Xbox ONE Testbericht

Endlich beginnt eine neue Konsolen Generation!

In Europa leitet Microsoft mit der Xbox ONE den Start in eine neue Konsolen Generation ein. Viel wurde spekuliert und angeblich gesehen, aber nur wenige der vorher geleakten Infos stimmten auch tatsächlich.

Als Microsoft am 21. Mai 2013 die Konsole vorstellte, begann der größte Shitstorm den ich jemals in der Gaming-Szene gesehen habe. Always-On, Kinect Zwang, bestimmte Regeln bei den Gebrauchtspielen und einen zu starken Fokus auf TV und Entertainment. Microsoft hat reagiert und Always-On entfernt, Kinect wird nur noch mitgeliefert aber nicht benötigt und gebrauchte Spiele lassen sich jetzt ohne weiteres verkaufen und ausleihen.
Microsoft hat es sich mit der schlechten PR bei vielen Spielern verscherzt. Deshalb werden sich jetzt wahrscheinlich viele darüber aufregen, wieso ich mir die XBONE gekauft habe. Das kann ich relativ einfach erklären:

1. Ich habe mir der Xbox 360 bessere Erfahrungen gemacht, als mit der PS3. Die einzig wirklich negativen Erfahrungen waren der RRoD und die Lautstärke der Konsole.

2. Mir gefällt der Multimedia Aspekt. Ich zocke zwar viel aber ich nutze die YouTube und Watchever App auf der Xbox 360. Hier hat es mich schon oft gestört, dass ich nach einer Folge Breaking Bad, wieder eine Zeit lang benötige um das Spiel zu starten.

3. Mir gefallen die Exklusiv-Titel und der Controller.

 

Was alles dabei ist:

Leider kam meine Xbox nicht pünktlich zum Release. Ich habe mir extra frei genommen um sie persönlich entgegen zunehmen, aber leider war das umsonst, da sie erst am Samstag kam. Als dann am Samstag Mittag endlich der Postbote geklingelt hat und die Konsole brachte war ich glücklich und habe sie sofort ausgepackt. Ein ausführliches Unboxing gibt es jetzt aber nicht.

Ich habe mir die Day-One Edition bei Media Markt vorbestellt. Hier bekommt man noch zusätzlich zu FIFA 14 noch ein T-Shirt mit der Aufschrift „ONE LOVE“ und den Film „Das Bourne Vermächtnis“ als Blu-Ray. Dieser wird aber nicht in einer richtigen Box sondern nur in einer Papierhülle mitgeliefert. Mehr schlecht als Recht.
In der Konsole dabei ist der Kinect Sensor, der neue Controller mit Batterien, ein Headset und alle Kabel. Die Kabel sind Xbox typisch d.h. fett und steif. Außerdem ist dabei ein Code für FIFA 14, ein Code für das Day-One Achivment und ein 14 Tage Gold Testabo. Alle Codes sind jetzt auch mit QR Codes versehen. Diese kann man einfach vor die Kamera halten und es wird sofort erkannt. Das ganze klappt hervorragend. So spart man sich das eintippen des 25-stelligen Codes. Die Konsole selbst ist ziemlich groß. Ich würde behaupten sie ist so groß wie die erste Xbox. Sie sieht aber sehr schick aus und macht sich sehr gut in meinem Regal. Der Kinect Sensor ist nur etwas größer als der der 360. Microsoft verzichtet hier aber auf einen Stellmotor. Somit fällt das Hoch- und Runterfahren des Sensores beim Start der Konsole weg.

Schnell war alles angeschlossen. Ich habe meine XBox 360 in den HDMI IN Slot der One gesteckt um so das Bild durchschleifen zu können. Nach dem einschalten wird erstmal der Day-One Patch von 506MB geladen. Danach konnte ich endlich mit dem einrichten beginnen.

 

Hardware:

Die Konsole ist wie bereits erwähnt sehr groß. Dafür ist sie aber unglaublich leise. Selbst bei der Installation eines Spieles oder beim schauen eines Films von Disk hört man das Laufwerk nur leise. Um es zu hören muss man wirklich davor stehen. Die Xbox hat 3 berührungsempfindliche Knöpfe. Einschalten, Disk auswerfen, Controller synchronisieren. Das ist zwar optisch hübsch, kann aber beim verschieben der Konsole zu versehentlichen Berührung und damit zum Start der Konsole kommen. Außerdem gibt es noch ein externes Netzteil. Mich persönlich stört das jetzt nicht, aber bei der Größe der Konsole, hätte das Netzteil bestimmt noch einen Platz neben dem Laufwerk und dem Lüfter gefunden.

