Terror: Endless Night – das steckt hinter dem ambitionierten Survival Strategie Game

Es handelt sich um einen Screenshot aus dem Videospiel Terror: Endless Night. Zu sehen ist unser Schiff, welches im Eis feststeckt. Dargestellt ist die zudem die Anzahl der überstandenen Tage, die übrigen Vorräte von Holz, Nahrung und Kohle als auch der allgemeine Zustand der Mannschaft und des Schiffes.

Bei Terror: Endless Night handelt es sich um ein ambitioniertes Survival-Projekt des polnischen Entwicklers Unseen Silence, welches im ersten Quartal 2023 erscheinen soll. Im Spiel sollen wir in die Rolle eines Kapitäns schlüpfen, welcher sein Schiff samt Mannschaft durch die eisige Hölle des Polarmeeres navigieren muss – eigentlich als Rettungsmission geplant, geraten wir selbst in die Falle und das Schiff wird von Eis eingeschlossen, während die Sonne im Zuge der langen Polarnacht für Monate verschwindet. In diesem lebensfeindlichen Szenario müssen wir die Verantwortung für unsere Besatzung übernehmen und so viele Leben wie möglich retten… egal mit welchen Mitteln!

Die Story von Terror: Endless Night

Wir schreiben das Jahr 1845: wir werden von der Royal Navy ausgewählt, eine prestigeträchtige Expedition zu leiten, um die Nordwestpassage von Ost nach West zu durchsegeln, kartografisch zu erfassen und so den kürzesten Seeweg zwischen Europa und Asien zu finden. Doch wir lehnen ab und verschaffen so unserem Sohn die Möglichkeit, an der Expedition teilzunehmen, damit dieser Erfahrungen auf hoher See sammeln und sich gegenüber der Admiralität profilieren kann. Unsere Entscheidung, wohlwollend getroffen, bedeutete für unseren Sohn aber eine Reise ohne Rückkehr! Statt nach erfolgreicher Durchfahrt in den Heimathafen einzulaufen, verschwinden die beiden Schiffe HMS „Erebus“ und HMS „Terror“ der „Franklin-Expedition“ samt Crew spurlos.

Es vergehen zwei Jahre, in welchen wir von schweren Schuldgefühlen geplagt auf jegliche Nachricht der verschollenen Expedition warten. Als endlich Vorbereitungen getroffen werden, um eine Expedition zur Suche der verlorengegangen Schiffe zu starten, nutzen wir unsere Kontakte, um das Kommando der Mission zu übernehmen. Am 12. Juni 1848 brechen wir endlich auf, um das Schicksal der Expedition und unseres Sohnes zu ergründen. Unsere Crew selbst weiß derweilen nicht, mit welcher familiären Verknüpfung wir diese gefährliche Reise antreten…

Nachdem die Fahrt zunächst problemlos verläuft, kommt es am 9. September 1848 zur Katastrophe: das Schiff wird im Eismeer eingeschlossen, während sich das ewige Dunkel der Polarnacht über die eisige Welt legt – der Kampf ums nackte Überleben beginnt. Während Hunger, Kälte und Dunkelheit an den Kräften und Nerven der Besatzung nagen, entfaltet sich ein gefährlicher Wahnsinn unter den Matrosen. Es ist nun unsere Aufgabe diesen Gefahren zu begegnen und mit schweren Entscheidungen dafür zu sorgen, diesen Horror zu überstehen, bis die lange Polarnacht endet und endlich das Tauwetter einsetzt.

Die wahren Hintergründe des düsteren Survival-Games

Diese düstere Handlung basiert auf wahren Begebenheiten: die „Franklin-Expedition“ gab es 1845 wirklich und tatsächlich verschwanden die HMS „Erebus“ und HMS „Terror“ spurlos (erst 2014 und 2016 wurden die Wracks der Schiffe entdeckt!). Drei Jahre kämpften die Expeditionsteilnehmer um ihr Leben, bis die im Eis feststeckenden Schiffe letztlich aufgegeben wurden… die Überlebenden versuchten über das Eis zu entkommen… Es sollte bei dem Versuch bleiben – niemand überlebte die Expedition. Spätere Funde belegten, dass am Ende sogar Kannibalismus praktiziert wurde.

