Wie finde ich als Anfänger den optimalen Gaming-PC für mich

Zu sehen ist das Innenleben eines Gaming PC. Im Fokus steht dabei eine GEFORCE GTX Grafikkarte.

Seit Jahren wird es immer wieder prognostiziert – PC-Gaming stirbt aus. Doch weder die Marktmacht der Konsolen, noch das Aufkommen hardwarestarker Smartphones und Tablets konnten den PC als Spieleplattform verdrängen. Zuletzt sollte das Cloud-Gaming mit Googles Flaggschiff Stadia eine Revolution anführen – doch davon ist heute wenig zu spüren. Es wird also auch 2020 noch fleißig auf dem PC gespielt.

Das ist auch kein Wunder: Der PC ist als Plattform für Videospiele in vielerlei Hinsicht interessant. Unzählige Titel, von großen AAA-Produktionen bis hin zu kleinen Indie-Games, erscheinen täglich für den PC. Selbst große Konsolen-Titel, die eigentlich „exklusiv“ daherkommen, schaffen es zum Teil, mit einiger Verzögerung, dann doch auf den PC (Red Dead Redemption 2 oder jüngst Death Stranding). Es gibt im Grunde so viele interessante Titel, dass viele User bereits einen mächtigen Pile of Shame errichtet haben (mich eingeschlossen, Asche über mein Haupt). Das wird auch dadurch bestärkt, dass Sales, Angebote in Key-Stores und Geschenk-Aktionen für extrem interessante Preise bei den PC-Spielen sorgen; zumindest wenn man bereits ist, ein wenig zu warten.

Die Qual der Wahl – wie stelle ich meinen Gaming-PC zusammen?

Doch bevor man sich nun also in die bunten Welten des PC-Gamings stürzen kann, braucht man zunächst mal einen PC. Und hier tun sich Optionen und Möglichkeiten auf, die man von Konsolen und Mobile-Gaming nicht kennt. Wie stelle ich meinen Gaming-PC zusammen? Was kostet mein Wunschsystem? Was soll der PC eigentlich können?

Diese Fragen kann Dir niemand pauschal beantworten: Du musst selbst ausloten, was Dir wichtig ist und was Du willst. Und dann betrachtest Du Dein Budget und kalkulierst noch mal neu, sodass Du nach dem Kauf nicht unter einer Brücke hausen musst. Denn eines ist klar – nach oben gibt es keine Grenze, wenn es um die Zusammenstellung eines PC-Systems geht. Die Preise für die neuesten Hardware-Komponenten sind astronomisch. Doch auch mit einem schmalen Budget kann man bereits einen ordentlichen Rechner zusammenstellen. Das ist einer der Vorteile am PC – Du kannst selbst entscheiden, was Du willst und kannst Dein System auch auf lange Sicht nachrüsten. Wer mit einem Einsteiger-PC anfängt, kann über Jahre immer wieder neue Komponenten in sein System einpflegen. Doch zurück zum Anfang – ein neuer PC soll her, worauf ist nun zu achten?

Tatsächlich ist es ratsam, sich seinen Gaming-PC zusammenzustellen. Natürlich gibt es „Stangen-Ware“, also bereits vorgefertigte Systeme, aber diese Angebote sind mit gewisser Vorsicht zu genießen. Diese PCs sind für eine breite Masse ausgelegt und haben Komponenten, die Deinen Anforderungen vielleicht gar nicht entsprechen. Ein Zusammengestellter PC kann genau auf Dich abgestimmt werden – wodurch in meinen Augen das beste Preis-Leistungsverhältnis erreicht werden kann.

Was soll mein Gaming-PC können?

Doch was tun, wenn man von den technischen Komponenten keine Ahnung hat? Wie soll man sein System zusammenstellen, wenn man gar nicht weiß, was man eigentlich braucht? Für viele ist das zunächst ein echter Grund, sich gegen ein Zusammengestelles-System zu entscheiden. Doch keine Sorge – das ist alles nicht so wild, wie es zunächst aussieht.

Das wichtigste ist: Mach Dir klar, was Du eigentlich mit Deinem PC anfangen willst. Dabei kann man ganz praxisnah über die Spiele nachdenken, die man unbedingt Spielen will. Danach wägt man ab, ob es reicht, dass die Spiele gut auf dem System laufen, oder ob man sieh flüssig auf den maximalen Einstellungen spielen will. Sucht Euch mindestens drei Spiele, die Ihr auf jeden Fall spielen wollt und betrachtet anschließend die Anforderungen, welche diese Titel mit sich bringen.

