Arc Raiders knackt Woche um Woche neue Spielerzahl-Rekorde auf Steam und auch ich bin in den neuen Extraction-Shooter der Embark Studios verliebt. Ein Grund für den Erfolg sind die fantastischen Spielmechaniken, die jede Runde einzigartig machen. Ein völlig neues Spielerlebnis hatte ich allerdings, nachdem ich nach 50 Stunden im Team erstmals als Solo unterwegs war.
Ein Spiel, zwei Welten
Arc Raiders ist ein unfassbar gelungener Extraction-Shooter mit PVE- und PVP-Gameplay. Spieler landen auf einer Karte, sammeln Loot und versuchen mit ihrer Beute sicher an einen der Ausstiegspunkte zu gelangen.
Als Team arbeitet man also zusammen, deckt sich gegenseitig und hofft, den nächsten Kontakt mit anderen Teams irgendwie zu überstehen. Hier wird geschossen, bevor Fragen gestellt werden – denn bereits der erste Treffer kann in den hitzigen Feuergefechten den entscheidenden Unterschied machen.

Im Team sichert man sich gegenseitig und versucht andere Raider möglichst schnell aus dem Weg zu räumen, um nicht selbst unter die Räder zu geraten.
Wir legen sogar Hinterhalte, platzieren fiese Fallen und lenken die tödlichen Arcs auf unsere menschlichen Brüder, um die Oberhand zu behalten. Kurzum: Wir sind mittlerweile richtig fies … und die anderen Raider sind es auch. Fressen oder gefressen werden.
Als Solo-Spieler eröffnete sich mir allerdings eine ganz neue Perspektive.
Mein Solo-Abenteuer beginnt
Ich packe meinen Rucksack … und nehme nur das absolut Nötigste mit. Falls ich draufgehe, möchte ich keine wichtige Ausrüstung verschwenden. Zwei Verbände, der Rattler Stufe 1, etwas Munition und ein Schildauflader – das muss jetzt reichen.
Angespannt betrete ich meine erste Solo-Map. Die Begrabene Stadt bei Nacht. Ich weiß: Jetzt bin ich voll auf mich alleine gestellt. Niemand wird mich aus einer brenzligen Situation retten und wenn ich down bin, ist die Runde gegessen.

In Solo-Games nehme ich jetzt gerne den Fotoelektrischen Umhang mit. Mit dieser kleinen Antenne kann ich mich kurzzeitig vor Arcs verbergen und besser entkommen – das Ding hat mir schon das Leben gerettet.
Ich schleiche also los und durchsuche die ersten Ruinen. Plötzlich höre ich etwas hinter mir … Schritte! Ich knipse die Taschenlampe aus und ziehe meinen treuen Rattler hervor.
Sekunden später rennt ein Raider an mir vorbei. Er blickt mich kurz an, flackert wild mit seiner Taschenlampe und murmelt „friendly“ ins Mikro. Danach bricht er gemütlich einen Container direkt neben mir auf.
Mein Herz pocht. Ich stecke meine Waffe wieder weg. Das scheint also kein Feind zu sein. Kurz darauf rennt der Kerl weiter und verschwindet in der Nacht. Ich bin wieder alleine.
Don’t Shoot und tödliche Raketen
Bei dieser friedlichen Begegnung sollte es nicht bleiben. Immer wieder treffe ich in den Ruinen der alten Welt andere Abenteurer, die wie ich nach wertvollem Kram suchen oder in Ruhe ihre Quests abarbeiten wollen.
Oft bleibt es bei kurzen Begegnungen, bei denen „don’t shoot“ gerufen, auf- und abgesprungen und mit der Taschenlampe geflackert wird. Diese Zeichen haben sich unter freundlichen Spielern eingebürgert. In Solo-Lobbys wollen viele einfach nur ihr Ding machen.

In späteren Solo-Runden bin ich immer mal wieder mit anderen Solos unterwegs. Meist trennen sich die Wege nach einigen Metern, manchmal spiele ich aber auch ganze Runden im losen Team.
Dennoch bleibt Arc Raiders ein hartes Pflaster. Als ich am Ende meiner Runde die letzte Extraction ansteuere, werde ich getötet. Nicht von einem Spieler, sondern von einem Rocketeer, der plötzlich über mir auftaucht.
Bevor ich in den nächsten Häusereingang sprinten kann, fliegen mir seine Raketen bereits um die Ohren. Ich liege blutend am Boden. So endet mein Solo-Abenteuer also … dachte ich!
Eine unverhoffte Rettung
Denn plötzlich pfeifen Schüsse aus einem naheliegenden Fenster. Der Rocketeer dreht ab und sucht sein neues Ziel.
Kurz darauf landen Rauchgranaten vor mir. Aus der Dunkelheit stürmt ein Raider auf mich zu und … belebt mich wieder!
Ohne ein Wort wirft er weitere Rauchgranaten auf die Straße vor uns, während der Rocketeer wieder gefährlich über uns schwebt. Wir rennen durch den dichten Rauch zur Extraction, die gerade von anderen Raidern aktiviert wurde.
Eine Seilrutsche später sind wir im sicheren Untergrund. Neben uns drei weitere Raider. Was in den meisten Team-Games in einem chaotischen Blutbad geendet wäre, ist hier ein friedliches Beisammensein. Ich bedanke mich bei meinem Retter, der mir wortlos einen Verband umlegt.
Zwei Raider beginnen zu tanzen, während der rettende Zug eintrudelt und sich die Türen öffnen. Gemeinsam gehen wir rein, einer fragt, ob alle bereit wären und beginnt kurz darauf, aufs Terminal zu tippen – die Türen schließen sich … mein erstes Solo-Abenteuer endet.

