Nur noch knapp drei Wochen bis zum Release: Crimson Desert erscheint am 19. März 2026 für PC, PS5, Xbox Series X/S und Mac. Schon jetzt macht das Open-World-Abenteuer einen fantastischen Eindruck und sorgt in aktuellen Trailern für glänzende Augen und offene Münder. Doch kann Entwickler Pearl Abyss am Ende auch abliefern?
Wunderschöne Aussichten: Crimson Desert will viel bieten
Der Hype um Crimson Desert kommt gerade richtig in Fahrt und ich kann es nicht nur nachvollziehen, ich habe unlängst selbst mein Ticket gelöst und bin zugestiegen. Das Action-Abenteuer macht einfach einen verflucht guten Eindruck. Denn Crimson Desert verspricht:
einen ganzen Kontinent als Open-World
gleich fünf abwechslungsreiche Regionen
eine lebendige Spielwelt voller Details
eine Story um die Suche nach Verbündeten
ein vielseitiges Kampfsystem mit einem Haufen Waffen und Fähigkeiten
Besonders die High-Fantasy-Spielwelt drückt bei mir alle Knöpfe: Mächtige Burgen, geschäftige Städte, verschlafene Dörfer und mystische Stätten in einer mittelalterlichen Welt. Dazu gibt’s weite Wälder, saftige Wiesen, verschneite Berge, trockene Wüsten und weite Steppen. Und das alles sieht bisher auch einfach nur grandios aus!
Die Open World soll übrigens nicht nur gigantisch werden – größer als die von Red Dead Redemption 2 – sondern auch ohne störende Ladezeiten auskommen. Also kann ich einfach drauf los reiten (oder auf dem Rücken eines Drachen fliegen) und mich ins Abenteuer stürzen – das klingt einfach fantastisch!
Aber … was ist das? Ich habe so ein komisches Gefühl in der Magengegend. Bei so vielen Versprechen und wunderschönen Aussichten meldet sich unweigerlich meine Skepsis und unlängst schwirrt in meinem Hinterkopf die große Frage:
Ist das nicht alles zu schön, um wirklich wahr zu sein?!
Crimson Desert ist ambitioniert. Ich glaube, darin sind wir uns alle einig. In den aktuellen Trailern scheint Crimson Desert das perfekte Open-World-Abenteuer zu werden. Doch viele wichtige Fragen bleiben bis zum Release bestehen:
#1: Crimson Desert will kein RPG sein – was soll das heißen?
Crimson Desert wirkt wie ein Rollenspiel – wird aber keins.
Für mich schreit in der Präsentation alles nach Rollenspiel-Epos, aber Crimson Desert geht auch hier einen ganz eigenen Weg und verzichtet auf etablierte RPG-Aspekte:
Einen eigenen Helden erstellen? Gibt’s nicht! Ihr spielt primär als Söldner Kliff. Den könnt ihr zwar optisch anpassen, eine eigene Figur könnt ihr aber nicht erstellen.
Level und Erfahrungspunkte? Gibt’s nicht! Ihr sammelt „Abyss-Artefakte“, die ihr Gegnern abnehmt oder bei der Erkundung der Welt findet und schaltet so neue Fertigkeiten frei.
Attribute wie Stärke, Geschick und Charisma? Gibt’s nicht! Neben euren Fertigkeiten bestimmt vor allem eure Ausrüstung, wie stark ihr seid. In Dialogen gibt es zudem keine Optionen, die an Werte gekoppelt sind – die Geschichte steht weitestgehend fest, Entscheidungen trefft ihr allein durch eure Handlungen.
Das bedeutet: Klassische RPG-Elemente spielen in Crimson Desert keine Rolle. Ich kann nicht meinen eigenen Helden spielen oder in Dialogen mit meinem Charisma glänzen oder große Entscheidungen treffen. Für mich oft die besten Aspekte in einem Videospiel.

Crimson Desert wird kein klassisches RPG und geht als Action-Abenteuer einen ganz eigenen Weg – ob das wirklich funktioniert, sehen wir aber erst nach Release.
Das Kampfsystem soll sich an Fighting Games orientieren. Kombo-Angriffe, dynamisches Ausweichen und Reaktionsvermögen sind zentrale Elemente, die durch eure Ausrüstung (Waffen, Rüstung, Nahrung, Gegenstände) ergänzt werden.
Damit setzt Crimson Desert primär auf sein Kampf-Gameplay. Das kann funktionieren, aber dann MUSS das System spielerisch so gut sein, dass es mich von Anfang bis Ende bei der Stange hält.
Zugleich darf die Steuerung nicht zu kompliziert sein, sonst geht der versprochene Tiefgang bei den Kämpfen ganz schnell den Bach runter – das wird definitiv eine gewaltige Herausforderung.
#2 Ist die Open World wirklich lebendig?
Die Welt von Crimson Desert heißt Pywel und teilt sich in fünf unterschiedliche Regionen auf: Hernand, Pailune, Demeniss, Delesyia und die Crimson Desert. Dazu gesellen sich noch die Himmelsinseln.
Das Versprechen: Jede Region hat eine eigene Identität! Sie unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern beherbergen Fraktionen mit eigener Architektur, Ausrüstung, Reittieren und Fahrzeugen.
Pferde sind euch zu langweilig? Kein Problem! In der richtigen Region werdet ihr zum Drachenreiter oder mal eben zum Piloten eines mächtigen Mechs.

