Battlefield 6 ist zurück! Vier Jahre nach Battlefield 2042 fährt EA eins seiner stärksten Geschütze wieder auf und präsentiert den Fans der Reihe einen Trailer, der alle Knöpfe drücken soll. Ein glaubhaftes Setting, zerstörbare Umgebung und Kämpfe zwischen einfachen Soldaten ohne glitzernde Skins oder übernatürlichen Fertigkeiten.
Dieses klassische „Back to the Roots“ gefällt mir natürlich – aber ich kann die warnende Stimme in meinen Hinterkopf nicht ignorieren, die mich hämisch an 2042 und meine große Enttäuschung erinnert. Ein grandioser Trailer macht noch kein gutes Battlefield und bis zum Release kann noch alles schief gehen.
Battlefield lebt … in meiner Erinnerung
Wir schreiben das Jahr 2011. Battlefield 3 ist gerade erst herausgekommen und ich schlage meine wildesten Schlachten. Mein Herz rast, nachdem wir mit einem Jeep mitten in die gegnerische Stellung gebrettert sind. Meine Freunde und ich brüllen ins Headset, während wir uns gegen eine Übermacht von Gegnern behaupten … bis ein Feindpanzer jegliche Deckung vernichtet und unseren aggressiven Vorstoß blitzschnell beendet.
Gänsehaut.

Im Battlefield-6-Enthüllungstrailer rollen Panzer wieder über weite Schlachtfelder. Das erinnert ganz bewusst an Titel wie BF3 und fängt die Atmosphäre von damals gekonnt ein.
Diese Momente sind für mich die Essenz von Battlefield. Chaos, Teamwork und Action – dafür stand die Shooter-Reihe etliche Jahre. Doch spätestens nach der Enttäuschung von Battlefield 2042 frage ich mich, ob die Reihe wirklich zu alter Stärke zurückfinden kann.
Battlefield 6 gelobt Besserung
Mit Battlefield 6 will man das verlorene Vertrauen der Fans wiederherstellen:
Setting: Modernes Gegenwarts-Setting mit realen Schauplätzen, voraussichtlich in der nahen Zukunft
Fraktionen: Greifbares Szenario, bei dem die NATO gegen das Militärbündnis Pax Armata kämpft
Klassen: Die Rückkehr des traditionellen Klassensystems mit typischer Rollenverteilung, keine Helden oder Operator
Waffen: Viele klassische Waffen und Fahrzeuge, die wir aus der Reihe oder anderen modernen Shootern bereits kennen
Map-Größe: Die Karten sollen sich wieder an einer Spielerzahl von bis zu 64-Spielern konzentrieren und verabschiedet sich von 128-Spieler-Matches
Zerstörung: Die Zerstörung von Gebäuden und anderer Deckung spielt wieder eine zentrale Rolle

In Sachen Zerstörung will BF6 alles richtig machen: Im Enthüllungstrailer sehen wir in jeder zweiten Szene eine gewaltige Explosion, die das Schlachtfeld sichtbar verändert.
Als ich den Trailer sah, kreuzte ich eifrig meine Wunschliste für Battlefield 6 ab und war alles in allem sehr zufrieden. Hat man bei EA und Dice etwa das Feedback der Fans nicht nur verstanden, sondern sogar ernst genommen? Die Energie von damals scheint zurück – so mein erster Eindruck.
Zumindest, bis sich die Stimme der Skepsis … oder der Vernunft sich bei mir meldete und ein paar offene Fragen anspricht.
Denkt dran, keine Vorbestellungen!
Denn das schöne Leuchtfeuer der PR hat mich in der Vergangenheit zu oft geblendet, als dass ich mich blind darauf verlassen könnte.
Auch Battlefield 2042 sollte fantastisch werden und markierte letztlich den finalen Wendepunkt, nachdem ich mich von der Serie entfernte. Battlefield 6 verspricht die Fehler des Vorgängers aufzuarbeiten – aber stimmt das wirklich?
Insgesamt arbeiten vier Studios an Battlefield 6. Dazu zählen:
Dice: Das schwedische Studio und Erfinder der Reihe übernimmt die Hauptverantwortung für den Multiplayer von BF6, was für viele Fans das Herzstück des Shooters ausmacht.
Motive Studio: Der Entwickler kümmer sich um die Singleplayer-Kampagne, die meist eher als nettes Beiwerk zum Multiplayer wahrgenommen wurde. In der Vergangenheit hat sich das Studio einen Namen mit dem Dead Space Remake und Star Wars: Squadrons gemacht.
Ripple Effect: Hier soll der Battle-Royale-Modus für BF6 entstehen. Das Studio war zuvor als Dice LA bekannt.
Criterion Games: Eigentlich für die Need-for-Speed-Reihe bekannt, unterstützt das Studio die anderen Teams und hilft aus, wo es gebraucht wird.
Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Jedes Studio kann sich voll auf ihren „Abschnitt“ von Battlefield 6 konzentrieren und muss seine Ressourcen nicht aufspalten. Das klingt nicht schlecht.