Auch in losen Solo-Teams funktioniert die Kommunikation erstaunlich gut. Dank des Umgebungs-Voicechat kann man schnell auf sich aufmerksam machen und Unklarheiten schnell aus dem Weg räumen. Danach lässt es sich hervorragend zusammen raidern.
Vom Saulus zum Paulus
Diese Erfahrung hat mich verändert.
Ich spiele nun viele Solo-Runden. Statt das absolute Minimum einzupacken, sind meine Taschen gefüllt mit Verbänden, Defibrillatoren und einem Haufen Ausrüstung, um Arc-Gegner kleinzukriegen.
Sehe ich einen Mitspieler im Kampf gegen Arcs, sprinte ich zu ihm und feure auf die Maschinen. Wird ein Raider gedownt, starte ich gefährliche Rettungsmanöver … die nicht immer gelingen.
Aber das Gefühl einen fremden Spieler zu retten und seinen Dank zu hören, ist Lohn genug.

Deine Reise endet noch nicht! Mit einem Defibrillator kann man jeden Spieler wiederbeleben, weshalb ich besonders in Solo-Runden immer ein paar davon in meine Sicherheitstasche packe.
Zugleich hatte ich in einigen Solo-Runden die größten Team-Erlebnisse meiner gesamten Spielzeit.
Als eine Matriarchin als Sonderkondition auf dem Raumhafen erscheint, steige ich ein. Ich marschiere also zum großen Turm und fahre nach ganz oben. Da höre ich das laute Ungetüm weit unter mir.
Die Matriarchin wird aus ALLEN umliegenden Häusern beschossen. Ich schließe mich an und schieße von oben herab.
Nach fünf Minuten bin ich nicht mehr alleine auf dem Turm. Drei andere Raider haben sich angeschlossen und schießen ebenfalls. Ab und an fliegen uns Raketen um die Ohren, aber unsere Deckung ist gut genug.
Unten schleudern einige Mutige immer wieder Granaten auf die Matriarchin, während der Dauerbeschuss aus allen Richtungen nicht endet. Obwohl die Matriarchin einige Diener herbeiruft, ist die unausgesprochene Allianz der Raider stärker.
Nach gut 25 Minuten ist es vollbracht. Die Matriarchin brennt … und explodiert kurz darauf.

Das ist der Moment, auf den der gesamte Solo-Server knapp 25 Minuten hingearbeitet hat. Die Matriarchin brennt und stößt dicke Rauchschwaden aus. Momente später explodiert sie.
Wie die Ameisen krabbeln die Raider plötzlich aus ihren Verstecken und sprinten zum übergroßen Schutthaufen, der einst die mächtige Matriarchin war. Das Lootfest beginnt und ich kann tatsächlich einen Matriarchin-Reaktor ergattern.
Kurz darauf marschieren gut 20 Spieler gemeinsam zur letzten Extraction und als gigantische Gruppe verlassen wir das Schlachtfeld, bei dem die Menschheit sich gegen die Maschinen vereint hat. Was für eine Runde!
Fazit: Diese eine Solo-Runde hat mich verändert
Natürlich sind nicht alle Solo-Spieler friedlich. Je nach Uhrzeit oder Kartenkondition wird man auch hier hinterrücks über den Haufen geschossen.
Aber in gut 12 Stunden Solo-Spielzeit wurde ich nur vier mal angegriffen und einmal kamen mir andere Spieler zur Hilfe, die den Raufbold niedermachten.
Der Unterschied zu den Team-Spielen ist immens.

Bis zur letzten Sekunde bleibt es spannend, ob einer der neuen Solo-Freunde nicht doch noch einen heimlichen Verrat plant.
Natürlich gibt es auch in den Team-Matches lose Bündnisse mit anderen Spielern … aber grundsätzlich wird immer zuerst geschossen. Oder auch mies hintergangen, wenn man zu sehr auf die „Don’t Shoot“-Bekundungen der Mitspieler vertraut.
Im Team heißt es: Wir oder die! Und zwar fast immer. Das macht auch den Nervenkitzel dieser Runden aus, die meist in einem brutalen Chaos enden, das ich ebenfalls liebe.
In den Solo-Matches herrscht aber oft eine völlig andere Stimmung, die ich ebenfalls genießen kann. Sich mit Randoms zusammenzutun, um Gefahren zu beseitigen, fühlt sich immer wieder fantastisch an. Und das Hochgefühl einer viel zu knappen Rettung, ist unbezahlbar.
Für mich bietet Arc Raiders so zwei sehr verschiedene Spielerfahrungen in einem Paket, was ich in dieser Intensität in keinem anderen Spiel gespürt habe.
Während ich in Team-Games anderen Raidern oft nur Schlechtes wünsche, werde ich in Solo-Runden zum Samariter … sofern es meine Mitspieler zulassen.
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