Arc Raiders – Nach 200+ Stunden wird mir klar: Die Expedition muss dringend überarbeitet werden

Arc Raiders: Ein Raider auf gefährlicher Expedition im postapokalyptischen Rust Belt – Über 200 Stunden Erfahrung zeigen: Das System braucht dringend eine Überarbeitung.

Nach über 200 Stunden im rauen Rust Belt bin ich davon überzeugt: Arc Raiders kann der beste Extraction-Shooter aller Zeiten werden. Doch dafür muss das Expeditions-System dringend überarbeitet werden, bevor eine toxische Abwärtsspirale aus Sammelwut, Free-Loadouts und Endgame-Frust den Spielspaß zerstört. Ich erkläre euch genau warum.

Arc Raiders ist ein ungeschliffener Diamant

Ich liebe Arc Raiders. Seit der finalen Beta vorm Release hat mich der Extraction-Shooter fest im Griff. Für kein anderes Spiel hat sich mein letztes Hardware-Upgrade so gelohnt, wie hier. Das Fundament aus atemberaubenden Karten, genialen Arc-Gegnern und hitzigen Kämpfen mit Waffen und Tools ist so stark, dass ich die erste Expedition ohne zu Zögern mitgenommen habe.

Schon jetzt ist meine Vorbereitung für die zweite Expedition abgeschlossen und ich sammel nur noch ausreichend Credits, um Ende Februar die maximalen Bonus-Skillpoints zu erhalten. Allerdings wurde mir dabei klar, dass das Expeditions-System den Spielspaß nicht nur hemmt, sondern das Endgame massiv abwertet. Das brandneue Headwinds-Update versprüht da schon deutlich bessere Vibes:

Die Probleme mit der Expedition in Arc Raiders

Die Expedition in Arc Raiders ist simpel: Sammel einen Haufen Ressourcen und setze alle 8 Wochen deinen Fortschritt zurück, um Belohnungen zu erhalten.

Dieser selbstgewählte Reset ist sinnvoll, weil er Hardcore-Spieler bei Laune hält und so die Langzeitmotivation steigert. Allerdings sorgt die Expedition in seiner jetzigen Form für einige Probleme.

Problem 1: Das 5-Millionen-Ziel ist zu viel Grind

Bei der zweiten Expedition habe ich die fünf Vorbereitungs-Phasen in Windeseile abgeschlossen. Bis auf diese verfluchten Ionenzerstäuber und Fequenzmodulationsboxen waren die nötigen Ressourcen allesamt schnell gesammelt. Doch damit ist es ja nicht getan:

Das aktuelle System will 5-Millionen-Credits (Inventar + Credit-Konto), damit die fünf zusätzlichen Skill-Punkte nach dem Reset gewährt werden.

Doch diese Summe ist eine echte Mammutaufgabe! Obwohl ich wirklich viel spiele und für die zweite Expedition bereits gezielt Geld spare, habe ich erst 1,6 Millionen Credits gesammelt. Bei der ersten Expedition habe ich das Ziel ebenfalls nicht erreicht und mich nach hartem Grind schließlich mit 4 Millionen abgefunden – und war danach ordentlich ausgebrannt.

Und so erging es nicht nur mir: Von etwa einer Million Raidern, die die Expedition durchgezogen haben, erreichten nur 35-40 Prozent die 5-Millionen-Marke.

Arc Raiders Expedition: Im Abreise-Fenster werden die Belohnungen und der Fortschritt beim Sammeln von 5-Millione-Credits gezeigt.

Für die erste Expedition wollte ich eigentlich die 5 Millionen Credits farmen – aber am Ende war mit der seelenlose Grind einfach zu viel.

Problem 2: Die Expedition hemmt aktives Gameplay

Nicht nur dass der 5-Millionen-Grind wenig Spaß macht: Er hat negative Folgen fürs gesamte Spiel. Ich sehe es bei mir:

  • Statt meine wertvolle Ausrüstung zu nutzen, horte ich alles und spiele nur günstige Loadouts, um meinen Profit zu maximieren. Seltene Endgame-Waffen oder wertvolle Tools wie den Greifhaken spiele ich nicht, weil der Verlust ein finanzielles Loch schlagen würde.
  • Zudem lohnt es sich kaum, teure Ausrüstung zu spielen. Denn eine wertvolle Bobcat verliert nicht selten gegen den preiswerten Stitcher, sodass sich Free-Loadouts extrem lohnen, während teure Loadouts ein hohes Verlustrisiko darstellen.
  • Auch große Bosse wie die Queen oder Matriarchin mache ich nur selten, weil viel in Granaten und Waffen investiert werden, um sie wirklich knacken zu können. Zugleich machen einem andere Teams die Beute sofort streitig, weshalb sich der Aufwand aus finanzieller Sicht kaum lohnt.

Ein richtiges Dilemma: So ziehe ich also im Endgame nur mit Stitcher und Ferro ins Gefecht, während alles wertvolle verkauft oder für spätere Baupläne gehortet wird.

Und so machen es viele Spieler, sodass große Teile des Arsenals viel zu wenig gespielt und Bosse zu selten bekämpft werden, was wiederum das Gameplay hemmt und Abwechslung verhindert.

Arc Raiders Endgame-Gerar: Aus sicherer Stellung schießt ein Raider mit dem Equalizer einen Rocketeer ab, der in einer gewaltigen Explosion vom Himmel fällt.

Für den Equalizer (Wert: 27500 Credits) benötigt man unter anderem einen Königin-Reaktor und die kostspieligen Energieclips als Munition. Damit lässt sich dann zwar sogar ein Rocketeer vom Himmel holen – lockt aber auch schnell gieriger Raider an.

