Zu wenig Speicherplatz: Meine SSD platzt, weil Games 2025 immer mehr Gigabyte fressen – 5 Tipps halfen mir

Zu sehen ist die Windows-Anzeige für eine Festplatte, die nur noch wenig freien Speicherplatz besitzt. Ein Warnhinweis deutet auf die Dringlichkeit des Problems hin, während im Hintergrund The Dark Urge aus BG3 zu sehen ist, wie er verbittert auf die Anzeige blickt.

Moderne Videospiele werden immer größer und der Speicherplatz auf meiner SSD schwindet schneller, als ich „Download abgeschlossen“ sagen kann. Spiele wie Baldur’s Gate 3, Call of Duty oder Oblivion Remastered beanspruchen oft über 100 GB, manche sogar bis zu 200 GB und für Updates soll ich ebenfalls ausreichend freien Speicher vorhalten.

Der pure Albtraum für Spieler wie mich, die gerne mehrere Titel gleichzeitig installiert haben wollen. Meine 1-TB-SSD war ständig voll und ich stand vor der Frage: Wie löse ich mein Speicherplatzproblem?

Inhalt:

Das Problem: Warum moderne Games so viel Platz brauchen

Die Größe neuer Videospiele ist in den letzten Jahren explodiert. Über 100 GB sind längst keine Seltenheit mehr, während immer mehr Updates mich dazu zwingen, den Speicherplatz des gesamten Spiels zusätzlich frei zu halten. Das geht soweit, dass ich selbst für kleinere Updates hunderte GB frei räumen oder das Spiel sogar neu installieren muss.

Screenshot aus der Steam Download-Verwaltung. Neben anderen Spielen ist Baldur's Gate 3 zu sehen, bei dem die Warnung: „Nicht genügend freier Speicherplatz“ zu lesen ist.

Nicht genügend freier Speicherplatz: Obwohl das eigentliche Update für BG3 nur knapp 13 GB umfasst, soll ich über 117 GB Speicherplatz freihalten, um das Update zu ziehen. Ähnliche Probleme hatte ich auch mit Stalker 2, weshalb es letztlich endgültig von meiner Platte flog.

Aber warum sind viele neue Spiele so massive Platzfresser? Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • 1. Hochauflösende Texturen: Besonders viel Speicherplatz beanspruchen Texturen. Diese werden immer größer und auch komplexer. Da sie in hochaufgelösten 3D-Spielen mittlerweile überall eingesetzt werden (jedes Objekt und jede Oberfläche), explodiert schnell der Platzbedarf. Eine Komprimierung ist, ohne Qualitätsverlust, nur in Grenzen möglich und dabei sehr rechenintensiv.

  • 2. Optimierung kostet Zeit: Die Entwicklung von Videospielen ist längst zu einem hochkomplexen Prozess geworden, bei dem Gameplay, Grafik, Performance und Datengröße im Rahmen eines Budgets betrachtet werden müssen. Komprimierung der Größe kostet dabei nicht nur viel Zeit, sondern treibt die Systemanforderungen nach oben, weshalb es oft zugunsten anderer Faktoren zurückgestellt wird.

  • 3. Download statt Disc: Physische Datenträger sterben aus und das hat Folgen. Früher mussten Entwickler Platz sparen, damit ihr Spiel am Ende überhaupt auf eine Disc gepresst und verkauft werden kann. Mit dem gewaltigen Siegeszug des Downloads fällt diese Beschränkung weg. Die Folge: Entwickler müssen nicht mehr zwingend Platz sparen und machen es darum auch weniger. Dieser Trend erreicht auch die Konsolen immer mehr.

  • 4. Updates und DLCs: Im Zeitalter der Downloads werden nicht nur Spiele immer größer, sondern auch Updates und Erweiterungen. Das kann Games mit der Zeit ordentlich aufblähen und bei fehlender Optimierung massiv Speicherplatz kosten. Ein ARK: Survival Evolved kann etwa über 400 GB groß werden, wenn man sich alle Inhalte zieht.

Spiele beanspruchen also immer mehr Speicherplatz, weil die Ansprüche der Spieler immer weiter steigen (4K-Auflösung, gute Performance), während die Notwendigkeit des Platzsparens weiter in den Hintergrund rückt (Begrenzung durch Discs entfällt, Priorität für kleine Downloads sinkt). Das bläht Spiele immer weiter auf … und füllt meine SSD immer schneller.

Der Screenshot von RDR2 zeigt einen Cowboy, der sein Pferd an einem Berghang entlangführt. Am Horizont sind weitere Gebirgszüge zu sehen, die sich bis zum Himmel emporrecken.

Immer größere und detailliertere Welten in immer höheren Auflösungen – kein Wunder, dass Games immer mehr Speicherplatz benötigen.