Dieses mal kommt auch der Kinect-Sensor nicht um einen Lüfter herum. Diesen hört man aber gar nicht. Microsoft selbst ist von der Sprachsteuerung unglaublich begeistert wie man es nur unschwer auf der E3 sehen konnte. Aber das auch wirklich mit Recht. Damit lässt sich die Konsole sehr gut bedienen. Später mehr zur Sprachsteuerung.

Für mich ist der Controller das Highlight. All das was beim dem Vorgänger negativ aufgefallen ist, wurde nun verbessert. Der Xbox Button ist nun nach oben gerutscht. So kommt man nicht mehr aus versehen auf den Knopf. Die Sticks sind kleiner, leichter zu bewegen und deutlich präziser. Schön ist, dass sie am Rand geriffelt sind. Das sorgt für einen guten Halt. Die Trigger haben jetzt eigene Rumble Motoren. Gerade bei Forza Motorsport 5 kommen die Rumble Motoren gut zum Einsatz. Beim Beschleunigen und beim Bremsen vibrieren die Trigger und sorgen für ein unglaubliches Fahr- und Geschwindigkeitsgefühl. Nach fleißigem zocken waren die Batterien halb leer. Dann funktioniert die Vibration nicht mehr. Schon fehlt das Geschwindigkeitsgefühl. Was die wirkliche Akkulaufzeit angeht, kann ich noch nichts sagen, da meine noch nicht leer sind.
Für viele war das Digipad ein Dorn im Auge, da die Bedienung ziemlich schwammig war. Das haben sie nun geändert. Es ist jetzt ein Steuerkreuz. Persönlich finde ich das schade, da mir es gefallen hat ein Ringmenü damit zu bedienen. Hier hätte ich mir einfach nur mehr Präzision gewünscht.
Wie schon bei dem 360 Controller liegt nun auch der Neue unglaublich gut in der Hand. Beim Vorgänger hat das Batteriefach auf der Rückseite gestört. Dies ist nun in den Controller gewandert und sorgt so für mehr Freiheit der Finger.
Der Controller fühlt sich zu dem Hochwertig verarbeitet an und knarrt nicht.

 

Software:

Nach dem Update kann man sich mit seinem Profil anmelden und gleich das Anmelden mit Kinect einrichten. Bis jetzt habe ich keine Funktion gefunden, ein spezielles Profil automatisch anzumelden. Die Anmeldung mit Kinect funktioniert aber wirklich reibungslos. Selbst mit mehreren Profilen wird immer der Richtige erkannt. Ich habe es mehrmals getestet. Zu Kinect komme ich gleich nochmal.Xbox One Dashboard

Das Dashboard wirkt deutlich entschlackter als das Der Xbox 360. Es ist jetzt nur noch in 3 Bereicht geteilt: Pins, Startseite und Store. Ich vermisse aber den Reiter Einstellungen. Diese ist jetzt als Kachel auf der „Startseite“ unter „Meine Spiele und Apps“. Man kann sich aber die Einstellungen anpinnen lassen d.h. man findet Kachel unter „Pins“.

Die Erfolge sind auch etwas überarbeitet. Bei freischalten eines Erfolgs poppt das Logo in der gleichen Farbe der Kacheln auf. Bei einem Erfolg wie z.B. „Sammle 5 Laptops“ sehe ich nun im Menü einen Fortschrittsbalken. So sieht man, wie viel noch fehlt und muss nicht erst das Spiel starten.

Der neue Store ist in „Spiele“, „Apps“ und „Musik“ geteilt. Die Aufteilung ist gut aber unter dem Punkt Spiele herrscht Chaos. Man sieht zwar sofort die Highlights aber es wirkt überladen und nicht durchdacht. Hoffentlich kommt hier ein Update, denn wenn die Auswahl an Spielen größer wird, findet man sich hier gar nicht zurecht.

Das Chaos des Stores kann man ganz einfach umgehen. Das Zauberwort heißt Kinect. Wir wollen uns alles zu Forza 5 sehen. Also sagt man einfach „XBOX Bing Forza Motorsport 5“. Sofort wird das Spiel im Store geladen. Die Sprachsteuerung funktioniert wirklich hervorragend. Ich würde jetzt mal behaupten eine Treffgenauigkeit von ca. 89%. Auch wenn ihr meint die Sprachsteuerung sei unnötig, bitte ich euch sie einmal zu probieren. Ein Beispiel: Ich habe die Xbox 360 an die Xbox ONE angeschlossen. Nun kann ich mit dem Befehl „XBOX gehe zu TV“ sofort auf das Bild der 360 umschalten. Alle Befehle funktionieren auch in Spielen. Also sage ich den Befehl während ich ein bisschen in Forza 5 rumfahre. Die XBox 360 bediene ich mit einer Fernbedienung. Mehr benötige ich nicht. Ist der Ton zu laut sage ich einfach „XBOX Leiser“. Sofort reagiert meine Stereoanlage und führt den gewünschten Befehl aus. Ist der Ton zu leise folgt ein „XBOX Lauter“. Wenn ich fertig bin, schalte ich die Xbox 360 mit der Fernbedienung aus. Anschließend sage ich einfach „XBOX Ausschalten“, das bestätige ich mit einem „JA“. Jetzt geht nicht nur die Konsole aus, sondern auch mein TV und die Stereoanlage.