Dabei werden immer die minimalen und empfohlenen Anforderungen angegeben, die zeigen, welche Hardware für das Spiel benötigt wird. Bei den minimalen Anforderungen wird das Spiel laufen, dafür musst Du jedoch große Abstriche in der grafischen Darstellung machen. Das bedeutet geringere Auflösung, weniger Details, schlechtere Lichteffekte oder geringe FPS-Zahlen. Wenn Dir hochauflösende Grafik und flüssiges Gameplay wichtig sind, würde ich daher mindestens die empfohlenen Anforderungen anpeilen – darüber hinaus kann man auch potentere Hardware als die empfohlenen Anforderungen in den Blick nehmen – so kann zum Teil das volle „High-End“-Potenzial aus Titeln herausgeholt werden, welches bei den empfohlenen Anforderungen noch nicht erreicht wird. Das ist natürlich von Titel zu Titel unterschiedlich – klar ist jedoch, dass neuere Titel, vor allem AAA-Spiele, in der Regel höhere Anforderungen haben, als ältere Spiele. Willst Du also vor allem ältere Klassiker spielen und hast gar kein Interesse an aktuellen Spielen, wirst Du ein deutlich günstigeres System zusammenstellen können, als wenn Du die nächsten Jahre die neusten Spiele im Blick hast.

Wie viel sollte mein Gaming-PC kosten?

Hast Du Deine Spiele gewählt und die Anforderungen unter die Lupe genommen, kannst Du schon grob abwägen, in welcher Preisklasse Du Dich bewegen solltest. Dafür betrachtest Du einfach die Preise für die Komponenten, welche die von Dir eingrenzten Anforderungen erfüllen. Dabei kannst Du Dir auch durchaus Hilfe suchen – in vielen Hardware-Foren tauschen sich Nutzer über PC-Systeme aus und helfen unerfahrenen Usern nur zu gerne dabei, ein ideales System zu finden. Versuche dabei so genau wie möglich zu schildern, was Dein System eigentlich können soll und stelle auch die Spiele vor, die am Ende auf dem System laufen sollen.

Folgende Komponenten solltest Du bei Deinen Überlegungen mindestens abdecken:

  • Grafikkarte
  • Prozessor
  • Netzteil
  • Mainboard
  • Arbeitsspeicher
  • Festplatten (HDD und SSD)
  • Kühlung
  • Gehäuse
  • Monitor
  • Tastatur, Maus und gegebenenfalls ein Headset

Grundsätzlich gilt: Gut ein Drittel des Budgets sollte die Grafikkarte in Anspruch nehmen. Doch auch bei den anderen Komponenten darf nicht am falschen Ende gespart werden. Nimm Dir unbedingt ausreichend Zeit, unterschiedlichste Hardware-Komponenten zu vergleichen, um so Dein System optimal aufzustellen. Es ist ebenfalls ratsam, sein System so zu gestalten, dass es langfristig nachgerüstet werden kann – zusätzlicher Arbeitsspeicher, eine neue oder zusätzliche Grafikkarte, ein weiterer Lüfter – viele Komponenten kannst Du je nach Bedarf nachkaufen und Dein System erneuern. Achte bei Deinem neuen Gaming-PC also auf ein hochwertiges Mainboard und ein großes Gehäuse, sodass Du andere Komponenten optional nachrüsten kannst.

Neben der Beratung in Foren können Leitfäden zur PC-Konfiguration hilfreich sein. Dabei stellen Händler vor, was bei der Zusammenstellung eines Gaming-PCs zu beachten ist und liefern vor allem bei den technischen Aspekten konkrete Beispiele (anders als ich in diesem Beitrag). Ein guter Anbieter hilft Dir natürlich auch gerne bei der Konfiguration. Melde Dich also einfach beim Support des Händlers und frage an, ob er Dir bei der Zusammenstellung eines Systems unter die Arme greifen kann.

Der Vorteil: Du kannst Dir sicher sein, dass die jeweiligen Komponenten miteinander harmonieren. Achte dabei aber immer darauf, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Suche nach etablierten Händlern, die seit Jahren auf dem deutschen Markt operieren und im Netz einen guten Ruf genießen. Hier kannst Du in Foren ebenfalls nach Empfehlungen fragen, bevor Du Deine Wahl triffst.

Je nachdem, welche Anforderungen Du also für Deinen Gaming-PC hast und welches Budget zur Verfügung steht, wirst Du Dich am Ende wohl in einer der folgenden Preisklassen wiederfinden:

PCPreis Anwendung
Einsteiger-PCs ca. 500-700 EuroSchon auf diesen Systemen laufen die meisten Spiele. Du musst jedoch besonders bei aktuellen Spielen auf maximale Grafikeinstellungen und hochauflösendes Gaming verzichten. Klassiker und ältere Titel lassen sich jedoch oft problemlos spielen.
Mittelklasse-PCsca. 700-1400 EuroDie meisten Spiele sollten auf hohen bis maximalen Einstellungen in Full HD gut spielbar sein. Achte darauf, dass der Bildschirm auch das wiedergeben kann, was das System zu leisten vermag (Stichwort maximale FPS und Auflösung). Ansonsten ist hier eine SSD heutzutage Pflicht. Wer will, kann in dieser Preisklasse auch noch optionale Extras wie eine leisere Kühlung in Anspruch nehmen.
High-End-Gaming-PCs ab 1500 EuroInteressant für alle, die die neuesten Titel mit den maximalen Grafikeinstellungen spielen wollen und dabei auch höhere Auflösungen als Full HD anstreben. Eines der neuesten Grafikkarten-Modelle von NVIDIA oder AMD sind hier angebracht. Der Preis ist je nach Budget nach oben hin offen.
Ebenfalls für professionellen Videoschnitt zu gebrauchen.