Das Ergebnis? Meine 1-TB-SSD ist nach etwa fünf aktuellen Spielen voll und ich muss jonglieren, um Platz für neue Titel zu schaffen.

Da wird ein länger nicht gespieltes Frostpunk 2 dann eben schnell gelöscht, damit sich ein KCD2 in prächtiger Rüstung auf meine Festplatte wuchtet.

Gleichzeitig kann ich mich von meinen Multiplayer-Spielen wie Hunt: Showdown, The Finals, Baldur’s Gate 3 oder Helldivers 2 nicht trennen, weil ich sie mit meinen Freunden spiele. Und wer will schon derjenige sein, der dem euphorischen Vorschlag für eine Runde Hunt im TS oder Discord widerspricht, weil er das Spiel aus Platzmangel deinstalliert hat.

Dieser Platzmangel war frustrierend, zeitaufwendig und trieb mich dieses Jahr zu drastischen Schritten.

Die Lösung: So habe ich mein Platzproblem in den Griff bekommen

Der erste Schritt ist Akzeptanz. Klingt vielleicht komisch, aber hört mir erst mal zu.

Videospiele werden nicht mehr kleiner werden. Das liegt nicht daran, dass keine neue Lösungen und Technologien für bessere Komprimierung gefunden werden, sondern an den steigenden Erwartungen der Spieler selbst.

Spieler wolle höhere Auflösungen, mehr Details und beste Qualität. Natürlich gilt das nicht für jedes Spiel, aber sicherlich für die Speerspitze der Spieleindustrie. Von einem Mammutprojekt wie RDR2 oder bald auch GTA 6 wird ein spürbarer grafischer und immersiver Sprung erwartet und das überträgt sich auf alle größeren Studios.

Screenshot von GTA 6. Zu sehen ist eine belebte Straße mit zahlreichen Passanten und Fahrzeuge. Im Vordergrund ist eine ältere Dame auf einem Roller sowie ein grüner Leguan zu sehen, der über die Straße watschelt.

Rockstars GTA 6 soll Maßstäbe setzen, das wird einfach erwartet – der Preis sind unter anderem auch immer größere Speicherplatzkosten.

Um diese Sprünge zu gewährleisten, sind immer neue technische Innovationen nötig. Die optische Qualität von Spielen wird also weiter steigen – und die Größe der Games dabei sicherlich nicht schrumpfen. Gewöhnt euch also an den Gedanken und fangt an, euch mit dieser Entwicklung zu arrangieren.

1. Priorisieren und organisieren

Macht zunächst einen großen Frühjahrsputz in eurer Spielebibliothek.

Sucht nach Spielen, die ihr selten oder gar nicht gespielt habt und deinstalliert sie. Das schafft Platz für die Spiele, die ihr aktuell wirklich spielen wollt.

Räumt eure Bibliothek anschließend regelmäßig auf. Denkt daran: Wenn euch ein Spiel nicht mehr begeistert, müsst ihr es nicht durchspielen und installiert lassen. Seid beim Deinstallieren also rigoros und sortiert alles aus, was ihr in nächster Zeit sowieso nicht anrühren würdet.

Nachdem ich KCD2 durchgespielt hatte, habe ich es ewig für einen zweiten Durchlauf auf der Platte behalten. Ihr könnt euch vielleicht denken, dass dieser zweite Durchlauf nie kam. Vielleicht starte ich es nochmal, wenn alle DLCs veröffentlicht wurden – aber bis dahin ist es von der Platte geflogen.

2. Cloudspeicher nutzen

Nutzt auf Plattformen wie Steam unbedingt Cloud-Speicherstände oder sichert eure Save-Games bei Bedarf manuell ab. So geht möglicher Spielfortschritt beim Deinstallieren auch nicht verloren, falls das für euch ein Faktor sein sollte.

Wer wiederum lange Downloadzeiten fürchtet, könnte nicht genutzte Games zunächst auf eine HDD verschieben und bei Bedarf wieder auf die schnellere SSD ziehen. So habe ich es gehandhabt, bevor bei mir ein schneller Internetanschluss verfügbar wurde.

3. Hardware aufrüsten

Die naheliegendste Lösung: Ist eure SSD ständig voll, schafft euch eine weitere SSD an und stockt euren Speicherplatz auf. Ist doch logisch, denkt ihr, aber ich habe mich lange davor gesträubt und mein Speicherproblem immer weiter aufgeschoben. Heute bereue ich den Schritt keine Sekunde und wünschte, ich hätte ihn früher gewagt.

2025 sind 2-TB- oder sogar 4-TB-SSDs erschwinglicher geworden. Der Einbau ist, mit dem passenden Tutorial, machbar. Falls ihr bei eurer Hardware allerdings so unsicher wie ich seid, holt euch einen begabten Freund an die Seite, der euch beim Einbau hilft. Checkt im Vorfeld ab, ob euer Rechner entsprechend aufgerüstet werden kann.