Leider ist es momentan noch nicht möglich Musik von einem USB-Stick abzuspielen. Meine NAS wird von der Konsole auch nicht gefunden bzw. ich weiß nicht wo ich denn schauen soll um mir das Gerät anzuzeigen. Hoffentlich wird auch das von Microsoft mit einem Update verbessert.

Neu ist auch die Installation von Spielen. Wenn man es genau nimmt ist es nicht wirklich neu denn GTA V musste ja auch installiert werden, aber bei der Xbox ONE und der PS4 müssen die Spiele installiert werden. Ist auch nicht verwunderlich bei der Komplexität von Spielen, sei es grafisch oder spielerisch. Allerdings ist das Spiel in der Regel nach ca. 1/3 Startbereit. Bei Battlefield 4 konnte ich schon die Kampagne spielen während das Spiel installiert. Besser wäre es aber, wenn man auswählen könnte was zuerst installiert werden soll. So könnte man z.B. erst den Multiplayer installieren und den dann schon zocken während die Kampagne installiert wird. Vielleicht kommt das ja noch.

Störend finde ich aber, dass es keine Übersicht über die Festplatte gibt. Bei der Xbox 360 habe ich genau gesehen, welches Spiel wie viel Speicher belegt und konnte auch einzelne Spielstände löschen.
Lobenswert ist aber die Cloudunterstützung. Alle Spielstände werden automatisch online gespeichert. So kann man zu einem Freund gehen und das Spiel einfach fortsetzen.

 

Angezockt:

Auf dem oberen Bild sieht man nur Assassins Creed 4 und Battlefield 4. Digital habe ich mir die Upgrade Version von Call of Duty Ghosts gekauft. Natürlich darf auch Forza Motorsport 5 nicht fehlen.
Hier werde ich aber nur von allen Spielen ein paar Eindrücke erzählen und sie mit der Current-Gen Version vergleichen. Das ist kein ausführlicher Test!

 

Assassins Creed 4 Black Flag:

Das Spiel protzt mit einer riesigen Welt die ohne Ladezeiten auskommt. Das stimmt auch soweit, außer natürlich man macht eine Schnellreise quer über die ganze Welt. Aber das ist ja wohl klar.
Optisch sieht das Spiel quasi gleich aus wie die Xbox 360 Version. Das gilt quasi auch für das Kantenflimmern. Im Vergleich zur 360 Version ist es zwar geringer aber immer noch sichtbar. Ein paar Schatten hier ein paar Details da und das war’s. Insgesamt wirkt das Spiel aber schärfer als die Version der Current-Gen. Das liegt natürlich auch an der höheren Auflösung. Das Spiel läuft mit einer Auflösung von 1600×900. Zum Vergleich: die Current-Gen Version läuft mit 1280×720.
Die PC Spieler regen sich immer über einen schlechten Port auf den PC auf. Das kann ich nun ein wenig nachvollziehen. Hoffentlich ändert sich das beim Nachfolger, der so sicher kommen wird wie das Amen in der Kirche.
Spielerisch bietet AC4 gewohntes Gameplay. Sie haben lästiges entfernt und coole Sachen sinnvoll erweitert. Die Steuerung ist aber ziemlich hakelig. Gerade mit dem neuen Gamepad das direkter ist, kommt es oft zu Fehlern.
An Spielspaß fehlt es hier aber definitiv nicht. Wem die Vorgänger gefallen haben, wird hier keinen Fehlkauf machen.