Es handelt sich um einen Screenshot aus dem Videospiel Terror: Endless Night. Zu sehen ist eine Gruppe von Matrosen, welche einen Sarg im ewigen Eis der Arktis herablassen. Auf der rechten Seite steht folgender Text: „We've lost another man. For me, as captain, every death is a devastating blow. I feel – no, I know – I am personally responsible for those people. They trusted me enough to put their lives in my hands – and I failed them.”

In Terror: Endless Night schlüpfen wir in die Rolle des Kapitäns – unsere Entscheidungen können über Leben oder Tod bestimmen – keine leichte Aufgabe.

Auch Rettungsmissionen fanden tatsächlich statt: ab 1848 wurden von der Admiralität erste Schritte unternommen, um die verschollenen Forschungsschiffe zu suchen. Keine der zahlreichen Such-Expeditionen wurde jedoch Fündig. Wie in Terror: Endless Night gerieten einige der Retter selbst in Not. Einige Rettungsschiffe blieben selbst im Eis stecken und musste aufgegeben werden, eines schlug im Packeis sogar leck und sank.

Im ersten Devlog zu Terror: Endless Night heben die Entwickler unter anderem die Bedeutung des erfolgreichen Romans „Terror“ von Dan Simmons hervor, welcher zwar eine fiktionalisierte Version der Ereignisse schildert, dennoch aber auf wahren Fakten basiert. Letztlich habe man zahlreiche Quellen herangezogen, um die Basis für das Spiel zu schaffen.

Was erwartet uns in Terror: Endless Night?

Nachdem das Setting des Spiels samt historischer Hintergründe nun recht ausführlich besprochen wurde, stellt sich die Frage, wie sich nun eigentlich das Gameplay gestaltet. Terror: Endless Night präsentiert sich als rundenbasiertes „Sruvival-Strategie-Game“. Als Kapitän sind wir für die Versorgung unserer Mannschaft zuständig und versuchen zugleich für eine mentale Stabilität an Bord zu sorgen.

  • Verwalte Deine Mannschaft: Jedes Besatzungsmitglied soll eine echte Person mit individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen darstellen. Diese Bedürfnisse müssen wir bestmöglich stillen, während wir die Fähigkeiten unserer Crew einsetzen, um die Ordnung auf dem Schiff aufrechtzuerhalten. Wir weisen also Schichten zu, verwalten die Vorräte und erlassen Gesetze – immer mit dem Ziel, am Leben zu bleiben.

  • Triff schwere Entscheidungen: Wir sind im Eis gefangen, während unsere Vorräte beständig schwinden. Kein Wunder also, dass wir zahlreiche Entscheidungen treffen müssen, um das Leben unserer Mannschaft irgendwie zu sichern. Wie weit wir dabei gehen werden, entscheiden wir: werfen wir Moral und Anstand über Bord und führen unsere Truppe mit eisigem Kalkül, oder lassen wir uns von Mitgefühl leiten? Egal welchen Weg wir einschlagen – unsere Entscheidungen haben Konsequenzen und wir müssen irgendwie mit den Folgen klarkommen.

  • Bleib bei Verstand: Beißende Kälte, nagender Hunger und ewige Dunkelheit – Deine Mannschaft ist gefangen und wird auf eine mentale Probe gestellt, die nicht jeder bestehen kann. Finden dann die ersten Crewmitglieder den Tod, sei es durch die Elemente oder aber ihre eigene Hand, droht die Last der Realität unerträglich zu werden und die Flucht in den Wahnsinn nur zu verlockend. Versuche Deinen und den Verstand Deiner Mannschaft vor dem Horror Eurer Situation zu bewahren – und schütze Dich vor jenen, die Ihren Verstand längst verloren haben.

Es handelt sich um einen Screenshot aus dem Videospiel Terror: Endless Night. Zu sehen ist die Mannschaftsverwaltung. Männer werden in je zwei Schichten zu unterschiedlichen Arbeiten eingeteilt. Zu diesen Arbeiten zählen (unter anderem): Eis-hacken, Wache stehen und die Öfen befeuern. Im Bild wird davor gewarnt, das aktuell nicht ausreichend Männer zur Verfügung stehen.

Die Verwaltung der Mannschaft spielt für uns als Kapitän und Anführer natürlich eine zentrale Rolle. Jede Aufgabe auf unserem Schiff wird von uns dirigiert – im Idealfall sorgen wir dafür, dass auch in Krisenzeiten alle Aufgaben an Bord korrekt umgesetzt werden… oder es zumindest nicht zu einem Totalausfall kommt.