In BF6 kämpfen die Truppen des Militärbündnis Pax Armata gegen die Nato. Die Männer der Pax Armata tragen moderne Versionen der AK.
Aber es bleiben eben viele Fragen zu BF6 offen:
Warum hält EA am Battle-Royale-Modus fest? Mit einem Free2Play-Battle-Royale will EA (erneut) eine Antwort auf das insgesamt erfolgreiche Warzone finden – verschenkte Liebesmüh, so mein Eindruck. Der große Hype rund um Battle-Royale ist abgeflacht und die vielen Fans bleiben den Platzhirschen rund um Fortnite, Apex Legends und Warzone treu.
Wird das Teamplay wirklich wieder in den Fokus rücken? Leaks und Trailer zeigen Explosionen, Soldaten und Panzer in Aktion. Doch es ist noch unklar, welchen Stellenwert das Teamplay einnehmen und wie es konzipiert sein wird. Das lässt sich aus der Ferne auch kaum beurteilen, weshalb wir auf die Open Beta warten müssen.
Wird man sich mit bunten Skins zurückhalten? BF6 wirkt bislang dreckig und insgesamt sehr geerdet. Hier Kämpfen „einfache“ Fußsoldaten auf teilweise bekannten Schlachtfeldern, etwa in New York City. Doch wird man sich in Sachen Skins zurückhalten können und auf glaubhafte Tarnmuster setzen?
Kann BF6 spannende und abwechslungsreiche Mehrspieler-Karten bieten? Ein guter Multiplayer-Shooter steht und fällt mit seinen Karten, das ist bei Battlefield nicht anders. Die Reihe muss dabei die Herausforderung meistern, sowohl einfachen Infanteristen als auch Panzerfahrern und Piloten von Kampfhelis sowie Jets den richtigen Sandkasten zu bieten, ohne die Balance aus den Augen zu verlieren.
Wie gut werden Spiel und Server laufen? Als Veteran der Reihe wünsche ich mir den Server-Browser zurück, in dem ich gezielt nach spannenden Karten und Spielbedingungen suchen kann. Zugleich muss, auch schon zum Release, die technische Basis des Spiels stimmen! Ein Start wie in 2042 kann sich die Reihe schlicht nicht mehr erlauben.
Battlefield Labs, die aktuelle Testumgebung für Battlefield 6, hat folgende Systemanforderungen:
PC-Mindestanforderungen:
CPU: Intel Core i5-8400 / AMD Ryzen 5 2600
GPU: Nvidia RTX 2060 / AMD Radeon RX 5600 XT 6 GB
Arbeitsspeicher: 16 GB
Speicherplatz: mindestens 30 GB
Empfohlene PC-Anforderungen:
CPU: Intel Core i7-10700 / AMD Ryzen 7 3700X
GPU: Nvidia RTX 3060Ti / AMD Radeon RX 6700-XT
Arbeitsspeicher: 16 GB
Speicherplatz: mindestens 30 GB
Das vermittel bereits eine grobe Vorstellung, welche Power das finale Battlefield 6 einfordern wird. Allerdings dürften die Anforderungen für das finale Spiel nochmal spürbar steigen – nehme ich zumindest an. Und vergessen wir dabei nicht BF 2042, dessen technischer Zustand zum Teil so schlecht war, dass viele trotz empfohlener Hardware ordentlich Probleme im Spiel hatten.
Um Battlefield 6 in seiner vollen Pracht spielen zu können, müsste ich mittlerweile auf jeden Fall über ein größeres PC-Upgrade nachdenken. Zumindest, wenn ich die Gefechte ohne Ruckler und in ausreichend FPS spielen möchte – und sind wir ehrlich: genau das möchte man.

