Friedlich aber dennoch taktische Tiefe

Nicht alle Browsergames, die ohne Krieg und Plünderung auskommen, müssen auf Taktik verzichten!

Anders als ich es erwartet hätte, haben Browsergames einen viel größeren Stellenwert auf Game 2 eingenommen, als ich es erwartet hätte. So war ich zuletzt selbst auf mehren Vertretern dieses Genres unterwegs und schlug vor allem in kriegerischen Varianten etliche Schlachten. Doch auch die friedlichen Vertreter (einen Beitrag zur generellen Differenzierung findet Ihr hier) haben es mir angetan und wurden rege getestet. Doch bevor ich weiter darauf eingehe, will ich selbst eine Erklärung finden, wie es die kostenlosen Spiele im Browser schaffen konnten, so viel Aufmerksamkeit von mir zu erhalten!

Clash of Clans Browsergames sind auch auf dem Smartphone beliebt

In Clash of Clans lässt die nächste Klopperei nicht lange auf sich warten.

Die Antwort liegt in einigen Faktoren, die bei kurzer Überlegung jedoch schnell gefunden werden; Zum einen spricht der Kostenfaktor eine klare Sprache. Kostenlos ist eben kostenlos. Damit will ich in keiner Weise sagen, dass Browsergames nicht kostenintensiv sein können und dies zumeist auch sind (ob nun Zeit oder bare Münze investiert wird, sei dahingestellt). Besonders die Frage nach einer Pay to Win Situation ist bei jedem Browsergames primär und muss genau bedacht werden (ich weiß schon, ich wiederhole mich). Doch nichtsdestotrotz kann man die meisten Spiele kostenlos antesten und sich so einen genauen Überblick vom Games verschaffen. Damit ist die Verlockung also recht groß, sich die Titel spontan mal anzuschauen.

Ein weiterer Punkt, der für mein Interesse verantwortlich gemacht werden kann, ist die Tatsache, dass man bei den meisten Browsergames aktiv mit anderen Spielern interagiert. Auch hier ist es mir primär nicht mal so wichtig, ob man nun miteinander oder gegeneinander arbeitet, am Ende baut man fast immer soziale Kontakte auf. Für mich ist es einfach großartig, wenn ich weiß, dass hinter dem benachbarten Dorf (Insel, Bauernhof, Stadt, Nation und so weiter) ein echter Spieler wie ich steckt; Mit eigenen Interessen und Zielen. Dadurch ergeben sich oft grandiose Situationen, in welchen es nicht selten um Vertrauen und Verrat geht.

browser-games-anno-online

In Anno Online geht es eher gemächlich voran; Stück für Stück baut man die eigene Siedlung zu Handelsmetropole aus.

Letztlich bietet die Browserspiel-Branche auch eine Menge Individualität und Vielfalt. Das fängt bei den Spielsystemen an und hört beim Setting auf; In Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft werden Dörfer aufgebaut, Früchte angebaut, Allianzen geschmiedet oder gebrochen und Raumschiffe auf die Suche nach neuen Planeten geschickt. Praktisch hat man also eine schier grenzenlose Vielfalt und für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Rail Nation - Die Karte

Nun da ich meine allgemeine Faszination zu genüge kund gegeben habe, will ich heute auf die friedlichen, aber dennoch strategischen Vertreter der Browsergames eingehen. Diese Titel lassen Ihre Spieler zwar nicht in offenen Schlachten gegeneinander antreten, bietet aber strategische Tiefe und Möglichkeiten, dies auf anderen Wegen auszutragen. Oft handelt es sich hier um Management-Spiele, bei denen wirtschaftliche Abläufe simuliert werden. Dies macht durchaus Sinn, da man mit echten Spielern recht reale Bedingungen des Angebots und der Nachfrage schaffen kann. Rail Nation ist eins von diesen Strategie-Browserspielen und schafft es, mit einem für mich eher untypischen Setting, viel Spielspaß zu erzeugen. Denn anders als in den meisten anderen von mir gespielten Browsergames geht es hier nicht darum ein mittelalterliches Dorf zu errichten, sondern die Leitung über ein Eisenbahnunternehmen zu übernehmen. Während man anfangs noch mit dem Ausbau des eher kleinen Schienennetzes beschäftigt ist, kümmert man sich schon bald um die Versorgung zahlreicher Betriebe und streicht so satte Gewinne ein.

Rail Nation - Ost-West Duell

Dabei ist es nun wichtig, seine Abläufe zu optimieren und in den Ausbau des eigenen Bahnhofs als auch der belieferten Betriebe zu investieren. Wer dann genug Geld erwirtschaftet und Prestige durch den Bau von besonders fortschrittlichen Gebäuden erlangt hat, kann sich Gedanken um größere Dinge machen. So verbünden sich Unternehmer und bilden mächtige Gesellschaften, die in einer Stadt um wichtige Transport-Lizenzen ringen.

Rail Nation - Der eigene Bahnhof

Ein, wie ich finde äußerst interessantes Konzept, welches durchaus seine Reize hat. Wer sich einfach nur am Anblick der hübschen Lokomotiven und Züge erheitern will, kann dies durchaus tun, wird aber wohl nicht bei den großen Gesellschaften mitreden können. Hier muss man selbst entscheiden, wir viel Zeit und Herzblut man in den Titel investieren will; Wer taktische Tiefe sucht und sich im Wettbewerb mit anderen Unternehmern messen will, muss Zeit und Planung investieren. Damit haben wir hier ein Browsergames, welches zwar auf hitzige Gefechte verzichtet, taktisch aber durchaus mit den kriegerischen Vertretern wie Die Stämme mithalten kann.

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Johann von Ti

Blogger aus Leidenschaft, seit 2011 aktiv in der Szene unterwegs und immer für gute Games, Filme und blöde Ideen zu haben. Nebenher auch noch Student in Medien und Geschichte.
Johann von Ti
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