Meine Einschätzung zum Survival Strategie Spiel

Thematisch, aber auch von der Aufmachung erinnert mich Terror: Endless Night an den Survival-City-Builder Frostpunk. Statt aber eine ganze Kolonie durch die Eiszeit zu führen, leiten wir hier eben die Besatzung eines Schiffs durch die lange Polarnacht. Im Rahmen des rundenbasierten Gameplays verteilen wir die Aufgaben auf dem Schiff, bestimmen die Rationierung der Vorräte und reagieren auf Ereignisse. Wie gehen wir mit einem Selbstmord, meuternden Matrosen oder aufkeimenden Kannibalismus um?

Die Ereignisse werden primär über Textboxen und Artworks vermittelt, was für das angedachte Spielprinzip gut funktionieren dürfte. Zumindest mich überzeugen die ersten Bilder zum Spiel und lassen auf ein immersives Spielerlebnis hoffen, in dem ich alles versuchen werde, meine Mannschaft durch diese Hölle zu navigieren. Es dürfte wohl entscheidend werden, wie gut es die Entwickler schaffen, unsere Entscheidungen mit spürbaren Konsequenzen zu versehen. Gleichzeitig muss dafür gesorgt werden, dass die versprochene Individualität unserer Mannschaft tatsächlich zum Tragen kommt und so, je nach Situation, ganz unterschiedliche Ereignisketten ausgelöst werden. Wir als Spieler sollten dabei nicht zu schnell hinter die eigentlichen Mechaniken blicken können, damit die düstere Atmosphäre nicht verloren geht.

Es handelt sich um einen Screenshot aus dem Videospiel Terror: Endless Night. Zu sehen ist ein Charakter unserer Mannschaft. Es handelt sich um den Arzt „Francis Trevor“. In der Ansicht erfahren wir etwas über die Vergangenheit des Charakters, können seinen Rang und Beruf einsehen und erhalten einen Überblick der Statuswerte und körperlichen Besonderheiten. Folgenden Text ist dort zu lesen: „Coming from a long line of doctors, Francis spent his childhood bored out of his mind behind the court's locked door. So when he returned home after graduating from St. George's and announced he was jointing the army, his parents were a bit of a shock. They snapped out of it only when their son returned a naval surgeon and veteran of the battle of Navarino, which also made them rethink their decision to disinherit Francis.”

Die Entwickler versprechen, dass jedes Mitglied der Mannschaft ein individueller Charakter mit eigenen Attributen und Besonderheiten ist. Für uns wird es entscheidend, die Bedürfnisse der Mannschaft zu befriedigen und zugleich ihre Stärken gekonnt einzusetzen, um das Überleben der Gemeinschaft zu sichern.

Fazit – ein gelungenes Konzept mit echtem Potenzial

Ich bin aktuell sehr von Konzept und dem gezeigten Material angetan: Terror: Endless Night trifft mit seinem historischen Szenario, der düsteren Umsetzung und dem gewählten Gameplay genau meinen Nerv. Natürlich muss sich zeigen, ob das ambitionierte Szenario auch so gut umgesetzt werden kann, wie es sich in der aktuellen Präsentation liest – schaffen es die Entwickler aber, steht uns hier ein spannendes Survival-Strategie-Spiel ins Haus, welches sich schon allein aufgrund des gewählten Settings positiv von der Konkurrenz abhebt.

Erscheinen soll Terror: Endless Night im ersten Quartal 2023. Die Entwickler gaben an, dass eine deutschsprachige Oberfläche samt Untertitel geplant sind. Weitere Infos zum Spiel sollen am 6. September im Rahmen des „Fear Fest“ bekanntgegeben werden. Hier kommt Ihr direkt zu Steam Seite von Terror: Endless Night. Ich werde den Titel definitiv im Blick behalten und berichten, wenn es etwas Neues gibt!

Aber nun zu Euch: was haltet Ihr von Terror: Endless Night? Kanntet Ihr den historischen Hintergrund des Spiels bereits und wie gefällt Euch die Idee, daraus ein strategisches Survival Spiel zu machen? Ich bin auf Eure Meinung gespannt!

Johann von Ti
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