Den Gaming-PC zusammenbauen oder zusammenbauen lassen?

Ganz am Ende steht Dein neues System – die Komponenten Deines neuen Gaming-PCs sind gefunden. Doch nun steht eine weitere Wahl an: Kaufe ich die einzelnen Komponenten oder lasse ich mein System zusammenbauen?

Auch hier gibt es keine pauschale Antwort: Entscheidest Du Dich dafür, den PC selbst zusammenbauen, kannst Du noch mal ordentlich Geld sparen. Du könntest auf die besten Angebote verschiedener Händler zurückgreifen und Deine Teile aus unterschiedlichsten Quellen beziehen. Für ein komplett neues System würde ich jedoch versuchen, die meisten Komponenten bei einem Händler zu erstehen, sodass Du bei möglichen Komplikationen einen klaren Ansprechpartner für den Support hast.

Wer ein System selbst zusammenbaut, sollte als Anfänger bereit sein, eine Menge Zeit in dieses Unterfangen zu stecken. Es lohnt der aufmerksame Blick in alle Anleitungen sowie diverse Foren und auch das ein oder andere Tutorial auf YouTube sollte geschaut werden. Am Ende ist der Zusammenbau von einem PC keine Raketenwissenschaft – „The Witcher“-Star Henry Cavill baute jüngst selbst einen Gaming-PC zusammen und teilte das ganze auf Instagram – und wie man sieht, schaffte es der Schauspieler am Ende ohne größere Probleme. Dennoch kann der Zusammenbau eines neuen Systems eine nervenaufreibende Angelegenheit werden – besonders, wenn mal etwas nicht funktioniert. Falls Du in Deinem Freundeskreis oder der Familie bereits einen erfahrenen „PC-Bastler“ hast, bitte ihn doch um Hilfe. Ansonsten vernetze Dich über Foren mit anderen Bastlern und suche Dir dort die nötige Unterstützung.

Die andere Option ist es, den PC zusammenbauen zu lassen. Viele Händler bieten diesen Service gegen Aufpreis an. Hier kannst Du Dir aber auch sicher sein, dass alles ordnungsgemäß funktioniert und Du direkt mit dem System loslegen kannst. Du sparst also Zeit und Nerven. Zusätzlich hast Du einen klaren Ansprechpartner bei möglichen Reparaturen oder Garantiefällen.

Wie schon bei der Beratung bei der Zusammenstellung des System ist es wichtig, dass Du einen seriösen Händler wählst. Achte auf Kundenbewertungen im Netz, frage in Foren nach Empfehlungen und verschaffe Dir einen Überblick verschiedener Anbieter, die Du dann miteinander vergleichen kannst.

Fazit

Der Weg zum eigenen Gaming-PC ist durchaus lang – aber es lohnt sich auf jeden Fall, Zeit in diesen Kauf zu investieren. Am Ende hast Du ein System, welches auch wirklich auf Deine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist und lange Zeit genutzt und bei Bedarf nachgerüstet werden kann.

Denk bei der Zusammenstellung immer daran: Es ist nicht wichtig, dass Du ein super teures System hast. Es geht darum, ein preiswertes System zu finden, was genau Deinen Bedürfnissen entspricht und mit dem Du möglichst viel Spaß haben kannst. Wenn Du nur ein kleines Budget hast, plane langfristige Nachrüstungen ein – so kannst Du mit einem Einsteiger-PC beginnen und Dich langfristig mit neuerer Hardware eindecken. Und selbst wenn Du ein sehr großes Budget hast – kaufe nur für Deine wirklichen Bedürfnisse! Wenn Du nur ein paar Klassiker nachholen willst, muss es kein High-End-System sein.

Ich hoffe, mein kleiner Artikel konnte Dir helfen, Dein eigenes System zu finden und bald selbst entspannt an Deinem neuen PC zu spielen. Hast Du selbst noch Tipps oder Empfehlungen, die ich unbedingt ergänzen sollte? Dann schreibe es doch direkt in die Kommentare! Andere Nutzer freuen sich über jede zusätzliche Meinung zum Thema!

 

Johann von Ti
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