Im Enthüllungstrailer lässt es BF6 krachen, selbst die Brooklyn Bridge bleibt nicht verschont. Klar ist aber schon jetzt: Dieses Actionfeuerwerk in dichten Städten und weiten Wüsten wird ordentlich Rechenleistung fressen.
Der Funke der Hoffnung glimmt hell
Was soll ich sagen: Seit langer Zeit bin ich endlich mal wieder auf ein Battlefield gespannt. Die versprochenen Features, der ersten Trailer und die vielen Leaks lassen mich darauf hoffen, dass Battlefield 6 tatsächlich an etwas anknüpfen kann, was die Reihe in den letzten Jahren mehr und mehr verloren hatte.
Und das ist schon eine Leistung. Bereits in BF4 vermisste ich Innovation, Battlefield Hardline war in meinen Augen der erste Totalausfall und BF 2042 brach schlussendlich mein Vertrauen in die Reihe, welches nach Battlefield 1 zunächst erstarkt war.
Battlefield 6 könnte sogar über den Fortbestand der Reihe entscheiden. Immerhin war 2042 auch finanziell ein Reinfall für EA. In einer Zeit, in der etwa Microsoft tausende Mitarbeiter der eigenen Gaming-Sparte entlässt und bei EA selbst altehrwürdige Reihen wie Need for Speed auf Eis gelegt werden, scheint selbst ein Battlefield nicht mehr sicher zu sein. Der Druck auf die Entwickler dürfte entsprechend hoch sein.

Battlefield 6 muss ein Volltreffer werden, sonst könnte selbst die altehrwürdige Shooter-Reihe ins Straucheln geraten.
Von einer Vorbestellung oder einem ausufernden Hype nehme ich daher, und das ganz bewusst, weiten Abstand. Denn Battlefield 6 MUSS gut werden und das ist keine gute Ausgangsbedingung, um am Ende ein sauberes und tolles Spiel abliefern zu können. Zugleich kann ich mir bildhaft vorstellen, wie einige Anzugträger, mit neidischen Blicken auf Fortnite und Warzone, bereits jetzt diverse Monetarisierungsmodelle austüfteln, die man ins finale Produkt pressen könnte.
Hoffen wir einfach das Beste. Nach BF 2042 muss viel Vertrauen wiederhergestellt werden – dafür dürfte die Messlatte auch niedriger hängen, als zu den goldenen Hochzeiten der Reihe. Achja, ich vermisse Battlefield: Bad Company 2.
Was sind eure Gedanken zu Battlefield 6: Hofft ihr, dass die Shooter-Reihe endlich wieder an alte Erfolge anknüpfen kann, oder überwiegt bei euch die Skepsis? Schreibt es gerne in die Kommentare!
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1. Guter und sachlicher Artikel
2. Vorbestellungen sind nicht mehr drin. Zu oft wurde man enttäuscht.
3. „Battlefield“ ist so eine Sache für sich. Das letzte war für mich das „allerletzte“. Ob das hier alles rausreißen wird, bezweifle ich.
4. EA einst ein Publisher der für die Spieler da war ist jetzt wie fast jeder Publisher, nur auf Money aus.
5. Nein. Kein neues Battlefield bitte.
Danke fürs Lob! Jap, bin bei Vorbestellungen auch voll draußen. Selbst Studios denen ich vertraue, bekommen keine Vorbestellung von mir. Battlefield hat die Chance, im Mainstream wieder etwas gegen CoD aufzustellen, was die breite Masse auch wirklich anspricht. Ich liebe auch Hell Let Loose, aber das kannst du nicht mal eben ne Runde spielen und es wird niemals Casuals abholen. Ein gutes BF kann genau das und mehr Taktik, Teamplay und eben coole Schlachten auf großen Karten bieten – würde ich schon sehr feiern tbh. EA ist als Publisher schwierig, kann ich nur zustimmen. Klar muss es auch um Geld… Weiterlesen »