Wenn ihr euch ein neues System anschafft, plant den enormen Platzbedarf moderner Spiele direkt ein. Konfiguriert euren Gaming-PC also unbedingt mit viel Speicherplatz. Achtet dabei auf schnelle und bewährte SSDs und spart vielleicht lieber an anderer Stelle. Ich habe aktuell zwei mal die Samsung SSD 970 EVO Plus mit jeweils 1TB verbaut und würde bei einem neuen System sicherlich auf vier bis sechs TB aufstocken.

Günstigere HDDs solltet ihr übrigens nur für ältere Spiele oder dem Speichern von Bildern oder Videos einplanen. Die meisten neuen Games erfordern längst die schnelleren SSDs, weshalb die Performance auf den HDDs massiv leidet und sie für aktuelles Gaming weniger relevant sind.

4. Notlösung externe SSDs

Falls das Aufrüsten unmöglich ist, können auch externe SSDs eine Lösung sein.

Ich weiß, ich weiß: Externe Festplatten sind teurer als interne und haben weniger Leistung. ABER sie funktionieren für die meisten Spiele ausreichend gut und sind sofort einsatzbereit.

Ich nutze aktuell eine Samsung Portable SSD T7 Shield (2TB) sowie eine Samsung Portable SSD T7 (1TB) für meinen älteren Rechner, worüber sich zum Beispiel ein Baldur’s Gate 3 oder Helldivers 2 problemfrei spielen lassen. Außerdem kann ich externe Festplatten bei Bedarf an meinen neueren PC stecken und spare mir so den Download auf der internen Platte.

Achtet beim Kauf aber unbedingt auf hohe Lese- und Schreibgeschwindigkeiten der externen Platten. Meine unterstützen etwa 1000 MB/s, womit ich aktuell zufrieden bin. Checkt außerdem, ob ihr auch einen entsprechend schnellen USB-Anschluss (etwa 3.2 Gen2) habt, sonst bringt euch die schnelle SSD natürlich nichts.

5. Spieleinstellungen optimieren

Der letzte Tipp funktioniert leider nur bei wenigen Spielen, sollte aber zumindest immer überprüft werden.

Einige Spiele bieten ihre hochaufgelösten 4K-Texturen in separaten Paketen an. Wie bereits erwähnt, fressen ebenjene Texturen den meisten Speicherplatz bei modernen Spielen, weshalb ihr ohne oft bis zu 50 GB einsparen könnt.

Ich habe mich etwa bei Fallout 4 bewusst gegen das High Resolution Texture Pack entschieden, welches alleine knapp 60 GB frisst und das Spiel (in meinen Augen) nur minimal verbessert.

Fazit: Speicherplatzprobleme meistern

Erst die Kombination aller fünf Tipps hat meine Speicherplatzprobleme entschärft.

Besonders die Investition in einer weitere SSD schuf den nötigen Freiraum, um zunächst alle wichtigen Multiplayer-Spiele zu behalten.

Durch das ständige Ausmisten ungespielter Games bleibt in der Regel auch immer Platz für frische Installationen. Dass das meinen Pile of Shame noch weiter vergrößert, ist natürlich eine ganze andere Baustelle!

Natürlich schützt mich das nicht vor den immer größer werdenden Spielen, aber ich muss spürbar weniger jonglieren und konzentriere mich endlich auf die Spiele, die mir aktuell wirklich Spaß machen. Und für die Zukunft weiß ich, dass ich mein neues System direkt mit deutlich mehr SSD-Speicher plane.

Wie geht es euch: Findet ihr auch, dass Games immer mehr Speicherplatz fressen? Und habt ihr noch weitere Tipps und Lösungen, dann schreibt sie gerne in die Kommentare!

Johann von Ti
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JohnMadMaverick
JohnMadMaverick
10. Oktober 2025 08:39

ARK braucht 400 GB!!!! Krass! Aber das Problem kenn ich auf der PS5. Obwohl schon alles aufgerüstet ist, ist eindeutig zu wenig Platz. Ich bin ein Gamer der auch mehr als 3 Spiele gleichzeitig spielt. Fortnite ist immer drauf und nimmt das meiste weg, wegen Updates. Dann kommen noch „Grid Legends“ was man ewig Zocken kann. Dann aktuell „Forza Horizon 5″…. Und ein paar JUMP and Runs. Weil ich ja noch ein Gamer PC habe und die Switch, werden hier sozusagen die Spiele ausgelagert. Ja ich weiß, zuviel des guten 😁 Hab ich schon erwähnt das Sega Dreamcast und Konsorten… Weiterlesen »

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