 

Battlefield 4:

Die Frostbyte Engine 3 lässt auf der neuen Hardware ihre Muskeln spielen. Eins vorweg: Wer mit dem Gedanken spielt, sich das Spiel für die Current-Gen zu kaufen sollte lieber, wenn möglich, zur Next-Gen oder PC Version greifen. Da sieht es einfach besser aus.
Auf der Xbox One läuft es zwar nur mit einer Auflösung von 1280×720 aber dafür konstant 60FPS. Im Vergleich zur Current-Gen ist aber der Detailgrad um Welten besser. Es zeigt knackig scharfe Texturen und wunderbare Partikeleffekte. Jetzt können auch Konsoleros in den Genuss von 64 Spieler auf einer Karte kommen.
Ein für mich wichtiger Punkt ist die Kampagne. Diese ist zwar von der Story her eher dünn, aber dafür schön bombastisch. Also ähnlich wie bei CoD nur optisch deutlich besser.
Der Multiplayer ist wie gewohnt spektakulär. Viele Explosionen und viele zerstörte Wände. Leider fällt das Leveolution nicht so genial aus wie erhofft.
Sowohl im Singleplayer als auch im Multiplayer merkt man, dass das Spiel kaum getestet wurde. Immer wieder kommt es zu Bugs. Hier wird aber noch nachgeholfen.

 

Forza Motorsport 5:

Eine der Besten Rennspielserie erhält einen Nachfolger. Wer hätte es gedacht? Forza 5 ist optisch eine Wucht. Es sieht unglaublich schick aus. Sowohl die Strecken als auch die Autos. Am liebsten würde ich immer im Forzavista bleiben. Dort kann man sich alle Autos anschauen und einsteigen. Hier sieht man die unglaublichen Details der Autos und die Spiegelungen sowie Lichtbrechungen. Man kann einfach nicht mehr, als mit offenem Mund dasitzen und staunen.
Spielerisch gibts nicht viel zu sagen. Es spielt sich wie gewohnt unglaublich realistisch. Leider gibt es nur 14 Strecken plus Variationen. Das ist natürlich sehr wenig und hoffentlich liefer Turn 10 ein paar Strecken kostenlos nach. Daran glaube ich aber nicht. Auch bei der Auswahl der Autos muss man Abstriche machen. Bis jetzt weiß ich aber noch nicht ob mein geliebter Camero dabei ist. Dann wäre alles in Ordnung.
Das Highlight ist das Drivatar System. Hier wird von eurem Fahrverhalten ein Abbild erstellt. Dieses wird in die Cloud geladen und tritt gegen andere Spieler mit dem gleichen Skill an. Das ist eine klasse Idee. So hat man im Singleplayer keine KI mehr sondern „echte“ Gegner. Das fühlt sich durchaus positiv an. Der Drivatar fährt auch wenn ihr offline seit. So verdient ihr Nebenbei Geld.
Ein weiteres Highlight sind die Vibrationen am Controller. Beim Beschleunigen und beim Bremsen vibrieren die Trigger. Je nach dem wie intensiv man drückt, vibrieren sie auch stärker.

 

Call of Duty Ghosts:

Dazu gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Es ist wie immer. Mir gefällt das. Ich erwarte von einem CoD kein Innovation. Für die Xbox 360 habe ich mir das Spiel online gekauft. Das ist ein Download von 10GB. Gegen 10€ Aufpreis bekommt man zusätzlich die Xbox ONE Version. Man verliert also nicht die Lizenz für die Xbox 360 Version wenn man sich die neue Version runterlädt. Allerdings sind das keine 10GB mehr sondern 39,5GB! Ich kann mir einfach nicht erklären wieso. Es sieht einfach genau so aus. Der Unterschied von der Current-Gen zur Next-Gen Version ist noch geringer als der von Assassins Creed 4. Da ist es aber nicht schlimm, weil AC4 gut aussieht. Das kann man von Ghosts nicht sagen. Bis zu Black Ops 2 hatte ich kein Problem mit der „CoD Grafik“ aber jetzt sollten die langsam mal was ändern. Die einzige wirklich sichtbare Veränderung ist das neue Charactermodel. Das sieht wirklich gut aus. Sonst sieht es aus wie MW2.
Die Kampagne ist ein Action Spektakel und der Multiplayer rasant wie immer. Nichts wirklich neues. Entweder man liebt es oder man hasst es!

 

Mein Fazit:

Ich bereue den Kauf der Xbox One nicht. Sie macht sich gut neben meiner Xbox 360 und bietet mir all das was ich brauche. Wer mehr als zur zocken möchte, ist mit der Xbox One Bestens bedient. Auch Kunden einer Xbox 360 können Problemlos zur One greifen. Sie bietet eine vertraute Oberfläche und bekannte Sounds (Erfolge und Klicks im Menü). Der HDMI In Port ermöglicht es die alle Geräte mit HDMI Ausgang an der Xbox One anzuschließen. Schließt man eine 360 an, kann man so einen wunderbaren Vergleich zwischen den Spielen für Current und Next-Gen machen. Die Andock Funktion ist nützlich, falls man nicht weiter kommt oder einfach alle Sammelobjekte sucht. Man dockt den Internet Explorer an und kann während des Spielens nachlesen, was man machen muss.
Von mir gibts eine klare Kaufempfehlung. 

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