der anderen Seite wie in Arx genau überlegen, was ich mit mir rumschleppe und was ich lieber liegen lasse. In Skyrim nimmt man halt so lange alles mit, bis man nichts mehr tragen kann. Dann reist man schnell zum nächstbesten Händler, verkauft den meisten Kram und spielt dann weiter. Dabei entwickelt man keinerlei Beziehung zu seiner Ausrüstung, was in meinen Augen sehr schade ist. Gefördert wird diese Entfremdung vom eigenen Inventar durch die zufällig generierten Inhalten in Truhen und Kisten. Man findet im Grunde immer und überall das gleiche, man merkt, dass es einfach nichts besonderes ist, eine Zwergenrüstung zu finden, weil man einfach im laufe des Spiels 10 davon irgendwo vorfindet.

Skyrim Screenshot 015

Doch nicht nur Welt und Inventar stören, auch die Bevölkerung in Himmelsrand neigt dazu, jeder Atmosphäre mit Füßen zu treten. Ich komme mir so vor, als wäre ich auf einem großen Film-Set und ich bin die Hauptfigur im nächsten Hollywood-Blockbuster. Warum? Weil alles auf mich ausgelegt zu sein scheint, jeder wartet scheinbar nur auf mich und gibt mir eine Aufgabe. Doch diese Aufgaben haben am Ende kaum Auswirkungen auf die Welt. Es passiert immer nur etwas, wenn man selbst dafür verantwortlich ist. Zum Beispiel merkt man kaum, dass Himmelsrand eigentlich von einem Bürgerkrieg verzehrt wird, wenn man nicht grade die Quest-Reihe dazu absolviert. Warum sehe ich nirgendwo Flüchtlinge, warum gibt es keine kleinen Scharmützel zwischen den Fraktionen? Die Welt lebt nicht, sie ist nur eine Kulisse für unsere Helden und das ist so endlos schade. Ich würde gerne in eine Taverne gehen und mich mit den Bewohnern des Dorfes unterhalten und dabei wirklich etwas erfahren. Stattdessen höre ich, wenn es keine Quest ist, nur Standartsätze, die überall die selben sind. Das verstärkt das Gefühl, ein Hauptdarsteller neben vielem Komparsen zu sein, Statisten ohne eigene Geschichte ohne eigenes Leben.

Skyrim Screenshot 007

Ich hoffe, dass man in Zukunft vielleicht ein wenig auf pausenlose Action verzichtet und sich auf die Atmosphäre im Spiel konzentriert. Was bringt ein Bürgerkrieg, wenn ich ihn nicht zu Gesicht bekomme? Seine Auswirkungen nicht spüre? Die Menschen in der Welt nicht davon berichten? Mehr Realismus würde dem Spiel gut tun, ich will nicht der unbesiegbare Held sein, ich will ein Teil der Welt werden – Ich hoffe, dass The Elder Scrolls VI realistischer und atmosphärischer wird und das große Potenzial dieses Universums endlich zu nutzen weiß.

Johann von Ti
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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
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