Große Welten sind nur gut, wenn sie auch richtig befüllt werden. Leere Landschaften und eintönige Siedlungen kann sich Crimson Desert nicht erlauben.
Doch ist die Welt am Ende auch spannend? Nichts ist langweiliger, als eine leblose Kulisse, die ich auf meinen Abenteuern durchqueren muss und neue Standorte einfach für den Fortschritt in der Story abhake.
Crimson Desert muss seine große Welt also füllen und sollte mir an allen Ecken und Enden etwas bieten, denn sonst vergeht die Abenteuerlust ganz schnell und die Open World verliert ihren Reiz.
#3: Kann mich die Story mitreißen?
Ursprünglich war Crimson Desert als Story-Prequel zum MMO Black Desert Online geplant. Jetzt bekommen wir aber ein reines Singleplayer-Game mit unabhängiger Geschichte, das im gleichen Universum spielt.
Die Handlung dreht sich um zwei verfeindete Stämme: die Graumähnen und Schwarzbären. Das Dorf von Protagonist und Graumähne Kliff wird von Schwarzbären überfallen – die Überlebenden flüchten und sind überall verstreut. Nun macht sich Kliff auf den Weg, Kämpfer zu versammeln, um sich an den Schwarzbären zu rächen.
Natürlich wartet noch eine viel größere, unvorhergesehene Bedrohung auf Kliff – aber das erfahren wir dann erst im Spiel.

Zwei rivalisierende Stämme und der Ruf nach Rache: Die Story von Crimson Desert wirkt auf den ersten Blick etwas abgegriffen. Hoffen wir, dass am Ende deutlich mehr dahinter steckt.
Das klingt solide, aber da wir eine lineare Story erleben und voraussichtlich keine großen Entscheidungen treffen können, müssen:
- Die Handlung und Quests selbst zu 100 Prozent überzeugen.
- Die Charaktere, die Kliff auf seinen Abenteuern trifft, mit starken Persönlichkeiten glänzen.
Nur so ist sichergestellt, dass das Handlungskonstrukt nicht nur Fahrt aufnimmt, sondern zu einem spannenden Erlebnis wird. Story und Charaktere müssen also wirklich herausragend sein, denn sonst dürfte der linearen Handlung schnell die Puste ausgehen und das Abenteuer verkommt zum Ablaufen von Checkpoints wie in einem MMO.
#4: Wird die Perfomance überzeugen?
Visuell macht Crimson Desert einen hervorragenden Eindruck – die Spielwelt sieht einfach zum anbeißen aus und ich liebe die gigantische Welt mit ihren imposanten Festungen, Wäldern und Gebirgen. Zuletzt hatte mich nur die Schönheit von KCD2 so abgeholt.
Aber wie wird am Ende die Performance abschneiden? Die Systemanforderungen fallen überraschend moderat aus.
Empfohlene Systemanforderungen:
- Betriebssystem: Windows 10 64-bit
- Prozessor: Ryzen 5 5600 / i5-11600K
- Arbeitsspeicher: 16 GB RAM
- Grafikkarte: RX 6700 XT / RTX 2080
- DirectX: Version 12
- Speicherplatz: 135 GB verfügbarer Speicherplatz
- Soundkarte: Windows Compatible Audio Device
- Sonstiges: SSD wird benötigt
Sogar auf einem Mac soll das Spiel am Ende laufen. Einen brandneuen Gaming-PC müsst ihr für Crimson Desert also nicht zwingend kaufen.

Bei Crimson Desert läuft mir das Wasser im Mund zusammen: Die Grafik ist richtig scharf! Hoffen wir, dass es die versprochene Pracht am Ende auch auf alle Systeme schafft.
Die Entwickler versprechen flüssige 60 FPS in 4K-Auflösung – und das ganz ohne Upscaling wie DLSS oder FSR. Beeindruckend.
Jetzt muss das fertige Spiel nur noch liefern, was vollmundig versprochen wurde – und zwar auf möglichst vielen Systemkonfigurationen.
Denn sollte die Engine am Ende an ihre Grenzen stoßen, könnte die wunderschöne Welt durch nervige Ruckler, aufploppenden Objekten oder nachladenden Texturen ganz schnell in sich zusammenfallen.
Viele Fragen bleiben offen, aber Crimson Desert hat echtes Hit-Potenzial
Die für mich drängendsten Fragen zu Crimson Desert habe ich euch präsentiert, aber so könnte ich noch ewig weiter machen.
Bei so viel Hype und wunderschönen Versprechen muss ich einfach skeptisch bleiben – zu oft haben sich hochgejubelte Spiele nach Release als fiese Blender entpuppt.
Für Crimson Desert wünsche ich mir allerdings, dass meine Skepsis unbegründet ist und Pearl Abyss zum Release so richtig abliefert.
Red Dead Redemption 2 und Ghost of Tsushima haben mir zumindest schon bewiesen, dass ein gutes Open-World-Spiel keine RPG-Elemente braucht, um mich zu begeistern. Vielleicht gelingt dieses Kunststück nun auch Crimson Desert.
Das Potenzial ist zweifellos da – jetzt müssen Pearl Abyss nur noch ihre Versprechen halten, damit wir das wohl beste Open-World-Abenteuer der letzten Jahre spielen können – und das ist ja nun wirklich nicht zu viel verlangt, oder?




Habe über das Spiel von einen Freund darüber erfahren und nach den Videos war ich dabei. Es sieht gut aus und macht echt Lust auf mehr. Wenn das nichts wird, dann wird nichts mehr….
Crimson Desert stößt auf jeden Fall auf wirklich großes Interesse und hat enormes Potenzial. Allerdings glaube ich auch, dass es auch viele Spieler recht schnell verlieren wird, weil es schon recht speziell ist. Es erinnert spielerisch an Breath of the Wild, wovon ich etwa nicht der größte Fan war. Aber so oder so wird das ein finanzieller Erfolg, da bin ich aktuell recht sicher.