Problem 3: Die Belohnungen sind enttäuschend

Zu guter Letzt sind auch die Belohnungen einfach unbefriedigend.

  • Der Raider-Skin für die erste Expedition ist zwar cool, hat aber KEINERLEI individuellen Anpassungsmöglichkeiten. Keine optionalen Taschen oder Farbkombinationen. Jeder andere Skin im Spiel bietet mehr, sodass ich schnell gewechselt bin. Schade drum.

  • Die 12 zusätzlichen Stashplätze sind nett, fallen im Spiel aber eigentlich kaum auf. Ebenso verhält es sich mit den temporären Sammel-, XP-, sowie Reperatur-Boni, die im Raider- Alltag keinen echten Effekt haben.

  • Selbst die zusätzlichen Skill-Punkte sind zwar praktisch und ein solider Motivator für Langzeitspieler, rechtfertigen aber den enormen Grind nicht.

Bereits nach einer Expedition war also klar, dass das Belohnungssystem in dieser Form einfach nicht motivierend genug ist.

Die Entwickler wollen die Expedition verbessern

Die gute Nachricht: Embark Studios haben die Probleme bei den Expeditionen bereits selbst erkannt und versprechen Anpassungen.

Design Director Virgil Watkins erkennt an, dass die Expedition dem eigentlichen Gameplay geschadet hat und Spieler das Gefühl hatten, nicht so spielen zu dürfen, wie es eigentlich vorgesehen war. Im Interview mit gamesradar bestätigt er außerdem:

Dieses System wird sich ändern. Wir hängen nicht daran. Wir werden es weiter anpassen, um sicherzustellen, dass es den Spielern angemessene Anreize bietet. Virgil Watkins

Er betont dabei, dass die Belohnungen allerdings nur vorsichtig angepasst werden können, damit Vielspieler nicht zu große Vorteile gegenüber neuen Spielern erlangen können.

Eine wichtige Botschaft, denn das aktuelle Expeditions-System bremst mich und meine Freunde aktuell viel zu stark im Endgame und droht unsere Motivation zu zersetzen. Die Roadmap Januar-April 2026 gibt mir Hoffnung, dass die Expedition bald verbessert werden könnte:

Arc Raiders Roadmap Januar-April 2026: Zu sehen ist die neue Escalation Roadmap, die in vier Phasen (Januar, Februar, März und April) neue Inhalte für Arc Raiders zeigt. Darunter neue Karten-Konditionen, Arc-Gegner, eine neue Map und einen frischen Boss. Auch die Expeditions-Fenster werden genannt.

Die neue Roadmap bringt wieder frischen Wind nach Arc Raiders. Die zweite Expedition endet im Februar, die dritte im April. Neben einer neuen Map gibt es auch neue Gegner und vielleicht sogar bald ein neues Expeditions-System.

Die Expedition kann leicht verbessert werden

Ich wünsche mir, dass sich die Expedition schnellstmöglich ändert. Die zweite Expedition endet am 24. Februar 2026. Die dritte Expedition könnte also schon verbessert und angepasst werden. Wichtig für eine gelungene Expedition wären:

  • Der Money-Grind muss reduziert und durch spannendere Gameplay-Herausfoderungen ersetzt werden. Ich will mächtige Arcs jagen, gefährliche Gebiete erkunden oder mit anderen Spielern interagieren und nicht seelenlos Credits farmen.

  • Im Endgame möchte ich auf hochwertige Ausrüstung angewiesen sein, von ihr profitieren und sie nicht aufgrund ihres Wertes im Inventar verfaulen lassen. Ich will Herausforderungen, die mich spielerisch fordern.

  • Die Belohnungen müssen optimiert werden, damit sich der Aufwand am Ende auch belohnend anfühlt. Dabei brauche ich keine großen spielerischen Vorteile. Stattdessen wären hochwertige Skins MIT Gestaltungsoptionen ein angemessener Motivator.

Beherzigen Embark Studios die Kritikpunkte und verbessern das System nachhaltig, dürfte Arc Raiders auch weiterhin seine extrem starken Spielerzahlen halten und langfristig Erfolg haben.

Zumindest ich hänge unlängst am Haken und blicke voller Erwartung auf die dritte Expedition, die hoffentlich Vieles besser macht.

Die aktuelle Roadmap mit ihren vielen Neuerungen verspricht schon mal, dass die Entwickler an Arc Raiders glauben. Uns erwarten nämlich nicht nur neue Spieler-Projekte sowie Map-Konditionen, sondern sogar eine ganz neue Map sowie frische Arc-Gegner.

Verknüpft man das nun auch mit einem besseren Expeditions-System, bleibt Arc Raiders für mich der absolute Dauerbrenner.

Hier habe ich noch mehr Arc-Raiders-Storys für euch:

Was denkt ihr: Gefällt euch das aktuelle Expeditions-System oder seht ihr ähnliche Kritikpunkte wie ich? Schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare!

Johann von Ti
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Offerix
Offerix
28. Januar 2026 13:23

Nach über 200 Stunden Spielzeit sind solche Insights extrem wertvoll. Die Kritik an der Expedition wirkt gut begründet und zeigt klar, wo Arc Raiders aktuell ausbremst – vor allem im Mid- und Endgame. Genau solche Erfahrungsberichte helfen Entwicklern und Spielern gleichermaßen, das Potenzial des Spiels realistisch einzuschätzen. Hoffentlich greifen die Devs das Feedback auf und überarbeiten das System grundlegend.

Koupons
Koupons
28. Januar 2026 13:17

Kann das total nachvollziehen! Der Grind in den Expeditionen raubt echt den Spaß, aber ich hoffe, dass die kommenden Updates das System endlich lohnend und spannender machen.

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